Das Watseka-Wunder

  • Mit sanfter Stimme versucht der Arzt und Spiritist Dr. E. Winchester Stevens die junge Lurancy Vennum dazu zu bringen, sich zu entspannen. Der Arzt und das 13-jährige Mädchen befinden am 31. Januar 1878 sich in der Kleinstadt Watseka im US-Bundesstaat Illinois. Bei ihnen befinden sich Lurancys Eltern und ihr Nachbar Mr. Roff. Der Grund für das Kommen Stevens ist Lurancy. Das Mädchen hatte im Juli 1877 ihren Eltern von nächtlichen Geistererscheinungen in ihrem Zimmer berichtet. Seit diesem Tag kam es bei der 13-jährigen zu immer stärkeren hysterischen Anfällen, Verzweiflungsausbrüchen und tranceähnlichen Zuständen. Aus diesem Grund entschied man sich Dr. Stevens zu holen. Der Spiritist hört der kleinen zu und erfährt, dass sie auf böse und gute Geister trifft. Die bösen wollen sie beherrschen und die guten beschützen. Als Lurancy den Namen eines der guten Wesen mit Mary Roff benennt, erkennt der Nachbar Mr. Roff, das es sich dabei um seine vor zwölf Jahren verstorbenen Tochter handelt. Jene war kurz vor ihrem 19. Geburtstag 1865 gestorben, das war ein Jahr vor Luranys Geburt. Auch Mary soll Geister gesehen haben. Doch die Hypnosesitzung muss aufgrund von ausbrechendem Chaos abgebrochen werden. Eine Woche später besuchen die Vennums die Roffs, wobei Lurany ihre Eltern bittet, bei den Roffs wohnen zu können. Lurancy zieht bei den Nachbarn am 11. Februar 1878 ein und beginnt damit ein Mary Roff identisches Leben zu führen. Die >>neue<< Mary erkennt Verwandte wieder und erinnert sich sogar an Ereignisse vor ihrer (Lurancys) Geburt, obwohl sie beides eigentlich nicht kennen durfte. Lurancy ist jedoch nicht mehr in der Lage, ihre leiblichen Eltern zu erkennen. Am 7. Mai 1878 sagt >>Mary<< schließlich, dass Lurancy nun zurückkomme. Sie schließt kurz ihre Augen und erkennt plötzlich nichts mehr wieder. Die Roffs schaffen es zwar immer wieder kurz, Mary wieder zurück zu holen, doch schließlich kehrt Lurancy wieder ganz zurück und zieht am 21. Mai wieder zu den Vennums. Doch noch kurz davor bat sie (Mary) die Roffs Lurancy all ihre Bilder, Murmeln, Postkarten und 25 Cent zu überlassen und nahm ihnen das Versprechen ab, Lurancy oft zu besuchen. Das Mädchen blieb bei ihren leiblichen Eltern und führte bis zu ihrem Tode ein völlig normales leben. Dr. Stevens, der sowohl Mary als auch Lurancy bis zu ihrem Tod behandelt hatte, veröffentlichte die Geschichte in seiner Studie >>Das Watseka-Wunder<<. Der kritische Parapsychologe Dr. Richard Hodgson untersuchte den Fall gründlich und meinte schließlich, dass er Stevens Schilderung glauben würde.



    Quelle: Rätselhafte Wirklichkeiten: Aus den Archiven des Unerklärlichen, Seite 184-187



    Was glaubt ihr, hat Dr. Stevens eine Studie über eine von ihm erfundene Geschichte geschrieben oder lässt sich diese >>Besessenheit<< erklären? Ich bin mit meiner Meinung zwischen Lüge und Wahrheit.




    Ein paar Links zum Thema :lookthere: : http://www.prairieghosts.com/watseka.html (englisch)


    http://sphinx-suche.de/lexpara/watsekaw.htm


    http://de.wikipedia.org/wiki/Reinkarnationsforschung

  • Ich habe die exakt gleiche Geschichte von einem Maedchen aus Indien gehoert. Scheint einfach eine Geschichte zu sein, die nach Belieben abgeaendert wird.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Das Problem bei der Geschichte ist, dass sie schon sehr weit zurück liegt. Und dazu außerdem noch in einer Zeit, wo man dem Okkulten nicht abgeneigt war.


    Was mich an der Quelle mehr stört ist der Satz

    Der kritische Parapsychologe Dr. Richard Hodgson untersuchte den Fall gründlich und meinte schließlich, dass er Stevens Schilderung glauben würde.

    was ein wenig schwammig ausgedrückt ist. Klar hatte Hodgson den Schilderungen geglaubt, sonst wäre er ja nicht vor Ort gewesen.
    Und Hodgson hatte eben das Problem, dass er NUR den Schilderungen glauben schenken konnte, da es sich auch NUR um eine temporäre Besessenheit handelte. Ein weiteres Problem ist auch, dass die Informationen auch eben wieder eine Kiste ist, die dementsprechend, je nach dem, an was man glauben will, ausgerichtet ist. In manchen Quellen wird ausgesagt, dass ALLE Personen im Umfeld der Vennum eindeutig ausgemacht haben, dass es sich um die Roff handelt, in anderen (eher skeptisch ausgerichteten) Quellen (unter anderem auch bei Hodgson) wird ausgesagt, dass nur MANCHE die Roff in Vennum gesehen haben.

  • Der Dalai Lama ist selbstverständlich kein Beweis für Reinkarnation, sonst wäre ja auch jeder Priester mit einer Engelsvision ein Beweis für das Himmelreich. Das ganze Drumherum um seine Entdeckung ist einfach eine religiöse Legende. Ich gehe mal davon aus, dass die Mönche entweder nach seiner Entdeckung beide Augen zugedrückt haben als es um die Identifizierung ging, oder dass die ganze Prozedur sehr suggestiv war. Immerhin hatten die Mönche vorher eine Vision, sowas zweifelt man doch nicht an.
    Zu dem anderen Fall: Auffällig ist, dass diese Kinder immer irgendeine Verbindung zu ihren angeblichen alten Familien haben. Manchmal haben sie durch Zufall etwas von einem Todesfall in einer anderen Stadt mitgekriegt, und hier handelt es sich sogar um die Nachbarn. Natürlich kann das Kind so die Hintergrundgeschichte erfahren haben. Die untersuchenden Leute sind meist entweder vorbelastet und helfen (bewusst oder nicht) sogar bei dem Betrug mit, oder kennen sich schlicht nicht aus. Wenn die Fälle dann richtig untersucht werden, werden sie meist sofort aufgeklärt und verschwinden in der Versenkung. Selbst der berühmte Shanti Devi-Fall weist viel zu viele Widersprüche und Ungenauigkeiten auf, als dass man ihn glauben könnte. Natürlich werden die aber gerne ausgeblendet. Genau betrachtet gibt es zur Zeit vermutlich keinen Reinkarnationsfall, der nicht schon aufgeklärt wäre.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Orginaltext im Buch zu Dr. Richard Hodgsons Einschätzung:


    (...) Der ebenso berühmete wie kritische Parapsyhologe Dr. Richard Hodgson, der betrügerische Medien und falsche Geister am laufenden Band zu entlarven pflegte, nahm auch dieses Wunder unter die Lupe. Im Dezember 1890 schrieb er: >>Ich hege keinen Zweifel daran, daß sich die Ereignisse so zugetragen haben, wie sie in den Aufzeichnungen von Dr. Stevens beschrieben werden ... Meiner persöhnlichen Meinung nach ist der Fall des Watseka-Wunders ein fundamentales Beispiel der spiritistischen Hypothese<<. (Also jener, daß Marys Geist von Lurancy Besitz ergriffen hat). (...)

  • Zitat

    Ich hege keinen Zweifel daran, daß sich die Ereignisse so zugetragen haben, wie sie in den Aufzeichnungen von Dr. Stevens beschrieben werden ... Meiner persöhnlichen Meinung nach ist der Fall des Watseka-Wunders ein fundamentales Beispiel der spiritistischen Hypothese


    Ja hm, nu, was soll das beweisen? Wie oben schon gesagt, der gute Mann war nicht dabei! Was er da von sich gibt ist also einfach eine Glaubensfrage.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!