Ein Toter flieht aus seinem Grab

  • Im Huguenot-Museum von Paarl, Cape Town, in Südafrika gibt es einen großen Grabstein aus schwarzem Marmor. Er wurde 1956 auf einem Abhang des Paarl-Berges gefunden. Wie er dort hinkam ist unklar, aber die Inschrift, die >>Geweiht der Erinnerung von John Gebhard. Gesegnet seien jene, die im Herren ruhen. << lautet, erzählt eine mysteriöse Geschichte:


    Es ist November 1856 und John Gebhard, ein unschuldiger Mann, der wegen Mordes gehängt werden soll, steigt die Stufen zum Galgen hinauf. Obwohl er seine Unschuld immer wieder beteuert hat, soll er für den Mord an dem Farmerarbeiter Pierre Villiers sterben.
    Als der Henker ihm gerade die Kapuze über den Kopf gezogen hat, ruft der Verurteilte, dass kein Grab ihn halten werde. Nach Gebhards Tod, gehen die Behörden vorzugsweise auf Nummer sicher. Die Leichenuntersuchung läuft gründlicher ab, Johns schwarzer Sarg wird versiegelt, das Grab am Fuße des Paarl-Berges wird 3,5m tief ausgehoben und rund um die Uhr bewacht. Wenig später kommt heraus, dass der Knecht Peter Lorenz der wahre Mörder ist. Darauf hin will man John Gebhard rehabilitieren. Seine Mutter erhält eine lebenslange Jahresrente von 108 Pfund und die Leiche des Toten soll auf geheiligten Grund umgebettet werden.
    Als man aber die schweren Steine vom Grab rollt und den Sarg hervorholt, erlebt man beim Öffnen eine Überraschung: die Leiche ist verschwunden! Da ein Diebstahl unmöglich ist, durchsucht man alle Gräber in der Umgebung. Das Ergebnis: die Leiche ist spurlos verschwunden. Auch bei Exhumierungen in den darauf folgenden Jahren wird kein Hinweis auf den Verbleib des Toten gefunden. Bis heute konnte jenes Rätsel nicht geklärt werden.



    Was passierte mit der Leiche von John Gebhard? Hat er mit einer unglaublichen Energie erreicht, dass seine letzten Worte in Erfüllung gingen? Was meint ihr? Ich würde jedenfalls gerne den Grabstein sehen, bevor ich an ein Wunder glaube.



    Informationen entnommen aus: Rätselhafte Wirklichkeiten: Aus den Archiven des Unerklärlichen, Seite 157-159

  • Die Überschrift ist irgendwie komisch, da sie einem eine Flucht der Leiche suggeriert. Sie könnte ja auch einfach gestohlen worden sein, oder? Du schreibst zwar "Da ein Diebstahl unmöglich ist", aber ich kann mir nicht vorstellen warum. Dass das Grab zu öffnen war, wird daraus ersichtlich dass man es später auch geschafft hat. Und die Wachen können schlicht geschlafen haben oder bestochen worden sein.
    Das alles natürlich wieder vorausgesetzt, dass die Geschichte mindestens einen wahren Kern hat. Du schreibst, dass der Grabstein eine mysteriöse Geschichte erzählt. Was bedeutet das? Steht die ganze Geschichte auf dem Ding drauf, oder ist das metaphorisch gemeint?
    Den einzigen Verweis auf die Geschichte den ich auf die schnelle gefunden habe, ist der hier. Wie zu erwarten war, ist die Geschichte dort leicht anders. Sogar das Museum, wo der Stein jetzt sein soll, ist ein anderes. Dabei müsste sich das doch leicht nachprüfen lassen, wenn es ihn echt gäbe.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Also unmöglich scheint ein Diebstahl also nicht. Es ist aber fraglich, ob jemand auf die Idee gekommen ist, die letzten Worte Johns zu verwirklichen (anscheinend hat nie jemand etwas zugegeben).
    Das mit der ganzen Story war symbolisch gemeint, auf dem Stein sollen nur die Worte >>Geweiht der Erinnerung von John Gebhard. Gesegnet seien jene, die im Herren ruhen. << stehen (wovon Farkas den Inhalt der Inschrift kennt, kann ich nicht nachweisen).


    Oh :stirnhau: , ich habe >>Bizarre Wirklichkeiten: Auf geheimen Wegen ins Unbekannte<< ja auch, und da steht die Story auch drin. Einige Unterschiede sind dabei, z. B. lautet die Inschrift auf dem Grabstein >>Zur Erinnerung an John Gebhard - Gesegnet, wer in Gott ruht<< (hat vielleicht etwas mit der Übersetzung zu tun). Der Grabstein soll übrigens auf den Tag genau 100 Jahre später gefunden worden sein.

  • Sorry, aber wenn sich keine seriösen Quellen finden lassen - die bei einem ordentlich recherchierten Buch auch bibliographisch aufgeführt wären -, dann haben solche Geschichten den selben Wert wie Urban Legends: sie sind bestenfalls unterhaltsam. Nur weil eine Geschichte in einem Buch steht, heißt das nicht, dass sie sich auch so zugetragen hat. Und Hartwig Hausdorf ist ja nun wirklich niemand, dem man blind vertrauen kann...

  • Im Quellverzeichnis von >>Bizarre Wirklichkeiten: Auf geheimen Wegen ins Unbekannte<< steht, dass Hartwig Hausdorf die Informationen zu der Geschichte aus dem Buch >>Die unheimlichen Wirklichkeiten. Signale aus dem Unerforschten.<< (München 1981) von George Langelaan hat. Farkas hat die Story (laut Literaturverzeichnis) aus demselben Buch (Bern 1969). Interessanterweise steht im Wikipediaartikel, dass Langelaan vorallem als Autor phantastischer Geschichten bekannt wurde (ist am Ende alles nur eine Erfindung?).