Wir sind unsterblich - bis jetzt!

  • Es gibt etliche Erkrankungen wie z.B. ALS bei denen der Körper Stück für Stück seine Funktion aufgibt und trotzdem ist der Mensch bei vollem Bewusstsein. Meinen Erfahrungen nach ist es den meisten Menschen auf der Schwelle des Totes egal ob sie unsterblich sind oder nicht ,ihnen ist vor allem wichtig das sie ,ich nenn es mal die irdischen Dinge, geregelt haben.Die meisten haben keine Angst vor dem Tot, aber gewiß vor dem Sterbeakt, weil ihnen der Tot sicher ist nur die art zu sterben nicht.

  • ad_santiago


    Ich lese deine Posts immer aufmerksam durch. Danke für deine Beiträge hier im Forum.


    Zitat

    Zumindest das Ich-Bewusstsein täuscht sich vor, unsterblich zu sein, weil es das Gefühl nicht kennt, tod zu sein.


    Deswegen habe ich auch geschrieben, zumindest unser Ich-Bewusstsein täuscht sich das vor.


    Henni


    Ich habe viel mit älteren Menschen geredet und gemerkt, dass sie eigentlich nicht Angst von dem Sterbeakt, sondern vielmehr von der Frage, wie es sich anfühlt wenn man Tod ist und was nach dem Tod passiert

    „Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“


    „Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“


    „Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung".“


    Erich Fromm

  • mostwanted : Ja, ich weiß schon. Aber das Ich-Bewusstsein täuscht es sich m.A.n. auch nicht vor, denn das hieße, dass der eigene Tod und die Aussicht aufs Sterben keine Rolle spielen würden - jedoch ist genau das Gegenteil der Fall, jeder ist sich seiner Sterblichkeit bewusst, jeder hat sich schon einmal mit dem eigenen Tod beschäftigt. Ich sehe also nicht, wie das Ich-Bewusstsein sich die Vorstellung von Unsterblichkeit vorgaukeln sollte - dass es den Todeszustand nicht kennt und daher nicht weiß, wie dieser Zustand ist, ist aber natürlich richtig. Jedoch versucht es einerseits dennoch, diesen Todeszustand zu imaginieren - das wurde hier im Thread ja auch ein paar Mal erwähnt - und andererseits ist eine konkrete Vorstellung dieses Zustandes nicht nötig, um im Bewusstsein darüber zu sein, dass dieser Zustand eintreten wird. Er bleibt dann eben ein Abstraktum, der sich als Negation des Lebenszustandes definiert.


    Wir hatten übrigens mal einen Thread über die Frage, warum wir uns das Nicht-Leben nicht vorstellen können. Damals schrieb ich dazu:


    Zitat

    Der Zustand des Nicht-Lebens wäre ja die Abwesenheit jeglichen Bewusstseins, und darum gelangt unser Bewusstsein (in Form von Fantasie, Vorstellung) auch nicht dorthin. Wir versuchen sozusagen, die Abwesenheit einer Sache mit den Mitteln ebenjener Sache zu ergründen.


    Als Ergänzung dazu und als Brücke zu meinen hiesigen Postings ließe sich noch sagen: da das Bewusstsein nie tot ist, sondern nur inexistent, ist es völlig unmöglich, sich diesen Zustand vorzustellen. Die Vorstellung verlangt nach einem Objekt, mit dem hantiert wird, das Bewusstsein existiert aber immer nur als Subjekt. Beim Versuch, das Bewusstsein zu objektivieren (d.h. zum Objekt zu machen), um sich den Nicht-Lebens-Zustand vorzustellen, geraten wir wieder zur Vorstellung des toten Bewusstseins, die uns Angst macht und die auch falsch ist. Womit wir auch wieder bei Seneca wären.


    santiago

  • Danke für deinen informativen Post. Du hast Recht!


    Fakt ist aber, dass wir uns diesen Zustand nicht vorstellen können, weil unser Bewusstsein zu diesem Zeitpunkt inexistent sein wird. Dadurch können wir auch dem Tod(oder dem Zustand nach dem Sterben)keine Bedeutung geben, da wir es uns nicht vorstellen können.


    Also wird es uns egal sein, ob wir Tod sind.

    „Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“


    „Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“


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    Erich Fromm

  • Ich glaube auch nicht das man Angst vorm Tod oder vor dem vorgang des Sterben hat. Sondern vor dem was das sterben auslöst, also ein Unfall, Verbrennung, Herzinfarkt etc. Die Schmerzen und die Ungewissheit, hier liegt das Problem. Die Menschen haben eher ein Problem damit alles für das Sie gelebt haben zurück zu lassen und zu verlieren. Ein Verlust von etwas an dem man hängt bedeutet ja immer Schmerz auf die eine oder andere Weise. Was könnte also Schlimmer sein als der Verlust des Lebens.