Phosphen: Muster bei geschlossenen Augen

  • So jetzt erstelle ich mach seit langem wieder mal einen Thread.
    Mir ist die Frage jetzt etwas peinlich, aber beim googeln habe ich nichts genaueres gefunden.
    Manchmal sehe ich wenn ich die Augen schließe komplexe Muster, also jetzt nicht irgendwelche Punkte oder Flecken Rauschen durch Licht, sondern z.B. gebogene Schachbrettmuster in verschiedenen Farben, die sich bewegen. Ist das jetzt einfach Fantasie (die Bilder kamen sofort, also jetzt nicht so wenn man sich langsam was vorstellt)? Synästhesie ist es auch nicht, also ich sehe jetzt keine Farben wenn ich z.B. Musik höre.
    Mich würde interessieren ob das "normal" ist und ob Ihr das auch habt, oder woher so etwas kommt.

    Der Flügelschlag eines Schmetterlings über der Karibik kann einen Wirbelsturm in China auslösen.
    Tötet alle Schmetterlinge!

  • Also, was es ist, weiss ich nicht. Kennen tue ich sowas auch. Keine schachbrettmuster, aber andere dinge, die einfach da sind, wenn man die augen schliesst...ich sehe manchmal einfach gesichter von menschen, die ich überhaupt noch nie gesehen habe, mal fällt mir das auf, mal gehe ich sofort in den schlaf über, ohne darüber nachzudenken. Bunte muster kenne ich aus früheren zeiten, auch andere mir bekannte haben mir darüber berichtet. Scheint also nix dramatisches zu sein, wohl eine überaktion im hirn, oder aber eine erschöpfung. Vielleicht hast du auch zu viel dopamin im hirnstoffwechsel, sowas kann man mit einem speicheltest herausfinden, da gibt es spezielle neurotransmittertests, die infolge von neurostresstest gemacht werden. Dopaminüberschuss soll ja auch für das entstehen von psychosen verantwortlich sein, aber eben nicht allein nur dopamin.

  • Was das jetzt genau ist, ist durch eine bloße Beschreibung natürlich schwer nachvollziehbar. Normales Augenflimmern schließt du ja aus (wobei es davon durchaus verschiedene Varianten gibt), und eine Migräneaura würde sich vermutlich viel stärker und vor allem unangenehmer zeigen, als du das hier beschreibst. Natürlich könnten deine Augen auch einfach nur sehr empfindlich für Nachbilder sein.
    Wenn du es genau wissen willst, kann es nicht schaden, das beim Augenarzt mal genauer untersuchen zu lassen.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Nachbilder sehe ich recht schnell also das ROT sehe ich nach etwa 3 Sekunden das Blau anschauen. Allerdings passen die Muster nicht zu gesehenen Sachen. Migräne wird es auch nicht sein, da ja normalerweise Kopfschmerzen folgen, aber die habe ich extrem selten und dann auch nicht stark.
    Ich wollte aber sowieso wieder zum Augenarzt gehen, da ich sehr stark kurzsichtig bin und so anfälliger bin auf Grünen Starr.
    Danke schon mal für die schnellen Antworten.

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  • Ich hatte das damals auch. Bei mir war es immer so, das Muster in allen Möglichen Farben wie herum "schwebten" wenn ich die Augen geschlossen habe. Dabei haben sie sich dann manchmal verändert, ihre Farbe gewechselt... Ich selbst konnte sie manchmal durch mein Denken beeinflussen, aber meistens waren sie ohne dass ich auch nur daran gedacht habe da.

    Dabei konnte ich sie sozusagen mit meinen Augen verfolgen, konnte aber nicht ihre Richtung bestimmen.

    War schon manchmal nervig, weil ich mich oft drauf konzentriert habe vorm Einschlafen.

    Aus den Mustern wurden dann ab und zu Gesichter, Gestalten, etc.


    Ich weiß auch nicht was das ist, tut mir leid. Aber jedenfalls weißt du nun, dass es noch mehr Menschen mit diesen Mustern bei geschlossenen Augen gibt. :mrgreen:

    "Es ist besser für das was man ist, gehasst, als für das was man nicht ist, geliebt zu werden."

  • Ich muss gestehen das ich genau das selbe habe wie du Res.
    Ebenfalls wenn ich die augen Schließe meist naja Geometrische Muster würde ich es nicht Zwangsläufig nennen und Mandalas auch nicht unbedingt
    ist einfach blöd zu erklären weil es sich auch noch ständig verändert. Muss aber auch gestehen das ich mir bisher nie gedanken gemacht habe woher das kommt. Den eigentlich war ich der
    überzeugung das das bei jedem so ist. Hab auch nie jemanden gefragt. Aber scheint wohl doch nicht so normal zu sein.

    Ph’nglui mglw’nafh Cthulhu R’lyeh wgah’nagl fhtagn.
    [In seinem Haus in R’lyeh wartet träumend der tote Cthulhu.]
    - H.P. Lovecraft "The Call of Cthulhu"


    "The oldest and strongest emotion of mankind is fear,
    and the oldest and strongest kind of fear is fear of the unknown"
    -H.P. Lovecraft

  • Das Phänomen kenne ich auch. Ich könnte mir vorstellen, dass die Zapfen im Auge kurz nach dem Schließen einfach noch aktiv sind und schwache Signale an das Gehirn schicken. Dieses wiederum versucht dann bekannte Muster und Formen zu erstellen, was dann zu dieser Erscheinung führt.


    Mfg Kryton

    Wenn jedermann mit mir übereinstimmt, habe ich stets das Gefühl, dass ich unrecht habe.
    Oscar Wilde

  • Dann scheint es ja doch nicht so selten zu sein. Naja, nächste Woche mach ich mal ein Termin beim Augenarzt und frage ihn. Meine Augen sind sowieso ziemlich mies und bräuchten wohl wieder eine neue Brille (momentan -9,5 Dioptrien).

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  • Oh je, und da dachte ich, ich wäre schon fast blind... ( -6,0 ) ;-)


    aber um ehrlich zu sein, glaube ich nicht, dass es etwas mit der kurzsichtigkeit zu tun hat, dazu gibt es zu viele menschen mit normaler sehstärke, die genau solche phänomene beobachten...

  • Ich meinte nur, dass ich wegen der Kurzsichtigkeit sowieso zum Augenarzt gehen wollte. Die Frage nach den Mustern hätte ich dann nebenbei erwähnt, also zwei verschiedene Sachen.

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  • Ich wollte keinen neuen Thread öffnen, um meine Frage zu stellen, die mich doch bissel beschäftigt.
    Ich weis, das meine Frage vom eig. Thema abschweift. Ich entschuldige mich schon im voraus.


    In meiner Jugend und frühen Erwachsensein war ich stark kurzsichtig. Ich konnte die kleinste gedruckte Schrift ohne Probleme sehen/lesen und weitliegendste kaum erkennen. Mit dem Älterwerden hat sich das grundlegend geändert und nun bin ich weitsichtig und das naheliegende (kleine Schrift) kann ich ohne Brille nicht mehr lesen, aber das weitliegendste um so klarer.


    Ich weis nicht, woran das liegt wie sich die "Umkehrung der Sehkraft" vollziehen konnte...
    Woran liegt das? Welche Prozesse spielen sich da ab? :roll:

    Warum produziert die niederbayerische Filmgruppe gern Filme?


    "Weil wir auch Extremsituationen im Film durchleben können, die wir aber im wirklichen Leben nicht erleben möchten".

  • erstmal zum Topic:
    diese "Schachbrettmuster" kenne ich auch. Jedoch kann ich es auch sehen ohne die Augen zu schließen, ich muss mich nur in einem dunklen Raum befinden. Bei mir ist es ein schwarz und orange-beiges Muster, wobei das schwarze noch schwärzer ist als die Dunkelheit, die andere Farbe ist schwer zu beschreiben. Es beruhigt mich aber, dass andere auch solche "Dinge" sehen, eine Antwort darauf wird aber schwer zu finden sein.


    nun zu Dark Moon:
    Das Auge ist nunmal ein Organ und nicht einfach ein wie ein Stück Plastik. Es lebt sozusagen. Bei Kurzsichtigen ist der Augapfel zu lang und somit kommt das Bild nicht scharf auf die Netzhaut. Bei Weitsichtigen ist der Augapfel zu kurz, Es kann also sein, dass dein Auge sich um wenige Millimeter oder gar Mikrometer verkleinert hat.
    Eigentlich gibt es viele Faktoren im Auge welche dein Sehen bestimmen: Länge des Augapfels, Muskelstärke, Linse, Hornhaut...
    Am besten befragst du aber einen Augenarzt :)



    lg
    BlackAngel

  • @ Black Angel: Danke sehr für deine Antwort. Das werde ich mal machen und einen Augenarzt befragen...

    Warum produziert die niederbayerische Filmgruppe gern Filme?


    "Weil wir auch Extremsituationen im Film durchleben können, die wir aber im wirklichen Leben nicht erleben möchten".

  • Hey hallo hatte gestern vor dem Einschlafen auch wieder diese Muster und musste nun mal danach im Netz suchen und habe hier diesen Thread gefunden. Er ist zwar schon etwas älter aber ich wollte mal meinen Senf auch noch dazu geben ;-).


    Ich hatte gestern sogar den Eindruck, dass die Muster die ich gesehen hatte zur Mandelbrot- oder Julia-Menge gehören. Es zoomt quasi immer rein und das Muster franzt dabei aus und ist somit quasi unendlich. Das finde ich sehr spannend, da ja dann quasi die Zapfen und Stäbchen (wahrscheinlich eher die Stäbchen, da diese für das sehen bei schlechtem Licht in der Nacht zuständig sind) im Auge irgendwie eine mathematische Formel visualisieren.


    Als Grund des ganzen könnte ich mir etwas ähnliches wie bei einem CCD Chip vorstellen. Es rauscht einfach. Stellen wir und die Stäbchen einfach wie einen Sensor vor. Wenn da nun kein oder sehr wenig Licht drauf fällt rauscht es eben. Dieses Grundrauschen wird dann von unserem Gehirn ausgewertet. Da man das durch druck aufs Auge auch beeinflussen kann, denke ich mal, dass die Stäbchen auch auf diesen irgendwie reagieren.


    Gruß


    dERgRAUE

  • Ich glaube das könnte eventuell an einem zu hohen Augeninnendruck liegen. Ich sehe die Muster auch, aaber nur, wenn ich die Augen schließe und mir mit den Fingern leicht auf die AUgen drücke

    --Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure, als an die Gerechtigkeit der Deutschen Justiz!!!--

  • hi an alle,


    seit einigen Jahren verfolge ich nun schon die Einträge auf dieser Seite aber konnte mich nie dazu durchringen mich zu registrieren, bis ich jetzt diesen Thread gelesen habe.


    Ich habe das selbe "Problem" aber mir fällt es unregelmäßig auf. Wenn ich bewusst meine Augen zum Schlafen schließe, fallen mir diese bunten Formen auf und sie bewegen sich frei. Ich kann sie auch mit meinen Augen verfolgen. Bei mir ist es so, dass mir diese Gebilde bekannt vorkommen aber nicht weil ich sie in meinem alltäglichen Leben gesehen hatte sondern kann ich mich dann daran erinnern, dass ich sie vor dem schlafengehen bei geschlossenen Augen gesehen habe. Sobald ich mir dann bewusst über diese Formen bin sehe ich neue Formen bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mir wieder dieser Formen bewusst werde und das Spiel fängt von Neuem an.


    Ich finde diese Sache aber nicht nervig oder Ähnliches im Gegenteil es beruhigt mich sogar irgendwie vor dem Schlafengehen.


    Es ist sehr interessant zu lesen, dass es wohl ein häufigeres "Phänomen" ist. Vlt. kommt jemand ja an eine ärztliche Erklärung ran...


    VG
    Ichnusa

  • Das Phänomen nennt sich Phosphen und beschreibt ganz allgemein eine Lichtempfindung durch eine inadäquate Reizung der Augen. Grundsätzlich ist jeder in der Lage, diese Muster zu sehen. Sie treten meist auf, wenn die Augen geschlossen sind, wobei die Ursachen wohl noch nicht eindeutig geklärt sind. Man kann sie aber durch leichten Druck mit den Findern auf die geschlossenen Augen hervorrufen. Sie sind allerdings auch ein Symptom für bestimmte Krankheiten, vor allem wenn diese Muster auch mit geöffneten Augen gesehen werden können.


    Wikipedia hat auch nen Artikel dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Phosphen


    In dem Artikel steht die Vermutung, dass eine mögliche Ursache für diese Muster ein druckbedingter Ionenstrom in der Netzhaut ist, der die Sehnerven reizt. Auch elektrischer Strom soll laut Wikipedia dieses Phänomen induzieren können.


    Ich persönlich finde Phosphene ja echt fesselnd. Ich fand mich schon häufiger in einer ruhigen Minute mit geschlossenen Augen sitzend, diese Muster betrachten, die eigentlich immer aus einer Unzahl aus blauen und roten Punkten bestanden und im Hintergrund ein sich ständig änderndes Netz aus schwarzen und weißen Linien. Das hat irgendwie was beruhigendes.

    "To Paradise, the Arabs say, Satan could never find the way until the peacock let him in." -Charles Godfrey Leland