Sollte Musik Grenzen haben?

  • Wieder einmal, liebe Userschaft, würde mich Eure Meinung interessieren.


    Es geht um folgendes:


    Seit ein paar Wochen bin ich Fan des Liedes "Pumped up Kicks" von Foster the People.
    (Wer´s nicht kennt, kann hier mal reinhören:
    http://www.clipfish.de/musikvi…e-people-pumped-up-kicks/)


    Was sich wie ein absoluter Gute-Laune-Song anhört, handelt im Text allerdings von einem Jungen, der im Schrank seines Vaters eine Waffe findet und sich in Gedanken einen Amoklauf vorstellt. Zuerst würde er wohl auf seinen Vater schießen, der ihn vernachläßigt und dann müßten die ganzen Kids in der Schule dran glauben.


    Folglich lautet der Refrain im Lied (sinnmäßig übersetzt):


    "All ihr anderen Kinder mit euren tollen Schuhen, ihr lauft besser schneller als meine Kugeln."


    Ich möchte nicht wissen, wieviele auf diesen Song tanzen, weil er sich einfach gut und rythmisch anhört.....das Pfeifen im Hintergrund vermittelt noch dazu gute Laune, dabei ist der Text alles andere als lustig.


    Es wird ja auch gesagt (ob´s stimmt weiß ich nicht), daß das Lied eine Anspielung auf den Amoklauf von Erfurt ist, da der Junge der die Waffe findet Robert heißt.
    Wie der Amokläufer von Erfurt: Robert Steinhäuser.


    Das wir Deutschen ein Lied gut finden, obwohl der Text fragwürdig ist, führe ich auf mangelnde Englischkenntnisse zurück. :mrgreen:
    Die Vergangenheit hat es oft genug bewiesen.
    Z.B. damals mit Frank Zappa´s "Bobby Brown", der das Lied noch von den Zuschauern bejubelt bei "Wetten das...." trällerte und keiner ahnte, daß er vom vergewaltigen und "fi....." singt. ;)
    (Könnte ich heute noch lachen drüber)


    Zurück zu Foster the People.
    Ich finde das Lied von ihnen super.....aber ich versteh´s ja auch.


    Wie seht Ihr das also?


    Sollte es bei moralisch fragwürdigen oder etwas makaberen Texten (wie hier) Grenzen geben?
    Oder ist es gut und wichtig, weil es die Menschen zum Nachdenken anregt? (Schließlich kann ja die Band nichts dafür, wenn das Lied nicht verstanden wird)


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Moin,


    ich habe mich zuerst zum Lied durchgeklickt, ohne den Thread weiter zu lesen und war wirklich gespannt, was es für ein Lied sein könnte, bei dem es fraglich ist, ob Musik Grenzen haben solle. Ging es um einen Text? Aber ich konnte mir zuerst nichts vorstellen, was diese Frage begründen würde. Ging es um eine Musikart, die beim Hören derart weh tut, dass man mal eine Grenze setzen sollte? Ich war gespannt ...


    Die Musik des Liedes gefällt mir eigentlich ziemlich gut und auch den Text finde ich gar nicht übel. Ganz direkt würde ich also sagen: Nein, man sollte Musik keine derartigen Grenzen setzen.


    Warum das mein Gedanke ist?
    Mehrere Gründe:


    Erstens denke ich, dass ein Lied auf Englisch die besten Chancen hat von jedem verstanden zu werden. Es ist ja nicht so, dass die Band ihren Text auf einer Dialektart vom Kisuaheli singt.


    Zweitens regt dieses Lied natürlich zum Nachdenken und Diskutieren an, wenn man sich mit dem Text und der transportierten Fröhlichkeit auseinander setzt, was gut ist. Jeder, der sich darüber aufregt (gerade bezüglich Eltern) kommt vielleicht auch in die Situation sich selbst zu hinterfragen. Damit hat das Lied eine ganze Menge erreicht.


    Drittens ist es so, dass Mörder immer irgendwo fasziniert haben und es viele Lieder gibt, die sich mit derartigen historischen Persönlichkeiten auseinander setzen - und das meistens auf einer "fröhlichen" Art und Weise.
    Spontan fallen mir da ein:
    Hawe Schneider - Warte, warte nur ein Weilchen (dann kommt Haarmann auch zu dir)
    Die toten Hosen - Bonnie und Clyde
    Dschingis Khan . Billy the Kid
    Slime - Störtebeker
    Die Ärzte - El Cattivo (Zwar keine historische Persönlichkeit, doch "El Cattivo" weiß: "Das Böse siegt immer")


    Von der Band Macabre setzt sich das ganze Album "Sinister Slaughter" mit Mördern wie Ted Bundy, Dahmer, Fish, etc auseinander.
    Und wenn wir mal in die Rap und HipHop-Ecke schauen, dann werden wir sicherlich auch schnell fündig - leider bin ich in der Musikrichtung jedoch nicht ausreichend bewandert, um fix etwas anbieten zu können.
    Zu Manowar kann ich dagegen sofort wieder Textstellen aus dem Hut zaubern - "May your sword stay wet, like a young girl in her prime" ("Möge dein Schwert nass sein, wie ein junges Mädchen in der Blüte ihrer Jahre") - die zudem eine der ultimativen "Aufforderungshymnen" im Repertoir haben: Hail and Kill! (etwa "Grüße und Töte!")


    Interessant ist zu dem Thema auch dieser Artikel: http://www.suite101.de/content…-andere-verbrechen-a82142



    Schauen wir mal in Richtung der Filme, dann finden wir unzählige Titel, bei dem die Hauptpersonen Verbrecher sind und meist recht wahllos Menschen töten, angefangen bei "Natural born Killers" über "From Dusk till Dawn" bis hin zu "Public Enemy".
    Natürlich ist es kein Argument zu sagen "Klar sollte man das unkommentiert zulassen, da wir es bei anderen Sachen auch durchgehen lassen", aber ich denke, man sollte es aus dem richtigen Blickwinkel betrachten. Wir sind aktuell auf Schulmassaker und Amokläufe sensibilisiert ... aber ist die Musik dahingehend schlimmer oder gefährlicher, als die Sachen die wir längst mehrfach abgenickt haben?
    Oder kommt für uns irgendwann der Zeitpunkt, an dem wir uns so sehr mit Gewalt und Verbrechen umgeben, dass wir es gar nicht mehr bewusst wahrnehmen und differenzieren können?

    "Bei mir kommt kein Tropfen Alkohol auf den Tisch! Ich bin sehr vorsichtig beim Einschenken."


    "Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle wo der Kopf ist." - (Walter Raleigh vor seiner Enthauptung)

  • Die Frage ob Musik irgendwo eine Grenze haben sollte ist gar nicht mal so undiskutiert. Vor allem die Band Slayer hatte arg mit der Zensur zu kämpfen, nachdem sich ein Junge angeblich nach dem Hören einer Slayerplatte selbst erhängt hat. Ebenso soll Marylin Mansons Musik einige Leute zu Amokläufen inspiriert haben. Ich persönlich halte so etwas für Quatsch. Musik ist unter anderem ein Mittel des Ausdrucks, mit Musik machen kann man Dinge verarbeiten. So kommen Mord und Hassfantasien vielleicht in einem Lied zum Ausdruck, dass bedeutet allerdings noch lange nicht, dass man die auch ausführen wird, oder gar andere Leute dazu auffordert. Man muss halt auch bedenken, dass sich gewaltverherrlichende Inhalte nicht nur in der Musik, sondern auch wie Zensur bereits sagte, in allen anderen Medien, vor allem Filmen wiederfinden. Ich wage zu bezweifeln, dass Musik eine Art Gehirnwäsche vollbringen kann, die einen ganz normalen Menschen zu Gewalttaten animiert. Und falls das bei manchen Menschen doch der Fall ist, sind diese höchstwahrscheinlich psychisch krank, und hätten auch etwas anderes als "Inspiration" gefunden.


    Lg Black Cat

    Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
    [Hermann Hesse]

  • Grenzen bei Musik bedeutet letzten Endes nur eins: Zensur. Und da ich prinzipiell gegen Zensur bin, bin ich natuerlich auch gegen Zensur bei Musik! Die Frage bei sowas ist ja immer: wer bestimmt die Grenzen?? Als erwachsener Mensch sollte ich mir selbst aussuchen duerfen, was ich hoeren will und was nicht, und aus welchem Grund!


    Ich erinnere nur an den Superhit "Dragostea Din Tei"....wir haben alle getanzt und gesungen und gefeiert dazu, verstanden hat kein Mensch, worum es ging! :) Ich bin mir nichtmal sicher, welche Sprache es ist! (Rumaenisch, glaube ich!) Um den Text ging es da also mal prinzipiell nicht, und geht es den meisten bei Musik auch nicht.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Musik ist Lyrik. Wenn jemand ein Gedicht schreibt, dann schreibt er sich meist etwas von der Seele. Dementsprechend darf es keine Grenzen geben.


    ABER: Wenn die eigenen Gedanken eine Gefahr für andere darstellt, dann sollte sie nicht publiziert werden. Bestes Beispiel war "Die Leiden des jungen Werther". Damals (1776) gab es vertriebsverbot dieses Buches. Unter anderem deshalb, weil "nachahmungsgefahr" (Suizid) bestand.


    Bei Musik mit politischem Hintergrund (stark Links / stark Rechts) bin ich der Meinung, dass man sowas erstens nicht mit Musik untermalen sollte, da ich es nicht zu Lyrik zähle und zweitens unterbinden sollte, da sich bei diesen Texten nichts "vom Herzen geschrieben" wurde, sondern es eine direkte Aufforderung an die Zuhörer ist.

  • Zitat

    ABER: Wenn die eigenen Gedanken eine Gefahr für andere darstellt, dann sollte sie nicht publiziert werden. Bestes Beispiel war "Die Leiden des jungen Werther". Damals (1776) gab es vertriebsverbot dieses Buches. Unter anderem deshalb, weil "nachahmungsgefahr" (Suizid) bestand.


    Unter den Umstaenden darfst Du absolut nichts veroeffentlichen, keine Nachrichten, keine Filme, keine Buecher, niente. Irgendeinen Idioten wird's immer geben, der sich denkt "Juhu, das probier ich auch mal!"

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • So, erstmal:



    :shock:


    Ich versuche es mal hiermit:
    http://www.youtube.com/watch?v=MIq6nKm-c4I&feature=related


    ;)


    Dann danke ich mal für die vielen Antworten. :)
    Ich persönlich finde es auch nicht schlimm, wenn solche Themen in Liedern verarbeitet werden.
    Mich hat mein erwähntes Lied schon zum Nachdenken gebracht.
    Gerade weil es zu so einem Text eine eigentlich "fröhliche Melodie" hat. Ob das von der Band so beabsichtigt war, weiß ich nicht, aber ich für mich, deute z.b. das lustige Pfeifen als eine Art Zufriedenheit des Jungen. So nach dem Motto: "Mich könnt Ihr nicht mehr ärgern, ich bin zufrieden, denn ich kanns Euch allen zeigen...." Er ist also unbekümmert, weil er weiß, daß er die Waffe hat und nur schießen muß.......
    Das bringt mich schon dazu nachzugrübeln, ob es im Kopf eines Amokläufers wirklich so aussieht.


    ABER: Wenn die eigenen Gedanken eine Gefahr für andere darstellt, dann sollte sie nicht publiziert werden. Bestes Beispiel war "Die Leiden des jungen Werther". Damals (1776) gab es vertriebsverbot dieses Buches. Unter anderem deshalb, weil "nachahmungsgefahr" (Suizid) bestand


    Hm....aber wo ist dann da die "Veröffentlichungsgrenze"?
    Wie Tina schon richtig sagt:


    Unter den Umstaenden darfst Du absolut nichts veroeffentlichen, keine Nachrichten, keine Filme, keine Buecher, niente. Irgendeinen Idioten wird's immer geben, der sich denkt "Juhu, das probier ich auch mal!"


    WAS darf also WIE erwähnt werden, und was nicht?


    Bei Musik mit politischem Hintergrund (stark Links / stark Rechts) bin ich der Meinung, dass man sowas erstens nicht mit Musik untermalen sollte, da ich es nicht zu Lyrik zähle und zweitens unterbinden sollte, da sich bei diesen Texten nichts "vom Herzen geschrieben" wurde, sondern es eine direkte Aufforderung an die Zuhörer ist.


    Da stimme ich Dir wieder zu. ;)


    Lg Ricya

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Nunja. Während einige Studien nahelegen, dass aggressive Liedtexte das soziale Verhalten negativ beeinflussen können und ich solchen Texten - vornehmlich der deutschsprachigen Rap-Szene - durchaus kritisch gegenüberstehe, finde ich den hier behandelten Text ziemlich harmlos. Er hat einen Amoklauf zum Thema, na und? Hat das einen nennenswerten Einfluss auf das Verhalten von Menschen? Wohl kaum. Ich sehe ganz offen gesagt das Problem nicht. Könnten sich die Opfer von Amokläufen dadurch "verletzt" fühlen, so wie sich Moslems verletzt fühlen, wenn man Mohammed zeichnet, oder Amerikaner, wenn man den Text ihrer Nationalhymne falsch singt? Das hieße ja, dass Zensur nur deswegen erlaubt wäre, weil irgendjemand sich in seinen Empfindungen beeinträchtigt fühlt: ein seltsames Missverhältnis von entstandenem "Schaden" und Einschränkung von Grundrechten. Ab wann eine solche Einschränkung befürwortenswert ist, das ist und bleibt Ansichtssache. Aber nimmt man immer und überall Rücksicht auf die Empfindsamkeiten einiger weniger, dann öffnet das Tür und Tor für eine ausufernde Verbotskultur. Verboten werden sollten eher diejenigen Texte, die offen zu gewalttätigem Verhalten aufrufen und möglicherweise auch jene, die dieses ohne künstlerischen Gehalt (d.h. ohne kritische Kommentierung) thematisieren (wobei hierzu auch weitere Studien nötig wären, um herauszufinden, wie stark der mögliche Einfluss auf reale Gewalttätigkeit ist).


    Man sollte bei sowas - und auch ganz grundsätzlich - mehr Pragmatismus an den Tag legen und sich nicht an merkwürdigen Symbolismen reiben ("fröhliche Musik und böser Text passt nicht zusammen" - das ist ja wohl eher ästhetisches Empfinden als moralisches Argument). Schadet's der Gesellschaft oder nützt es ihr? Diese Frage muss die Grundlage jeder Debatte darüber sein, was "erlaubt" sein darf und was nicht.


    Zitat

    Z.B. damals mit Frank Zappa´s "Bobby Brown", der das Lied noch von den Zuschauern bejubelt bei "Wetten das...." trällerte und keiner ahnte, daß er vom vergewaltigen und "fi....." singt


    Das gilt übrigens auch für Goethes "Heidenröslein". Worüber die keuschen Regensburger Domspatzen hier singen ist die Vergewaltigung eines jungen Mädchens.


    santiago

  • Zitat

    Das gilt übrigens auch für Goethes "Heidenröslein". Worüber die keuschen Regensburger Domspatzen hier singen ist die Vergewaltigung eines jungen Mädchens.


    Ob es tatsaechlich um eine Vergewaltigung geht, darueber scheiden sich die Geister...landlaeufige Interpretationen sehen es weit harmloser, reden von Verfuehrung und Verlassen des Maedchens. Ich persoenlich wuerde den Text auch eher als Vergewaltigung interpretieren, aber vielleicht muss man es vor dem zeitgemaessen Hintergrund anders sehen.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • ("fröhliche Musik und böser Text passt nicht zusammen" - das ist ja wohl eher ästhetisches Empfinden als moralisches Argument).


    Es ging mir nicht ums zusammenpassen, sondern vielmehr um die Tatsache, daß es schon seltsam ist, wenn ich mir vorstelle, daß Menschen dazu tanzen und Party machen, einfach weil es sich gut anhört, aber sie keine Ahnung haben, worum es in dem Lied eigentlich geht. ;)


    Das hieße ja, dass Zensur nur deswegen erlaubt wäre, weil irgendjemand sich in seinen Empfindungen beeinträchtigt fühlt: ein seltsames Missverhältnis von entstandenem "Schaden" und Einschränkung von Grundrechten. Ab wann eine solche Einschränkung befürwortenswert ist, das ist und bleibt Ansichtssache. Aber nimmt man immer und überall Rücksicht auf die Empfindsamkeiten einiger weniger, dann öffnet das Tür und Tor für eine ausufernde Verbotskultur.


    Richtig!
    Im Zusammenhang mit diesem Absatz von Dir ad_santiago, fallen mir spontan drei Lieder in der Vergangenheit ein, die von den Radiosendern nicht mehr gespielt wurden, aus "Pietätsgründen", wie es hieß....


    Madonna - like a prayer


    Im Musikvideo ist eine Heiligenstatue zu sehen, die einen Schwarzen zeigt. Desweiteren steht Madonna auf einer Wiese mit brennenden Kreuzen.
    "Gotteslästerung" hieß es damals. Ein Skandal! Die Radiosender legten das Lied nicht mehr auf und auch auf MTV wurde das Video nur noch Nachts ausgestrahlt.


    EAV - Burli


    (wer´s nicht kennt:
    http://www.youtube.com/watch?v=BKXHkAR3dEM )


    Es war ein Aufruf (zwar mit schwarzem Humor) an die Atombefürworter, besonders nach dem Vorfall in Tschernobyl.
    Der Aufschrei kam bald.
    Das Lied würde behinderte Menschen diskriminieren.
    Der Song wurde von den Radiosendern boykottiert!


    Selbiges mit:


    Juli - Die perfekte Welle


    Aus Rücksicht auf die Opfer des Tsumanis vor der Sumatraküste, wurde das Abspielen dieses Liedes aufgehört.
    Zu doppeldeutig sei der Text, wurde gesagt.
    Plattenfirma und Band zeigten sich zwar mit dieser Entscheidung einverstanden.....ich persönlich halte es heute noch für Blödsinn.


    Das Lied hatte eine ganz andere Bedeutung und wer es mit dem Tsumani assozierte, war in meinen Augen selbst schuld!
    Das Eine hatte mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun.


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Juli - Die perfekte Welle


    Aus Rücksicht auf die Opfer des Tsumanis vor der Sumatraküste, wurde das Abspielen dieses Liedes aufgehört.
    Zu doppeldeutig sei der Text, wurde gesagt.
    Plattenfirma und Band zeigten sich zwar mit dieser Entscheidung einverstanden.....ich persönlich halte es heute noch für Blödsinn.


    Das Lied hatte eine ganz andere Bedeutung und wer es mit dem Tsumani assozierte, war in meinen Augen selbst schuld!
    Das Eine hatte mit dem Anderen überhaupt nichts zu tun.

    Dann kannst Du auch "It's raining men" mit anführen, was auch nach dem 11.September nicht mehr gespielt wurde.





    Tina :

    Unter den Umstaenden darfst Du absolut nichts veroeffentlichen, keine Nachrichten, keine Filme, keine Buecher, niente. Irgendeinen Idioten wird's immer geben, der sich denkt "Juhu, das probier ich auch mal!"

    Ich kann diese Meinung akzeptieren, schließe mich aber nicht konkret an. Denn wenn es "überzeichtnet" wird, wie z.B. bei vielen Filmen, dann besteht kaum gefahr der Nachahmung. Aber "Dokumentarfilme" (was im endeffekt auch in Musiktexten rübergebracht werden kann) wie z.B. "Der ewige Jude" sollten m.E. von der Bildfläche/Bühne/Radio verschwinden.



    P.S.: Tina :
    Ich wollte unsere Protagonisten draufgehen lassen. Da wäre trotzdem keine Nachahmungsgefahr gewesen. ;)

  • Prinzipiell sollte man bei Musik nichts zensieren oder verbieten.
    Aber ich kann mir durchaus vorstellen das manche Menschen nicht verstehen warum man so eine Musik hört, das ist wie mit dem Humor, ich lache, wo andere Menschen schon finster schauen.
    Oft steckt ja eine Botschaft hinter den Liedern, oder der Künstler verarbeitet irgendwas in seinen Texten, das ist ja nichts schlimmes.


    @ Ricya


    Das Lied ist ja starkl (mit dem 5.1 Headset kommt das saugeil), da ich meistens nicht so sehr auf den Text achte wäre mir an dem Lied nix aufgefallen was irgendwie anstößig sein könnte.
    Liegt aber sicher auch daran das ich mir mit "gesungenem Englisch" nicht so leicht tue.



    MfG Lexidriver

    Ich kenn keinen sicheren Weg zum Erfolg, nur einen zum sicheren Misserfolg - es jedem recht machen zu wollen. "Platon"

  • Ist dir vielleicht in den Sinn gekommen, dass die muntere Gute-Laune-Musik nicht umsonst gewählt ist? Vielleicht (ich kenn die Band ja nicht) ist es ein sozialkritischer Song, der demonstrieren will, wie einfach es für Unwissende ist, bei sowas gut drauf zu sein, wenn man nicht genau hinhört.
    Sowas nenne ich gelungene Kunst: Jemand erzählt ausführlich von seinen bösartigen Gedanken, aber keiner hört wirklich zu.

    "Man behauptet von mir, ich sei wahnsinnig - aber es ist doch die Frage, ob der Wahnsinn nicht die höchste Stufe der Durchgeistigung ist."

    -Edgar Allan Poe


    "Ausländer sollen anständiges Deutsch sprechen? Was ist "anständiges Deutsch"? Die meisten Kölner können schon in der Eifel nicht mehr nach dem Weg fragen."

    -Volker Pispers

  • Das Lied ist ja starkl


    Ja, nee?
    Ich liebe den Song! :supergut:


    Corvus Corax ,


    guter Gedanke! Könnte durchaus sein.
    Ich sollte mal suchen, ob ich ein Interview von der Band zu dem Song finde.
    Bisher kenne ich nur die Aussage des Keyborders der Band, Mark Foster,: "es war interessant sich damit zu beschäftigen was in so einem Menschen (Amokläufer) vor sich gehen könnte."


    Lg Ricya

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Wenn man überlegt, was heute alles als sozialkritisch durchgeht, finde ich den von dir vorgestellten Song absolut harmlos, ehrlich gesagt.


    Ich denke da gerade spontan an Mono für Alle! mit diesem Song

    "Man behauptet von mir, ich sei wahnsinnig - aber es ist doch die Frage, ob der Wahnsinn nicht die höchste Stufe der Durchgeistigung ist."

    -Edgar Allan Poe


    "Ausländer sollen anständiges Deutsch sprechen? Was ist "anständiges Deutsch"? Die meisten Kölner können schon in der Eifel nicht mehr nach dem Weg fragen."

    -Volker Pispers

    2 Mal editiert, zuletzt von Corvus Corax ()

  • Es ist natürlich richtig, dass es Lieder mit zweifelhaften, obszönen oder grenzwertigen Texten gibt.
    Bei dem Lied von Corvus Corax fiel mir auch wieder das Lied "Geisterfahrer" von Wizo ein (http://www.youtube.com/watch?v=OHiS49DdF5k)
    "Ich würd' so gerne hinüber fahr'n in den Gegenverkehr
    und einmal nur ein Geisterfahrer sein!
    Einer gegen alle und ich mach die Straßen leer
    und wer nicht weicht den nehm ich mit und fahr hinein!"


    Allerdings gilt es wohl zu unterscheiden zwischen
    a) kritischen und diskutablen Liedtexten, die zu Diskussionen anregen und an der Grenze des "guten Geschmacks" entlang spazieren, da sie inhaltlich die Gefühle, die Moralvorstellungen und das Wohlbefinden anderer verletzen könnten
    und b) manipulativen Liedern und Klängen


    Dazu fand ich diesen Text hier sehr spannend: Mythos und Wahrheit manipulativer Klänge

    Zitat

    So wird der Kunde in nahezu allen Kaufhäusern und Supermärkten mit Hintergrundmusik besäuselt, die zumeist einem ausgeklügelten, wirtschaftspsychologisch durchdachten Kompositionskonzept folgt, und so, unterschwellig wahrgenommen, zum Kauf verführen soll.


    Dazu fällt mir die Studie mit den Weinkäufern ein: http://www.gruenderlexikon.de/…ie-mit-musik-ihre-umsatze


    Und auch aus obigem verlinkten Text:

    Zitat

    Gerade im Bereich von Militär und Krieg wird aber deutlich, dass Klang nicht nur als Instrument zur Verführung und Verlockung einsetzbar ist, sondern auch als Abschreckungsmittel dienen kann. So arbeiten Truppen weltweit schon seit längerem mit Formen der beängstigenden und verstörenden Beschallung als Methode psychologischer Kriegsführung und es werden derzeit Klangwerfertechnologien erprobt, die in Form von Schallkanonen als nicht-tödliche Abwehrwaffe zum Einsatz kommen sollen.


    Auch diesen Einsatz der Musik kennen wir. Sei es durch Marschmusik, die die Geschlossenheit des Heeres unterstützt und den Einsatzwillen erhöht, als auch in der Technik bei Geiselnahmen, u.ä. (http://www.focus.de/politik/au…gepfuscht_aid_144007.html)

    Zitat

    Die Spezialeinheit der Bundespolizei in Waco klagte über Überlastung. Die 400 Mann zitterten selbst unter dem Psychoterror, den sie beispielsweise mittels intensiver Beschallung (unter anderem Lieder von Nancy Sinatra) gegen die Sekte ausübten.


    Ich weiß zum Beispiel davon, dass sich viele Hooligans vor ihren verabredeten Kämpfen mit entsprechender Musik in die richtige "Stimmung" versetzen und (teils neben Drogenmissbrauch) aufputschen.


    Die Frage ist jedoch, ob es Musik, Klänge und Töne gibt, die uns derart beeinflussen, dass wir Dinge tun, die wir sonst nicht tun würden und die uns nicht nur in unseren Entscheidungen minimal beeinflussen oder bestärken. Und wäre derartiges dann noch Kunst oder würde dies eine Grenze überschreiten und verboten gehören?

    "Bei mir kommt kein Tropfen Alkohol auf den Tisch! Ich bin sehr vorsichtig beim Einschenken."


    "Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle wo der Kopf ist." - (Walter Raleigh vor seiner Enthauptung)

  • Wenn man überlegt, was heute alles als sozialkritisch durchgeht, finde ich den von dir vorgestellten Song absolut harmlos, ehrlich gesagt.


    Ich denke da gerade spontan an Mono für Alle! mit diesem Song


    Mono Für Alle! ist auch eine Band, die den Kontrast zwischen Text und Musik regelrecht zu einem eigenen Kunststil entwickelt hat.


    Neben dem Beispiel mit dem Zappa-Song fällt mir da auch noch ganz konkret Mr. Freddie Mercury ein. Queen haben zahlreiche Hits und Hymnen gelandet, aber wovon One Vision wirklich handelt, wird einem als deutschsprachiger Fan wahrscheinlich erst dann wirklich bewusst, nachdem man diese Cover-Version eines recht bekannten Industrial-Kollektivs aus dem ehemaligen Jugoslawien gehört hat:


    http://www.youtube.com/watch?v=1YE_j0xIsJA


    Laibach wurden hier übrigens schon an anderer Stelle vorgestellt. Ich bin mir selbst nicht ganz sicher, ob sich Queen darüber im Klaren waren, wie man ihren Song auslegen kann, aber bei ihren Kollegen von Pink Floyd kann man diese Frage eindeutig bejahen. Auf dem The Wall-Doppelalbum ist der Song In the Flesh gleich doppelt vertreten, das erste Mal mit "unverfänglichem" Text. Beim zweiten Mal wird dann allerdings unter anderem gefragt, ob "Schwuchteln" oder "Nigger" im Publikum sind und im selben Atemzug dann dazu aufgefordert, diese an die Wand zu stellen. In einem Konzeptalbum, das schildert, wie ein Rockstar in Paranoa und Größenwahn abdriftet, ist das imho durchaus legitim. Im Film wird der Protagonist übrigens von Bob Geldof verkörpert, der mit seiner Band The Boomtown Rats auch einen Popsong über eine reale Amokläuferin im Programm hatte.


    Das Ganze geht übrigens auch ohne Probleme in der anderen Richtung: In Österreich gibt es eine recht umstrittene Band namens Der Blutharsch , die früher in puncto Military Pop aktiv waren. In dem Stück "Kampf, Sieg oder Tod" (inoffizieller Titel) gibt es ein sehr eindrucksvolles Sample, das vor martialisch-heroischem Pathos nur so strotzt. Besonders naive Hörer würden da sicherlich leicht Lust bekommen, mit der Panzerfaust mal eben in die glorreiche Schlacht zu ziehen. Ich habe erst Jahre später entdeckt, dass das Sample aus dem Werk Die Brücke stammt, einem radikalen Antikriegsfilm:


    http://www.youtube.com/watch?v=sgQM_xInrk4


    Mit diesem Hintergrundwissen steht das Stück in einem vollkommen anderen Licht da.

  • Also bei dem Lied Slaughter at the Sockhop von Blitzkid geht es ja auch um einen Jungen der an seiner Schule Amok läuft .
    http://www.youtube.com/watch?v=YWYgibAfo6I&feature=related ( Blitzkid - Slaughter at the Sockhop )


    Ich denke es kommt auch aufs Musik-Genre an ob der Text passt oder nicht ^^ Siehe Horrorpunk dort geht es ja in den Texten um Horrorfilme , Tot , Gewalt etc. das gehört halt dazu und die Texte sind jetzt , wie ich denke , nicht immer ernst gemeint bzw. irgendwelche Träume des Songschreibers


    Man sollte die meisten Songtexte nicht unbedingt immer ernst nehmen , weil sonst wäre ja soviel musik krank usw. und würde auch keinen spaß mehr machen weil man immer dran denkt '' oh mein gott , was für kranke Idioten'' ^^