Englands größtes Spukhaus - Wahrheit oder Lüge?

  • Borley Rectory:
    „Englands am meisten von Geistern heimgesuchtes Spukhaus“


    Seinen Anfang nahm diese sehr spektakuläre Geschichte schon im 14. Jahrhundert.


    Zu dieser Zeit soll in Borley, einem Ort an der Grenze von Essex und Suffolk, ein Kloster gestanden haben, welches von Mönchen bewohnt wurde.
    Der Legende nach soll einer dieser Mönche sich mit einer Nonne aus dem 13km entfernten Bures zusammengetan haben, um mit ihr zu flüchten.
    Die beiden wurden geschnappt, der Mönch gehängt und die Nonne lebendig einmauert.


    Seit dieser Zeit also, gab es Gerüchte von einer umherwandelnden Geisternonne, erschreckenden Geräuschen und einer Geisterkutsche auf dem Gelände, auf dem einst das Kloster gestanden haben soll.


    Und ausgerechnet auf diesem von den Einwohnern gemiedenen Ort baute 1863 Reverend Henry Dawson Ellis Bull sein neues Pfarrhaus. Borley Rectory.



    (Bild entnommen von Wikipedia)


    Allen Spukgeschichten zum Trotz. Er fand das Ganze eher belustigend und ließ sogar einen Pavillion errichten, von dem aus er auf den „Nonnenpfad“ blicken konnte.
    Den Weg, den die angebliche Geisternonne jeden Abend durch sein Grundstück nahm.
    Reverend Bull und sein Sohn Harry hatten sogar mächtig Spaß daran den Kindern aus der Pfarrei immer wieder die tragische Geschichte des Mönches und seiner Nonne zu erzählen. Mit der Zeit bekam diese Story immer mehr Details und Ausschmückungen.


    Lustig war das alles aber bald gar nicht mehr.
    Das im viktorianischen Stil erbaute Backsteingebäude mit 23 Zimmern wurde schnell zum Schauplatz vielfältigster Spukphänomene.
    Die Kinder des Reverends fingen an „Schattengestalten“ auf dem Nonnenpfad zu sehen. Gefolgt von einer Geisterkutsche, in der die Nonne damals angeblich geflohen war.
    Bedienstete wollen in der Nacht Schritte, Türklopfen und andere Geräusche gehört haben.
    Der Spuk nahm zu und gipfelte schließlich darin, dass Bull ein Fenster seines Hauses zumauern ließ, weil allabendlich eine Geisternonne mit „wehmütigen Blick“ durch eben jenes Fenster hereinschaute.



    (Erscheinung auf dem Kirchenhof in Borley, die Geisternonne? Bildquelle: http://www.geister-und-gespens…pukorte/borley_kirche.htm )


    Daraufhin wurden die Phänomene noch schlimmer.
    Familienmitglieder und Angestellte wurden mit Schlägen attackiert und mit Gegenständen beworfen. Die Dienstbotenglocken läuteten, obwohl sie niemand angefasst hatte.


    1892 starb Reverend Henry Bull und sein Sohn Harry trat die Nachfolge an.
    Im Haus spukte es munter weiter. Irgendwann weigerten sich sogar die Bediensteten das es zu betreten.
    Nichts veränderte sich. Und so starb auch Harry Bull im Jahre 1927.
    Es war schwer einen Nachfolger zu finden. Ganze 12 Geistliche, die das Amt übernehmen sollten weigerten sich aufgrund der Geisterphänomene.


    1928 zog dann doch ein neuer Pfarrer ein. Guy Eric Schmith und seine Frau waren die neuen Bewohner von Borley Rectory.
    Sie gaben nichts auf den Aberglauben der Gemeinde. Als sie aber auch Nachts von verschiedenen Geräuschen geweckt wurden, unter anderem auch von der wieder läutetenden Dienstbotenglocke,
    wandte sich das Ehepaar an den „Daily Mirror“, der nun mehrmals einen Artikel über die seltsamen Vorgänge in Borley Rectory brachte.


    Bald wurde Borley Rectory bis nach London hin bekannt und es sollte nicht lange dauern, bis Heerscharen von Neugierigen angereist kamen um das Spukhaus zu sehen.


    Nach nicht einmal einem ganzen Jahr nach ihrem Einzug, zogen die Smith´s wieder aus.


    Noch heute ist man sich uneins warum überhaupt. Wegen den Geistern? Oder den ganzen Schaulustigen, die dem Pfarrer den letzten Nerv raubten? Oder weil das Haus langsam baufällig wurde und es wieder in Stand gesetzt werden musste?


    Am 12.Juni 1929 reiste dann der Geisterjäger Harry Price an um sich ein Bild des Spuks zu machen.
    Seltsamerweise schienen sich gerade zu seiner Anwesenheit die Spukereignisse zu verdichten.
    Sämtliche Gegenstände flogen umher: Vasen, Kerzenständer, Schlüssel, Steine…………
    Bis er das Haus verließ. Dann war wieder Ruhe, bis zu seinem nächsten Besuch. Da fing alles wieder von vorne an.



    (Bildquelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Price)


    Die letzte Bewohnerin Mrs. Smith äußerte später einmal, sie hege den Verdacht, Price hätte alles selbst inszeniert. Schließlich erschien jedes Mal nach einem seiner Besuche ein Artikel über ihn im Daily Mirror.


    Im Oktober 1930 kam dann ein neuer Pfarrer in die Gemeinde Borley. Lionel Foyster, seine Frau Marianne und die kleine Adoptivtochter Adelaide bezogen Borley Rectory.
    Die Pfarrei, sowie das Haus waren mittlerweile verwahrlost und Marianne hegte eine große Antipathie gegen ihre neue Heimat.
    Prompt fing auch der Spuk wieder an.
    Diesmal allerdings in etwas anderen Ausmaßen als vorher.


    Überall im Haus, an den Wänden, auf kleinen Zetteln…..überall wurden wie von Geisterhand Botschaften hingekritzelt, die an die Pfarrersfrau Marianne gerichtet waren.


    „Marianne, please help!“
    So lauteten die meisten Sätze des Geistes.
    Marianne fing an darauf zu antworten und schrieb ihrerseits Fragen an den Geist unter die Botschaften. So unter anderem: „Erzähle mir mehr.“, „Wer bist Du?“, „Ich verstehe Deine Aussagen nicht, werde deutlicher!“


    Tatsächlich fanden sich später immer wieder Antworten auf Mariannes Fragen. Allerdings völlig unleserlich und an Kindergekritzel erinnernd, weshalb Kritiker noch heute sagen, die Adoptivtochter Adelaide hätte die Sätze hingekrakelt.
    Allerdings war Adelaide zu diesem Zeitpunkt erst 2 ½ Jahre alt. Könnte sie es also wirklich gewesen sein?



    (Bildquelle: http://www.prairieghosts.com/brectory.html )


    Zudem behauptete Marianne Schläge und Tritte von etwas Unbekannten zu bekommen.
    Sie wurde Nachts aus dem Bett geworfen. Bilder fielen von den Wänden und Geschirr flog umher.
    Hochwürden Foyster begann Tagebuch zu führen und den Spuk penibel auf zu schreiben.
    Am Schluß waren über 2000 Vorkommnisse notiert, welche allerdings überwiegend in den ersten beiden Jahren stattfanden in denen die Familie in Borley wohnte.
    Später gab Marianne zu einige Spukphänomene selbst inszeniert zu haben, um von der Liebschaft mit einem Untermieter abzulenken.
    Sie erwartete sogar ein Kind aus der Affaire, welches sie aber dem betagten Foyster unterschob.
    Der kleine John wurde nur 4 Monate alt, dann starb er.


    Marianne führte nach dem Tod Foysters ein mehr als fragwürdiges Leben. Sie heiratete immer betagte wohlhabende Männer, führte Doppelehen, fälschte Papiere………
    Sie erhielt den zweifelhaften Namen: „Witwe von Borley“.
    1992 starb sie ohne auch nur einmal in ihrem Leben eine konkrete Aussage zu ihrer Rolle im Fall „Borly Rectory“ gemacht zu haben.


    Zurück zum Spukhaus.
    Nachdem Borley Rectory nach dem Tod von Foyster leerstand, tauchte Harry Price wieder aus der Versenkung auf und mietete das Haus.
    Er machte einige Tests und Versuche. Rekrutierte freiwillige Versuchspersonen und forschte weiter am Phänomen Borley-Spuk.


    Die von Price beauftragten Versuchspersonen, konnten keinen neuen überaus nennenswerten Spuk feststellen.
    Allerdings gab es noch ein einziges prägendes Ereignis, dass Price bestärkte auf dem richtigen Weg zu sein.


    1938 veranstaltete eine Helen Glanville eine Seance mit einer Planchette in Borly Rectory.
    Zwei Personen meldeten sich:
    Ein gewisser „Sunex Amures“, der behauptete an diesem Abend, dem 27. März 1938 werde Borley Rectory in Flammen aufgehen.
    Und eine junge Nonne, die angeblich Marie Lairre hieß und behauptete im 17. Jahrhundert erwürgt worden zu sein.
    Das kuriose:
    Marie Lairre musst ihren Orden verlassen, weil sie mit einem Henry Waldegrave verheiratet werden sollte. Der brachte sie um und verscharrte ihre Leiche….genau an dem Ort, auf dem das Pfarrhaus von Borley errichtet worden war.


    Harry Price sah sich vor der Lösung des Spuks. Es gab allerdings keine Beweise und so musste er Borley Rectory nach Ablauf des Mietvertrages unverrichteter Dinge verlassen.


    Ein Hauptmann namens William Gregson kaufte das Haus.
    Als er eines Abends Bücher einräumen wollte, kippte eine Parafinlampe um und in kürzester Zeit stand alles in Flammen. Das passierte am 27. Februar 1939.


    Wir erinnern uns an die Aussage des Geistes:
    Ein gewisser „Sunex Amures“, der behauptete an diesem Abend, dem 27. März 1938 werde Borley Rectory in Flammen aufgehen.


    Also, knapp ein Jahr später als der Geist diese Aussage machte, bewahrheitete sie sich.

    (Bildquelle: http://weltderwunder.de.msn.co…cumentid=153213292&page=5)


    Zufall???
    (Randnotiz: Hauptmann Gregson wurde später selbst der Brandstiftung bezichtigt)


    Nachdem das Haus bis auf die Grundmauern niedergebrannt war, sah Harry Price seine Chance gekommen, doch noch Beweise für die Spukursache zu finden.


    Er erhielt die Erlaubnis im Keller des abgebrannten Hauses zu graben. Tatsächlich fanden sich unter dem Ziegelboden des Kellers die Überreste einer jungen Frau.
    Bei den Knochen befand sich auch eine Medaille mit dem Bildnis des hl. Ignazius.
    Price war überzeugt „Marie Lairre“ gefunden zu haben.


    Er ließ die Überreste in einer Nachbargemeinde bestatten.


    1944 wurden die Überreste von Borley Rectory abgerissen.
    Bei den Abrissarbeiten wurden Fotos gemacht. Beim Entwickeln der Bilder sah man auf einem davon einen fliegenden Ziegelstein, in dem Harry Price das erste Foto einer Poltergeistaktion sah……
    Letztenendes stellte sich heraus, dass der Stein von einem Abrissmitarbeiter geworfen wurde.



    (Bildquelle: http://www.geister-und-gespens…/spuk/spukorte/borley.htm )



    Was ist an dieser Geschichte also wahr? Und was ist Lüge?
    Man wird es nie ganz klären können.


    Eine Ende jedenfalls scheint nicht in Sicht zu sein.
    In den 60iger Jahren verbrachte der Parapsychologe Geoffrey Croom-Hollingsworth mit seinem Assistenten Roy Potter immer wieder einige Stunden auf dem Grundstück.
    Über Jahre hinweg.
    Die Beiden berichteten von seltsamen Geräuschen. In einer Nacht wollen sie sogar den Geist einer Nonne gesehen haben:
    „Plötzlich sah ich sie ganz deutlich in ihrer grauen Tracht mit der Haube durch den Garten und die Hecke gehen……“


    1974 machte Croom-Hollingsworth in der Kirche von Borley Tonbandaufzeichnungen.
    Es war vieles drauf zu hören. Das die Geräusche darauf angeblich nicht „natürlichen“ Ursprungs sind, muß man wohl einfach glauben…….oder auch nicht!


    Quellen:
    Buch: „Das große Buch der Geistererscheinungen“ von Brian Innes
    Buch: „Geisterphänomene“ der Time-Life Reihe


    http://de.wikipedia.org/wiki/Borley_Rectory
    http://www.geister-und-gespens…/spuk/spukorte/borley.htm
    http://www.gespensterweb.de/Spukorte/GO02/body_go02.htm
    http://weltderwunder.de.msn.co…cumentid=153213292&page=5


    Hier noch eine Seite mit Bildern aus dem Innern des Hauses, als es noch bewohnt war:
    http://www.foxearth.org.uk/BorleyRectoryPictures/Page.html



    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Hi Ricya,


    wow. Ein klasse Thread, der aber leider augenscheinlich eine ganze Reihe von Betrügereien aneinander reiht, als dass er sich mit einem tatsächlichen Spuk auseinander setzt. :(


    (zur besseren Übersichtlichkeit färbe ich die von mir als "Gegenbelege" angeführten Zitate)


    Zu dieser Zeit soll in Borley, einem Ort an der Grenze von Essex und Suffolk, ein Kloster gestanden haben, welches von Mönchen bewohnt wurde.


    Dazu aus Wikipedia:

    Zitat

    Nach genaueren Recherchen befand sich die Pfarrei überhaupt nicht auf den Resten eines ehemaligen Klosters, selbst die umhergeisternde Nonne sei von einem der Dienstmädchen gespielt worden.

    http://de.wikipedia.org/wiki/B…r_Betrug.2C_Nachwirkungen
    Damit wird bereits am Fundament der ganzen Geschichte gerüttelt. Und auch im weiteren finden sich massig Gegenstimmen und Indizien gegen eine tatsächliche Geistergeschichte.


    Reverend Bull und sein Sohn Harry hatten sogar mächtig Spaß daran den Kindern aus der Pfarrei immer wieder die tragische Geschichte des Mönches und seiner Nonne zu erzählen. Mit der Zeit bekam diese Story immer mehr Details und Ausschmückungen. (...) Die Kinder des Reverends fingen an „Schattengestalten“ auf dem Nonnenpfad zu sehen. Gefolgt von einer Geisterkutsche, in der die Nonne damals angeblich geflohen war.

    Bull hat also selbst zu einer maßgeblichen Steigerung der Geschichte beigetragen. Und wenn ein Erwachsener Kindern Gespenstergeschichten erzählt, über Geister, die er selbst gesehen hat, dann ist es kaum verwunderlich, dass diese anschließend die Schatten lebendig werden sehen.

    Der Spuk nahm zu und gipfelte schließlich darin, dass Bull ein Fenster seines Hauses zumauern ließ, weil allabendlich eine Geisternonne mit „wehmütigen Blick“ durch eben jenes Fenster hereinschaute. (...) Familienmitglieder und Angestellte wurden mit Schlägen attackiert und mit Gegenständen beworfen. Die Dienstbotenglocken läuteten, obwohl sie niemand angefasst hatte.

    Ganz egal, ob Bull nun selbst an die Geschichte glaubte und es sich nach und nach um tatsächliche Sichtungen (Einbildungen) oder um Streiche des Reverendes handelte - Fakt ist, dass er selbst fast 30 Jahre in dem Haus lebte, sein Sohn weitere 25 Jahre. Das ist eine verdammt lange Zeit, wenn man sich überlegt, dass der Geist Dienstboten angriff. Dennoch stammen aus dieser Zeit keine Beweise und Schriftstücke. Diese folgten erst in den darauf kommenden Jahren unter neuen Besitzern.


    1928 zog dann doch ein neuer Pfarrer ein. Guy Eric Schmith und seine Frau (...) Als sie aber auch Nachts von verschiedenen Geräuschen geweckt wurden, unter anderem auch von der wieder läutetenden Dienstbotenglocke, (...) Bald wurde Borley Rectory bis nach London hin bekannt und es sollte nicht lange dauern, bis Heerscharen von Neugierigen angereist kamen um das Spukhaus zu sehen. (...) Noch heute ist man sich uneins warum überhaupt. Wegen den Geistern? Oder den ganzen Schaulustigen, die dem Pfarrer den letzten Nerv raubten? Oder weil das Haus langsam baufällig wurde und es wieder in Stand gesetzt werden musste?

    Dazu aus Wikipedia:

    Zitat

    drei Mitglieder der Londoner Society for Psychical Research (SPR), frühere loyale Assistenten von Price (...) In ihrem so genannten Borley-Report bemerkten sie (...) natürliche Dinge, wie beispielsweise Ratten (...) und dass die seltsamen Geräusche auf die besondere Akustik des Hauses zurückzuführen seien.

    http://de.wikipedia.org/wiki/B…r_Betrug.2C_Nachwirkungen
    Ratten sind in so alten Gebäuden überall unterwegs, trippeln hinter den Wänden entlang und suchen sich ihre eigenen Wege. Es ist nicht einmal ausgeschlossen, dass sie ab und zu den Weg über die Dienstbotenglocke (den Seilzug) wählten, um auf ein Regal, einen Schrank oder sonstwas zu klettern und dabei eben tatsächlich läuteten.
    Warum Smith auszog ist mir auch nicht klar, aber "Heerscharen" von Geisterjägern und ein baufälliges Haus wären mir dabei Grund genug.


    Am 12.Juni 1929 reiste dann der Geisterjäger Harry Price an um sich ein Bild des Spuks zu machen.
    Seltsamerweise schienen sich gerade zu seiner Anwesenheit die Spukereignisse zu verdichten. (...) Er erhielt die Erlaubnis im Keller des abgebrannten Hauses zu graben. Tatsächlich fanden sich unter dem Ziegelboden des Kellers die Überreste einer jungen Frau.
    Bei den Knochen befand sich auch eine Medaille mit dem Bildnis des hl. Ignazius.
    Price war überzeugt „Marie Lairre“ gefunden zu haben.

    Harry Price hat allerdings einen sehr zweifelhaften Ruf nach seinem Tode bekommen.
    Ein Reporter bezichtigte ihn des Betruges:

    Zitat

    Besonders Price’ Glaubwürdigkeit wurde von den Forschern in Frage gestellt, dabei zitierten sie den Daily Mail-Reporter Charles Sutton, der Price nach dessen Tod des Betrugs beschuldigte: „Vieles geschah in dieser Nacht, die ich mit Harry Price und einem seiner Kollegen in dem berühmten Borley-Pfarrhaus verbrachte. So schlug mir ein großer Kieselstein an den Kopf. Nach etlichen geräuschvollen ‚Phänomenen‘ packte ich Harry und fand seine Tasche voll mit Klötzen und Kieselsteinen […] nach einem Gespräch mit einem Anwalt wurde mein Artikel gestrichen.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/B…r_Betrug.2C_Nachwirkungen
    Seine ehemaligen Arbeitskollegen sprachen von Betrug:

    Zitat

    Harry Price starb 1948. Nach seinem Tod erlitt sein Ruf empfindlichen Schaden, als drei Mitglieder der Londoner Society for Psychical Research (SPR), frühere loyale Assistenten von Price, den Borley-Fall noch einmal kritisch aufrollten. In ihrem so genannten Borley-Report bemerkten sie Unstimmigkeiten in Price’ Aufzeichnungen und gelangten zu dem Schluss, dass die meisten „paranormalen Vorgänge“ in Borley entweder vorgetäuscht oder durch natürliche Dinge, wie beispielsweise Ratten, verursacht wurden und dass die seltsamen Geräusche auf die besondere Akustik des Hauses zurückzuführen seien.

    http://de.wikipedia.org/wiki/B…r_Betrug.2C_Nachwirkungen
    Und die Knochen durften nicht in Borley bestattet werden, da bereits damals die Vermutung im Raum stand, es handele sich um Schweineknochen:

    Zitat

    Weitere Grabungen, förderten nichts Weiteres zutage. In der Hoffnung, der Geist würde endlich Ruhe finden, wurden die Gebeine im Nachbardorf Liston in einer christlichen Zeremonie beerdigt, nachdem sich der Pastor in Borley geweigert hatte – und um damit der örtlichen Meinung zu folgen –, dass es sich bei dem Fund nur um Schweineknochen gehandelt habe.

    http://de.wikipedia.org/wiki/B…Fall_f.C3.BCr_Harry_Price


    Im Oktober 1930 kam dann ein neuer Pfarrer in die Gemeinde Borley. Lionel Foyster, seine Frau Marianne und die kleine Adoptivtochter Adelaide bezogen Borley Rectory (...) Prompt fing auch der Spuk wieder an.

    Interessant dazu auch dieser Hinweis aus Wikipedia:

    Zitat

    Überdies stellte sich heraus, dass das Ehepaar Foyster früher in Amherst, Nova Scotia gelebt hatte, einem Ort, der im 19. Jahrhundert durch ein gut dokumentiertes Poltergeist-Phänomen bekannt wurde, das auffällige Parallelen zum Borley-Fall aufweist.

    http://de.wikipedia.org/wiki/B…r_Betrug.2C_Nachwirkungen
    Dass der Spuk eine neue Dimension bekommt, indem dieses Mal handschriftliche Zettel auftauchen, ist eigentlich ein deutlliches Indiz dafür, dass es sich um einen anderen Verursacher handelt.
    Ob die Krakelschrift von der kleinen Tochter stammt (die dann aber hätte wissen müssen, was sie schreiben soll) oder von Marianne selbst (indem sie mit geschlossenen Augen und ihrer schwachen Hand schrieb) sei mal dahin gestellt. Selbst bei großen Anstrengungen erkenne ich nur wenige Worte aus dem Gekrakel, wie ein nochmaliges "Marianne", ein "help", etc ... wodurch immernoch nicht klarer wird, was der Geist nun eigentlich wollte.
    Ansonsten wird hier ein recht eindeutiges Bild von ihr gezeichnet, was ihren Charakter und ihre Glaubwürdigkeit anbelangt:

    Zitat

    Später adoptierte sie weitere Kinder. Mutmaßlich aus finanzieller Not rettete sie sich über die Jahre in mehrere Ehen mit wesentlich älteren, bisweilen geistig instabilen Männern, denen sie Schwangerschaften vortäuschte, um Ehegelübde zu erreichen. Sie führte mutmaßliche Doppelehen, die ihr jedoch nicht eindeutig nachgewiesen wurden, fälschte ihre eigenen Papiere und „verjüngte“ sich dabei um 10 Jahre. Im Laufe der Zeit erhielt sie von der einschlägigen Presse den zweifelhaften Ruf als „Witwe von Borley“. Mit dem Erscheinen von Harry Price’ ersten Buch über den Borley-Fall, in dem Marianne Foyster als „talentiertes Medium“ beschrieben wird, zog sie, vermutlich aus Angst als Schwindlerin entlarvt zu werden, aus England fort.

    http://de.wikipedia.org/wiki/B…Witwe_von_Borley.E2.80.9C


    Einzig das Feuer und der fliegende Ziegelstein sind nun noch erwähnenswert und bei ersterem führt Ricya bereits auf, dass dem Besitzer Brandstiftung vorgeworfen wurde und beim zweiten, dass es ein geworfener Stein durch einen Arbeiter war.



    Tut mir Leid, dass ich diesen sehr guten Thread jetzt so zerrupft habe, denn die Geschichte ist durchaus spannend und lesenswert. Nur wohl nicht übernatürlich. :?


    Liebe Grüße,
    Zens

    "Bei mir kommt kein Tropfen Alkohol auf den Tisch! Ich bin sehr vorsichtig beim Einschenken."


    "Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle wo der Kopf ist." - (Walter Raleigh vor seiner Enthauptung)

  • Zensur

    Tut mir Leid, dass ich diesen sehr guten Thread jetzt so zerrupft habe, denn die Geschichte ist durchaus spannend und lesenswert. Nur wohl nicht übernatürlich.

    Ich denke, das wird Rycia nichts ausmachen. Sie ist ja auch eine "skeptische Natur". ;)
    Bedenklich finde ich bei Deiner "zerrupfung" aber, dass Du ausschließlich aus Wiki zitierst. In einer Woche könnte da schon was anderes drin stehen.




    Zum Borley Rectory zitiere ich aus dem Buch "Guide to Ghosts & Haunted Places" von Peter Underwood, ISBN 0-7499-1800-4, S. 38:

    Zitat

    ... Some of these activities have been measured, recorded and scientifically established and my personal experiences at Borley, alone and in company of reliable companions, tend to persuade me that churches, like rectories and vicarages and other buildings saturatet with the concentrated thought that accompanies religion, might well be conducive to psychic activity.

    Grob gesagt: Wenn Du auf geweihtem Boden stehst, dann ist da was paranormales/mystisches. :roll:




    P.S.: Das Buch ist eine Empfehlung für Ghosthunter, die mal Urlaub in England machen wollen. ;)

  • Bedenklich finde ich bei Deiner "zerrupfung" aber, dass Du ausschließlich aus Wiki zitierst. In einer Woche könnte da schon was anderes drin stehen.

    Schon richtig, dass jeder Wikipedia bearbeiten, erweitern und kürzen kann, doch unterliegt Wikipedia im Gegensatz zu nahezu jeder anderen Onlinequelle einer beständigen Überwachung durch jedermann. Die meisten anderen Online-Quellen, die sich mit paranormalen Phänomenen auseinandersetzen, sind private Homepages, deren Inhalt mit noch größerer Skepsis zu betrachten ist oder Foren, die meist von eben jenen Websites zitieren.
    Zudem gelten bei Wikipedia die eingetragenen Inhalte erst dann als "ausreichend belegt", wenn Quellen zum Eingetragenen hinzugezogen werden, die eine Nachprüfbarkeit ermöglichen.
    Vier der fünf von mir angeführten Zitate entstammen einem recht kleinen Abschnitt, dessen Quellenbeleg dieses Buch ist "Harry Price: The Most Haunted House in England; Nachdruck bei Time Life Books, 2003, ISBN 0-8094-8058-1" oder nennen die Quelle im Text ("Borley-Report" -> http://www.harrypricewebsite.c…ngs/hastings-contents.htm )

    "Bei mir kommt kein Tropfen Alkohol auf den Tisch! Ich bin sehr vorsichtig beim Einschenken."


    "Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle wo der Kopf ist." - (Walter Raleigh vor seiner Enthauptung)

  • Ich denke, das wird Rycia nichts ausmachen. Sie ist ja auch eine "skeptische Natur"


    Da hast Du recht Irrwisch. ;)


    Borley Rectory war neben dem Fall Joller aus der Schweiz der erste "große Spukfall" von dem ich im Teenageralter in einem Buch aus der Bücherei las.
    Natürlich hat mich die Geschichte sofort fasziniert und somit ein klein wenig dazu beigetragen, daß ich anfing mich für die Parapsycholgie zu unteressieren.


    So groß das "Mysterium" Borley Rectory für mich auch Anfangs war, mußte ich, nachem ich immer mehr darüber las, zugeben, daß es einfach zuviele Ungereimtheiten gab, als daß man alle Spukphänomene im Pfarrhaus für bare Münze nehmen könnte.


    Damit wird bereits am Fundament der ganzen Geschichte gerüttelt


    Richtig!
    1938 wurde eine archäologische Überprüfung des Grundstückes in Auftrag gegeben.
    Ein Kloster hat dort nie gestanden!


    Was aber laut meinen Quellen der Wahrheit entspricht, ist folgendes:

    Marie Lairre musst ihren Orden verlassen, weil sie mit einem Henry Waldegrave verheiratet werden sollte. Der brachte sie um und verscharrte ihre Leiche….genau an dem Ort, auf dem das Pfarrhaus von Borley errichtet worden war.


    Die Ländereien im Ort Borley gehörten tatsächlich einst einer wohlhabenden Familie namens: Waldegrave.


    Wieder haben wir es mit einem unheimlichen Zufall zu tun.
    Wobei ich bei sowas wie "Seancen" immer sehr skeptisch bin....wir wissen ja: Carpenter-Effekt, etc.
    So eine Seance fällt immer lastig nach der Person aus, die sie durchführt.
    Das Medium, diese Helen Glanville, kann also durchaus von den Waldegraves gewußt haben und alles zusammen mit der Geisternonne zu einer wunderbaren Geschichte gebastelt haben.


    Einzig die Aussage des Geistes, daß Borley Rectory abbrennen werde, ist noch etwas verwirrend.


    Ganz egal, ob Bull nun selbst an die Geschichte glaubte und es sich nach und nach um tatsächliche Sichtungen (Einbildungen) oder um Streiche des Reverendes handelte - Fakt ist, dass er selbst fast 30 Jahre in dem Haus lebte, sein Sohn weitere 25 Jahre. Das ist eine verdammt lange Zeit, wenn man sich überlegt, dass der Geist Dienstboten angriff


    Jap, sehe ich auch so.
    Meiner Meinung nach, wurde das alles zu einem Selbstläufer.
    Nachdem Bull und sein Sohn die Angst in der Gemeinde vor den vermeintlichen Geistern geschürt hatten, halte ich es durchaus für möglich, daß seine Familie anfing "echte Geister" zu sehen.


    Dass der Spuk eine neue Dimension bekommt, indem dieses Mal handschriftliche Zettel auftauchen, ist eigentlich ein deutlliches Indiz dafür, dass es sich um einen anderen Verursacher handelt.


    Auch richtig! ;)
    Ich persönlich glaube den Geisterbotschaften von Marianne kein Wort.
    Die hat sie wohl wirklich selbst erstellt um von der Liebschaft mit dem Untermieter abzulenken.
    Was ich mir aber trotzdem durchaus vorstellen kann:


    da ja auch der Rest der Familie Zeuge von Spukphänomenen wurde, kann es also auch "echten" Spuk gegeben haben, den ich mir so erkläre, daß Marianne einen Spukagenten darstellte und RSPK auslöste.
    Wir wissen, sie mochte Borley Rectory nicht. Wir wissen auch, daß sie eine "mental ziemlich belastete" Person war (Affairen, mißlungene Schwangerschaften Betrügereien, etc.).
    Rein aus einer Ferndiagnose heraus würde ich sie als Spukagenten durchaus für geeignet halten.


    Harry Price hat allerdings einen sehr zweifelhaften Ruf nach seinem Tode bekommen


    Auch das ist Fakt, ja.
    Ich weiß selbst nicht genau wie ich sein Tun im Falle Borley einschätzen soll.
    Mit Sicherheit schien nicht alles astrein zu verlaufen.


    Allerdings war Price auch maßgeblich an der Untersuchung im Falle Eleonore Zugun beteiligt.......und die Zugun halte ich von vorne bis hinten für wahr.


    Interessant dazu auch dieser Hinweis aus Wikipedia:
    Zitat Überdies stellte sich heraus, dass das Ehepaar Foyster früher in Amherst, Nova Scotia gelebt hatte, einem Ort, der im 19. Jahrhundert durch ein gut dokumentiertes Poltergeist-Phänomen bekannt wurde, das auffällige Parallelen zum Borley-Fall aufweist


    Das ist in der Tat nennenswert und ich frage mich, ob tatsächlich eine Verbindung bestand, bzw. die Familie Foyster die Amherst-Geschichte kannte.
    Ich werde die nächsten Tage auch ein Thema zum Amherst-Fall erstellen, damit jeder weiß, worum es da ging, und welche Parallelen es dort gab. ;)


    Lg Ricya


    Edit Ricya:
    Der Amherst-Fall zum Nachlesen:
    http://www.paraportal.org/inde…age=Thread&threadID=18962

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......