Wieso glauben Leute immer noch an die Bibel oder den Koran?

  • Vielleicht will man es nicht wahrhaben, aber wieso sollte die Bibel nur erlogen sein? Das Alte Testament gibt Zeugnis vom jüdischen Volk und das Neue Testament gibt die Geschichte des Lebens von Jesus aus Nazareth wieder. Natürlich sind die Stories durchsickert mit gewissen Fehlern in der Überlieferung und auch noch religiösen Botschaften, von denen man ja halten kann, was man will, aber warum man sich anmaßt, dass die Zeitgeschichte in diesem Buch nicht wahr sein soll, frage ich mich schon.


    Warum die Leute noch an die religiöse Botschaft glauben? Weil es einfach keine bessere Message in den letzten 2000 Jahren Kulturgeschichte außerhalb der okkultistischen Szene des Mittelalters und der esoterischen Szene seit dem 19. Jahrhundert gegeben hat. Die Religion kann man nicht aus dem Menschen rausprügeln. Bis der nächste Prophet kommt, Nostradamus oder sonst ein Wundermensch, und sei es ein Wissenschaftler, werden wohl einige Fragen brennend bleiben:
    (I) Warum ist Sein und nicht vielmehr Nicht-Sein? - Warum ist die Welt und nicht lieber gar keine Welt?
    (II) Wer bin ich - und wenn ja, woher, wie oft, wann und wohin bin/ komme ich?
    (III) Was ist mit dem Nichts und warum ist es? - Was ist mit dem Tod und warum ist nicht nur Leben?
    --- Solche Fragen sind ja nicht sinnlos und können sich weiter fortführen lassen.


    Der Trick ist es ja, sich solche Fragen richtig zu stellen. Wenn ihr sie beantworten könnt, ohne ein Buch zu schreiben, denke ich mal, stellt ihr euch die Fragen nicht richtig.

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

    Einmal editiert, zuletzt von Schlüssel ()

  • aber warum man sich anmaßt, dass die Zeitgeschichte in diesem Buch nicht wahr sein soll, frage ich mich schon.


    Ob es zeitgeschichtlich wahr ist sei mal dahingestellt, aber die Bibel bzw. das neue Testament möchte wohl kaum aussagen, dass Jesus irgendwann mal gelebt hat, sondern was er zu seiner Zeit getan, erreicht, verkündet hat.
    Und seine "Wundergeschichten", die bis vor knapp 100 Jahren, teilweise immer noch für bare Münze genommen wurden widersprechen jeglicher Logik und den Gesetzen der Naturwissenschaft.


    Natürlich war Jesus, oder halt der Verfasser/ die Verfasser des neuen Testaments für ihre Zeit auf einem moralisch gesehen neuen Weg, jedoch würde ich nicht so weit gehen sie als

    bessere Message in den letzten 2000 Jahren Kulturgeschichte

    zu bezeichnen. Da gab es durchaus fortschrittlichere Philosophen mit besseren Ideen als Jesus.


    Deine Fragen lassen sich von der Religion nicht besser beantworten als von der Wissenschaft oder Philosophie, nur scheint es manchen Leuten zu genügen einen Schöpfergott als oberste Instanz zu setzen, auf dem alles basiert - oft wird dann alles mit: Weil Gott es will etc. beantwortet. Die Fragen wurden schon häufig aufgegriffen, und Bücher darüber gibt es wie Sand am Meer, da braucht kein neuer Prophet mit um die Ecke kommen ;)


    Lg Black Cat

    Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
    [Hermann Hesse]

  • Zitat von "Schlüssel"

    Vielleicht will man es nicht wahrhaben, aber wieso sollte die Bibel nur erlogen sein?


    Warum sollte sie wahr sein ?
    So gut wie nichts im alten Testament hat historischen Wert, sprich konnte nachgewiesen werden, dass es so war.
    Im Gegenteil, die Archäologie hat bewiesen, dass es so, "wie es geschrieben steht", nicht gewesen sein kann.


    Zitat

    Das Alte Testament gibt Zeugnis vom jüdischen Volk und das Neue Testament gibt die Geschichte des Lebens von Jesus aus Nazareth wieder.


    Das alte Testament gibt Zeugnis vom jüdischen Volk, wie es sich gerne gesehen hätte.
    Die Tatsachen, hauptsächlich durch jüdische Archäologen erforscht, erzählen eine ganz andere Geschichte ....
    Das neue Testament gibt Fragmente der Lebensgeschichte eines angeblichen Erlösers, die man zu dieser Zeit an jeder Strassenecke predigen hören konnte.
    Jesus hieß jeder dritte und jeder fünfte posaunte heraus, dass er der erwartete Erlöser sei :rolleyes: ....
    Nicht ein Zeitzeuge und auch Jesus selbst hinterließ nicht eine einzige Zeile.
    Das zum Thema :

    Zitat

    .... ohne ein Buch zu schreiben, denke ich mal, stellt ihr euch die Fragen nicht richtig.


    Zitat

    Die Religion kann man nicht aus dem Menschen rausprügeln.


    Stimmt, aber Jahrhunderte lang wurde sie hineingeprügelt, in die Menschen.
    Super Message, wirklich.
    Alleine ca. 100 Millionen Indios, als Opfer des Missionierungswahn´s in Südamerika senden für mich eine ganz andere Message.


    Für philosophische Fragen, findet sich überall besser eine Antwort, als in den meisten monotheistischen Religionen, in der nur scheinbare Antworten gegeben werden.


    Aber, vielleicht will man das alles ja auch nicht wahrhaben .... ;)


    Jack

  • Naja, okay, über die religiöse Message will ich gar nicht streiten. Ob die Philosophie oder gar die Wissenschaft allgemeingültigere Antworten hergeben als z. B.. das Christentum, bezweifele ich aus dem Grund, (1.) da seit Heidegger spätestens das Ende der deutschen Metaphysik besiegelt ist, wenn nicht gar durch Nietzsche schon, auch wenn Heidegger gar nicht einmal so un-transzendent war, wie immer behauptet wird und (2.) weil Wissenschaft mit Fragen nach Existenz, Sein und Nicht-Existenz/ Nicht-Sein eigentlich gar nicht zurechtkommen. Die Bibel schon, doch selbst wenn Aussagen des z. B. Christentums WAHR sein sollten, dann lassen sie sich eben nicht beweisen oder widerlegen und ich behaupte ja nicht einmal selbst, dass Wahrheit nur von Religionen gepachtet ist, allerdings schon der Teil der Wahrheit, der nur eine unbegründete Überzeugung (=Glauben) ist, während Wissenschaft und Religionen begründete Überzeugungen sind, die aber auch nur wahr oder unwahr sein können. Wissenschaften widerlegen ja ständig ihre eigenen sogar vormals begründeten Überzeugungen eben ja mit neuen, besseren Gründen. Ein Teufelskreis, für den, der nur an begründete Wahrheiten "glaubt". Deswegen behaupte ich, dass Religionen sogar dem Frieden und der Seligkeit der Menschen zuträglich sind, da diese Wahrheiten "Ruhe" geben, da man einfach grundlos glaubt.


    Hmmm, zur Historizität der Bibel habe ich eigentlich meiner Meinung nach zurecht sogar einen begründeten Glauben, warum die Geschichten von konkreten Personen und Ereignissen höchstwahrscheinlich "wahr" sind:
    Die Bibel IST ein historischer Text und wurde in der Vergangenheit verfasst. Bei der Auflage von Milliarden von Exemplaren ist ein Vergleich zwischen den Versionen möglich und Überlieferungsfehler unwahrscheinlich. Bei der Popularität sollte das Volk von Anfang an nur aus "Gründen" an die Bibel geglaubt haben, nämlich weil sie die Geschichten schon kannten. Also war zur Zeit der Entstehung der Bibel der Text eine begründete, wahre Überzeugung und deckt sich für mich damit bis heute mit ursprünglichem Wissen.


    Wie gesagt, Message (Dialoge, Monologe etc.) der Bibel und Geschichte (Personen, Stories) sind etwas anderes. Warum sollte jemand die Personen erfunden haben?

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

  • Zitat von Schlüssel

    Bei der Popularität sollte das Volk von Anfang an nur aus "Gründen" an die Bibel geglaubt haben, nämlich weil sie die Geschichten schon kannten.

    ...weil das Volk ja auch dabei war, als Gott die Welt und den Menschen innerhalb von sieben Tagen erschaffen hat, und das deshalb genau bestätigen kann. Die Offenbarung spielt übrigens in der Zukunft; weißt du das? An Kreativität mangelte es damals auch nicht.
    Ich muss dich übrigens entäuschen; Teile der Bibel sind erst über 100 Jahre nach dem mutmaßlichem Tod Jesu fertig gestellt worden.
    Sicherlich "kannte" man davor schon einige der Geschichten. Muss ja aber nicht heißen, dass diese wahr sind. Die Juden "wissen" ja auch genau, dass Jesus kein Übermensch war.
    Genauso wie die Scientologen wissen und auch überzeugt daran glauben, dass es vor Millionen von Jahren gigantische intergalaktische Kämpfe gab - weil Hubbard sich das in den 50ern aus den Fingern gesaugt hat.
    Dass es Leute gibt, die daran glauben, ist definitiv kein Argument dafür, dass die Bibel historisch korrekt ist. Das würde ja auch immer voraussetzen, dass jemand, mindestens einer, dabei war. Und dass derjenige dann nur die Wahrheit weitererzählt. Und dass diese Erzählung sich in den nächsten hundert Jahren, in denen sie weiterzählt wird, auch nicht verändert.
    Davon abgesehen gibt es dann auch wieder viel zu viele logische Gegenargumente. Was ist denn mit den Dinosauriern passiert und allem anderen was vor den Menschen kam?


    Zitat

    Bei der Auflage von Milliarden von Exemplaren ist ein Vergleich zwischen den Versionen möglich und Überlieferungsfehler unwahrscheinlich.

    Gehörnter Moses. Die "Jungfrau" Maria. Die verschiedenen Übersetzungen sind voll von solchen Fehlern und kleinen, aber wichtigen Veränderungen, die sich über die Zeit festgestzt haben. Ein einziger Übersetzungsfehler, und die unbefleckte Empfängnis ist zum immerwährenden Dogma geworden. So macht man Mythen - als ob die Bibel nicht schon vorher genug gehabt hätte. :mrgreen: Orts- und Personennamen ändern sich sowieso ständig.
    Außerdem besitze ich persönlich nur zwei Bibeln; beide relativ neu (soll heißen, keine älter als 50 Jahre), und schon die unterscheiden sich teilweise ziemlich. Unter anderem auch, weil nach und nach die unangenehmen Brutalo-Stellen mit Aufforderung zu Mord und Totschlag entfernt werden.
    Glaubst du nicht, dass die Bibel teilweise einfach nur ein Instrument dafür war, Kriege und Gewalt mit höheren Mächten zu rechtfertigen; so wie das in der Geschichte der Menschheit bis heute beliebte Methode ist?

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Zitat von "Rônin"

    Die verschiedenen Übersetzungen sind voll von solchen Fehlern und kleinen, aber wichtigen Veränderungen, die sich über die Zeit festgestzt haben. Ein einziger Übersetzungsfehler, und die unbefleckte Empfängnis ist zum immerwährenden Dogma geworden.


    Absolut korrekt !
    Man muss sich klar machen, dass viele Urtexte aus einer Schriftsprache kamen, die ohne Vokale auskam.
    Du kannst z.B. für ein Wort, bestehend aus den Konsonanten LB - Leib, Laib, oder das Wort Liebe machen- und das muß dann auch in den Text passen, oder der Text wurde einfach dem Wort, das dem Übersetzer am besten passte angepasst ;) .
    Hinzu kam dann noch, dass es erst in´s Griechische und aus dem Grieschischen ins Lateinische und dann noch in alle möglichen Sprachen ( z.B. deutsch ) übersetzt wurde und dazwischen meist Jahrhunderte lagen, in denen es nur noch die Abschrift der Abschrift, der Abschrift existierte.
    Übersetzungs und Abschreibfehler inklusive :mrgreen: . Das dabei öfters mal der eigentliche Sinn ins Gegenteil verkehrt wurde, dafür gibt es Beispiele:


    Zitat

    Das oft zitierte Auge um Auge, Zahn um Zahn heißt im Orginaltext nicht Nimm Auge um Auge, sondern Gib Auge um Auge. Es war also ein Richtmaß für den Schädiger, nicht für den Geschädigten.


    Aus dem Gebot der Wiedergutmachung und der damit verbundenen Vergebung durch den Geschädigten den Schädigern gegenüber, als Friedenschluss und Versöhnung, wurde eine Befriedigung der Rachegefühle, die wiederum Rachegelüste hervorruft ...., u.U. eine Spirale der Gewalt erzeugt, wie in Nahost ( Israel, Palästinenser usw. ) häufig zu beobachten ist.
    Das dann von den Glaubeninstitutionen, oft genug an den eigentlich falsch übersetzten Texten als der Weisheit letzter Schluß festgehalten wurde, zeigt eigentlich schon sehr eklatant die Willkürlichkeit solcher "heiligen Schriften".


    Jack

  • Man muss sich klar machen, dass viele Urtexte aus einer Schriftsprache kamen, die ohne Vokale auskam.

    Das muss ja kein Problem sein. Das Arabische kommt noch heute ohne Vokalisierung in der Schriftsprache aus, sondern es fügt die Vokale nur zu z. B. Lerntexten für Ausländer hinzu. Aus dem Kontext und der Grammatik müsste meistens klar sein, um was für ein Wort es sich handelt(e).


    Hinzu kam dann noch, dass es erst in´s Griechische und aus dem Grieschischen ins Lateinische und dann noch in alle möglichen Sprachen ( z.B. deutsch ) übersetzt wurde und dazwischen meist Jahrhunderte lagen, in denen es nur noch die Abschrift der Abschrift, der Abschrift existierte.

    Ja, aber das Lateinische war bis in hohe Mittelalter die Verkehrssprache und alle Intellektuellen konnten die Bibel überprüfen. Es ist ja auch nicht zu leugnen, dass mit der lateinischen Übersetzung spätestens die Macht des Christentums besiegelt war - dass also der Glaube in ganz Europa verbreitet war. Wie kommt das, wenn die Bibel im Urtext nicht schon Wahrheit enthielt und Zeugnisse darstellte?


    Glaubst du nicht, dass die Bibel teilweise einfach nur ein Instrument dafür war, Kriege und Gewalt mit höheren Mächten zu rechtfertigen; so wie das in der Geschichte der Menschheit bis heute beliebte Methode ist?

    Das glaube ich nicht, weil sogar heute die amerikanischen Politiker der republikanischen Seite z. B. selbst an die Bibel glauben - in einem aufgeklärten Zeitalter! Ich denke, die Bibel trägt Wahrheit, weil Menschen seit jeher an sie geglaubt haben.


    Wie gesagt, ich sage ja nicht, dass die Botschaft unbedingt wahr ist. Und auch nicht, dass die Schöpfungsgeschichte von Genesis historische Qualität trägt. Außerdem ist die Bibel ein Text für das Volk gewesen und keine Aufzeichung für die Intellektuellen, deswegen haben die Geschichten auch teils Sagen- und Legenedencharakter.

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

  • Zitat von Schlüssel

    Aus dem Kontext und der Grammatik müsste meistens klar sein, um was für ein Wort es sich handelt(e).

    Offensichtlich nicht, oder? Und ganz besonders nicht vor ein paar hundert Jahren und von einzelnen Personen. Und wie schon erwähnt; wenn du die Übersetzung einer Übersetzung übersetzt verändert sich der Inhalt irgendwann zwangsweise; egal wie genau du vorgehst.
    Wenn dir meine bereits genannten Beispiele nicht reichen; informier dich mal über die Frage, ob es 616 oder doch 666 heißt; oder ob Maria Magdalena nun die Frau Jesu war oder doch nicht. Bei bestimmten Stellen ist man sich ja bis heute nicht sicher, wie man sie lesen soll.
    Außerdem können viele Bibelstellen auch abseitig der Grammatik interpretiert werden. Je nachdem, wies halt aktuell in den Zeitgeist passt. Verschiedene Bibelstellen, die dem "Kanon" widersprechen, wurden schon sehr früh aussortiert. Und wie schon erwähnt wird bis heute an der Bibel rumgefummelt - halt so, dass sie massentauglicher wird und die Kirche sich nicht entschuldigen muss.


    Zitat

    Wie kommt das, wenn die Bibel im Urtext nicht schon Wahrheit enthielt und Zeugnisse darstellte?

    Weil nicht die Wahrheit drinstand, sondern das, was die Leute hören wollten?
    Willkommen in der Welt von Politik und Religion. :mrgreen:
    Außerdem ist die Bibel nicht der einzige religiöse Text. Viele der heutigen Vorstellungen über Paradies, Hölle, Sündenfall und den Teufel kommen z.B. aus der "Göttlichen Komödie" oder "Paradise Lost"; nur wissen das viele gar nicht. Bei diesen Geschichten kannst du das Zeit-Argument nicht mehr bringen; die sind lange nach dem mutmaßlichen Wirken Jesu erdacht worden. Trotzdem gehören sie zum festen Glaubensbild vieler Menschen.
    Genauso wie es das Mormonentum gibt, weil Joseph Smith behauptet hat, dass ihm von einem Engel was zugeflüstert wurde.
    Also, "wie kommt das"? Viele Menschen sind halt Idioten, ganz einfach.


    Zitat

    Das glaube ich nicht, weil sogar heute die amerikanischen Politiker der republikanischen Seite z. B. selbst an die Bibel glauben

    Die Republikaner, die auch glauben, dass man nur lang und feste genug auf etwas draufhauen muss, damit es tut, was man von ihm will? Ich bin mir jetzt nicht sicher, wie das deine Beweisführung stützen soll.

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  • Und wie schon erwähnt; wenn du die Übersetzung einer Übersetzung übersetzt verändert sich der Inhalt irgendwann zwangsweise; egal wie genau du vorgehst.

    Nee, ich sehe das schon ein, meine Argumentation geht da nicht ganz auf, wenn ich hätte wirklich unterstreichen wollen, dass es keine Übertragungs- und Überlieferungsfehler gegeben haben sollte. Auch von einer Grammatik einer Sprache in die Syntax einer anderen Sprache kommen automatisch Mehr-Deutigkeiten hinein. Das ist mir schon bewusst.
    Mir ist nur der Ur-Moment wichtig: Die Bibel ist irgendwann offiziell entstanden und quasi publiziert wurden, d. h. an einem Punkt war sie für Gelehrte und das Volk zugänglich. An diesem Ur-Moment muss sie wahr gewesen sein, aus der Sicht der Menschen, weil sie nicht im Widerspruch zum Zeitgeist von einer Vielzahl der Menschen gestanden haben kann. Ich störe mich immens an dem Gedanken eines "Homunkulus" hinter der Bibel, der sich das alles frech ausgedacht hat und an dem Gedanken, dass Menschen das einfach glauben würden.


    Außerdem ist die Bibel nicht der einzige religiöse Text. Viele der heutigen Vorstellungen über Paradies, Hölle, Sündenfall und den Teufel kommen z.B. aus der "Göttlichen Komödie" oder "Paradise Lost"; nur wissen das viele gar nicht. Bei diesen Geschichten kannst du das Zeit-Argument nicht mehr bringen; die sind lange nach dem mutmaßlichen Wirken Jesu erdacht worden. Trotzdem gehören sie zum festen Glaubensbild vieler Menschen.

    Ich weiß nicht so recht, warum ich hier überhaupt die Bibel verteidige, denn gegen die derzeitigen Interpretationen habe ich ja selbst etwas und ich habe auch kein Problem damit, wenn das Buch ein für allemal "zugeschlagen" wird und ich sehe die Zeit schon nahen - mit großen Schritten. Aber wie das geschieht, stößt mir übel auf.
    Der Wahn des materialistischen Zeitalters ist meiner Meinung nach kein Positivismus wie der Wahn, dass neue Dinge erfunden werden, wie zur Zeit der Propheten, die es eigentlich nicht gibt, aber auch kein Positivismus, dass nur die und auch kritiklos alle "positiven", d. h. tatsächlich gegebenen Dinge untersucht und entdeckt werden, sondern der Zeitgeist ist durch und durch ein negativer, der auch Dinge nihiliert, die positiv gegeben sind oder waren, wie das Wirken von Jesus von Nazareth.


    Die Republikaner, die auch glauben, dass man nur lang und feste genug auf etwas draufhauen muss, damit es tut, was man von ihm will? Ich bin mir jetzt nicht sicher, wie das deine Beweisführung stützen soll.

    Dass Politiker allerorts aus metaphysischen Lehren (noch) Politiken ableiten, beweist, dass es keinen Menschen gibt, der sich den Glaubensschwindel nur böswillig ausdenkt oder ausgedacht hat, sondern, dass Menschen in einer Geschichte leben, aus der sie nun einmal nicht herauskommen. Die letzten 2000 Jahre einfach zu leugnen und den Beginn dieser Zeiten einfach zu leugnen, hier: den Anfangspunkt des Christentums, konkret das Leben Christi, zu negieren, macht ja wohl einen riesengroßen Witz aus der gesamten Menschheitsgeschichte. Das kann ja wohl nicht ernsthaft so sein, dass man die Geschichte beendet, indem man sagt, man hat sich das alles nur einfach ausgedacht. So fängt die neue Geschichte vielleicht nicht mit Irrglauben, Aberglauben oder überirdischem Wunderglauben an, aber mit einer riesengroßen, bewussten Lüge! Und die Lügen beginnen 2011.
    Am Anfang steht mal wieder das Wort vom neuen Wassermannzeitalter, dem New Age, der mit dem Ende des Christentums gerade jetzt eingeleitet wird, aber das Wort ist diesmal nicht eine mediale, unerklärliche, furchtbar irrationale Prophezeiung, sondern einfach ein Schwindel, Selbstverlogenheit und der Kampf um richtige und falsche Gründe.

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

  • Zitat von "Schlüssel"

    Mir ist nur der Ur-Moment wichtig: Die Bibel ist irgendwann offiziell entstanden und quasi publiziert wurden, d. h. an einem Punkt war sie für Gelehrte und das Volk zugänglich.


    Genau das ist eines der falschen Bibelmodelle die den Menschen von diesen Schriften haben: Plötzlich eines Tages, Blub war sie da.
    Diesen Ur-Moment gibt es schlicht und einfach nicht. Die Bibel besteht aus vielen, vielen Einzeltexten, die wenn man z.B. das neue Testament mal bewußt liest und nicht nur wie in der Kirche, bestimmte Stellen nimmt,
    dann erkennt man sehr schnell, dass sie meist ohne konkreten Zusammenhang zusammen gestellt wurden.
    Viele Texte des neues Testamentes sind, der modernen Bibelforschung nach, Erbauungstexte, an die damals sehr dünn gesähten christlichen Gemeinden.
    Die Paulusbriefe sind Richtlinien, Erbauungstexte, mahnende aber auch glorifizierte Durchhalteparolen, an seine meist von ihm gegründeten christlichen Konklaven.
    Vor dem Jahr 383 gabe es so viele verschiedenen Versionen des alten und neuen Testamentes, in den drei Hauptsprachen ( griechisch, lateinisch und hebräisch ), das ein gewisser Hieronymus vom damaligen Papst den Auftrag bekam den ganzen
    Sermon mal zu sichten, zu ordnen und daraus etwas allgemeingültiges zu basteln. Natürlich gab es auch gleich gewisse Richtlinien der Textauswahl, selbverständlich zum Wohle der Kirche und des Papstes, worüber Hironymus nicht glücklich war.
    Zitat seines Briefes an den damaligen Papstes:


    Zitat von "Hironymus"

    "Du zwingst mich, ein neues Werk aus einem alten zu schaffen, gleichsam als Schiedsrichter zu fungieren über Bibelexemplare, nachdem diese [seit langem] in aller Welt verbreitet sind, und, wo sie voneinander abweichen, zu entscheiden, welche mit dem authentischen griechischen Text übereinstimmen. Es ist ein Unterfangen, das ebenso viel liebevolle Hingabe verlangt, wie es gefährlich und vermessen ist; über die anderen zu urteilen und dabei selbst dem Urteil aller zu unterliegen; in die Sprache eines Greises ändernd einzugreifen und eine bereits altersgraue Welt in die Tage ihrer ersten Kindheit zurückzuversetzen. Wird sich auch nur einer finden, sei er gelehrt oder ungelehrt, der mich nicht, sobald er diesen Band [die Überarbeitung der Evangelien] in die Hand nimmt und feststellt, dass das, was er hier liest, nicht in allem den Geschmack dessen trifft, was er einmal in sich aufgenommen hat, lauthals einen Fälscher und Religionsfrevler schilt, weil ich die Kühnheit besaß, einiges in den alten Büchern zuzufügen, abzuändern oder zu verbessern? Zwei Überlegungen sind es indes, die mich trösten und dieses Odium auf mich nehmen lassen: zum einen, dass du, der an Rang allen anderen überlegene Bischof, mich dies zu tun heißest; zum anderen, dass, wie auch meine Verleumder bestätigen müssen, in differierenden Lesarten schwerlich die Wahrheit anzutreffen ist. Wenn nämlich auf die lateinischen Texte Verlass sein soll, dann mögen sie bitte sagen: Welchen? Gibt es doch beinahe so viele Textformen, wie es Abschriften gibt. Soll aber die zutreffende Textform aus einem Vergleich mehrerer ermittelt werden, warum dann nicht gleich auf das griechische Original zurückgehen und danach all die Fehler verbessern, ob sie nun auf unzuverlässige Übersetzer zurückgehen, ob es sich bei ihnen um Verschlimmbesserungen wagehalsiger, aber inkompetenter Textkritiker oder aber einfach um Zusätze und Änderungen unaufmerksamer Abschreiber handelt? … Ich spreche nun vom Neuen Testament: … Matthäus, Markus, Lukas, Johannes; sie sind von uns nach dem Vergleich mit griechischen Handschriften - freilich alten! - überarbeitet worden. Um jedoch allzu große Abweichungen von dem lateinischen Wortlaut, wie man ihn aus den Lesungen gewohnt ist, zu vermeiden, haben wir unsere Feder im Zaum gehalten und nur dort verbessert, wo sich Änderungen des Sinns zu ergeben schienen, während wir alles übrige so durchgehen ließen, wie es war."


    Das alleine unterstützt das was Rônin und ich zum Thema heilige Schriften gesagt hatten.


    Zitat von "Schlüssel"

    Die letzten 2000 Jahre einfach zu leugnen und den Beginn dieser Zeiten einfach zu leugnen, hier: den Anfangspunkt des Christentums, konkret das Leben Christi, zu negieren, macht ja wohl einen riesengroßen Witz aus der gesamten Menschheitsgeschichte. Das kann ja wohl nicht ernsthaft so sein, dass man die Geschichte beendet, indem man sagt, man hat sich das alles nur einfach ausgedacht.


    Dieser Witz der Menschheitsgeschichte fand schon oft genug statt ;) . Nun wenn ich da an die Götter der Antike denke. Z.B. der Griechen, Römer und vor allem der Ägypter.
    Diese Götter, an die die Menschen Jahrtausende glaubten, waren ebenso nur Vorstellungen, ausgedachte Gleichnisse, um die Welt zu verstehen und die Menschen in dem Glauben zu lassen durch Gebete, Opfer usw. Einfluss auf die Gottheiten und damit auf das Schicksal zu haben. Ist das heute etwa anders ?
    Irgendwann erkannte man, dass das, also die Götterwelt der alten Völker, alles nur in der Vorstellung der Menschen existierte und die ganzen Texte, prachtvollen Tempel nur Ausdruck der menschlichen Weltvorstellungen waren.
    Warum sollte es mit dem monetheistischen Götterglauben anders sein, bzw. enden ?


    Ich persönlich sehe darin keinen Witz der Menschheitgeschichte, sondern eine zwangsläufige und auch dringend nötige Weiterentwicklung ....


    Jack

  • Genau das ist eines der falschen Bibelmodelle die den Menschen von diesen Schriften haben: Plötzlich eines Tages, Blub war sie da.


    Diesen Ur-Moment gibt es schlicht und einfach nicht. Die Bibel besteht aus vielen, vielen Einzeltexten, die wenn man z.B. das neue Testament mal bewußt liest und nicht nur wie in der Kirche, bestimmte Stellen nimmt,


    dann erkennt man sehr schnell, dass sie meist ohne konkreten Zusammenhang zusammen gestellt wurden.

    Aber beweist dies nicht zurecht, dass die Bibel historisch ist? Sie erzählt von verschiedenen Episoden des jüdischen Volkes und diese müssen geschichtlich und durch den Text durch verschiedene Zeitpunkte und unterscheidbare Fragmente überliefert wurden sein.



    Natürlich gab es auch gleich gewisse Richtlinien der Textauswahl, selbverständlich zum Wohle der Kirche und des Papstes, worüber Hironymus nicht glücklich war.

    Ich glaube auch, dass die Briefe und Erzählungen in der Bibel einer Textauswahl unterlaufen wurden sind. Und diese Selektion kann den Inhalt verfälscht haben, weil jede bewusste Auswahl einer Menge an Datenträgern (hier:Texte) verzerrt wird durch den Faktor Willen - und bei der Bibel vermute ich sogar, es ging darum, was die Machthaber "glauben wollten" und die anderen Bürger lieber hätten "glauben sollen".



    Um jedoch allzu große Abweichungen von dem lateinischen Wortlaut, wie man ihn aus den Lesungen gewohnt ist, zu vermeiden, haben wir unsere Feder im Zaum gehalten und nur dort verbessert, wo sich Änderungen des Sinns zu ergeben schienen, während wir alles übrige so durchgehen ließen, wie es war."


    Tatsächlich vermute ich, dass die Auswahl der Texte in der Bibel tatsächlich nur dem "Sinn nach" und nicht nach der Logik des Empirismus folgend, der Historizität nach, ausgewählt wurden und daher die Auswahl verzerren in Richtung Sinn = Glaube = Message und nicht in Richting Logik = Chrononologie (Neues Testament) bzw. Vernunft = Neutralität gegenüber den Juden (Altes Testament).
    Und das lateinische Wort war bereits eine Interpretation der Zeugen und nicht der Teilnehmer an der Geschichte Jesu.

    Irgendwann erkannte man, dass das, also die Götterwelt der alten Völker, alles nur in der Vorstellung der Menschen existierte und die ganzen Texte, prachtvollen Tempel nur Ausdruck der menschlichen Weltvorstellungen waren.

    Irgendwann erkennt man, dass Bibeln nur für das Leben eines Götzen errichtet wurden sind und man schwört ihnen ab. Vielleicht existiert deshalb in unserem Jahr 2011 dieser Thread - weil die Zeit der Bibel zu Ende geht... doch schwören wir tatsächlich der Herrschaft des Wortes Gottes ab, indem wir unsere eigene Geschichte leugnen, wenn wir die Bibel in ihrem Zeugnis leugnen? Sollten wir nicht lieber die Message und die Interpretationen der Pfaffen verneinen, damit die Botschaft unserer Generation die Bibel wirklich überstimmen mag?

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

  • Aber beweist dies nicht zurecht, dass die Bibel historisch ist? Sie erzählt von verschiedenen Episoden des jüdischen Volkes und diese müssen geschichtlich und durch den Text durch verschiedene Zeitpunkte und unterscheidbare Fragmente überliefert wurden sein.


    Mag sein, dass einzelne "Episoden des jüdischen Volkes" als Vorlage genutzt oder über das "Ich habe mal von jemandem gehört, dass"-Prinzip in der Bibel auftauchen. Doch das macht sie trotzdem nicht wahrer. Letztendlich musst du dir vor Augen halten, dass Dokumentationsmedien damals noch lange nicht so ausgeprägt waren wie heute, da hatte nicht jeder ein Handy mit Kamera, noch nicht mal einen Block zum schreiben dabei, daher wurden die meisten Geschichten erst hinterher aufgeschrieben, meist von Leuten die selbst bei dem Ereignis dabei waren und nebenbei noch eine subjektive Meinung einbringen wollten- Das hemmt die Glaubwürdigkeit immens.


    Ich glaube auch, dass die Briefe und Erzählungen in der Bibel einer Textauswahl unterlaufen wurden sind.


    Brauchste nicht glauben, kannst du sogar wissen ;)
    Evangelien gibt es beispielsweise über 10, man hat sich halt die brauchbarsten rausgepickt, so wie die Christen sich mittlerweile fast nur noch die brauchbarsten Sachen rauspicken, sich komplett vom alten Testament distanzieren etc.


    Sollten wir nicht lieber die Message und die Interpretationen der Pfaffen verneinen, damit die Botschaft unserer Generation die Bibel wirklich überstimmen mag?


    Mir gefällt die Botschaft der Pfaffen mittlerweile ( kann ich zwar auch nicht pauschalisiert sagen, aber größtenteils) besser als das was die Bibel uns wirklich sagen möchte. Würden wir der Message folgen, wären wir ein noch rachsüchtigeres und hasserfülltes Volk als wir es momentan schon sind :D


    Lg Black Cat

    Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden
    [Hermann Hesse]

  • Letztendlich musst du dir vor Augen halten, dass Dokumentationsmedien damals noch lange nicht so ausgeprägt waren wie heute, da hatte nicht jeder ein Handy mit Kamera, noch nicht mal einen Block zum schreiben dabei, daher wurden die meisten Geschichten erst hinterher aufgeschrieben, meist von Leuten die selbst bei dem Ereignis dabei waren und nebenbei noch eine subjektive Meinung einbringen wollten-

    Zum rosa markierten Teil: Dieser Punkt erklärt eigentlich nicht die unwahre Dokumentation der älteren Zeugnisse, sondern ist eine Ursache für die schnellebige Informationsgesellschaft, deren Symptome der rasante Wechsel von Theorien, Ideologien und Überzeugungen sowie der oberflächliche Umgang mit immer globaleren Informationen ist. Man muss sich dazu vor Augen halten, dass vor der Erfindung von Dokumentationsmedien mit um so größerem Bedacht die Überlieferung anhand von Wort und Schrift vollzogen wurde. Dem Glaubenverfall und dem rasanten Wechsel von Überzeugungsparadigmen auch im religiösen Bereich des modernen und post-modernen Zeitalters sind dagegen Erhalt von Strukturen und jahrhundertelange Konstanz im christlichen Glauben entgegenzusetzen. Man kann doch nicht wegen den Entwicklungen der letzten vielleicht 20 Jahre die über 2000 Jahre konstante Stimme der heiligen Schrift leugnen, die mit Bedacht abgeschrieben und übersetzt wurde.


    Zum hellgrünen markierten Teil: Die
    teilnehmende Beobachtung ist noch immer anerkannt als eine, wenn auch
    gegen angeblich "objektivere Methoden" angeblich subjektiv verzerrtere,
    Form der Erkenntnisgewinnung, Falsch kann ein unmittelbarer Bezug zu den
    erlebten Dingen nicht sein, mir macht es eher Sorgen, dass der
    "unbeteiligte Blick von Dritten" heute die Quelle von wahrer Erkenntnis
    sein soll. Das ist ein unglaublich autoritäre Vorstellung von
    Wissensdokumentationen, denn in meinen alltagsepistemischen Eindrücken
    würde ich beileibe nicht einem dritten Beobachter von außen mehr recht
    geben, als meinem unmittelbaren, durch die Sinne vermittelten,
    empirischen Zugang zur Wahrheit.

    Mir gefällt die Botschaft der Pfaffen mittlerweile

    Mir "gefällt" sie eben nicht so. Aus der Theologie ist unlängst eine Theorie-logie geworden. Es geht nicht mehr darum an das Leben des Messias zu erinnern, warum auch sollte man das noch tun, so frage ich mich wirklich, sondern es geht um die Interpretation und Deutung der Bibel, der Hochleitung einer religiösen Theorie und Ableitung praktischer, ethischer Konsequenzen daraus, was noch nicht einmal so in der Bibel zu finden ist. Der nur noch vermittelte, theoretische Umgang mit der Bibel führt dazu, dass die Lebensgeschichte der Menschen als "Gleichnisse" zu verstehen seien, dass die Deutung der religiösen Message über der Historizität der Ereignisse in den Zeugnissen steht und dass sowieso alle Worte, Taten und Personen nur noch Symbole für uns Menschen sowie für unsere Politik und Moral selbst des 21. Jahrhunderts darstellen. Von mir aus kann man das Buch jetzt schließen, wenn das Lügentum der Pfaffen jetzt so weit geht. Man sollte die Bibel tatsächlich historisch lesen, und sich fragen: Wo waren die Menschen in Ägypten, im Zweistromland und in Israel damals, wo sind die Menschen des Erdballs heute? Warum haben sie damals dieses und jenes gesagt und warum nützen uns die Worte heute noch oder eben nicht mehr? Auf letzteres würde ich sagen, die Worte nützen uns kaum noch etwas, weil wir unlängst weiser geworden sind, aber manche Philosophien heute können uns auch nicht unbedingt alles erklären, weil Philosophen eben auch keine Propheten mehr sind und nie werden! Pfaffen sind aber auch keine Propheten...

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

  • Auf die Eingangsfrage eingehend: Ich denke viele Religionen arbeiten mit dem Prinzip Angst,schlechtem Gewissen, dies wird von Generation zu Generation weitergegeben. "Wenn Du das machst, wird Gott böse." "Vergisst Du zu beten, ist Gott böse" usw...


    Vor einem Jahr war ich bei zwei jungen Mitmenschen zu Besuch. Die benehmen sich arrogant, ignorant, machen alles was man nicht soll/darf. Aber sind zwei gaanz gläubige Christen.Die Frau hat dann regelrecht Ärger mit mir angefangen und leugnet sämtliche Evolution,Entstehungsgeschichte Affe-Mensch. Die wurden fanatisch ohne Ende, bis ich dann gebeten wurde zu gehen.
    Religion wird in Kinder hineingepredigt,hineingeprügelt-von Generation zu Generation. Deshalb überlebt das sämtliche Epochen.
    Ich beneide Kinder von absolut gottlosen Menschen.Aufwachsen ohne Ängste, Zwänge, zumindest vor solch nicht nachweisbaren Dingen.

  • Ich beneide Kinder von absolut gottlosen Menschen.Aufwachsen ohne Ängste, Zwänge, zumindest vor solch nicht nachweisbaren Dingen.


    Vielleicht sollte man sich vor Augen halten, dass Glaube und Wissenschaft zwei getrennte Dinge sind. Das sollten sowohl die Religionsfanatiker tun, welche die Evolution leugnen, als auch die Szientisten, welche die Inhalte des Glaubens leugnen. Nur weil etwas nicht nachweisbar ist, heißt es nicht, dass es das nicht gibt. Nur weil etwas nicht Gegenstand der Wissenschaft ist, heißt das nicht, dass man nicht daran glauben darf.


    Ich hatte zum Neujahrstag eine ellenlange Diskussion mit Philosophieprofessoren und -doktoren, die ständig die Esoterik widerlegen wollten, indem sie diese als eine "Nicht-Wissenschaft" darstellen. Das führt nur leider nicht dazu, dass sie mir haben weismachen können, dass es die Phänomene der Parapsychologie nicht gibt, die korrekter Weise eine Pseudo- oder Grenzwissenschaft ist. Religion jedenfalls ist noch weiter vom Pol der Normalwissenschaft entfernt und eigentlich greifen da gar keine Methoden der Wissenschaft mehr. Wie will mir denn jemand beweisen, dass das, was in der Bibel steht, nicht alles die absolute Wahrheit ist, außer in den Teilen, die bereits Teil der Normalwissenschaften geworden sind, wie die Evolution?

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.

  • Ich versteh diese Frage nicht. Man sollte aufhören zu versuchen, Alles als Fakt anzusehen bzw Dinge einfach nur aus einem Winkel zu sehen. Es ist natürlich das Einfachste, einfach zu sagen "ich kann beweisen dass Geschichte XYZ in der Bibel nicht wahr ist, weil ...[..] deswegen ist alles an Religion erstunken und erlogen." Das ist aber total unsinnig, denn man muss auch berücksichtigen was Religion ist und was sie bezwecken soll. Es geht nicht darum zu BEWEISEN, dass Gott anwesend ist und Jesus eh den grössten hatte und somit viel cooler als die Wissenschaft ist. Darum geht es absolut nicht. In der Religion (nicht in der Kirche hier bitte stark differenzieren) geht es um ein Zusammenleben, um ein grob gesagt Guter Mensch zu sein und in schlechten Zeiten etwas zu haben, dass einem Halt gibt. Die Geschichten in der Bibel sind auch historisch vollkommen irrelevant und haben auch nirgendwo den Anspruch darauf. Es geht nicht darum zu belegen was gewesen ist, etc. Es sind nichts anderes als Sagen/Fabeln/Märchen. Und was anderes wollen sie nicht sein. Sie wollen bildlich Lebensweisen darlegen. Gibts in der Wissenschaft auch, nennt sich dann Modell. Es beschwert sich ja auch niemand, wenn man in der Chemie das Bor'sche Atommodell hernimmt um einem Laien etwas zu erklären, obwohl das Bor-Modell erwiesener Massen absolut nicht den Tatsachen entspricht.


    Warum verbeisst man sich darauf dass die Bibel ja keine historisch beweisbaren Fakten beinhaltet? Warum kann man nicht einfach die Botschaft darin sehen? Die Botschaft die die Bibel/Der Koran/sonstige andere Glaubensgrundsätze bringen, sind alles andere als schlecht. Die Kirchen an sich, sind ein gesondertes Thema, aber die Religionen an sich sind absolut nichts falsches und sollten von ausnahmslos JEDEM toleriert und akzeptiert werden.

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • Zitat von Ragnarsson

    Die Geschichten in der Bibel sind auch historisch vollkommen irrelevant und haben auch nirgendwo den Anspruch darauf.

    Damit versucht sich die christliche Kirche heutzutage rauszureden. Als die Bibel geschrieben wurde, waren die Geschichten sehr wohl anerkannte Tatsachen; und auch die ganzen unangenehmen Brutalo-Stellen, die heutzutage mit jeder neuen Auflage immer weiter wegzensiert werden, waren als verbindliche Verhaltensregeln gedacht.
    Man kann das heute auch metaphorisch sehen; aber zur Zeit ihrer Entstehung waren diese Geschichten verbindliche Tatsachen.
    "Ich bin ein rachsüchtiger Gott!"
    Im NT wird Gott dann etwas liberaler. Vielleicht, weil er sich ne Familie zugelegt hat. :mrgreen:
    Wenn ich allein die Botschaft in der Bibel sehe, muss ich alles was fremd ist brutal abmetzeln für die Gloria eines alten, arrogantes Sackes der über den Wolken schwebt und zu seiner Belustigung Völker gegeneinander aufhetzt. Ich denke, dass du dich gut genug mit der Bibel auskennst, damit ich hier keine dementsprechenden Stellen auflisten muss.
    Auch die 10 Gebote bestehen schonmal fast zur Hälfte aus Grundsätzen, die alleine Gottes Eitelkeit schmeicheln sollen. Allein die sogenannten Essenzen der meisten Weltreligionen "Was du nicht willst..." (was sich aber radikal mit vielen anderen biblischen Botschaften beißt; so wie fast alles in der Bibel an anderer Stelle seinen direkten Widerspruch findet - was glaubst du, wieviele "Ausnahmen" es denn zur Regel "Du sollst nicht töten" gibt?) sind ein sehr sinnvoller Grundsatz - aber dem kann man auch ohne das ganze Trara folgen.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • in der ganzen Diskussion fehlen Argumente über die Kernbereiche der einzelnen oder jeweiligen Religion... Es ist wohl jeden schwergefallen, etwas aus dem religionseigenen inhalten zusammen zufassen und in Frage zu stellen... statt dessen gibt es Politisierungen, und Moralisierungen aussenherum... Ist ja auch Verständlich, wenn Wir in einer Gesellschaft leben, das umzingelt ist von Subliminal-messages, weil eine oder andere festgestellt hat, von Gottlosigkeit mehr Profit zu machen ist.


    Wie wärs wenn Ich zb. einige Religiöse Vorschläge nenne, um diesem Thema ein anderes verständnis zu verschaffen... die darauf andeuten das die Religionen vielleicht einwenig ernstgenommen werden sollten.


    wie zb.


    -Laut Islam gibt es Unzählige, nebeneinander, untereinander, oder ineinander verschachtelte Universen..


    -Laut Islam leben in der angrenzenden "Verbotenen Ozean (Ozean=Universum)" viele andere Arten


    -Laut Judentum und Islam gibt es sogenannte unzählige ""Gottesnamen (Namen... dessen Bedeutungen dem Gott als Eigenschaft zugeornet werden)"" und die Philosophie dazu...deutet darauf hin, das die sogenannten "Gotesnamen" den Auftrag bzw. die Aufgabe haben..so etwas wie "Universale-Allzweck DNA" zu sein... hierzu gehören auch Buchstaben....... Mann könnte auch sagen, das die einzelnen Gottesnamen ähnliche Funktionen wie die "Götter" der griechischen Mythologie haben.


    und viele andere Themen... ..

  • Liebster Ronin, wir diskutieren ja gerne also diesmal auch hier wieder ^^


    AAALSO nur weil du in der Bibel einige Beispiele an Gewalt, Rumhurerei, Sklaventum, Vergewaltigung etc hast, heisst das noch lange nicht, man soll alles tun wie die beschriebenen Personen in der Bibel. Und mit einfachen Sätzen wie "Du sollst/musst die uns das tun" haut es halt nunmal nicht hin. Gerade du solltest das doch wissen. Es ist immer Schwachsinn Menschen etwas vorzuschreiben, man muss den Mensch dazu bringen es zu kapieren. Hast du doch heutzutage überall so. Die Meisten menschen denken nicht weiter als die eigene Plautze reicht und beschweren sich dann sofort über Gesetze oder Erlässe. Bestes Beispiel Momentan die Debatte über das Pyroverbot in den Fussballstadien. Da denken die Leute auch nur "Was soll schon passieren wenns bisserl raucht und brennt?" Wenn du ihnen aber klar machst, WAS denn alles passieren kann und warum es das Gesetz gibt, dann verstehen es die meisten. Und so ist es in der Bibel auch.
    Da heisst es nicht, wenn du David heisst, nimm ne Steinschleuder und erschlag Goliath damit, sondern die Nachricht ist, dass es nicht auf die Körpergrösse bzw Kraft ankommt. Und da gibt es ja wirklich etliche Beispiele für.


    Natürlich hast du Recht, dass vieles verändert und zensiert wurde/wird, aber das ist nicht die Schuld von der Religion oder den gläubigen Menschen, sondern einzig und allein der Kirche. Die Kirche verachte ich wohl ebenso wie du, die Religion an sich respektiere und toleriere ich vollkommen, denn da geht es nur darum dem Mensch zu zeigen wie er ein gutes Leben führen kann und dass er halt hat wenn er in schwierigen Phasen seines Lebens ist.

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • -Laut Islam gibt es Unzählige, nebeneinander, untereinander, oder ineinander verschachtelte Universen..




    -Laut Islam leben in der angrenzenden "Verbotenen Ozean (Ozean=Universum)" viele andere Arten

    Das klingt doch wie eine ausgefeilte Kosmologie. Immerhin sind es Visionen, die unser Denken über die physikalische Beschaffenheit des Universums anregen. Letztendlich denkt ebenso Stephen Hawkings, der als naturwissenschaftliches Genie gehandelt wird, über solche Sachen wie parallele Universen und die Grenzen unseres Universums an den "Brans" nach.
    Allerdings ist das in Theorie wie Religion nur Spekulation, welche aber unseren Horizont erweitern wird. Ich für meinen Teil schließe parallele Universen kategorisch aus. Meinem Verständnis vom Big Bang nach läuft ab der Entstehung des Universums alles irreversibel von Alpha bis Omega oder gegen Unendlichkeit, einen Weg zurück oder "raus" aus dem Universum kann es dann nicht geben, genauso wenig "Sprünge" vorwärts aus die Grenzen des Universums hinaus. Vor allem eine Umkehrung des eingeschlagenen Weges widerspreche allen Naturgesetzen, aber auch ein, auch wenn nur theoretisch gedachter, Sprung in die Unendlichkeit oder ein Paralleluniversum würde unweigerlich eine Grenze (Bran) des Universums voraussetzen, die permeabel ist, dann aber müsste bei Erkenntnismöglichkeiten jenseitig unseres Universums, das unsrige eben zur Apokalypse verdammt sein, weil es nicht geschlossen sein kann. Lustig jedoch, dass Hawkings Theorie für mich genau diese Konsequenzen, nämlich den sooft von Religionen und Sekten prophezeiten Weltuntergang in Form einer Implosion hat, von der ich aus Gründen genausowenig überzeugt bin wie an das Endzeitszenario, an welches Hawkings glaubt, nämlich das Erkalten des Universums aufgrund des Erlöschens der Sterne und dem Abdriften der Materie aufgrund der Expansion des Universums.

    Schlüssel waren nie die Erlösung: Sie sind der Grund auf Erden, warum es verschlossene Türen gibt.