Das Voynich-Manuskript

  • Nachdenker
    Genau das ist ja das Problem. Gemäß C14-Datierung stammt das Manuskript aus dem frühen 15. Jahrhundert. Die klassischen Azteken-Kodizes stammen aber aus der Zeit während und kurz nach der spanischen Eroberung Mexikos, also aus dem frühen und mittleren 16. Jahrhundert. Es geht in der neuen Hypothese ja nicht darum, dass ein Azteke auf geheimnisvolle Weise mehrere Jahrzehnte vor Kolumbus in Norditalien auftaucht, sondern dass ein Amerikareisender des 16. Jahrhundert sich von den zeitgenössischen Kodizes aus Mexiko hat inspirieren lassen und dann das Voynich-Manuskript angefertigt hat.


    Die C14-Datierung spicht aber eindeutig gegen diese Hypothese und in den von mir verlinkten Artikeln werden noch zahlreiche andere Ungereimtheiten aufgeführt. Von daher ist die Mexiko-Hypothese wohl unhaltbar.

    Das Glück des Forschers besteht nicht darin, eine Wahrheit zu besitzen, sondern die Wahrheit zu erringen.
    - Max Planck -

  • Hallo zusammen,


    seit zu diesem Thema wieder aktiver geschrieben wird, habe ich mich auch mal ein wenig über das Voynich-Manuskript informiert. Alles sehr interesannt muss ich sagen. Habe dann schlussendlich sogar einen Artikel gefunden in dem ein deutscher "Sprachwissenschafftler" behauptet den Code geknackt zu haben.


    Hier mal der Artikel: [url]http://cerbi.ldi5.com/article.php3?id_article=169[/url]


    Bei diesem musste ich doch aber recht schmunzeln :? und mir ist nicht klar ob das Satiere sein soll oder der Mann den ganzen Kram da wirklich ernst meint den er von sich ab lässt.


    Lg FatherOfAllMirrors



    P.S.: Bin übrigens neu hier und habe bis jetzt immer nur Artikel gelesen, seit einiger Zeit. Wollte mal anfangen was zu schreiben :) .

  • Ich sehe das eigentlich ähnlich, schließe aber nicht aus, dass doch noch irgendwann hinter den geheimnissvollen Zeichen eine sinnvolle (Kunst?)-Sprache entdeckt wird. Der Inhalt dürfte aber sicherlich nicht revolutionär sondern (aus unserer heutigen Sicht) wohl relativ banal sein.

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    - Max Planck -

  • Nach meinen Kentnissen spricht gegen eine Fälschung, daß die Schrift sinvoll sei und kein "Kauderwelsch", laut einer Doku von 3sat.
    Könnte man jetzt natürlich mit klingonisch oder elbisch vergleichen, das aber sei wieder eher fiktiver "Kauderwelsch".


    Demzufolge hätte man sich für eine Fälschung nicht so viel Mühe gemacht, und in dieser Zeit waren die Menschen auch noch viel leichter zu "beeindrucken".
    Desweiteren wäre es für einen Betrug (um es z.B. als alchemestisches Rezeptbuch oder ähnlichen zu verkaufen) ungeeignet, da niemand eine nicht lesbare Schrift gekauft hätte. Auch das spricht wieder eher gegen eine Fälschung.

  • Also ich würde auch nicht von einer Fälschung ausgehen, da dass Pergament Papier ja auf das 15. Jahrhundert datiert wurde und von sehr hoher qualität sei. Ebenso die benutzte Tintenfarbe. Desweiteren muss die erstellung mehrere Jahre gedauert haben und zu guter letzt ist es kein "Kauderwelsch" wie Nachdenker schon sagte.


    Alle diese Faktoren sprechen so ziemlich gegen die Theroie eines "Schabernack´s".

  • Ich muss meinen letzten Post etwas korrigieren. Ich hatte bei Silvercloud das Wort "zeitgenössisch" überlesen. Dem kann ich mich nicht anschließen. Ich denke schon, dass das Manuskript aus dem 15. Jahrhundert stammt. Die Zweifel in meinem letzten Post bezogen sich daher nicht auf das Alter, sondern nur auf den Inhalt des Werks. Ich denke nicht, dass, dass sich hinter dem ganzen ein sonderlich interessanter Text verbirgt, der etwa besondere wissenschaftliche Erkenntnisse oder Beschreibungen unbekannter Orte enthält. Ich halte eigentlich zwei Szenarien für sehr plausibel:
    1. Es handelt sich um eine simple Immiation besonders exotischer Literatur, mit denen ein Mönch seine des Griechischen und Arabischen kundige Kollegen verwirren wollte, indem er sie mit einer vermeintlich unbekannten, noch viel exotischeren Schrift konfrontierte.
    2. Es handelt sich um ein reines Fantasy-Produkt. Der Autor wollte niemanden immitieren sondern ganz bewusst etwas frei erfinden. Daher wäre es möglich, dass hinter den fiktiven Buchstaben auch eine besonders ausgefallene fiktive Sprache steckt.

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  • m.E. ist das Voynich Manuskript keine Fälschung, sondern das steckte ein Wissenschaftler (namens: Bakon) auch dahinter.
    Es wurde ja auch als Buch der Pflanzenheilkunde etc... angesehen, nur das die Zeichnungen der unsrigen Fauna nicht ähnlich sind.
    Blos... was ist das nur für eine Schrift??? Oder Verschlüsselung? Ob jemand diese überhaupt entschlüsseln kann??


    Diese Doku, die ich auch sehr interessant finde, könnt ihr mal anschauen, wenn ihr mögt:


    Das Voynich Manuskript:


    [video]

    [/video]

    Warum produziert die niederbayerische Filmgruppe gern Filme?


    "Weil wir auch Extremsituationen im Film durchleben können, die wir aber im wirklichen Leben nicht erleben möchten".

    Einmal editiert, zuletzt von Dark Moon ()

  • Es gibt mittlerweile eine weiter faszinierende Entdeckung: Zwei Forscher haben offenbar unabhängig voneinander entdeckt, dass das Voynich-Manuskript zwei mittelalterliche Weltkarten, sogenannte Rad- oder TO-Karten enthält.


    http://scienceblogs.de/klausis…ittelalterliche-weltkarte
    http://proto57.wordpress.com/2…o-map-label-implications/


    Sollte sich diese Entdeckung bestätigen, wäre das eine Sensation, denn dann ließen sich erstmals einzelne Wörter aus dem Manuskript tatsächlich lesen.

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  • Momentan überbieten sich die Experten offenbar gegenseitig mit Lösungsvorschlägen zum Voynich-Manuskript. Ein britischer Linguist glaubt nun, zehn Wörter lesen zu können, die bestimmte Pflanzen und Sterne bezeichnen. Hier gibt es nähere Infos inkl. einer ausführlichen Dokumentation:


    http://scienceblogs.de/klausis…ript-schon-wieder-geloest


    Und hier die 62-seite Publikation der neuen Theorie:


    https://docs.google.com/viewer…ng-BAX.pdf&hl&chrome=true

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  • Eine Liste von Wörtern, die angeblich bereits übersetzbar sind, findet sich auf folgender Seite:
    http://grenzwissenschaft-aktue…-voynich-manuskripts.html


    Der Artikel ist vom 07.03.2014, weswegen davon ausgegangen werden darf, dass die Liste inzwischen schon erweitert wurde.


    Von einer Fälschung würde ich im Übrigen auch nicht ausgehen, da zu der Zeit, als das Manuskript entstand, Dinge wie hochwertige Pergamente, Feder, Tinte und vor allem entsprechene Bildung teuer und damit vergleichsweise rar und kostbar waren. Ich glaube nicht, dass jemand so viel Mühe, Zeit und seine Bildung darin investierte (und damit im Grunde vergeudete), etwas zu erfinden, das niemandem nutzt. Jemand mit der Bildung der Person(en), der/die dieses Manuskript geschrieben haben/hat, hätte mit einem Original, also einer Verschriftlichung seines Wissens wesentlich mehr anfangen können als mit einer Fälschung. Die meisten hätten zudem ein Original ohnehin nicht von einer Fälschung unterscheiden können, weil die Bildung fehlte.


    ender[ ]

  • Vor ein paar Tagen wurde eine neue Arbeit veröffentlicht, wonach es sich beim Text des Manuskripts um eine Aneinanderreihung von einigen wenigen Zeichenfolgen handeln soll. Dass dies nicht schon längst aufgefallen ist, soll daran liegen, dass der Autor des Manuskripts zahlreiche Varianten dieser Zeichenfolgen erfand. Der Text des Voynich-Manuskripts hätte demnach, wie schon länger vermutet, tatsächlich keine Bedeutung.


    Zusammenfassung:
    http://texperimentales.hypotheses.org/1076


    Hier die Arbeit:
    http://arxiv.org/abs/1407.6639

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