Krzywy Las, der krumme Wald

  • Hmm, ja,


    dein ganzer geschichtlicher Abriss hat aber nicht wirklich Klärung auf meine Fragen gebracht. Warum sollen sich ausgerechnet auf diesem Gut die Menschen mehr Zeit genommen haben die Flucht vorzubereiten? Und 100 Bäume muss man auch erstmal fällen, damals hatte man noch keine Kettensägen zur Verfügung, das war Handarbeit....


    Ich bleibe bei den Weihnachtsbäumen, insbesondere weil Kiefern damals als Weihnachtsbäume durchaus beliebt waren. Mein Großvater, Soldat im 2. WK, hat zuhause immer eine Kiefer als Weihnachtsbaum stehen gehabt. Das war bei älteren also durchaus üblich, ist aber auch regional verschieden.


    Die Wachstumsgeschwindigkeit einer Kiefer hatte ich dir im vorherigen Thread angegeben. Damit eine Kiefer einen verwertbaren Durchmesser von 30-40cm erreicht müssen sogar 80-120 Jahre vergehen. Der Umfang nimmt aber linear zu.
    Teilen wir 40cm/80 Jahre erhalten wir 0,5cm Zuwachs/Jahr im Durchmesser. Das heißt nach 8-10 Jahren Wachstum hatten die Stämmchen einen maximalen Durchmesser von 4-5cm...nicht sehr stabil, oder? Und das wo in dem Wald durchaus auch ältere Bäume stehen, die weit mehr geeignet gewesen wären.


    Außerdem, und das hast du wohl überlesen, erfordert so ein Köpfen danach auch eine entsprechende Versorgung des Baums, das eben nur ein Nebentrieb wieder nach oben wächst und einen neuen Baum bildet. Bei einer Flucht wäre dies kaum geschehen, oder? Da hätten die Menschen an alles gedacht, aber nicht an die Versorgung eines Baums.

  • Also sie beschreiben es so:
    Die forstliche Komponente dieser Betriebsformen war die so genannte „Niederwaldwirtschaft“, die sich auf ausschlagfähige Laubbäume (Weide,
    Eiche, Linde, Erle) beschränkte. Diese wurden auf geeigneten Flächen in so großen Reihenabständen gepflanzt, dass man die Fläche dazwischen als
    Getreide- oder Grünland nutzen konnte.
    Nach 10 bis 40 Jahren wurde der Jungwald vollständig abgeholzt (aber auf den Stock gehauen) und anschließend durch Stockausschlag verjüngt.
    Nunmehr konnte man in regelmäßigen Abständen (Weide 1-2 Jahre, Eiche 15-20 Jahre, Erle 20-30 Jahre) die nachgewachsenen Triebe als Nutzholz ernten
    (z.B. Weidenruten, Eichenrinde für Gerblohe, Linde und Erle für, hauswirtschaftliche Geräte).
    Da für diese Verwendung die nachgewachsenen Junghölzer ausreichten bzw. notwendig waren, konnte man den Beschleunigungseffekt
    der Erntezyklen durch Stockausschlag voll nutzen.


    Diese Zusammenhänge mussten auch dem Waldbesitzer bei Gryfino bekannt gewesen sein. Dadurch dass er die Weihnachtsbäume (Kiefern) so abgenommen hatte,
    dass ein Stock mit ein bis zwei Seitentrieben stehen geblieben ist (unsere heimischen Nadelbäume sind nicht ausschlagfähig), hat er zwar
    auf einen späteren gerade gewachsenen Hochstamm verzichtet, dafür aber von der Holzmenge her den ungefähren Ausgleich mit dem übrigen Bestand
    bis zur Hiebreife gesichert.


    Die dabei für eine Kiefer notwendige Bedingung, das Herauswachsen aus dem Stock über einen bestehenden Seitentrieb zu sichern, ist auch
    zugleich Ursache für den merkwürdig anmutenden Schlangenwuchs eines so aufwachsenden Baumes.


    Demnach waren Kiefern hierfür eher ungeeignet. Er schreibt auch nichts von einer besonderen Nachsorge-Behandlung.
    Niederwaldwirtschaft war bereits seit der Steinzeit bekannt und wurde mit fast allen Laubbäumen probiert, aber nicht mit Nadelbäumen,
    schon garnicht mit der Kiefer.


    Aber wenn dir die Weihnachtsbäume lieber sind. Wegen mir...

  • Die Schnittflächen muss man versiegeln Jonas, sonst können das Pilze und Bakterien in das Holz eindringen, sowas nennt man Pflaster. Wurde damals und auch heute oft mit Teer gemacht. Diese Packung musste regelmässig erneuert werden. Passiert das nicht, kann es zu einem Ausblühen an der Schnittfläche kommen, sieht aus wie ein Blumenkohl. Oder der Stamm stirbt ab. Beides ist hier nicht geschehen, daher müssen die Bäume nachbehandelt worden sein.


    Zitat

    Die forstliche Komponente dieser Betriebsformen war die so genannte „Niederwaldwirtschaft“, die sich auf ausschlagfähige Laubbäume (Weide,
    Eiche, Linde, Erle) beschränkte. Diese wurden auf geeigneten Flächen in so großen Reihenabständen gepflanzt, dass man die Fläche dazwischen als
    Getreide- oder Grünland nutzen konnte.


    Trifft hier aber nicht zu, da die Bäume viel dichter gepflanzt wurden. Ist auf den Bildern deutlich zu sehen.


    Zitat

    Nach 10 bis 40 Jahren wurde der Jungwald vollständig abgeholzt (aber auf den Stock gehauen) und anschließend durch Stockausschlag verjüngt.


    Auch hier stimmt das Alter nicht, es wurde ja wesentlich früher geholzt. Dieser gesamte Artikel dient nur dazu, zu beschreiben wie man in vergleichbaren Fällen vorging. Das erklärt prinzipiell wie es zu der Form kam. Dazu wird dann auf Grund von tatsächlichen geschichtlichen Ereignissen ein Grund für diese erstaunliche Aktion geliefert.


    Deine Theorie hat ja nun mehrere Lücken, die Stämmchen nicht wirklich zu gebrauchen, da zu schwach und kurz. Die "Ernte" zu zeitaufwändig, von der notwenigen Bearbeitung des Holzes im Anschluss an die Fällung einmal komplett abgesehen. Und deine Theorie passt auch nicht in das Zeitfenster. Daher betrachte ich sie einfach als unzutreffend. Auf ihr zu beharren stellt keine wissenschaftliche Vorgehensweise dar.

  • Deine Theorie hat ja nun mehrere Lücken, die Stämmchen nicht wirklich zu gebrauchen, da zu schwach und kurz. Die "Ernte" zu zeitaufwändig, von der notwenigen Bearbeitung des Holzes im Anschluss an die Fällung einmal komplett abgesehen. Und deine Theorie passt auch nicht in das Zeitfenster. Daher betrachte ich sie einfach als unzutreffend. Auf ihr zu beharren stellt keine wissenschaftliche Vorgehensweise dar.

    Das das eine Niederwaldwirtschaft sein soll schreibt er doch selbst.
    Wer immer die Bäume köpfte hatte offensichtlich Ahnung von Forstwirtschaft und offenbar auch ein paar Tage Zeit
    um die Schnittfläche auch noch ordentlich zu versiegeln. Sicherlich hat die auch nicht einer alleine umgelegt.
    Alles in allem eine geplante Vorgehensweise die einigermaßen spontan erfolgte.
    Da sie recht nahe der heutigen Grenze stehen, müssen sie relativ viel Zeit gehabt haben,
    um sich auf eine Flucht vorzubereiten.


    Und das die Stämmchen zu schwach seien, um sie für irgendwas zu benutzen denke ich nicht.
    Aber das ist meine Meinung.
    Wenn sie allerdings so dünn waren, das man sie nur als Weihnachtsbaum nutzen kann,
    tja dann wars eben so. Ich bin jedoch nicht der einzige der von der Weihnachtsbaum-Theorie
    nicht wirklich überzeugt ist. Aber wer weiss?
    Im übrigem ist das hier keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern nur ein alternativer Erklärungversuch.

  • Zitat

    Im übrigem ist das hier keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern nur ein alternativer Erklärungversuch.


    Welcher sich allerdings vor allem bei einem derartigen Thema schon in einem realistischen Rahmen befinden sollte.

    Sit down before fact as a little child, be prepared to give up every preconceived notion, follow humbly wherever and to whatever abysses nature leads, or you shall learn nothing. -Thomas Henry Huxley