Ist ein Zahlensystem auf Basis der 12 unerklärlich?

  • In einem anderen Thema hat silvercloud nebenbei die Frage aufgeworfen, wie sich ein Zahlensystem auf Basis der 12 entwickeln könnte und dass dies für ihn der einzige Ansatz wäre, den man vielleicht auf preastronautische Einflüsse prüfen sollte. Ich möchte das hier nochmal aufgreifen.


    ...das das Volk der Mesopotamier im Gegensatz zu allen anderen Völkern dieser Welt ein Zahlsystem auf der Basis 12 entwickelt hat,...Da gibt es ein Volk, das eine hohe mathematische Brillianz aufweist, und ein mit natürlichen Mitteln nicht zu erklärendes Zahlsystem verwendet, und ausgerechnet du kommst nicht auf die Idee, das das vielleicht von außen "gegeben" sein könnte?


    Der Vollständigkeit halber: res hatte hierzu schon eine Idee.


    Zitat

    Ein Grund warum dass 12er-System benutzt worden ist, kann ja sein, dass 12 mehrere Teiler hat: 2, 3, 4, 6 hat. Damit lässt es sich sicher besser rechnen als im 10er-System (für jemanden der noch keine der beiden Systeme kannte). Ich habe auch vor ein paar Jahren mal gelesen, dass ein Naturvolk (weiß leider nicht mehr im welchem Land) mit dem Binär-System rechnen. Warum also nicht auch 12er-Systeme?


    --------
    Soweit zur Vorgeschichte :).


    res hat zweifellos recht. Für den Handel ist es sicher von Vorteil wenn die Basis des Zahlensystems sich möglichst vielfach teilen lässt.


    Ein weiterer Aspekt könnte sein, dass die Zählung der Fingergelenke und nicht der Anzahl der Finger ausschlaggebend für ein 12er System waren. Mit dem Daumen wird jeweils ein Gelenk der Finger der gleichen Hand markiert. Die andere Hand dient dann dazu anzuzeigen in welchem Vielfachen man sich gerade befindet. Laut Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Duodezimalsystem) findet diese Zählweise auch heute Verwendung. Wer schriftlos Handel treibt, kann auf diese Weise locker Zahlenwerte bis 60 (hat auch wieder viele Teiler) anzeigen, ohne dass es zu komplex und kompliziert wird. Wenn eine Kultur ohnehin die 12 verehrt (z.B. wegen der Mondmonate) und Handel treibt, ist sie vermutlich auch nicht zu weit hergeholt, dass sich eine solche Zählweise im Alltag durchsetzt. Immerhin ist es ja nicht all zu lange her, dass auch in unseren Breiten mit dem 12er System Mengen angegeben wurden und zum Teil ja noch heute sprachlich Verwendung findet (z.B. Dutzend). Es scheint also so, als wäre die 12 gerade für den Handel eine sehr geeignete Basiszahl, sonst wäre sie sicher nicht über die Jahrtausende hinweg so verwendet worden.


    Mein Fazit: Ein Duodezimalsystem kann sich natürlich entwickeln und ist somit nicht unerklärlich. Eine preastronautische Herkunft ist nicht notwendig als Erklärungsansatz.

  • Ich frage mich wie silvercloud darauf kommt das die "Mesopotamier im Gegensatz zu allen anderen Völkern dieser Welt ein Zahlsystem auf der Basis 12 entwickelt hat,."


    60er-Zahlensystem der Mesopotamier


    Das Sumerischen Zahlensystem beinhaltet eigentlich 2 Zahlensysteme, die
    abwechselnt den Stellenwert bestimmen. 10 mal die 1 ergibt 10.... 6 mal
    die 10 ergibt 60.... 10 mal die 60 ergibt 600.... 6 mal die 600 ergibt
    3600 usw.. Auch bei diesem Zahlensystem werden die "Zwischenzahlen" wie
    z.B. beim babylonischen Zahlensystem dargestellt durch wiederholtes
    schreiben des nächstkleineren Zahlensymbols.


    Das Babylonische 60er Stellenwertsystem ist aus heutiger Sicht recht
    seltsam anzusehen. Hier wird der nächste Stellenwert nicht mit 10
    sondern mit 60 ermittelt. 60/3600/216000....usw..



    http://www.beepworld.de/members28/vrekleov/zahlensysteme.htm


    http://de.wikipedia.org/wiki/B…abylonisches_Zahlensystem


    oder hab ich da jetzt etwas falsch verstanden?

  • hab ich da jetzt etwas falsch verstanden?


    Mir ging es nur um die Möglichkeit einer natürlichen Herkunft. Ein Hintergrundwissen wie und welches Zahlensystem damals Verwendung fanden, ist bei mir nicht vorhanden. Er hat ursprünglich vom Volk der Ur gesprochen, vielleicht gibt's da noch eine Besonderheit? Hilft das :)? Ansonsten mußte du warten bis silvercloud antwortet.

  • :nerd: Ich kann die Logik nicht ganz
    nachvollziehen.



    Ein Zahlensystem das auf die Zahl 60 beruht oder 6, 12, 3... alle Zahlen sind
    doch eigentlich durcheinander Teilbar oder "Multiplikationsfähig",-
    sind als sozusagen kompatibel, oder?




    Warum muss also der Impuls zu diesem Zahlensystem von außen kommen, also von Außerirdischen?
    Es gibt zwar keine Menschenrasse mit 2x6 Fingern als Serienausstattung aber wer
    Sonnen oder Mondmonate zählen kann der kann folglich auch theoretisch
    selbstständig auf so was kommen.




    Was ich lieber mal erklärt bekommen möchte: Wozu wurden welche Zahlensysteme
    mal entwickelt? Astronomie und damit Kalender-Berechnungen und ggf. analog dazu
    Astrologie? Oder einfach nur aus kommerziellen Wirtschaftlichen Gründen um
    seine Geschäfte nachzurechnen? Spielt die Entwicklung des Geldes hier eine
    Rolle oder etwas dem Geld ähnliches?




    Manche Völker sollen sogar das 5er-System nutzen. Seltsam das 2x5=10 ergibt. So
    ist das 5er und das 10er Zahlensystem ja fast identisch. Wo ergeben sich da
    also Probleme? Bei der Zahl 30 schneidet sich dann sogar das 3er Zahlensystem
    und bei 60 das 60er Zahlensystem.



    Frage: Kann man das auch kombiniert nutzen? Oder anders gefragt: Welche
    Zahlensysteme sind kompatibel?



    Einige Beispiele die ich nicht ganz
    verstehe:


    -Die alten RÖMER zählten erst bis 3 als Strich und dann begannen sie Ihre
    Zahlen als Additions-und Subtraktionsaufgaben darzustellen. Z.B.: Die Zahl 4
    als IV! Lies V=5 / I =1 also 5 - 1 = 4 !!! Und die Zahl6 5 + 1 = 6!!! Ist
    das ein kombiniertes System oder nur eine umständliche Schreibweise. Wie
    schreibt man bei ähnlichen Systemen die Zahlen untereinander um damit rechnen
    zu können? Oder geht das nur im Kopf?




    -Die Babylonier und Sumerer hatten angeblich ein 6er oder 60er
    Hexadezimalsystem. Wie wurde das geschrieben oder verrechnet? Was konnten diese
    Leute da eigentlich rechnen? Eignet sich so was eigentlich für moderne Physik,
    Astronomie und Navigation im 3-Dimensionalen Raum???









    Da viele Völker schon damals astronomische Genies waren und
    gewisse Indianervölker sogar 9-Stellige Zahlen zum darstellen von Abstand
    Erde-Venus (oder war es Sonne-Venus?) auf ihren Tempelmauern schlugen ist es
    verwunderlich das wir die Zahlensymbole gar nicht lesen können oder das diese
    Völker angeblich keine eigene Schrift besaßen.
    Welcher Teil stimmt da eigentlich nicht?
    Wie bzw. mit welchen Zahlensystem und Logik wurden die Kalender der jeweiligen „Steinzeit“-
    Völker damals erstellt?










    erhardvobeljun@hotmail.com

  • -Die alten RÖMER zählten erst bis 3 als Strich und dann begannen sie Ihre
    Zahlen als Additions-und Subtraktionsaufgaben darzustellen. Z.B.: Die Zahl 4
    als IV! Lies V=5 / I =1 also 5 - 1 = 4 !!! Und die Zahl6 5 + 1 = 6!!! Ist
    das ein kombiniertes System oder nur eine umständliche Schreibweise. Wie
    schreibt man bei ähnlichen Systemen die Zahlen untereinander um damit rechnen
    zu können? Oder geht das nur im Kopf?

    Das hatte mit dem Gott Jupiter zu tun. Ist dementsprechend keine Matheaufgabe, sondern einfach nur Kitsch.
    http://www.uhrenhanse.de/samml…issenswertes/hoffmann.htm

  • Hallo erhard


    ich denke als erstes muss man unterscheiden zwischen einem Zählsystem und der Niederschrift dieses Zählsystems.


    Bei den Römern z.B. wurde auch im Dezimalsystem gezählt, es fand also nach der Zahl 10 ein Umbruch statt und man begann, vereinfacht, neu hochzuzählen. Quasi rechnerisch 1 Stelle mehr, wenn das auch schriftlich anders festgehalten wurde, weswegen es auch so schwer ist, bzw. war, mit römischen Zahzeichen zu rechnen.


    Ein Zählsystem auf der Basis 12 oder 6 hat nach den entsprechenden Stellen den Umbruch. Schau dir eine Uhr mit zeigern an, dann weißt du was ich meine, die nächste Stunde findet erst nach 60 Minuten statt, ich zähle also in 60ger Schritten hoch. Und doch verwende ich als Zeichensatz die Zahlen aus dem 10er System.


    Worum es mir in diesem uralten Thema ging war ursprünglich Mister X mal anzuregen sich mit Dingen zu beschäftigen, die natürlich erklärlich sind, aber wenigstens einen Ansatz für eine Präastronautik-Theorie bieten könnten. Das zählen der Fingerglieder (nicht der Gelenke!) wäre tatsächlich eine Methode bis 12 zu zählen und sie wird von Kaufleuten, insbesondere im Viehhandel, noch heute verwandt.
    Aber,
    wenn man sich ansieht, wie Kinder anfangen zu zählen, wenn sie ihre Finger mit der anderen Hand einzeln abzählen, so ist daran recht gut ersichtlich, wir lernen zählen auf Grund unserer natürlichen Gegebenheiten und zwar auf die einfachste Art und Weise. Das ist anthropologisch auch nur normal, da sich die Natur immer den einfachsten Weg sucht.


    Nun, du fragtest auch wie Zahlensysteme entwickelt wurden, bzw. warum?
    Die ersten Ansätze gehen wohl darauf hin zurück, das wenn es eine komplexe Gemeinschaft gibt, in der man zusammenlebt, man auch eine gewisse Kommunikation untereinander etablieren muss. Sei es zur Koordination der Jagd oder des Sammelns oder auch wenn es um das Aufteilen der Beute geht.
    In einem anderen Thread diskutieren wir darüber, wieso Mathematik der Sprachschlüssel für eine Kommunikation mit Außerirdischen wäre, dort wird deutlich das man sich über das Grundverständnis von Mathematik und seiner Konzepte über den Austausch eines Zeichensatzes, sei es sprachlich oder in Schrift gefasst, verständigen kann, um dann darauf komplexere Thematiken zu entwickeln. Dabei ist es egal ob ich 2+2=4 oder II und II ist gleich IIII schreibe. Ich muss mich nur auf eins einigen.


    Als Dinge wie Astronomie und Astrologie, Berechnungen von Kalendern und Saatterminen aufkamen, da waren das Zahlsystem zur Basis 10 schon lange entwickelt.

  • Frage: Welches Zahlensystem wäre denn für Astronomie und Interstellare Raumfahrt praktischer.


    Spielt es da eine Rolle dass der Tag 24 Stunden hat?
    Womit lässt sich da einfacher rechnen? In Wissenschaft, Technik, Handel?


    Und überhaupt:
    Hat das auch was mit dem mystischen und kulturellen Denken ganzer Völker zu tun?
    In fast allen Kulturen gibt es eine Zahlensymbolik die mit Göttern, Mythen und ggf. Ereignissen etc. verbunden sind. Warum bringt eine Zahl Unglück, eine Andere wieder Glück? Astrologen rechnen die Zukunft voraus anhand von Sternenkonstellationen und Kalenderdaten.


    Spielt so was eine Rolle bei der Entwicklung eines Zahlensystems?



    Spielt evtl. auch das z.B. Europäer überwiegend die linke Hemisphäre des Gehirns nutzen und andere Völker eher die rechte Hemisphäre des Gehirns? Spielt hier das menschliche Gehirn eine Rolle bei der Entwicklung eines Zahlensystems???


    Wie sehen eigentlich die ältesten überlieferten Zahlen und Rechenzeichen aus?


    Erhard Vobel jun. Nürnberg, 20 April 2013

  • Hallo Erhard,


    deine Fragen zeigen, du hast nicht wirklich verstanden, worum es 1. in diesem Thread geht und 2. was mit Zahlsystemen gemeint ist...


    Zitat

    Welches Zahlensystem wäre denn für Astronomie und Interstellare Raumfahrt praktischer


    Wieso praktischer? Welches Zahlsystem man benutzt ist relativ egal, man muss sich nur auf eins einigen...aber an den Prinzipien dahinter ändert sich nichts. Wenn ich zwei und zwei zusammenzähle habe ich hinterher immer 4. Ob jetzt so:
    2+2=4
    oder
    II und II sind gleich IIII
    an dem Prinzip ändert sich nichts, nur an der Schreibweise.


    Zitat

    Spielt so was eine Rolle bei der Entwicklung eines Zahlensystems?


    Nein, den Zahl- oder Zählsysteme entstehen weit bevor irgendeine Mythik entsteht. Das Zählen ist genau so essentiell früh wie das Erlangen von Sprache und geht damit einher.


    Zitat

    Spielt evtl. auch das z.B. Europäer überwiegend die linke Hemisphäre des Gehirns nutzen und andere Völker eher die rechte Hemisphäre des Gehirns


    Das ist Humbug, alle Menschen auf der Welt nutzen ihr ganzes Gehirn. Und alle Menschen auf der Welt ziemlich ähnlich. Alles andere ist Esogesülze.


    Zitat

    Wie sehen eigentlich die ältesten überlieferten Zahlen und Rechenzeichen aus?


    Rechenzeichen ist unspezifisch, die ältesten Zahlzeichen:
    I II III , na klingelts?

  • Zitat

    Wie sehen eigentlich die ältesten überlieferten Zahlen und Rechenzeichen aus?

    Im Grunde natürlich wohl so, wie von silvercloud dargestellt. Es gibt aber auch noch andere Beispiele. So baute die mesopotamische Zahlschrift auf einem 60er System auf, ursprünglich (ab ca. 3500 v.Chr.) durch unterschiedlich geformte Tonkügelchen repräsentiert (in der Tabelle unter dem Begriff "Calculi"). Später wurden diese "Zählsteine" durch entsprechende bildliche Darstellungen auf Lehmtafeln (Tabelle "archaische Ziffern") und schließlich durch Symbole der Keilschrift ersetzt:




    Auch in Ägypten bildete sich schon ab ca. 3000 v.Chr. eine additives Zahlschriftensystem aus:


  • Wobei mit diesen archaischen Systemen sehr schwer zu rechnen ist. Da hier größere Zahlen nicht durch ein Aufsummieren von vorherigen Zahlen dargestellt werden, sondern durch eigene Zahlzeichen, ähnlich wie bei den römischen Zahlzeichen.


    Tausend bedeutet auf römisch (ich nehm jetzt das, weil es allen bekant ist) M
    2012= MMXII
    Man sieht schon, das macht es nicht einfach damit zu rechnen. Währendich bei den arabischen Ziffern durch entsprechendes Gruppieren eine Rechnung leicht durchführen kann, muss ich bei römischen Ziffern erst den Kontext erkennen, welche Zahl ist jetzt gemeint, dann im Kopf die Rechnung ausführen und die Zahl im Kopf wieder in Zahlzeichen übersetzen. Dies ist vergleichbar wenn wir Zahlen statt 2012 so schreiben würden:
    Zweitausendzwölf.

  • Die Zählung mit der 6 beruht wohl auf die Sprunggelenksknöchelchen von Schafen und Ziegen, aus denen haben die Schafhirten früher Würfel ("aleae") gemacht und sich die Weidezeit vertrieben. Und da Würfel vorzugsweise 6 Seiten haben, kam man so auf die Zählung mit der 6. Da die Hirten aber nicht mit 6 Schafen, sondern eher mit 60 los zogen, lernten
    sie mit Würfeln die Größe ihrer Herden darzustellen. Und wenn die 60 nicht ausreichte, benutzte man eben einen zweiten und dritten Würfel.
    Man kann also sagen das das Zahlensystem praktisch zeitgleich mit dem Würfelspiel entstand. Von daher kommt auch das Wort "Knobeln".
    Zudem benutzte man unbearbeitete Knöchelchen und Würfel, sogenannte " Astragali" auch als Orakel.
    Das System der Schafhirten wurde dann auf Märkten übernommen und verbreitete sich so nach und nach. Würfel wurden u.a. in Iran und in Mohenjo Daro am Indus gefunden.
    In vedischer Zeit verbreitete sich dann der Fünfeckwürfel, den auch die Römer schätzten. Vermutlich beruht das auf Ägyptische Spieltraditionen.
    Zudem eignet sich die 6 hervorragend um den Tag zu je 12 Tages und 12 Nachtstunden einzuteilen, der seinerseits in 30 Tagen als ein Monat und mit 12 Monaten
    (zzgl. einer Zwischenzeit von 5 Tagen) darzustellen. Es war daher dem Ägyptischem Zehnersystem insbesondere in der Darstellung der Zeit und des Kreises überlegen.
    Zählen war also gewissermaßen ein Nebenprodukt.

  • Sorry Jonas,


    überall seinen Senf dazu zugeben, auch wenn man noch nicht mal ahnt worum es geht, zeugt nicht von Intelligenz. Ich sag es jetzt mal ganz offen, du kommst alle paar Wochen mal sporadisch einen Tag vorbei, läßt überall deine Sülze los, und bist dann wieder verschwunden. Ohne das eigentliche Thema verstanden zu haben.


    Hier geht es um Prozesse die weit vor jeder Weide- und Viehhaltung einsetzten, um das grundsätzliche Entwickeln von Zahlsystemen überhaupt. Das muss anthropologisch als archäologisch betrachtet werden. Und Zahlen, Schrift und Kulur überhaupt, der Übergang vom Sammler und Jäger zur Weide- und Feldwirtschaft fand nicht am Indus statt, sondern im Gebiet des heutigen Irak und Iran. Aber selbst da war die Entwicklung eines Zählsystems längst abgeschlossen...
    Nur weil du wohl gerade ein Buch zur Induskultur gelesen hast, brauchst du nicht in jedem Thread irgendetwas daraus anzuführen. Mich nervts einfach...

  • In deiner betont liebenswerten Art hast du offenbar keine Ahnung was eher da war, Astronomie/Astrologie oder Domestikation.
    Spar dir deine offenen Worte und hol mal lieber Luft, damit sich der Sauerstoffgehalt im Blut erhöht. Das soll ungemein helfen. :D

  • Darf ich deinen Worten, liebster Jonas:

    Zitat

    In deiner betont liebenswerten Art hast du offenbar keine Ahnung was eher da war, Astronomie/Astrologie oder Domestikation.


    also entnehmen, das du davon ausgehst, das es in der Entwicklung der Zivilisation erst die Astronomie gab und sich die Menschen dann erst Gedanken darum gemacht haben, was sie in den Magen bekommen?


    Aber, du hast es immer noch nicht verstanden, wir sprechen von den elementaren Entwicklungen eines Zahlensystems, gleich dem Entwickeln einer Sprache. Das ist weit vor jeglichen zivilisatorischen Prozessen passiert. Wir sprechen hier nicht von Homo Sapiens Sapiens, sondern eher von Homo Sapiens, dem frühen modernen Menschen. Und dieser entwickelte ein System auf der Basis 10. Die Frage, mit der sich dieser Thread dann beschäftige, was brachte die Bewohner des Zweistromlandes dazu, den sonst überall auf der Welt üblichen Weg des Zählens zur Basis 10 zu verlassen und ein System zur Basis 12 bzw. 60 zu entwickeln?
    Was du versuchst ist eine Vermengung dieser beiden Themen, aber es sind komplett unterschiedliche Themenbereiche.

  • Wie immer legst du mir etwas in dem Mund was ich nicht sagte.
    Weisst du überhaupt wann Schafe und Ziegen domestiziert wurden und wo?
    Ich empfehle dir mal das Verbreitungsgebiet zu erkunden.

    Wir sprechen hier nicht von Homo Sapiens Sapiens, sondern eher von Homo Sapiens, dem frühen modernen Menschen.

    Ach du bist ja wieder lustig, ich bezweifle ernsthaft das sich der archaische Homo sapiens schon mit Zahlen beschäftigt hat.
    Aber hier mal zwei Links zur Begriffsbestimmung: Homo Sapiens und Homo Sapiens Sapiens

  • Also ich haette ehrlich gesagt auch behauptet, dass sich der fruehe Mensch schon mit den Gestirnen beschaeftigt hat bevor er sesshaft wurde. Immerhin waren die Sterne die einzigen Fixpunkte die einer wandernden Gruppe zur Verfuegung standen.


    Aber naja...

    Von 100 Menschen kann man sich 99 nicht aussuchen.


    ~~~


    Today I'll tell you a story about a man who drowned in the cold waters of the ocean after the loss of someone he loved. This is the story of a man who died twice.

  • Zitat

    Also ich haette ehrlich gesagt auch behauptet, dass sich der fruehe Mensch schon mit den Gestirnen beschaeftigt hat bevor er sesshaft wurde. Immerhin waren die Sterne die einzigen Fixpunkte die einer wandernden Gruppe zur Verfuegung standen.


    Hmm, falsche Logik, oder? Erstens sind die wenigsten Sterne Fixsterne. Um aber etwas so komplexes wie Sternenbeobachtung zu betreiben muss ich doch erstmal eine gewissen Zeit an einem festen Standpunkt stehen und beobachten. Den Ablauf der Gestirne am Nachthimmel. Dazu brauche ich aber eine Vorstellung von Zeit und diese Zeit muss ich in sinnhafte Abschnitte teilen. Und dazu brauche ich....genau...ein Zählsystem, sonst wird das alles nämlich nichts.


    Erste bekannte Sternbeobachtungen -->Himmelsscheibe von Nebra in Europa, Megalithkultur, Bronzezeit.
    Mesopotamien und Mittelmeerraum, ein wenig früher, Jungsteinzeit quasi, aber zu wenige Funde.


    Aber da war Sprache und Zählen lange erfunden und die Basis grundlegend entwickelt.


    Und ein wanderndes Volk wird tagsüber gewandert sein und nachts gerastet haben. Also wird es sich tagsüber eher an der Sonne orientiert haben.


    jonas

    Zitat

    ich bezweifle ernsthaft das sich der archaische Homo sapiens schon mit Zahlen beschäftigt hat.


    Und ich bezweifele ernsthaft das du dich mit dieser Thematik auskennst. Bereits der Neandertaler, der zwar kein direkter Vorfahre, aber ein Zeitgenosse war, führte koordinierte Jagden aus. Eine Gruppe von Individuen musste den Überblick über sich behalten und drauf achten das alle vollständig sind. Wie soll das gehen, ohne zu zählen? In deinen Links steht, erstes Aufkommen von Sprache. Sprachentwicklung geht einher mit der Entwicklung eines Zählsystems.


  • also entnehmen, das du davon ausgehst, das es in der Entwicklung der Zivilisation erst die Astronomie gab und sich die Menschen dann erst Gedanken darum gemacht haben, was sie in den Magen bekommen?


    Was du versuchst ist eine Vermengung dieser beiden Themen, aber es sind komplett unterschiedliche Themenbereiche.


    Rein logisch ist die Reihenfolge schon richtig. Zuerst kam der Magen und dann die Astronomie. Wir müssen aber auch die historische Beweislage berücksichtigen, und die zählt rückwärts. Je früher die Zeit, desto weniger können wir beweisen. Das Abzählen an der Hand gilt heute noch als Zählweise eines Kindes. Ich zweifle nicht daran, dass Steinzeitmenschen wie Kinder zählten. Aber die Sumerer und dann die Babylonier waren darüber hinaus. Auf die Zahlen 12 und 60 kamen sie wohl durch Kenntnisse der Astronomie. Dann denke ich an den persischen Astronomen Zarathustra. Er erfand den Sonnenkalender, den wir heute noch haben, und für ihn war sieben die heilige Zahl. Deshalb hat die Woche heute noch sieben Tage.


    Die angebliche "Vermengung" ist ein unzulässiger Vorwurf und somit polemisch. Es handelt sich um eine evolutionäre Entwicklung, die heute noch vom Kindesalter bis hin zum Erwachsenen verläuft. Wer dogmatisch meint, die Zählweise "müsse" zwangsläufig auf den zehn Fingern einer Hand basieren, der befindet sich auf dem geistigen Niveau eines Kindes. Übersehen wir bitte nicht, dass wir hier bereits von Hochkulturen sprechen! Gerade die Babylonier, Perser und Ägypter verstanden unter Priestern und Astronomen ungefährr das Gleiche. Das waren hochgebildete Menschen und denen dürfen wir durchaus ein komplexes Zahlensystem zutrauen.

  • Zitat von Chamaeleon

    Übersehen wir bitte nicht, dass wir hier bereits von Hochkulturen sprechen! Gerade die Babylonier, Perser und Ägypter verstanden unter Priestern und Astronomen ungefährr das Gleiche. Das waren hochgebildete Menschen und denen dürfen wir durchaus ein komplexes Zahlensystem zutrauen.


    Zitat

    Ich zweifle nicht daran, dass Steinzeitmenschen wie Kinder zählten. Aber die Sumerer und dann die Babylonier waren darüber hinaus.


    Und wie kamen sie dahin? Fiel das Wissen um die Anwendung der Mathematik vom Himmel? Außerirdische? Paläoseti?


    Sehr gut Chamaeleon, deswegen haben wir in dem Thread auch vorher noch einmal extra darauf hingewiesen, das Zahlensysteme vor Hochkulturen entstehen, ja entstehen müssen. Denn das zur Gründung und zum Aufbau einer Hochkultur erstmal grundlegende Fertigkeiten, zu denen auch das Zählen gehört, existieren müssen, dürfte auch dir klar sein.


    Zitat

    Dann denke ich an den persischen Astronomen Zarathustra. Er erfand den Sonnenkalender, den wir heute noch haben, und für ihn war sieben die heilige Zahl. Deshalb hat die Woche heute noch sieben Tage.


    Trotzdem basiert auch sein Kalender in der originalen Ausprägung auf der Basis 12 bzw. 60. Die Zahl 7 war zwar eine heilige Zahl, hat aber nichts mit dem Zahlsystem per se zu tun. Ich würde sagen, du machst dich erstmal kundig, was Zahlsysteme sind. Wie und wann sie entstehen und dann passen auch deine Argumente besser.


    Zitat

    Die angebliche "Vermengung" ist ein unzulässiger Vorwurf und somit polemisch


    Belege, das meine Aussage unzulässig ist. Definiere Polemik? Ach ja, das waren Dinge, die gesagt werden um sie einfach zu sagen. Passt nicht so ganz, oder? :denk: