Seltsames Tier in altägyptischem Relief

  • Ich war kürzlich im Kunsthistorischen Museum Wien, wo ich in der Altägyptischeb Sammlung ein Ausstellungsstück gesehen habe, an dem mir etwas aufgefallen ist; es war das Relief des Cheti, eine 3200 Jahre alte Darstellung, auf der ein Sohn seinem Vater einen Tierschenkel überreicht.Dieser gehört zweifellos zu einem Huftier, weist jedoch eine gelb-bräunliche Färbung und ein Fleckenmuster wie ein Gepard auf:



    Jetzt frage ich mich, ob es ein Tier gibt, das zu dieser Zeit im Vorderen Orient oder Afrika gelebt hat oder ob dieses Tier vielleicht noch unbekannt ist...
    Weiß da jemand was?

    Denn die einen sind im Dunkeln
    und die andern sind im Licht
    und man siehet die im Lichte
    die im Dunkeln sieht man nicht.


    - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

  • Das glaube ich nicht. Es sind doch einige Unterschiede da:
    1. Musterung: Die Flecken der Giraffe werden nach unten hin kleiner, die des Relieftiers bleiben in etwa gleich groß.
    2. Aufbau: Die Giraffe hat ein knubbliges Knie, das auf dem Relief nicht erkennbar ist. Außerdem besitzt die Giraffe am Unterschenkel keine Tupfen, ganz im Gegensatz zum Rätseltier.
    3. Größe: Das Bein auf dem Relief würde dem Mann vielleicht bis zur Brust gehen. Giraffenbeine sind aber mehr als mannshoch.

    Denn die einen sind im Dunkeln
    und die andern sind im Licht
    und man siehet die im Lichte
    die im Dunkeln sieht man nicht.


    - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

  • Die Größenverhältnisse auf alten Bildern stimmen oft nicht. Es könnte also durchaus eine Giraffe sein. Allerdings dienen die Darstellungen von Lebensmitteln (und eine Keule ist ja ein Lebensmittel) dazu, die Versorgung des Verstorbenen mit Nahrungsmitteln zu sichern. Also wird es wohl eher ein Haustier sein.


    Auf dem Tisch ist ein Tierkopf mit ähnlichem Muster zu sehen; er gehört wohl zu der Keule. Vielleicht soll es eine Kuh ohne Hörner sein? Rinder mit gemustertem Fell wird es schon damals gegeben haben.

  • Zitat

    Giraffen sind in afrikanischen Savannen verbreitet. Heute leben sie nur noch südlich der Sahara, vor allem in den Grassteppen Ost- und Südafrikas. Die Bestände nördlich der Sahara wurden frühzeitig durch den Menschen ausgerottet: während des frühen Altertums im Niltal und etwa im 7. Jahrhundert in den Küstenebenen Marokkos und Algeriens


    Die Giraffen-Theorie könnte also eigentlich hinkommen. Es gab zu dieser Zeit jedenfalls Giraffen im Niltal. Dass die Flecken auf dem Bild nicht ganz mit der Wirklichkeit übereinstimmen liegt vermutlich einfach am Zeichner. So ist immerhin zweifellos erkennbar, dass es ein geflecktes Tier sein soll. Das stimmt nicht immer hundertprozentig überein. Sieh dir mal den Tierkopf an, so sieht ja wohl auch kein uns bekanntes Tier wirklich aus, oder?


    Vielleicht hilft uns der Tierkopf weiter. Was soll denn eurer Meinung nach dieses blasenähnliche Ding direkt am Tierkopf sein? Ich tippe auf eine Kuh. Hier noch ein Bild, auf welchem die Kuh ebenfalls Punkte hat.


    Und Hier nochmals eins.


    Dagegen spricht für mich eigentlich nur, dass die Kühe auf den ägyptischen Darstellungen meist mit Hörnern dargestelt wurden.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

    Einmal editiert, zuletzt von kleine Hexe ()

  • ehrlich gesagt erkenne ich den Kopf nicht mal^^.
    Aber rein vom Bild her ist die Zeichnung nicht besonders gut, womit ich was dass angeht nicht spekulieren würde wie das Bein gekrümmt ist^^.
    Es gab doch mal eine Art Zebra das auch Fleckenmuster und Streifen hatte.
    Dies ist jedoch ausgestorben irgendwo um 1800 oder so. Hast du im Museum niemanden Fragen können?


    Mfg Flöchen

  • Um ehrlich zu sein, bei den Zeichnungen der Ägypter könnte man sich bei vielen Fragen was damit gemeint ist. Es könnte doch auch einfach sein das der Zeichner auch gleich mehrere Tiere in einem Bein verbunden hat, um nicht unbedingt mehrere Zeichnen zu müssen ? :D Oder einfach um etwas besonderes daraus zu machen.

  • BlackSweetii
    Ich denke nicht , das der Zeichner für das Relief mehrere Tiere fusioniert hat . Ich denke , einige der Antworten hier passen doch schon. Entweder es ist ne Kuh mit Flecken oder gleich ne Giraffe bzw eine junge Giraffe . Flo_de_moe gab es wirklich solch eine Art vom Zebra ? Ich kann ja mal heute abend schauen , ob es sie gab oder du schaust . Ich werde mich dann wieder melden .


    Edit = Gut hab jetzt im Internet geschaut nach ausgestorbenen Arten des Zebras , hab jedoch nur über eine ausgestorbene Art etwas erfahren =
    Das Quagga
    Das Quagga war ein Vertreter der Zebras , starb jedoch 1883 aus und das letzte Exemplar lebte in Gefangenschaft . Die Leute bezeichneten es als eine Mischform aus Zebra und Pferd . Das Hauptmerkmal war , das es nur Streifen an Kopf und Hals besaß , der restliche Körper war Rot-Braun . Es wurde 1.30m Groß , aber hatte keine Zeichnung an Beinen , somit auch keine Pflecken . Es starb übrigens durch den Menschen , durch Jagd wegen des Fleisches und des Leders . Wer noch mehr wissen will , hier ist der Link = http://de.wikipedia.org/wiki/Quagga .


    Lg Mister Twix

  • ja genau dass meinte ich^^.
    Da hab ich mich dann getäuscht was die Musterung angeht.
    Dann bleibt nur Giraffe. Kann man denn Giraffe essen?^^
    Gibts es vielleicht noch Antilopenarten oder Bergziegen (auch wenn es dort wenig Berge gibt) mit Punkten?
    Aber 2200 v.Chr. , wer weiß was da alles gelebt hat.


    Mfg Flöchen

  • Dann kann nur Giraffe bleiben . Ich denke schon , das man Giraffe essen kann , wieso auch nicht ? Ich mein , ist ja ein Säugetier , schön angebraten schmeckt das bestimmt auch ^_^
    Aber was mich ein wenig stutzig macht , die Proportionen des Beines . Giraffenbeine sind doch viel länger . Naja , es könnte natürlich ein Jungtier sein , jedoch sind die "Schenkel" ziemlich kräftig , ist das auch bei Jungtieren der Fall ? Zudem ist dieser Übergang vom Unetrschenkel zum Oberschenkel anders als bei einer Giraffe



    Hier als Beispiel
    Mal sehen was hier noch alles kommt , aber ich glaube , es ist einfach ein Bein von einem Rind das ein Fleckenmuster hat .


    Lg Mister Twix

  • Es ist auch kein Foto sondern eine Malerei. Die Proportionen der Menschen stimmen auch nicht und ich denke die Pflanze/Blume an der die Frau riecht schaut auch ganz anders aus.

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • er wieder,
    ich erkenne da mit nur wenig Fantasie ganz gut ne Sonnenblume.
    Geh einfach mal Spaß haben >.<
    Kuh mit Flecken? kenne ich zwar keine aber das heißt ja nix :D.


    @ Twix
    Nur weil du alles auf Toast isst, heißt es nicht das es auch genießbar ist xD.

  • ich erkenne da mit nur wenig Fantasie ganz gut ne Sonnenblume.


    Falsch!
    Ich gehe davon aus, es soll eine Lotusblüte darstellen. Die waren in Ägypten verbreitet und sind fast auf jedem 2. Relief zu sehen. ;)


    Kann man denn Giraffe essen?


    Naja, was uns nicht umbringt macht uns nur härter.....und im Prinzip kann man alles essen was nicht giftig ist. ;)


    Die Ägypter haben jedenfalls viel selbsterlegtes gegessen:


    http://www.selket.de/leben-im-…en/essen-und-trinken.html


    Zitat

    Die alten Ägypter verspeisten eigentlich alles, was ihnen die tierische Natur zu bieten hatte. Dazu gehörten Geflügel, wie Wachteln, Tauben, Gänse und Enten (das Huhn kam erst in römischer Zeit nach Ägypten). Aber auch Wildtiere, wie Antilopen, die in der Wüste gejagt und anschließend verspeist wurden.


    Warum nicht auch Giraffen?
    Wobei ich eher auf einen Rinderschenkel tippe.


    Zu dem Ganzen möchte ich noch sagen, daß eine Deutung des Bildes für uns Laien sehr schwer sein dürfte.
    Wir haben hier keinen Rembrandt vor uns, sondern eine ungenaue in Stein gemeiselte Darstellung. Das da das eine oder andere Detail nicht ganz so original ist, ist logisch.


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Sonnenblumen kommen aus Amerika, sagt Tante Wiki. Die Ägypter können sie also damals noch nicht erkannt haben. Es sei denn, es gab schon damals Verbindungen nach Amerika, was ich für wenig wahrscheinlich halte.


    Eine Zusammenfassung mehrerer Tiere in einem aus Faulheit, um Arbeit zu sparen, klingt zwar recht lustig. Ich glaube aber kaum, dass der Künstler sich so etwas hätte leisten können. Es wäre sicher seine letzte Auftragsarbeit gewesen.

  • Mir scheint zudem, dass es sich um einen Paarhufer handeln soll auf dem Bild. Das sieht für mich nicht nach einem einheitlichen Huf aus wie bei einem Pferd. Paarhufer wären dann Rinder, Giraffen, Ziegen usw. wobei für mich der dazugehörige Kopf ehrlichgesagt wirklich nach Kuh aussieht. Wird wohl schwierig sein, dass so viele Jahre später noch zu eruieren :mrgreen:

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Das glaube ich nicht. Es sind doch einige Unterschiede da:
    1. Musterung: Die Flecken der Giraffe werden nach unten hin kleiner, die des Relieftiers bleiben in etwa gleich groß.
    2. Aufbau: Die Giraffe hat ein knubbliges Knie, das auf dem Relief nicht erkennbar ist. Außerdem besitzt die Giraffe am Unterschenkel keine Tupfen, ganz im Gegensatz zum Rätseltier.
    3. Größe: Das Bein auf dem Relief würde dem Mann vielleicht bis zur Brust gehen. Giraffenbeine sind aber mehr als mannshoch.




    Jetzt mal ernsthaft: Eine 3200 Jahre alte Zeichnung und du erwartest vom Zeichner absoluten Realismus und das auch noch bei solchen Details? Bitte!?