• Hallo Gemeinde,


    heute mag ich mal mit euch über eine Frage diskutieren die sich mir in einigen vielen Stunden
    in den Weg gestellt hat =)


    Wieso werden manche Orte die von vielen Menschen täglich frequentiert werden, zum Beispiel eine Autobahn
    (tagsüber vollgestopft mit verkehr) Nachts zu einem "friedlichen" Ort?


    und warum bleibt die Zeit auf eben jenen Orten manchmal einfach stehen?


    --
    Zur Erklärung:
    Da mir das Leben so gerne streiche spielt, fahre ich meist über das Wochenende mehrere hundert Km
    ins Nachbarland Frankreich. 3/4 der Strecke nutze ich Landstrasse, 1/4 davon sind deutsche Autobahn.
    und mir kommt es jedesmal so vor, das pünktlich zur dunkelheit die Autobahn und der Verkehr auf ihr "friedlich" wird
    und die Zeit die ich auf den Autobahnstücken verbringe kommt mir trotz genug beschäftigung so vor als würde sie
    stehen.
    Ist es nur das Gefühl weil sich tagsüber auf der Autobahn der Verkehr streitet?


    Gruß Lexmark

    Mir ist egal wer dein Vater ist! Während ich Angle, läuft hier keiner ÜBERS Wasser…!”

  • Hallo Gemeinde,


    Hallo du,




    heute mag ich mal mit euch über eine Frage diskutieren die sich mir in einigen vielen Stunden
    in den Weg gestellt hat =)


    Ok... über sowas freue ich mich immer, weil da schon oft sehr interessante Dinge herausgekommen sind.





    Wieso werden manche Orte die von vielen Menschen täglich frequentiert werden, zum Beispiel eine Autobahn
    (tagsüber vollgestopft mit verkehr) Nachts zu einem "friedlichen" Ort?


    Hier musste ich das erste mal Lachen :P


    Nicht wegen der Frage an sich, sondern einfach wegen dem Bild in meinem Kopf:


    Tagsüber --> Leute fahren Auto


    Nachts --> viele Leute schlafen --> weniger Verkehr --> Frieden und so


    Aber ich bin mir sicher, dass ich einfach mal wieder den tieferen Sinn nicht verstehe. Glücklicherweise werden gleich manche User mit hier erklären warum das gar nicht witzig ist... also... LOS




    und warum bleibt die Zeit auf eben jenen Orten manchmal einfach stehen?


    Uhr kaputt?






    Was für Streiche spielt dir denn das Leben? Müssen lustige sein, dass du bei 2 Euro Benzinkosten nicht losheulen musst, wenn du einfach mal so nach Frankreich fährst.


    Aber mal echt... der Text ist doch unter Drogeneinfluss geschrieben worden. Weder streitet der Verkehr noch wird die Zeit langsamer... wobei... ich muss mir schnell ein Tütchen drehen und auf die Straße schauen^^


    cu syq ( der pöse pursche )





    Gruß Lexmark

  • Ich kenne das, was lexmark beschreibt auch und ich nehme keine drogen!!! Auch fahre ich nicht hunderte von kilometern, um diesen effekt zu erhaschen. Ich finde, dass auch eine schneelandschaft ähnliche wirkung hat. Im dunkeln war ich schon immer gern unterwegs, auch in der dämmerung, ja, es hat was faszinierendes und ich behalte solche momente eigentlich immer für mich...;-)

  • also ich kenne das nur aus meiner schulzeit , wo sich der unterricht wie kaugummi gezogen hat , der ging einfach net rum , ich glaub es liegt einfach meist daran , dass man sonst eine beschäftigung hat und deswegen die zeit nutzt , anstatt nur auf dem stuhl zu sitzen und zu warten , bis unterrichtsschluss ist . So kommt es mir zb vor , meine freizeit ging rum wie nix , schulzeit kam mir vor wie 10 stunden . Woran das nun genau liegt , weis ich auch net , ich kenn mich nunmal nicht damit aus .

  • Wahrscheinlich kommt dir die Zeit so vor, als würde sie stehen, weil einfach viel weniger los ist. Es sind nicht mehr so viele Reize da, die verarbeitet werden müssen, und Autofahren an sich ist ja eine relativ langweilige Angelegenheit - auch wenn du sagst, dass du genug Beschäftigung hast. Ansonsten wird die Nacht doch allgemein als friedlich beschrieben; viele Menschen schlafen, daher ist es leise und viel weniger los. Und wo kaum Menschen sind, ist es allgemein friedlicher.

  • Ich kenne das was lexmark beschreibt auch sehr gut. Nur das ich es von der Landstraße her kenne. V.a. Nachts. Und noch besser nachts mit Schnee! Es wirkt einfach alles so ruhig, und ich mach dann auch oft mein Radio aus, nur um die Ruhe und die Stille einfach zu geniessen. Und ich muss sagen ich bin dann auch konzentrierter und nehme meine umgebung vie bewusster wahr, als wenn ich tagsüber fahre und mich über alle anderen aufrege, wie die fahren. Wenn ich tagsüber fahre, fehlen mir sogar manchmal ganze Minuten. Da komm ich dann manchmal zu mir und denke: Omg... hier bin ich schon? Kann mich gar net erinnern... Kennt ihr das auch?

  • Also wenn ich über die Autobahn fahre kommt mir selten irgendwas "friedlich" vor. Ich fahr pro Wochenende 800 km. Davon gute 700 über die Autobahn... Freitag Nachmittag auf der komplett mit Baustellenbesetzten A5 von Freiburg nach Norden? Das is wie Psychokrieg! Nachts, gut da ist frei aber dass nutze ich gerne um den hohen PS zahlen meines Dieselmotors mal auslauf zu gönnen *G


    ABER ich weiß gut was du meinst. Warst du mal im Winter in einem dichtem Wald unterwegs? Wenn es ganz langsam dicke schwere Schneeflocken schneit und praktisch jedes Geräusch sofort gedämmt wird? Das is das friedlichste und perfekteste das es gibt wenn du mich fragst. Deswegen geh ich gern mitte Januar ein paar Nächte im Wald schlafen, möglichst viel von diesem Frieden aufsaugen bevor man wieder vom echten Leben verschluckt wird.

  • Ist es dann nicht eigentlich so, dass wir eine Situation oder einen Ort als friedlich empfinden, wenn sich dort möglichst wenig Menschen aufhalten?
    Eigentlich sehr interessant. Wir sind praktisch von unserer eigenen Spezies meistens genervt. :idea:

  • Ist es dann nicht eigentlich so, dass wir eine Situation oder einen Ort als friedlich empfinden, wenn sich dort möglichst wenig Menschen aufhalten?
    Eigentlich sehr interessant. Wir sind praktisch von unserer eigenen Spezies meistens genervt. :idea:

    Natürlich, oder hat das jemals jemand bestritten? Stress (im allgemeinen, nicht der Stress, der entsteht, wenn man von einem großen Raubtier verfolgt wird) ist ja fast schon gemeinhin als "Zivilisationskrankheit" anerkannt. Inneren und äußerlichen Frieden finden wir doch fast nur noch in Enklaven, ob nun allein im Wald (wie in Jagdelites Fall) oder in der Abgeschiedenheit und familiären Geborgenheit unseres Zuhauses. Nicht umsonst ist das Burnout-Syndrom eine moderne, soziokulturelle Krankheitsform.
    Oder mal anders gefragt_ wohin gehst du denn, wenn du mal Ausspannen willst? Doch sicherlich nicht in nen Club oder auf den Jahrmarkt.

  • Also ich kenne das auch, zwar nicht so wie Lexmark das beschreibt. Aber ich kenne das Gefühl wenn die Zeit stehen bleibt. Vorallem wenn ich auf der Autobahn fahre, dann scheint alles irgendwie "gefroren" zu sein und das irritiert unglaublich.


    Ich glaube, das es damit zusammenhängt, das man ja selbst in schneller Bewegung ist und die Lichtverhältnisse sich Draußen laufend verändern.
    Wenn die Dämmerung eintrifft, empfinde ich dieses Gefühl sehr oft. Ich bin kein Physiker, ich kann mir das nur rein emotional erklären...


    Smilla:


    Ich empfinde es am Friedlichsten, wenn ich in der Natur bin und zwar alleine. Dann kann ich stundenlang auf einem Stein sitzen und die Zeit vergeht und ich bekomme es kaum mit.
    Das ist dann wie eine tiefe Meditation... und ja ich gebe dir recht, am liebsten ist es mir dann wenn kein Mensch in der Nähe ist...


    Grüße von Yen.

  • Dass die Zeit stehen zu bleiben scheint, liegt schon ein wenig daran, dass man vielleicht zu sehr sonst an die anderen denken muss.


    Yen: das mit dem Stein kenn ich zu gut aus meiner Jugend....später hab ich sie aber um mich gehortet ;)
    Ich wusste ja nicht, dass ich als Kind hier sicher im Wald bin, weil es bei uns schon lange keine Bären mehr gibt. ;)


    Jetzt bin ich Rover, (Scout-Pfadfinder-Ausdruck)


    da gibts eben soviel das man sich fragen kann.


    Autobahn....ausspannen in Natur....in Natur gehen und über Natur trampeln...
    wer ist schon heute noch richtig bedacht darin?
    Ich frage mich wirklich worin man ausspannt und ich tu das auch in der Natur, aber da verhalte ich mich so, wie andere in die Kirche.


  • Ich frage mich wirklich worin man ausspannt und ich tu das auch in der Natur, aber da verhalte ich mich so, wie andere in die Kirche.

    Jep... kenne ich gut. Ich kenne auch dieses Gefühl von AHHHHH! Mund bleibt offen stehen und Finger auf den Lippen und kaum atmen, weil ein Eichhörnchen plötzlich vor deinen Füßen auftaucht und dich mit großen Kulleraugen anstarrt.
    Oder ein Rehbock, der dich fast umrennt weil er von einer Seite des Weges zur anderen will. Und du gehst einen Schritt beiseite, schaust dich achtsam um und vergisst dabei deinen eigenen Atem. Irgendwann hörst du einen Herzschlag und irgendwann bekommst du mit:
    Huch das ist ja meins...

  • mir begegnen nicht viele Tiere wenn ich im Wald bin, aber wenn dann zeige ich Respekt vor den Gattungen.
    Egal ob es ein Reh ein Wildschein, oder ein Eichhörnchen ist. Selbst Jäger können zahm werden, wenn man mit ihen redet ;)
    ...was man jetzt hier im Wald tut....
    auf mich wurd allerdings auch schon mal geschossen, als ich das nicht tat. :(

  • Yen. leider ja...ich war auf meinem Pferd unterwegs und hatte meinen Hund dabei, der nicht angleint war. Ich hörte nur die Worte: "Hund an die Leine"....und dann knallte es schon....mein Pferd ging hoch und ich gab meinem Hund das Komando zum rennen....dann knallte es schon wieder und Pferd ging mit samt mir durch. Bis wir über den Hügel und Sicht vom Waldrand waren...
    Ich habe später den anderen Jäger im benachbarten Revier befragt und er hat mir bestätigt, dass sein Kollege echt so spinnt und auf Hunde schiesst.
    Das ist aber schon lange her. Mitte der 90ger etwa.
    Ich kam mir schon wie im wilden Westen vor in dem Moment....also nix friedlich.... :nerd:

  • Leider kam es zu dieser Zeit häufiger vor, dass Hunde erschossen wurden die in der Nähe eines Waldes nicht an der Leine waren. Auch wenn sie nicht gewildert haben und der Besitzer in der Nähe war.


    Vor kurzem wurde ein junger Mann im Maisfeld erschossen, weil ihn ein Jäger für ein Wildschwein hielt.


    Ich bin eher vorsichtig geworden bei meinen Waldspaziergängen und halte mich auch an die Wege. Des Nachts bleib ich lieber den Wäldern ganz fern. Das war aber nicht immer so.


    Tiefe Ruhe und Frieden verspüre ich, wenn ich bei uns im Gebirge bin.

  • Und ich erlebe tiefe Ruhe und Frieden in den Augenblicken mit den Tieren um uns herum. Das muss noch nicht mal eines unserer Tiere sein (wobei die Schafe gerade meine ganz persönliche Meditation sind). Mir reicht es eine Schnecke zu sehen, wie sie ihres Weges entlang kriecht. Oder eine der zahlreichen Schlangen die in unserem Garten leben.


    Wenn ich einfach nur auf meiner Steinmauer sitze und ins Tal hinunter sehe, oder hoch in die Berge des Odenwalds, ist es um mich geschehen... ich erlebe in mir einfach nur Frieden. Komm mich mal besuchen Smilla... es ist einfach nur schön hier.