Schafe als Organspender für Menschen?

  • ja die Verwesung ist mir bekannt, ich bezog mich hier corax Ausage mit den Maden. Weil das ein verbreiteter Mythos ist bin ich mal darauf eingegangen. Dass es OT habe ich auch erwähnt.

    Das war ich.
    Nicht jede Leiche wird gleich beerdigt, du gehst von den bestmöglichen Zustand aus. Der Bestmögliche Zustand ist der Fund gleich nach dem Tode...
    Ich möchte jetzt nicht noch näher darauf eingehen, aber oft haben bereits Fliegen ihre Eier in den Menschen gelegt.
    Und es ist unwahrscheinlich das diese vollständig vom Leichenbestatter ausgewaschen werden.


    Genug OT, wer mehr wissen möchte, es gibt gute Seiten und Bücher hierzu auch zum Thema Forensik und Pathologie.


    Liebe Grüße von Yen.

  • Ja, und eigentlich wollte ich nicht, daß der Thread in eine Diskussion darüber ausartet ob man nun Organe spenden soll oder nicht. ;)


    Mich hat vielmehr interessiert was Ihr dazu denkt, daß Tiere hierfür eingesetzt werden sollen.


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Ricya, diese Themen kann man durchaus assozieren, obwohl die Diskussion hier um die Tiere gehen soll. Wir streben Lösungen an ohne Probleme zu analysieren und bekämpfen dabei nur die Symptome. Der Grund, dass überhaupt solche Experimente gemacht werden müssen. liegt daran, dass zu wenig Menschen ihre heiligen Organe spenden.


    Feynuri hat in einem andere Kontext folgendes gesagt.


    Das Problem ist, dass in den meisten Threads, die eigentlich ein Usererlebnis beinhalten, oft auch über allgemeine Grundsatzdinge diskutiert wird und das häufig sogar notwendig ist.


    Ich sehe es in diesem Thread ebenfalls notwendig, über Organspende grundsätzlich zu diskutieren, obwohl dafür ein anderer Thread vorhanden ist.

    „Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“


    „Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“


    „Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung".“


    Erich Fromm

  • Der Grund, dass überhaupt solche Experimente gemacht werden müssen. liegt daran, dass zu wenig Menschen ihre heiligen Organe spenden.

    Nein DAS ist nicht der Grund, der Grund ist, weil Menschen länger leben wollen.


    Die Suche nach der Unendlichkeit, das Hoffen darauf, das man ewig lebt. Und der Wille das durch medizinische Errungenschaft auch umzusetzen.
    Auch auf die Gefahr hin, das man nie erfährt von wem die Organe stammen... Da wird lieber ein Schaf genommen als das Organ eines Menschen, der alles sein könnte, vom Phädophilen bis zum Mörder... Rein Ethisch ist das Tier somit frei von jeglicher Schuld...


    Grüße von Yen.

  • also ich finde das eine gute Sache. Ich esse auch Fleisch, also kann ich nicht sagen, dass es in Ordnung ist, dass Tiere für meine Nahrung sterben, aber für meiner Meinung nach wichtigere Dinge wie das mögliche Retten von Menschenleben nicht.
    Sicher ist das befremdlich, dass menschliche Organe in Tieren heranwachsen, aber wenn es funktioniert und die Tiere nicht leiden müssen, sehe ich da kein Problem.
    Das mit der Überbevölkerung finde ich als Grund ziemlich komisch. Ich würde mir nie anmaßen einen Menschen an Organversagen sterben zu lassen nur weil es zu viele Menschen gibt. Dieses Argument kann man bei allen medizinischen Versorgungen bringen, aber ich bin froh, dass die Zeiten (zu mindest bei uns) vorbei sind, dass viele Kinder wegen fehlender Versorgung früh gestorben sind.
    Für mich sollte man das Überbevölkterungsproblem anders lösen. Wenn es den Menschen besser geht und sie auch nicht angewiesen darauf sind, werden sie auch nicht so viele Kinder gebähren.
    Wenn ich mir recht überlege ist es auch nicht schlimm, das Rentenalter zu erhöhen wenn wir auchdeutlich länger leben. Jetzt kann man natürlich das Argument bringen, dass die alten Leute den jungen die Arbeit nehmen, aber das ist eher ein Wirtschafts/Politikproblem was anders als mit dem sterbenlassen von Menschen gelöst werden sollte.


    Zum Klonen:
    aber auch wenn man ein Organ klont, muss es irgendwo wachsen. Soweit ich weiß gibt es noch keine Möglichkeit größere Organe rein künstlich lange Zeit zu versorgen. Nährlösungen funktionieren nur bei kleinen Schichten, aber nicht mit einer ganzen Leber. Vielleicht wird das mal möglich sein und es wird sicher auch fieberhaft daran geforscht, aber ich denke es ist besser auf mehrere Verfahren zu setzen.

    Der Flügelschlag eines Schmetterlings über der Karibik kann einen Wirbelsturm in China auslösen.
    Tötet alle Schmetterlinge!

  • Sicher ist das befremdlich, dass menschliche Organe in Tieren heranwachsen, aber wenn es funktioniert und die Tiere nicht leiden müssen, sehe ich da kein Problem.

    Und auch wenn sie Leiden, interessiert es sowieso kaum jemanden.
    Wir werden nicht allzu viel über diese Tiere erfahren, davon gehe ich mal aus.
    Also was solls, ein Schaf weniger - eine ganze Herde weniger... Hauptsache der Mensch lebt über seinen eigenen Tod hinaus.


    "Wenn man Ehrfurcht vor dem Leben hat, respektiert man auch seinen eigenen Tod" Das hat ein Freund zu mir gesagt, bevor er gestorben ist. :pflaster:
    Die Medizin steht in unserer Gesellschaft über allem - über Mensch und Tier... Und das finde ich einfach sehr traurig, das für uns Tiere weiter leiden müssen, wir werden nie zufrieden sein, mit dem was wir bereits erreicht haben.


    Grüße von Yen.

  • Man braucht Organspenden nicht in jedem Fall, um überhaupt zu überleben. Die Medizin ist so weit, dass man heute auch mit einigen Organen trotz eingeschränkter Funktion weiterleben kann - mit extrem vielen Einschränkungen, ständigen Krankenhausaufenthalten usw. Ich kann es gut nachvollziehen, wenn ein davon Betroffener lieber normal leben würde, selbst wenn dafür ein Schaf sterben müsste, das ein Spenderorgan getragen hat. Für manchen Empfänger könnte das vielleicht sogar leichter zu ertragen sein, als die Gewissheit, dass ihnen nur geholfen werden konnte, weil ein junger Mensch, dessen Werte passten, bei einem Verkehrsunfall gestorben ist. Was sollen also solche Vorwürfe?


    Wie gesagt: Ich bin mir nicht einmal sicher, ob Tiere überhaupt als Organspender für Menschen in Frage kämen. Wenn nicht, ist diese ganze Diskussion ohnehin sinnlos.

  • Aber wo soll man die Grenze ziehen?
    Bei Medikamenten gibt es z.B. auch viele Tierversuche, aber ich will mir lieber nicht vorstellen wie es wäre ohne Medikamente. Wenn man nach deiner Logik gehen sollte, dann hätte man sie auch vor zwei Hundert Jahren anwenden können. Dann gäbe es nicht die heutigen Mittel. Herzinfarkte oder Schlaganfälle wären das sichere Todesurteil. Viele Krankheiten wären deutlich schwerer zu ertragen...
    Wer soll entscheiden, wann es in Ordnung ist, dass jemand stirbt? Wenn es Gottes Wille ist, dass die Menschen sterben (oft an banalen Dingen), dann schei** ich auf Gott. Ich finde den Satz auch blöd, wenn die Leute sagen, dass die Ärzte/Forscher Gott spielen. In der Steinzeit hat man auch Kopfoperationen gemacht, war das auch schon Gott spielen?
    Sicher bringt Fortschritt viele negative Punkte, aber eben auch gute und deswegen ihn gleich zu verteufeln finde ich nicht gut.
    Ich bin froh, dass es z.B. Psychopharmaka gibt, die es vor 50 Jahren nicht gab. Ohne diese wäre ich vielleicht schon tot. Das Problem ist, dass solche neuen Sachen sehr befremdlich sind ich finde man sollte auch gut abwegen ob die Nutzen vertretbar sind, aber es gleich komplett abzulehnen weil es wieder mal ein neuer Schritt ist, der ganz fremd ist....

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  • Das sind keine Vorwürfe (ich werfe niemanden was vor), das ist nur mein Résumé.
    Über das Thema Tierversuche gibt es ja schon einen Thread, darin habe ich einige Links eingebunden, die klar aussagen, das viele Medikamente nicht das Ergebnis beim Menschen erzielen wie bei Tieren...


    Die Frage die ich mir bei dem Stelle, für wen bringt sie gute Ergebnisse - für den Menschen. Für den Rest weniger...
    Aber das würde den Thread sprengen.
    Ich finde es halt furchtbar das Tiere für uns Menschen leiden müssen und wir das so ohne weiteres hinnehmen. Aber auch das ist ein anderes Thema.


    Grüße von Yen.

  • Hier lautet meine Devise: Mehr Forschung, weniger Versuche. Das Ganze ist ziemlich heikel, vor allem weil die Medizin mittlerweile eine Industrie ist wie jede andere auch. Wie definiert man jetzt, ob ein Tierversuch legitim ist oder nicht? Hat man Psychopharmaka auch bei Tieren getestet? Schlussendlich sind wir Menschen die letzten Versuchskaninchen (ich mag das Wort eigentlich überhaupt nicht) der Pharmaindustrie.


    Es ist schon richtig, dass ohne Tierversuche wir in der Medizin nicht so fortgeschritten wären, wie wir es jetzt sind, jedoch denke ich, dass wir durch bessere Forschung einige Tests hätten auslassen können. Leider kostet das Forschen sehr viel und ist in Anbetracht der heutigen wirtschaftlichen Lage nicht interessant.

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    Erich Fromm

  • Auch auf die Gefahr hin, das man nie erfährt von wem die Organe stammen... Da wird lieber ein Schaf genommen als das Organ eines Menschen, der alles sein könnte, vom Phädophilen bis zum Mörder...

    Das verstehe ich jetzt nicht. Die Theorie vom zellulären Gedächtnis konnte nie hinreichend bewiesen werden, daher sollte es egal sein, wer der Spender zu Lebzeiten war.
    Organ- und Blutspende ist kein menschliches Privileg mehr. Sie findet auch in der Veterinärmedizin Verwendung. Leider nur bei Tieren, die süß aussehen und deren Leben jemandem etwas wert ist. Hunde, Katzen...du weißt schon... ;)


    Liebe Grüße, Sina

    "Man behauptet von mir, ich sei wahnsinnig - aber es ist doch die Frage, ob der Wahnsinn nicht die höchste Stufe der Durchgeistigung ist."

    -Edgar Allan Poe


    "Ausländer sollen anständiges Deutsch sprechen? Was ist "anständiges Deutsch"? Die meisten Kölner können schon in der Eifel nicht mehr nach dem Weg fragen."

    -Volker Pispers

  • Zitat

    Das verstehe ich jetzt nicht. Die Theorie vom zellulären Gedächtnis konnte nie hinreichend bewiesen werden, daher sollte es egal sein, wer der Spender zu Lebzeiten war.

    Ich habe Gestern noch mal über das ganze Thema nachgedacht und auch mit meiner Frau gesprochen, die ja auch schon einige Tote zu Gesicht bekam, bzw. während des Sterbens und kurz nach dem Tod auf der Unfallstelle war. Sie hat ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, ganz unabhängig von unserem Kennenlernen (ich konnte sie also nicht dahingehend Beeinflussen) und auch viele andere Polizisten/Sanitäter/Ärzte konnten diese Erfahrung machen. Wenn nach dem Tod erst die Seele (oder etwas anderes - ich weiß nicht wie man es nennt) des Menschen geht, dann bedeutet das, das während der Organspende die Seele im Körper ist.


    Wer jemals dabei gewesen ist, während ein Mensch stirbt, wird die Veränderung nicht abstreiten können.
    Das gleiche gilt für Tiere.
    Und das bedeutet wiederum wir wissen letztendlich nicht was die fremden Organe in uns bewirken, es kann sein, das es nur eine winzig kleine Veränderung ist, die kaum jemand mitbekommt. Es kann aber auch sein, das der Organspender zum Teil von uns wird...
    Damit meine ich, wenn die Seele den Körper erst dann verlässt, kurz nachdem der Mensch verstorben ist, ist sie im Körper wenn die Organe entnommen werden. Für mich ist der Tod eines lebenden Wesens erst dann eingetroffen, wenn ich die Seele nicht mehr spüre.
    Ich empfinde es also so, das man womöglich einen lebenden Menschen die Organe entnimmt (ich werde hier hoffentlich nie anwesend sein - daher das Wörtchen: Womöglich)
    Ich weiß das hört sich sehr spacy an. Aber ich kann halt nur aus meiner Erfahrung sprechen und da reih ich mich ein, unter denen die miterleben konnten, wie ein lebendes Wesen stirbt.


    Kurz um, ich glaube an ein Zelluläres Gedächtnis, als mögliche Erklärung meiner Erfahrung.


    Wiki schreibt darüber folgendes:

    Zitat

    Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass auch einzelne Zellen für äußere Reize in Form von Strom oder Wärme ein zumindest kurzfristiges Erinnerungsvermögen besitzen


    Aber nicht nur in Wikipedia finden sich Artikel.
    Es mag ja sein, das man den Gedanken weit von sich weißt. Aber letztendlich wird man sich hier nur auf Aussagen von Betroffenen berufen können und da gibt es mittlerweile eine Menge Literatur über Menschen die fremde Organe bekommen haben und das Gefühl haben auch eine geistige Veränderung durchlebt zu haben.


    Liebe Grüße von Yen.


    Quellen:
    Letztere Quelle handelt zwar von einer Pflanze, soll hier aber zeigen, das in der Natur ein Zellgedächtnis nachgewiesen wurde....


    http://www.sueddeutsche.de/wis…-frueheres-leben-1.977216
    http://de.wikipedia.org/wiki/Z…d%C3%A4chtnis#cite_note-4


    http://www.proplanta.de/Agrar-…ur_article1286626128.html

  • Dass viele Menschen nach einer Organtransplantation das Gefühl haben, auch Eigenschaften des Spenders übertragen bekommen zu haben, habe ich auch schon gelesen (irgendwo in PM, den Artikel gibt es Online). Ob das wirklich möglich ist, ist aber nicht erwiesen. Ich würde es gar nicht ausschließen. Die Zellen des menschlichen Körpers kommunizieren schließlich miteinander. Wenn irgendeine Situation (zum Beispiel der Anblick eines leckeren Eis oder das Hören des Gebrülls eines Löwen) eintritt, dann reagiert nicht nur das Gehirn, sondern auch der Körper, damit alle Zellen, die damit zu tun haben, informiert werden. Auch kommt es vor, dass sich die DNA in einigen Zellen (zumindest im Gehirn) anders einstellt, wenn immer wieder dieselbe Situation vorkommt. So produzieren Menschen, die als Kinder missbraucht werden, oft auch als Erwachsene besonders viele Stresshormone, weil der Körper sich auf den Dauerstress in der Kindheit eingestellt hat. Das ist nachgewiesen, und warum sollte das nicht auch bei anderen Organen funktionieren, die ja sowieso durch die Nerven alle mit dem Gehirn und somit auch untereinander verbunden sind?


    Angeblich soll sich sogar der Spiegel von Stresshormonen in abgenommenem Blut erhöhen, wenn derjenige, dem es abgenommen wurde, in ein paar Metern Entfernung (Nebenraum) einen aufwühlenden Film sieht; der Stress soll sich in diesem Fall quasi auf geringe Entfernung durch die Luft auf die Blutzellen übertragen). Das ist aber, glaube ich, noch nicht wissenschaftlicher Konsens.


    Ich halte die Übetragung von Eigenschaften des Spenders auf den Empfänger also für möglich, glaube aber nicht, dass das bedeutet, dass damit ein Stück "Seele" übertragen wird. Außerdem wäre diese Eigenschaftsübertragung sicherlich nur kurzfristig, weil sich das fremde Organ ja an den Empfänger anpassen muss. Zumindest, wenn es sich nur um Moleküle wie die erwähnten Stresshormone handelt, müssten diese bald abgebaut werden.


    Und was eine mögliche "Übertragung der Seele" betrifft: Sicherlich haben viele User schon mal Blut gespendet. Sich in den Finger geschnitten, also Blut verloren, hat bestimmt jeder von uns schon mal. In jedem Blutstropfen gibt es nicht nur Stresshormone, die das Gehirn (und damit das Handeln und Denken) beeinflussen, sondern auch komplexe Zellen. Man verliert also bei der Verletzung oder Blutspende echte Teile seines selbst. Trotzdem wird wohl noch nie jemand das Gefühl gehabt haben, mit dem Blut auch einen Teil seiner Seele verloren zu haben. Wer Blut spendet, weiß meistens nicht einmal, was mit seinem Blut geschieht, und ob es überhaupt jemals einem Menschen übertragen oder nicht anderweitig gebraucht wird. Seine Seele bleibt in jeden Fall intakt.
    Mit anderen Worten: Ich glaube nicht, dass eine Organspende wirkliche Auswirkungen auf die Seele von Spender oder Empfänger haben wird. Die Seele des Empfängers regeneriert sich mit der Genesung, und von der Seele des Spenders geht überhaupt nichts mit hinüber. Genauso wenig wie bei einer Blutspende.

  • Yensaya, du entwickelst hier gerade ein Wunschdenken."Die Seele verlässt den Körper" würde heissen, dass die Seele nach dem Tod weiterlebt und es somit ein Leben nach dem Tod gibt. Typisches Beispiel um mit dem Tod klarzukommen :)

    „Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“


    „Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“


    „Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung".“


    Erich Fromm

  • Yensaya, du entwickelst hier gerade ein Wunschdenken."Die Seele verlässt den Körper" würde heissen, dass die Seele nach dem Tod weiterlebt und es somit ein Leben nach dem Tod gibt. Typisches Beispiel um mit dem Tod klarzukommen

    Da hast du mich falsch verstanden. Ich finde es schwierig hier das zu beschreiben was ich fühle - bzw. was ich erlebt habe.
    Weil ich einfach keine richtigen Worte hierfür finde.


    Ich will es mal versuchen, anhand eines Beispiels:
    Ich habe schon mal davon geschrieben (Vision) - eine Nachbarin von mir hat sich das Leben genommen, sie ist vom 7 Stock eines Hochhauses gesprungen, indem ich auch gelebt habe.
    Ich war an dem Tag zuhause und habe alles mitbekommen. Ich bin nach Draußen gerannt und war als erste an der Stelle an der sie aufgekommen ist. Sie hat noch gelebt und ist dann in meinen Armen gestorben.


    Ich versuche zu beschreiben was ich erlebt habe:
    Kurz nachdem sie tot war, fühlte ich eine Art ziehen in ihrem Körper, das nach Außen drang und dann weg war. Sie lag noch in meinem Arm und fühlte so eine Art krampf, nicht sichtbar. Und dann war sie leer. Da war nichts mehr da.
    Ich meine jetzt nicht das Leben an sich, sondern meine Gefühle. Ich fühlte gar nichts mehr für sie.
    Kein Mitgefühl oder dergleichen - gar nichts.
    Allerdings fühlte ich etwas über ihr, ich hatte also Mitgefühl mit der Luft über ihr. So verrückt es klingt. Meine ganzen Gefühle gingen dorthin, von ihr weg Richtung oben. Und dann war da gar nichts mehr. Es war vorbei.


    Das gleiche ist mir bei den Tieren auch schon aufgefallen, während des Sterbeprozesses, fühle ich sie und kurz nach dem sie tot sind, fühle ich nur noch mit dem was über ihnen ist und dann ist es vorbei - weg.
    Als ich noch ein Kind war, ist mir ähnliches passiert, ein Kind starb in meiner Gegenwart. Bis zu ihrem Tod habe ich sie gefühlt, danach nicht mehr, das Gefühl wie Mitgefühl, Trauer, alles ging von ihr weg, blieb eine Weile über ihr hängen und dann war es weg.


    Ich glaube das hat mit meiner Empathie zu tun, wissen tue ich es allerdings nicht.


    Ich habe keine Angst vor dem Tod, oder Angst vor dem Sterben allgemein. Es ist für mich eine Erklärung für den Begriff Seele. Auch wenn ich dem Buddhismus (die Buddhisten glaube nicht an eine Seele) hier eher einen Glauben schenke als einer anderen Religion ist es für mich Realität das etwas den Körper verlässt wenn man stirbt. Das passiert bei allen Lebewesen, egal ob nun Mensch oder Tier.


    Wenn aber die Organe vor dem eigentlichen Tod entnommen werden, was passiert dann mit dem Menschen?
    Wenn meine Erlebnisse und Gefühle wirklich Wahr sind, was dann?


    Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre mit vielen Sanitätern, Polizisten und Ärzten zu diesem Thema unterhalten und jeder bestätigt mir meine Beobachtung.
    Also muss etwas wahres daran sein.


    Grüße von Yen.

  • Falls die Seele mehr sein sollte als ein Zusammenspiel der Nervenzellen im Gehirn, und falls sie beim Sterben den Körper verlassen sollte, so wird das spätestens beim Hirntod der Fall sein. Und vorher dürfen Organe (zumindest bei uns) gar nicht entnommen werden. Die Seele wäre dann also bei der Organspende schon lange "draußen".

  • Selbst wenn die seele schon längste draussen ist, ist der körper noch mit den erinnerungen meiner gliebten menschen verbunden, die die mich kannten, die die mich eben als leiche so sehen, jeder hat ein anderes gefühl von mir...;-) selbst wenn es sich so hohl und leer anfühlt, wie yen es beschreibt, hat man "meinen" körper immernoch mit würde zu behandeln, dazu gehört auch der "zeremonielle" umgang mit dem leblosen körper, sp sehe ich das...schon unsere vorfahren praktizierten unzählige riten nach dem ableben ihrer geliebten, ob sie alle immer an die seele glaubten, weiss ich nicht, aber sie glaubten an den menschen, der der tote mal war...;-) sowas nennt sich im laufe der entwicklung sozialisierung, man trauert und verabschiedet sich von einem geliebten menschen auf ruhige und würdevolle weise und genau da liegt meiner meinung nach auch das problem...;-) Selbst wenn das seelchen schon nicht mehr da ist, würde ich nie wollen, dass z.b. meine mutter, die gerade verstorben ist, ausgehölt in einem sarg liegt, ich finde das tatsächlich pietätlos. Hier geht es um respekt und ehrfurcht vor dem toten. Wenn man sich durchliest, wie die organspender "geschlachtet" werden, ist es genau das, pietätslos. Keine ahnung, ob ihr schon mal wenigstens einmal im op ward. Ich hatte dieses erlebnis letzes jahr zum ersten mal. Es war zwar keine grosse op, aber ich bekam auch eine vollnarkose. Der op saal war arschkalt, die schwestern und die ärzte machten untereinander noch ihre witze und ich bekam ohne grosse worte meine nadel in den arm gerammt, danach hatte ich es mit aller mühe es geschafft, irgendwann mal aufzuwachen, da mein blutdruck sich einfach nicht erholen wollte. Das war für mich neben der geburt meines sohnen, wo ich auch eine sehr unfreundliche hebamme an meiner seite hatte, eines der schrecklichsten erlebnisse, die ich je hatte. Ich kam mir vor wie ein stück vieh. Vor allem, weil wir alle 30 min ( wir waren 8 patienten an diesem tag ) wie am fliessband "abgeholt" wurden. Vielleicht bin ich zu dünnhäutig, aber es hat mich schockiert. Genauso schlechte erfahrungen habe ich generell mit ärzten gemacht, aber das würde jetzt zu persönlich werden...Ich bin vielleicht ein gebranntmarktes kind, doch kann ich mich des eindrucks nicht erwehren, dass diese organspendeprodedure und der gedanke, dass organe von mir woanders weiterleben bzw. umgekehrt auf eine skurile art horror ist.
    An ein zelluläres gedächtnis glaube ich schon lange, dazu habe ich hier im letzen jahr einen artikel verlinkt, der ein experiment dazu erläuterte...;-)
    Ich will keine ausreden finden, sondern mein denken und fühlen sprechen eine eindeutige sprache. Ich fühle mich verbunden mit meinem körper und meiner seele, habe viele fehler in meinem leben gemacht, jedoch betrachte ich den, meine organe abzugeben als einen der grössten, den ich mir jemals antun könnte...;-)


    http://de.wikipedia.org/wiki/Piet%C3%A4t

    Es ist erstaunlich, dass der mensch nur hinter seiner maske er selbst ist...


    ( A.E. Poe )

    Einmal editiert, zuletzt von Andersich ()

  • An ein zelluläres gedächtnis glaube ich schon lange, dazu habe ich hier im letzen jahr einen artikel verlinkt, der ein experiment dazu erläuterte...;-)

    Könntest du den Artikel noch mal einbinden?
    Ich versteh ziemlich gut was du meinst... ähnliche Erfahrungen in Krankenhäusern habe ich auch machen dürfen. Wobei ich weder den Ärzten noch den Krankenschwestern das Übel nehme, die Leute sind einfach überfordert, verständlicher weise.


    Dietlinde, ich bin mir nicht sicher, ob ein Hirntod wirklich Tot bedeutet. Vielleicht im herkömmlichen Sinne ja.
    Ich weiß es halt nicht, ich zweifle aber, ob wir wirklich wissen, wann der Tod eintrifft, wir gehen von sichtbaren Anzeichen aus, Hirnaktivität, Herzschlag, Blutdruck usw.
    Aber die Seele (wenn es wirklich eine ist) ist nicht sichtbar für uns.
    Man kann diesen Zustand weder richtig beschreiben, noch annähernd sichtbar machen. Es ist und es wird (so denke ich) ein Mysterium bleiben.


    Liebe Grüße von Yen.

  • Moin!

    Angeblich soll sich sogar der Spiegel von Stresshormonen in abgenommenem Blut erhöhen, wenn derjenige, dem es abgenommen wurde, in ein paar Metern Entfernung (Nebenraum) einen aufwühlenden Film sieht; der Stress soll sich in diesem Fall quasi auf geringe Entfernung durch die Luft auf die Blutzellen übertragen). Das ist aber, glaube ich, noch nicht wissenschaftlicher Konsens.

    Naja, damit wären wir jetzt aber schon bei Quantenverschränkung oder morphogenetischen Feldern. ;)
    Ich bin ja in der Regel nicht so pingelig, aber da möchte ich dann doch schon mal ganz gerne einen Link zu dieser Aussage haben.


    Als ich zwei Jahre alt war, erkrankte ich am Hämolytisch-urämischen Syndrom). Ausgelöst durch das, was wir heute EHEC nennen (ja, unsere Kühe waren schuld, oder besser gesagt die neue Methode, Tiere vom Verdauungstyp "Graser" mit hochenergetischem Mais zu füttern. Es lebe die Fleischindustrie! :roll: ). Meine weißen Blutkörperchen fingen an, die roten zu zerstören. Ich hing an der Dialyse und habe, laut Aussage meiner Mutter, insgesamt mehr als 30 Bluttransfusionen mitgemacht (allein das ist schon ein Grund, sich zu revangieren!). Das ist ein vielfaches mehr, als mein kleiner Körper damals überhaupt in sich hatte. Demnach wurde ich bluttechnisch komplett ausgetauscht.
    Ich denke jedoch nicht, dass ich deswegen ein anderer Mensch wurde. Oder gleich zu mehreren Menschen. Eine Identitätsstörung habe ich jedenfalls nicht. ;)


    Grüße, Sina

    "Man behauptet von mir, ich sei wahnsinnig - aber es ist doch die Frage, ob der Wahnsinn nicht die höchste Stufe der Durchgeistigung ist."

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    "Ausländer sollen anständiges Deutsch sprechen? Was ist "anständiges Deutsch"? Die meisten Kölner können schon in der Eifel nicht mehr nach dem Weg fragen."

    -Volker Pispers

    Einmal editiert, zuletzt von Corvus Corax ()

  • Corvus Corax:


    Nein, die Erklärung für die Erhöhung der Stresshormone im Blut war, dass das Herz des dazugehörigen Menschen durch den Film so heftig geschlagen hätte, dass die Blutzellen das über die paar Meter mitbekamen, einen Notfall „vermuteten“ und entsprechend reagierten. Nichts mit Verschränkung und morphogenetischen Feldern.


    Es war ein Artikel in PM:
    http://www.pm-magazin.de/t/psy…rt-die-seele-mit?page=0,3
    Seite 4 dieses Artikels, der recht gut zu unserer Diskussion passt.


    Wie gesagt: Meiner Meinung nach wird, selbst wenn die Geschichten in diesem Artikel wahr sein sollten, nichts von der Seele des Spenders übertragen. PM ist in den letzten Jahren auch ziemlich esoterisch geworden.