• ... auch Bubak, oder (wie ich zum 1. Mal von ihm hörte) Huckup genannt.
    Damals fiel mir das Motiv zum ersten Mal bei einem Spziergang durch Hildesheim auf. Eine Skulptur in der Stadt zeigt eine Gestalt,
    die einem Mann auf dem Rücken sitzt und ihn nach unten drückt. (Denkmal v. Carl Röder 1905)


    Die Inschrift des Sockels erzählt:
    "Junge, lat dei Appels stahn,
    süs packet deck dei Huckup an /
    Dei Huckup is en starken Wicht,
    hölt mit dei Stehldeifs bös Gericht."


    Daraufhin befasste ich mich etwas genauer damit und fand die Sage des Volksmunds vom Aufhocker, einem koboldartigen Geist,
    der Wanderern auf den Rücken springt und diesem dadurch körperlichen und psychischen Schaden zufügt.
    Die Legende kursiert weitreichend in verschiedenen Abwandlungen und verschmilzt teils mit anderen Sagen.


    Aufhocker


    Vielleicht die Personifizierung des schlechten Gewissens der damaligen Zeit? :)


    Beste Grüße, Zayi

  • Hallo! Danke für diesen interessanten Beitrag! Ich hatte bis jetzt noch nie von solchen Wesen bzw. Scheinwesen gehört oder gelesen. Irgendwie erinnern diese Beschreibungen an Alben, die sich Nachts auf den Brustkorb von Menschen legen und Albträume und Atemnot hervorrufen.


    Ich kann mir, genauso wie du, gut vorstellen, dass es sich bei solchen Wesen um Allegorien von schlechtem Gewissen, unbekannten Krankheiten, Ängsten oder Gefühlen handeln soll. Um einer Sache einen Namen zu geben und nicht gleich immer den Teufel an die Wand zu malen, könnten solche Figuren und Mythen erschaffen worden sein.


    Konntest du herausfinden, aus welcher Zeit dieser Mythos stammt? Dieses Denkmal stammt laut deiner Ausführung aus dem Jahre 1905, jedoch bin ich mir sicher, dass so eine Legende viel viel älter ist - wie gesagt, es erinnert doch sehr stark an den mittelalterlichen Alb-Mythos.


    lg,
    Botrytis

  • Hallo Botrytis :)


    Der Volksglaube an den Aufhocker ist scheinbar sehr eng mit dem an Wiedergänger verbunden, hält sich aber hauptsächlich im deutschen Raum,
    wohingegen andere Wiedergänger (Draugr, Vampire, Nachzehrer, usw.) auch in anderen Gebieten wichtige Rollen spielen.


    Wie alt der Glaube an den Aufhocker ist, habe ich zwar noch nicht genau heraus gefunden, aber Fakt ist, dass es diesen Mythos schon weit vorher gegeben haben muss.
    Der Glaube an Wiedergänger wird ja so 17. - 18. Jhrdt. datiert, reicht aber sicher auch viel weiter zurück. Aberglaube gab es ja quasi "schon immer". ;)
    Ich kann jedenfalls aus 1. Hand sagen, dass der Bubak seinen Platz in den sorbischen Mythen hat und auch diese werden ca. aufs 17./18. Jhrdt. datiert.


    Übrigens:
    Angeblich gibt es einige Sagen, in denen es dem Angegriffenen gelang, sich von dem Aufhocker zu befreien, indem sie Gebete oder bestimmte Sprüche aufsagten, die den Aufhocker dann bannten oder den Wanderer von ihm erlösten. Gerade in katholisch geprägten Gebieten, soll diese Sage wohl damals eng mit dem Seelenglauben verbunden gewesen sein. .. Kann das vielleicht als "Beichte" oder soetwas in der Art interpretiert werden? Und das wiederum würde wieder dafür sprechen, dass es sich beim Aufhocker um eine Allegorie für Dinge handelt, vor denen sich die Menschen damals fürchteten, oder die sie nicht verstanden.


    Beste Grüße :)


    PS: Der Alb war auch eins der ersten Dinge, an die ich denken musste. Aber oft sind solche Volksglauben ja auch untereinander sehr vermischt.

  • Zitat von Botrytis

    es erinnert doch sehr stark an den mittelalterlichen Alb-Mythos.

    Der Alb-Mythos und seine Verwandten wie Druden, etc. gehen aber sicherlich auf ein weit verbreitetes Schlafphänomen zurück,
    einer Variante der Schlafparalyse, bei der die halb schlafende Person denkt, eine Gestalt würde auf ihr sitzen und auf den Brustkorb drücken.
    Davon berichten auch heute noch viele Menschen.
    Beim Aufhocker kann ich dies so nicht herleiten.