Rechtes Gedankengut - ein leidlich kurzer aber ernstgemeinter Aufruf zur Vorsicht

  • Hallo liebe Forengemeinde.


    Wir beobachten mit Bedauern die aktuellen Entwicklungen in einigen Threads, allen voran im Islam-Thread.


    Das Paraportal wurde als "neutraler Boden" für diejenigen geschaffen, die Antworten suchen. Grenzwissenschaftliche Themen, sowie Diskurse über Philosophie, Religion und andere 'schwierige Stoffe' sollten unvoreingenommen und mit Rücksicht aufeinander besprochen werden können. Auch wenn das Forum sich nach einiger Zeit in ein von Skeptikern dominiertes Pflaster wandelte, war unsere Zielsetzung weiterhin jedem interessierten User kostenfreien Zugang zu Wissen und neuen Erkenntnissen zu ermöglichen. Oder etwas weniger dick aufgetragen: Wir wollten Spaß an Diskussionen haben und den Austausch unter Gleichgesinnten fördern.


    Nun ist das Paraportal - bei aller Denk- und Redefreiheit - auch immer ein Ort gewesen, der stark polarisiert hat, und der deshalb per se einer gesteigerten Regulation bedarf. Für ein ehrenamtliches Team wie unseres, das die Aufgabe übernimmt, ein so großes Forum zu pflegen und zu betreuen, während jeder einzelne Familie, Beruf und Alltagssorgen in Einklang bringen muss, ist es daher immer besonders schmerzlich, sich den Vorwürfen des 'Machtmissbrauchs', der Zensur und der Willkür ausgesetzt zu sehen. Obwohl wir alle Menschen sind und daher per Definition nicht ganz fehlerfrei, sind unsere Entscheidungen - das unterstelle ich jetzt - in den meisten Fällen fair und nachvollziehbar, und dienen vorrangig dem Zweck, das Klima im Forum positiv zu halten. (Mehr dazu hier)


    Seit einiger Zeit diskutieren wir nun schon, wie wir mit den - unseres Erachtens - ausufernden rechtsradikalen Meinungsbekundungen und den darauf folgenden, immer gleichen Streitereien umgehen sollen. Zum einen möchten wir eine offene Gesprächsgrundlage bieten, in der keine Einstellung oder Haltung von vorneherein verteuefelt wird, zum anderen ist es enorm subjektiv, was nun gegen moralische Grenzen verstößt, und was nicht. Lassen wir bewusst provokante Aussagen stehen und sehen zu, wie die User sich im Thread offen zu beleidigen beginnen, was in einem langwierigen und peinlichen Zickenkrieg resultiert, wie in o.g. Islam-Thread, oder entfernen wir anstößige Passagen und sperren den Verursacher, müssen uns dafür aber das Lied vom politischen Hass, der Unterdrückung und Diktatur anhören, bzw. in seitenweise Rechtfertigungsmails in unserer knappen Freizeit selbst durchlesen.


    Die Forenregeln sprechen dazu eine recht eindeutige Sprache.


    Zitat

    §12 - Die Verbreitung von linksextremen oder rechtsextremen Gedankengutes wird im Forum nicht geduldet und mit einer dauerhaften Verbannung geahndet.


    Außerdem gilt die Nettiquette, die als verbindlicher Teil der Forenregeln einen respektvollen Umgang unter allen Usern gewährleisten soll.


    Ich sehe die Notwendigkeit, dieses Board davor zu beschützen, sich in einen von Hass und Dummheit vergifteten Kindergarten zu verwandeln. Der "Austausch" der entsteht, wenn links- und rechtsextreme Parolen aufeinanderprallen, generiert nicht die Art von konstruktiver Gesprächsatmosphäre, die wir erreichen möchten. Wie der Islam-Thread deutlich zeigt, schaukeln sich diese Gespräche (ich scheue mich fast es so zu nennen, würde dies doch implizieren, dass man aufeinander ein-, und nicht bloß aufeinander losgeht) so lange hoch, bis man sich mehr oder weniger subtil Beleidigungen und Anfeindungen um die Ohren schlägt.


    Wir können und wollen keine Meinungen verbieten. Was wir aber sogar verbieten müssen, sind jegliche Art von Intoleranz und Respektlosigkeit, die dazu führen, dass Menschen sich angegriffen fühlen.
    Wer weiterhin glaubt, seine politisch fragwürdige Einstellung so lautstark, ungesittet und penetrant unüberlegt wie bisher kundtun zu müssen, hat künftig mit ernsten Sanktionen, bis hin zum dauerhaften Bann zu rechnen.


    Principiis obsta...


    -- Exo

    Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.
    -- George Bernard Shaw