Was können wir für die Cannabis-Freigabe tun?

  • Zitat

    Viel mehr ist es wohl so, dass bei den Spritzern die Hemmschwelle sowieso schon weiter unten liegt als bei den anderen Menschen.


    Na Du, ich weiss ja nicht! :) Ist schon ein Unterschied, an einer Zigarette zu ziehen oder ein Hasch-Brownie zu spachteln als sich ne Nadel reinzujagen, oder? Ich denke, wer das tut, der tut es wirklich nur, weil der momentane Kick einfach nicht mehr reicht. Das macht man doch nicht einfach mal so "Ach ich probier das jetzt mal".

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Heroin-konsumenten haben auch erst geraucht, z.B. Joints mit Heroin gemischt oder Rohopium als Rauchzutat., lediglich die Sucht führt dann zum spritzen.
    Allerdings gibt es auch den Einstieg über Ecstasy, indem die Pillen mit Heroin vermischt sind.
    Fazit: Heroin-Konsumenten wurden also subtil/heimlich angefixt, und das funktioniert dann nur wieder beim Dealer.


    Beim Kokain ist es so daß das schniefen tatsächlich ausprobiert wurde, und in gewissen Kreisen sogar in ist. Hier traue ich auch einen Nichtraucher/-Kiffer den Einstieg zu.


    Bei anderen Rauchdrogen kann ich mir einem Umstieg von Cannabis zu härteren durch einfache Hemmschwellenüberwindung durchaus vorstellen.


    Ansonsten sehe ich das wie Sleepy, der überwiegend süchtige Kiffer wird den billigeren Dealer wählen. Der durchschnittliche Alkoholiker trinkt auch nur billigen Schnaps und keinen Qualitätsgetränke, gerade in Apotheken würden auch keine Qualitätshaschsorten wie, schwarzer Afghane, roter Türke usw angeboten werden.
    Es gibt auch Nichtraucher die sich manchmal ne Zigarre gönnen.

  • Ahhh, deswegen wird schon bei gelegentlichem Cannabiskonsum der Führerschein entzogen, selbst wenn der Fahrer nicht unter Drogeneinfluss gefahren ist


    Nur weil etwas gesetzlich ist, heisst das noch lange nicht, dass es Sinn macht. BTW, hast du dir das Video überhaupt angeschaut? Da gibt es keine grossen Unterschiede ob bekifft / nicht. Unter Alkoholeinfluss schon.


    Ahh. dann sind die Artikel in diversen Zeitschriften "Bild der Wissenschaft" z.B., alle nur erstunken und erlogen und die Forscher stützen sich gar nicht auf empirisch gewonnene Daten, sondern spekulieren nur? Gut zu wissen.


    Sie spekulieren nicht. Es gibt Flashbacks. Man kann sie nachweisen, aber für die einzelne Personen ist es unmöglich es wahrzunehmen, da es so wenig THC ist. Deswegen -> nicht der Rede wert.


    Ach und nur so nebenbei, ich kenne keinen der vor seinem ersten Bier einen Joint geraucht hat. Wenn du schon mit solchen Argumenten kommst, dann sind Alkohol und Zigaretten definitiv die Einstiegsdrogen überhaupt.

    „Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“


    „Vor allem müssen die Gesellschaftsformen, die der Liebe in Wege stehen, durch solche ersetzt werden, die sie fördern.“


    „Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung".“


    Erich Fromm

  • Zitat

    Da gibt es keine grossen Unterschiede ob bekifft / nicht. Unter Alkoholeinfluss schon.


    Alkoholikern merkst Du auch nicht an wenn sie Alkohol im Blut haben. Bei denen merkst Du, wenn es nicht so ist. Klar, jemand, der an regelmaessiges Kiffen gewoehnt ist, wird irgendwann nicht mehr darauf reagieren, aber bei den Leuten, die ich kenne, merkt man deutlich, wenn sie stoned sind. Und bei so ziemlich jedem, ob daran gewoehnt oder nicht, duerfte das Reaktionsvermoegen deutlich eingeschraenkt sein.

    Tina

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  • Klar wird das Reaktionsvermögen deutlich eingeschränkt, aber zu behaupten, dass Cannabis wegen Flashbacks gefährlich ist und jedem regelmässigen Kiffer(Auch wenn man nur 1x in der Woche raucht) der Führerschein entzogen wird ist einfach lächerlich.

    „Wir sind eine Gesellschaft notorisch unglücklicher Menschen ..., die froh sind, wenn es ihnen gelingt, die Zeit "totzuschlagen", die sie ständig zu sparen versuchen.“


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    Erich Fromm

  • Guten Morgen,


    Alkohol verursacht keine Flashbacks, THC wird in Fettzellen eingelagert und kann, wenn von dort frei gegeben, einen Rausch verursachen, ohne das Cannaboide zu diesem Zeitpunkt genossen werden. Passiert das während einer Autofahrt oder beim Bedienen einer Maschine...nicht gut


    THC ist ein psychoaktiver Wirkststoff. Nach dem Konsum beginnt der Körper diesen abzubauen. Zum größten Teil entsteht dabei ein Stoff den ich jetzt einfach mal THCO nenne (ich kann dir auch den Fachbegriff und die chemische Formel raussuchen wenn du möchtest). THCO ist ein sehr schwach psychoaktiver Stoff und wird auch vom Körper auch abgebaut. Dabei ensteht THCC (wiederum mein Begriff, wiederum such ich gerne noch Fachbegriff und chemische Formel heraus). THCC ist nicht psychoaktiv. Beide Stoffe werden in den Fettzellen eingelagert. Das ursprüngliche THC wird NICHT in Fettzellen eingelagert.


    Für den von dir unterstellten Flashback könnte also maximal das THCO verantwortlich sein, THCC ist nicht psychoaktiv. THCO ist bei weitem nicht so potent wie das ursprüngliche THC. Um einen relevanten Rauschzustand zu erzielen müssten die Fettzellen eine riesige Menge des THCO über einen langen Zeitraum ansammeln um sie dann auf einmal abzugeben. Das passiert so aber nicht. Das THCO wird nur nach und nach abgegeben und vom Körper eben auch wieder direkt abgebaut, so dass das nicht psychoaktive THCC entsteht.


    Die Auswirkungen des THCO auf den menschlichen Körper sind deswegen kaum vorhanden. Eine Mon Cherie zum Nachtisch zB hat vergleichsweise deutlich stärkere Auswirkungen was Reaktionsfähigkeit usw angeht.


    Deine "Flashbacks" sind eigentlich nur für eine Sache relevant. Und das sind diverse Drogenschnelltests der Polizei. Diese schlagen nämlich nicht auf das THC an sich an sondern auf die diversen "Abfallprodukte". Der Urintest ist zB auf das bloße Vorhandensein von THCC ausgerichtet. Diesen Schnelltests folgt daher auch immer noch ein Bluttest. Bei diesem Bluttest wird dann die genaue Konzentration der einzelnen Stoffe aufgedröselt. Aus dieser Konzentration lassen sich Rückschlüsse auf das Konsumverhalten ziehen. Dauer-, Langzeit- und Gelegenheitskonsum lassen sich so recht gut ablesen.
    Die Schnelltests sind nach wie vor Gegenstand diverser juristischer Verfahren, da sie recht ungenau sind.


    Ich habe jahrelang konsumiert. Gaub mir, wenn ich dir sage, dass ein Rauschzustand ohne Konsum unter Konsumenten DAS THEMA schlechthin wäre. Es gab aber nicht eine Person die mir davon berichtet hat. Auch mir selbst ist es nicht passiert. Du kannst auch gerne versuchen, jemanden zu finden der dir einen Erlebnisbericht zu einem "Flashback" geben kann. Du wirst da aber keine Kiffer finde. Die einzigen Leute die tatsächlich von Flashbacks erzählen sind Leute die selbst noch nie Cannabis konsumiert haben.


    - Menschen die Cannabis konsumieren sind wesentlich länger verkehrsuntüchtig als Menschen die Alkohol konsumieren.


    Frag mal ein paar Polizisten ob die lieber bei Besoffenen oder Bekifften mitfahren würden, wenn sie müssten.


    Cannabis bleibt länger im Körper nachweisbar, siehe oben. Insofern hast du im juristischen Sinne recht. Es gibt aber zahlreiche Studien zu genau dem Thema aus den Niederlanden. All diese Studien kamen zu dem Ergebnis, dass stark alkoholisierte Fahrer eine weitaus größere Gefahr für den Strassenverkehr darstellen als stark bekiffte Fahrer. Beide sollten nicht am Strassenverkehr teilnehmen, doch Alkohol erschwert das Steuern eines Fahrzeuges weitaus stärker.


    Definitiv falsch. jede Substanz kann körperlich abhängig machen, auch Cannabis. Man kann körperlich auch nach Schokolade süchtig werden. Der Körper zeigt Entzugserscheinungen, wenn er die Substanz nicht mehr bekommt.


    Ist trotzdem irrelevant. Es geht hierbei um die Schwere der Entzugserscheinungen. Und ich sage dir aus eigener Erfahrung dass die Entzugserscheinungen die der Körper bei einem Cannabisentzug zeigt ein Klacks sind. Es gibt 2 Erscheinungen von denen so ziemlich jeder berichtet. Es ist schwer einzuschlafen und in der Zeit in der man wach liegt beginnt man vielleicht zu schwitzen oder zu frieren. Das ist auch meine Erfahrung. Einige Freunde haben mir von Kopfschmerzen berichtet.


    Ansonsten gibt es noch Berichte über Verdauungsstörungen und Übelkeit. Ich hatte auch Freunde die mir davon berichteten. Aber jene mit Verdauungsstörungen nutzten Essen als eine Art Ersatzdroge. Da wurde ALLES gegessen. Daher tue ich mich schwer damit den folgenden Durchfall dem Entzug zuschreiben. Jene die von Übelkeit berichteten steigerten ihren Zigarettenkonsum aber auf Kette. Auch hier tue ich mich schwer die Übelkeit dem Entzug zuzuschreiben.


    Ahhh, deswegen wird schon bei gelegentlichem Cannabiskonsum der Führerschein entzogen, selbst wenn der Fahrer nicht unter Drogeneinfluss gefahren ist. Weil es ja so viel ungefährlicher ist, unter Cannaboiden Auto zu fahren. Sorry, das ist Blödsinn und Schönfärberei. Wer bewusstseinseintrübende Substanzen nimmt, hat am Steuer nichts verloren. Wer versucht das schön zu reden, fährt auch betrunken Auto. Wenn die Leute meinen sich selber gefährden zu müssen ist das ok, aber ein Fahrzeugführer gefährdet auch immer andere mit.


    Man bekommt bei Cannabis-Konsum nicht automatisch den Führerschein entzogen. Und vor allem besteht da keine Verbindung zwischen Führerschein-Entzug und langanhaltenderr bewusstseinstrübender Wirkung des Cannabis. Lass dir mal die behördlichen Mitteilungen der Leute zeigen denen man den Führerschein entzogen hat, nachdem sie in eine Polizeikontrolle gekommen sind, selbst wenn sie zu diesem Zeitpunkt nicht berauscht waren. Du wirst dort überall einen Abschnitt finden, der aussagt, dass der Führerschein entzogen wird, weil aufgrund der Rückschlüsse des Bluttests hinsichtlich des Konsumsverhaltens davon ausgegangen wird, dass der Betreffende sein Konsumverhalten nicht unter Kontrolle habe und es damit wahrscheinlich sei dass er auch im berauschten Zustand am Strassenverkehr teilnehmen wird.
    Der Führerschein wird präventiv entzogen.


    Diese Massnahme ist ebenfalls Gegenstand vieler juristischer Verfahren.


    Das Fahren mit einem Cannabis-Rausch ist sicherlich nicht ungefährlich. Das hat hier aber auch glaube ich niemand so behauptet. Du ziehst da aber einen Alkohol-Cannabis Vergleich. Und da schneidet Alkohol nun mal deutlich schlechter ab. Und verstehe mich nicht falsch. Das sage ich nicht als jemand der die Gefährlichkeit von Cannabis herunterspielen will um Argumente für eine Freigabe zu haben. Ich bin gegen eine Freigabe. Aber ich kenne beide Rauschmittel und habe jahrelange Erfahrung damit und kann Vergleiche daher aus erster Hand ziehen.


    Jedoch sinkt bei regelmäßigem Konsum von Cannaboiden die Hemmschwelle auch härtere Drogen anderer Machart zu probieren. Einerseits durch die Wirkung der Droge selber, andererseits durch einen "logischen" Überlegungseffekt, das das eine einem ja nicht schadet und man es kontrollieren kann, dann das andere bestimmt auch.


    Tut mir leid, aber das ist totaler Schwachsinn.


    Kann es sein, dass du Kiffer irgendwie für totale Vollidioten hältst? Ich kann meinen Cannabis-Konsum kontrollieren also kann ich ruhig auch Heroin nehmen...das ist ungefähr so als wenn ein Autofahrer sagt: "Hey...ich kann mein Auto rückwärts in der Garage parken, da gelingt es mir sicherlich auch eine Boeing 747 zu starten, ins Weltall zu fliegen und an der ISS anzudocken!"


    Menschen werden in der Regel von jemanden zum Drogenkonsum verführt. Meistens sind das Freunde die selbst konsumieren. Diese loben nun den Rauschzustand, erzählen wie toll es zum Abschalten sei und bla bla bla.


    Und da hat nun jeder Mensch eine eigene Drogentoleranz. Die wird nicht vom Konsum von Drogen beeinflusst sondern von Umfeld, Elternhaus, Erziehung, Wissensgrad, Selbstbild, Intelligenz und und und. Da spielen unglaublich viele Faktoren mit rein.


    Hat ein Mensch nun die Möglichkeit eine Droge zu komsumieren reagiert er entsprechend seiner Toleranz gegenüber Drogen im allgemeinen und speziell dieser Droge.
    Ist die Toleranz sehr, sehr niedrig, wird er es konsequent ablehnen die Droge zu nehmen. Es kommt für ihn einfach nicht in Frage Drogen zu nehmen. Ist die Toleranz sehr, sehr hoch, hat er keine Probleme damit mal die Droge zum Ausprobieren zu nehmen.
    Liegt die Toleranz zwischen diesen Extremen kann alles mögliche passieren. Manche lehnen zuerst ab und geben dann doch dem Gruppenzwang nach. Oder sie sehen wie ihre Freunde die Droge nehmen und es ihnen nicht schadet also probieren sie es auch aus. Vielleicht sehen sie aber auch wie sich ein Freund einen Absturz fährt und die Seele aus dem Leib kotzt und bleibt daher bei seinem Entschluss nichts zu nehmen. Vielleicht nimmt man die Droge dann auch weil der eigene Partner es tut und man es ihm oder ihr zuliebe tut.
    Es gibt auch Fälle in denen Leute Drogen nehmen weil ihnen gewisse Faktoren vorspiegelten es sei cool. Der Vater raucht, dann kann es nicht so schlimm sein. Der reiche Rapper in Amerika kifft, scheint also was cooles zu sein.


    Es ist aber nicht so, dass der Konsum gewisser Drogen einen derart starken Einfluss auf diese Toleranz hätte, dass man von "Einstiegsdrogen" sprechen kann.
    Meiner Erfahrung nach ist es sogar genau andersrum.


    Durch all die "Drogensituationen" in die ein Konsument "leichter Drogen" wie zB Cannabis kommt, erhöht sich sogar die Abneigung "harte Drogen" zu nehmen.


    Einige Situationen:


    Ein Kiffer hat nicht von seiner Droge, liegt nachts im Bett und kann nicht einschlafen. Was glaubt ihr was dieser sich denkt: "Schade eigentlich dass ich kein Heroin nehme, weil dann hätte ich jetzt wenigstens noch Krämpfe und würde zittern und kotzen!"?


    Ein Kiffer hat kein Geld um sich seine Droge zu besorgen. Was glaubt ihr was dieser sich denkt: "Schade eigentlich dass ich kein Heroin nehme, weil dann würde mich meine Sucht jetzt dazu treiben dem Dealer den Schwanz zu lutschen"?


    Ein Kiffer übertreibt es und knallt sich zuviel rein und fährt sich nen Absturz. Was glaubt ihr was dieser denkt, wenn er wieder auf dem Damm ist: "Schade eigentlich, dass ich kein Heroin nehme, weil dann könnte ich jetzt tot sein!"?


    Dieses ganze Einstiegsdrogengerede ist genauso als würde man sagen: "Langsames Autofahren führt zu schnellem Autofahren und zu Autounfällen. Deswegen sollte man nicht langsam fahren!"


    Genauso ist es totaler Murks dass sich Leute für den immer krasseren Kick auf der "Drogenleiter" hocharbeiten. Drogenkonsumenten wechseln nicht die Droge wenn der Körper sich mehr und mehr an die Droge gewöhnt. Sie nehmen einfach nur mehr von ihrer Droge. Wenn dem Alkoholiker das Bier nicht mehr reicht, wechselt er nicht zum Crack rauchen. Er trinkt mehr Bier oder beginnt Schnaps zu saufen. Wenn dem Kiffer die Joints nicht mehr reichen, dann wechselt er nicht zum Heroin. Er holt sich ne Bong oder backt sich "Brownies". Wenn das Heroin rauchen oder schnupfen nicht mehr ausreicht, gehen die Heroinkonsumenten nicht zu Desomorphin über. Sie fangen an sich das Heroin zu spritzen.


    Wenn überhaupt funktioniert das in die andere Richtung. Dies geschieht aber mit Drogen die in ihrem Grad unterhalb der eigentlichen anzusiedeln ist. Kiffer zB trinken dann gerne auch mal ein Tröpfchen Alkohol.


    Ebenso habe ich erklärt, warum ich "einen bauen" verwende. Aber da du scheinbar nicht komplett lesen willst was ich schreibe, brauche ich das ja nicht ausführen.


    Ich habe schon verstanden in welchem Sinne du "einen bauen" verwendest. Und ich habe auch das mit dem Mega-Streit gelesen. Deswegen weise ich dich darauf hin, dass Kiffer diese Formulierung in einem anderen Kontext verwenden. Das hat nichts mit verstehen oder verstehen wollen zu tun.


    Grade ein wenig chillen ist ja auch kein Problem, wenn du nicht nur quer lesen würdest, sondern den kompletten Text, würdest du erkennen, dass dieses "Grade ein wenig Chillen" mehr als 80% deren Lebenszeit ausmacht. Früher waren das alles mal lockere Jungs, die auch mal einem gemütlichen Abend net abgeneigt waren, allerdings ist ein gemütlicher Abend für die ohne Gras nichtmehr vorstellbar. Habe letztens vorgeschlagen, dass wir ja auch mal chillen können ohne dass sie dabei komplett zugedröhnt sind, habe verständnislose Blicke erhalten. Wenn alle high sind, ist das klar, aber wenn ein Teil dauerbekifft ist, ist das genauso eine unhaltbare Situation wie wenn einer dauernd besoffen ist.


    Ich lese nicht nur quer und glaub mir, ich verstehe dein Problem. Ich kenne es sogar von beiden Seiten. Ist es ätzend als Nichtkiffer mit Kiffern abzuhängen? Ja. Ist es ätzend für die Kiffer einen "nörgelnden" Nicht-Kiffer dabei zu haben? Ja.


    Deine Freunde kiffen aber. Das ist nunmal leider so. Und es gefällt ihnen. Auch das ist leider so. Ich kann verstehen, dass es dich stört, dass deine Freunde nur noch "zugedröhnt abgammeln". Ich finde es auch gut, dass du deine Freunde dahingehend aufrütteln willst. Aber ich sage dir, dass dir das mit Kritik nicht gelingen wird. Es gibt wie schon gesagt immer 2 Seiten. Du siehst deine Freunde die Drogen nehmen. Und das ist für dich negativ. Deine Freunde sehen ihren Konsum aber als Freizeitbeschäftigung an. Oder als Lifestyle. Oder als was weiss ich. Und für sie ist das nicht negativ.
    Für einen Kiffer ist Kiffen keine Suchtbefriedigung...es ist für sie das, was für Fussballer Fusball ist. Und wenn du Fussballern sagst, dass Fussball "schlecht" ist erntest du nunmal verständnislose Blicke. Ist leider so.



    Die ganzen Diskussionen (damit meine ich jetzt nicht explizit diesen Thread hier) um das Thema haben ein grundlegendes Problem. Die Befürworter verwenden allgemein Argumente von denen sie gar keine Ahnung haben oder die nur vorgeschoben sind. Einen Kiffer juckt es nicht im Geringsten ob der Staat Geld damit verdienen kann. Sie verweisen auf die Niederlande, wissen dabei aber nicht mal im Geringsten wie das System in den Niederlanden funktioniert. Der normale Kiffer will eigentlich nur eins...Kiffen. Und darum will er eben eine Freigabe.
    Auf der anderen Seite argumentieren die Gegner einer Freigabe auf Gebieten von denen sie ebenfalls keine Ahnung haben. Ich finds immer nett wenn absolute Drogengegner deren Drogenwissen sich auf Kifferkomödien beschränkt, genau wissen wie es ist wenn man sich bei nem Dealer Drogen kauft. Oder welche Auswirkungen Drogen haben. Oder warum die Leute Drogen nehmen. Oder auf eine hypothetische Möglichkeit hinweisen die Wissenschaftler im Labor entdeckt haben, welche aber von Millionen Konsumenten noch nie beobachtet wurde. Der Gegner will eigentlich nur eins...keine Freigabe. Und darum ist er eben gegen die Freigabe.



    MfG


    Sleepy

    Was du heute kannst besorgen, ist mit Sicherheit nicht derart wichtig, dass es sich nicht auch verschieben lassen würde!

  • Aufgrund aktueller Ereignisse wecke ich den Thread mal wieder auf.


    Momentan ist Cannabis ja ein Thema das zumindest einige Menschen beschäftigt und das auch auf dem Prüfstand steht. Im Gegensatz zum Statement das ich Anfang dieses Jahres hier im Thread verfasst habe, hat sich meine Ansicht zum "Kiffen" deutlich geändert. Zu der Geschichte wie es dazu kam:


    Ich habe zwischen meinem 16 und 20 Lebensjahr wirklich exzessiv getrunken. Viele werden jetzt denken:"Ja, normal in dem Alter!", aber es war nichtmehr normal, nur hab ich das eben als "Normal in dem Alter" angesehen. Dann hab ich mich doch überreden lassen statt zu saufen wie ein Brauereigaul einfach mal einen mitzurauchen. Seitdem habe ich das trinken fast komplett eingestellt (ausser halt mal alle 2-3 Monate ein paar Bier mit Freunden trinken gehn, aber das ist denke ich wirklich normal) und es fehlen mir auch nichtmehr soviele Erinnerungen aus meinem Leben, weil ich mal wieder hackedicht war. Vielmehr bin ich dazu übergegangen am Wochenende mal 2-3 zu rauchen, mein Umfeld merkt größtenteils nichtmal das ich was geraucht habe, aus dem einfachen Grund weil nichts schlimmes passiert. Manchmal ist man ein bisschen mit sich selbst und seinen Gedanken beschäftigt, wodurch man "still" wirkt, aber das wars auch schon.


    Nun sieht es ja so aus, als ob die Legalisierung garnicht so weit weg steht. Ich habe mir einige Gedanken darüber gemacht, welche Vor- und Nachteile das Ganze haben würde:
    Vorteile für die Kiffer:
    -Sie würden nichtmehr stigmatisiert
    -Sie müssten sich nichtmehr in illegalen Kreisen bewegen
    -Sie laufen nichtmehr Gefahr, Ärger für eine Sache zu bekommen, die eigentlich nicht bestrafungswürdig ist
    -Der Kontakt mit härteren Drogen über Dealer wird weggenommen


    Nachteile für Kiffer:
    Keine? :D


    Vorteile für den Staat:
    -Man kann das Ganze besteuern
    -"Coffeeshops" nach niederländischem Vorbild würden die Wirtschaft zusätzlich ankurbeln
    -Es müsste weniger Geld in die Verfolgung von "Straftätern" gesteckt werden


    Nachteile für den Staat:
    -Neue Gesetze müssen erlassen werden
    -Andere Betäubungsmittel werden eventuell ebenfalls hinterfragt


    Ich sehe die Pro Seite ganz klar im Vorteil. Marihuana gilt wohl eher als Einstiegsdroge weil man eben dadurch an Dealer kommt, die dann ihrerseits eventuell auch andere Dinge vertreiben.


    Hat sich euer Bild auch gedreht? Was denkt ihr darüber?
    -

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Dann will ich auch mal mein Meinungsbild dazu abgeben:


    Kurz zu meiner "Kiffergeschichte"


    In den goldenen Jugendtagen (lang, lang ist es her) hin und wieder mal einen Joint geraucht, aber nie wirklich viel. Dann einmal Bong und einen Absturz gehabt der mich für alle Zeiten von diesem Teufelszeug geheilt hat. Und immer wenn ich dann in einer Runde saß und der Jonny gekreist ist, habe ich dankend abgelehnt.


    Und trotzdem bin ich für eine Legalisierung:


    Ich finde es einfach inkosequent die einen Drogen zu erlauben (Alkohol, Nikotin) und dafür Cannabis zu verbieten was auch nicht gefährlicher ist. Und nur weil ich persönlich nicht kiffe, heißt das nicht das ich einen Grund sehe es anderen zu verbieten. Gegenüber Heroin und anderen Späßen sieht das nochmal anders aus, aber das gehört nicht hierher.



    Allerdings muss man das richtig angehen. Man darf es nicht verharmlosen, denn es bleibt schädlich (mir wollte mal ein Kiffer erzählen das ist gesund, weil da besonders viele Vitamine drin sind... naja, lassen wir das). Es macht bei exzessiven Konsum auf Dauer dumm wie zehn Meter Feldweg, man nimmt zusätzlich noch die Giftstoffe auf, die man durch normalen Tabakkonsum auch aufnimmt und wenn man unter Einfluss von Cannabis fährt ist man eine Gefährdung für den Straßenverkehr. Aber das hat man eben auch durch Alkohol.
    Noch dazu wäre man überrascht wie viele "Kiffer" es gibt, dennen man das gar nicht ansieht. Wenn der Staat seine Finger drauf hat kann er 1. sicher stellen das nur "Qualitätsware" verkauft wird (und somit das strecken von Gras mit Rattenkot usw. abwenden) und 2. noch Steuereinnahmen abziehen.


    Deshalb ganz klar: Entweder ihr erlaubt das kiffen oder ihr verbietet auch das saufen!

  • Ganz meine Meinung!


    Ob kiffen aber wirklich dumm macht, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne einige Ärzte und Ingenieure, die wirklich helle Köpfchen sind und unter der Hand mal verraten haben das sie auch hin und wieder einen rauchen. Ich denke eher es ist wie mit allem:"Zuviel ist zuviel!"


    Harte Drogen bin ich auch ganz bei dir, vor allem weil sie teilweise die Menschen einfach Unzurechnungsfähig machen. Ich arbeite jedes Jahr auf einem Fest übers ganze Wochenende und bin dann auch wirklich dauernd da, schleppe Fässer und befasse mich mit Leuten die unangenehm auffallen. Meistens regel ich das ganze auf der sprachlichen Ebene, weil ich erstens nicht viel von Gewalt halte, zweitens auch nicht scharf drauf bin mir eine zu kassieren für 10 Euro die Stunde. Dennoch ist es häufig so, dass die die Gesoffen haben oder sich was andres eingeworfen oftmals echt unangenehm sind, weil sie einfach nichtmehr rational handeln. Das "Schlimmste" (eigentlich eher sau lustig) was mit einem passiert ist der ein bisschen zuviel geraucht hat war, dass er einfach aufm Klo eingepennt ist und wir ihn erst um 3 Uhr nachts wachgekriegt haben.


    Das Kiffen gesund ist, ist Mumpitz. Aber es ist auch nicht so schädlich wie oft dargestellt. Ich fänds halt mal cool wenn Studien unter Realbedingungen gemacht werden und diese dann ausgewertet werden. Wer den Film "Superhigh Me" mal gesehen hat, weiß ungefähr was ich meine mit realen Bedingungen.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



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    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Ich sehe das genau so wie ihr beiden, auch wenn ich selber nicht kiffe.
    Ich finde persönlich auch Leute die kiffen weitaus weniger anstrengend wie Leute die total besoffen sind und Zigaretten sind für mich ohnehin sinnfrei. Von daher ist THC eigentlich das kleinste übel :D

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.

  • Zitat


    Ob kiffen aber wirklich dumm macht, kann ich nicht beurteilen. Ich kenne
    einige Ärzte und Ingenieure, die wirklich helle Köpfchen sind und unter
    der Hand mal verraten haben das sie auch hin und wieder einen rauchen.
    Ich denke eher es ist wie mit allem:"Zuviel ist zuviel!"

    Da liegt der Hase begraben. Ich kenne auch beide Seiten. Intelligente Tütchen-Liebhaber und solche bei denen man schon von weiten sieht das sie ihr Hirn weggekifft haben. Aber den selben Effekt erreicht man mit Alkohol. Da gibt es Leute die abends ihr Bierchen trinken und solche die ständig sternhagelvoll sind. Bei beiden macht es die Masse.



    Zitat

    Das Kiffen gesund ist, ist Mumpitz. Aber es ist auch nicht so schädlich
    wie oft dargestellt. Ich fänds halt mal cool wenn Studien unter
    Realbedingungen gemacht werden und diese dann ausgewertet werden. Wer
    den Film "Superhigh Me" mal gesehen hat, weiß ungefähr was ich meine mit
    realen Bedingungen.

    Naja, zum rauchen selber gibt es eigentlich auch keine seriösen Studien, brauchen wir es dann beim kiffen?
    Es schadet der Gesundheit und ein Übermaß schädigt das Hirn, genau wie Alkohol. Und es macht abhängig, da beißt die Maus keinen Faden ab. Aber wie erwähnt, same mit Alkohol und Nikotin. Mehr muss man eigentlich auch nicht wissen, dann kann jeder selbst entscheiden ob er seine Haut zu Markte trägt. So gesehen sind wir eigentlich auf den richtigen Weg und ich denke sobald die Generation, welche das noch verteufelt, weggestorben ist, wird man es auch legalisieren. Wir sind ja auch schon dran und Konsum ist ja auch erlaubt. Nur der Besitz ist verboten. Allerdings sollte das kein Schnellschuss sein, man muss ja nicht nur das Gesetz erlassen sondern auch noch Folgegesetze. Man kann dann ja nicht mehr jedem Kiffer zwangsläufig die Fahrtüchtigkeit aberkennen sondern muss festlegen wie hoch der THC-Spiegel sein darf, wenn man sich hinters Steuer setzt. Auch speziell für Menschen im Personenverkehr interessant.


    Zitat

    und Zigaretten sind für mich ohnehin sinnfrei.

    Zigaretten sind Suchtbefriedigung, nicht mehr. Es gibt zwar wohl auch positive Effekte, aber im Prinzip geht es bei Rauchern nur darum das sie sich nicht schlecht fühlen weil ihr Nikotinspiegel niedrig ist. Oder anders gesagt, es ist als ob du deinen Kopf beständig gegen die Wand schlägst und wenn du rauchst, tust du das nicht. Aber sonst irgendeinen Effekt gibt es nicht, es schmeckt ja nicht mal gut. Und das sage ich als Raucher.

  • Zitat

    Man kann dann ja nicht mehr jedem Kiffer zwangsläufig die Fahrtüchtigkeit aberkennen sondern muss festlegen wie hoch der THC-Spiegel sein darf, wenn man sich hinters Steuer setzt.


    Hier gehen unsere Meinungen auseinander denke ich. Man sollte nach dem rauchen kein Fahrzeug mehr bewegen, weil man dadurch wieder andere gefährdet.
    Klar, man kann nach einem Tütchen quasi alles tun was man auch so machen kann, aber dennoch die Gefahr besteht und grade da würde ich keine Abstriche machen.


    Zitat

    Naja, zum rauchen selber gibt es eigentlich auch keine seriösen Studien, brauchen wir es dann beim kiffen?


    Ja, da einfach scheinbar keinem bewusst ist, welche Gefahren es garnicht gibt und welche schon. Ich persönliche habe nur die üblichen Raucherschäden, aber ich bin auch so Raucher.


    Zitat

    ...man muss ja nicht nur das Gesetz erlassen sondern auch noch Folgegesetze.


    An was denkst du da, ausser jetzt Fahrtüchtigkeit? Ich sehe wenig "Folgen" die eines Gesetzes bedürfen. Wer bekifft zur Arbeit erscheint wird behandelt wie jemand der besoffen kommt und bei dem man es merkt. Da braucht doch niemand ein Gesetz zu. Cannabis macht dich nicht unzurechnungsfähig.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



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    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Zitat

    Hier gehen unsere Meinungen auseinander denke ich. Man sollte nach dem
    rauchen kein Fahrzeug mehr bewegen, weil man dadurch wieder andere
    gefährdet.

    Aber wie lange danach? Derzeit ist es ganz einfach: Wem bei einer Kontrolle THC-Konsum nachgewiesen wird (oder so blöd ist das zuzugeben), verliert den Lappen. Allerdings ist es bei jedem unterschiedlich lange nachweisbar. Bei manchen ist bereits nach 24 Stunden nichts mehr da, bei anderen noch wochenlang obwohl sie nicht mehr "high" sind. Man muss also entweder bessere Möglichkeiten finden um nachzuweisen ob jemand bekifft ist oder einen Grenzwert festlegen. Keine Ahnung wie sich das im einzelnen darstellen soll, da bin ich kein Experte.


    Zitat

    An was denkst du da, ausser jetzt Fahrtüchtigkeit? Ich sehe wenig
    "Folgen" die eines Gesetzes bedürfen. Wer bekifft zur Arbeit erscheint
    wird behandelt wie jemand der besoffen kommt und bei dem man es merkt.
    Da braucht doch niemand ein Gesetz zu. Cannabis macht dich nicht
    unzurechnungsfähig.

    Auch das mit der Arbeit muss dann festgelegt werden. Das nicht alleine mehr der Konsum als Kündigungsgrund ausreicht, sondern das man eben wirkliche Einschränkungen haben muss.
    Zum Beispiel: Ein Chirug darf nicht besoffen operieren, das ist klar. Aber wenn er am Abend vor der OP ein Glas Wein trinkt, ist das okay (auch weil er am Morgen wieder 0.0 Promille hat). Aber wie sieht es aus wenn er am Abend zuvor schön einen durchzieht? Ab wann darf er dann wieder operieren?
    Hinzu muss ein "Reinheitsgebot" aufgestellt werden, also welche Zusatzstoffe erlaubt sind und im welchen Mass. Dann das übliche mit der Freigabe (ab 18 ist klar, aber auch das muss erst eingebracht und verabschiedet werden), man muss sehen wer Gras herstellen und verkaufen darf usw. Die Besteuerung muss auch geregelt werden und letzlich muss auch entschieden werden wie mit dem Eigenanbau verfahren wird. Reicht hierbei ein ähnlich schwammiges Gesetz wie beim Tabakanbau oder muss man doch etwas genauer werden? Immerhin wollen wir ja verhindern das sich gewerbliche Drogenhändler so bequem den Weg in die Legalität bahnen. Alle Sachen die uns zwar selbstverständlich erscheinen, aber erst bürokratisch geregelt sein müssen.

  • Achso, jetzt sehe ich was du mit Gesetzen meinst.
    Den Eigenanbau zu regeln sollte ja nicht so das Problem sein, wenn man bspw. sagt jeder darf 8 Pflanzen ziehen, reicht das durchaus garantiert damit das Zeug hält bis die nächste Charge fertig ist, ist aber gleichzeitig nicht genug um einem Drogendealer freie Bahn zu machen.
    Zudem kann man ja auch die Möglichkeit einer Art "Kneipe" aufbauen, nur das hier die Verkäufer gleichzeitig auch die Züchter sind. Diese können dann in großer Menge produzieren, sind aber vom Staat zu überwachen.
    Das mit der Überprüfung ist korrekt, da müsste man nochmal schauen welche Möglichkeiten sich bieten. Da ich aber weder Arzt, noch Biologe noch Chemiker bin, kann ich da nichts zu sagen.


    Eigentlich steht der Legalisierung nur unsere extrem komplizierte Bürokratie sowie die CDU im Wege. Grüne und Linke sind geschlossen dafür, SPD zum großen Teil auch nur die Christdemokraten sind mal wieder dagegen.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Zitat

    Den Eigenanbau zu regeln sollte ja nicht so das Problem sein, wenn man
    bspw. sagt jeder darf 8 Pflanzen ziehen, reicht das durchaus garantiert
    damit das Zeug hält bis die nächste Charge fertig ist, ist aber
    gleichzeitig nicht genug um einem Drogendealer freie Bahn zu machen.

    Warum nicht 9? Oder warum nicht nur 7? Und sind alle Pflanzen eigentlich gleich groß und ergiebig? ;)
    Ich weiß das es dir hierbei nicht um die Zahl 8 im allgemeinen gilt, aber egal wie man hier fest legt, es werden nicht alle zufrieden sein.
    Du siehst, das ist bürokratisch ein toller Spaß für alle.


    Zitat

    Eigentlich steht der Legalisierung nur unsere extrem komplizierte
    Bürokratie sowie die CDU im Wege. Grüne und Linke sind geschlossen
    dafür, SPD zum großen Teil auch nur die Christdemokraten sind mal wieder
    dagegen.

    Die SPD ist weitgehend Indifferenziert über das Thema, die hängen ihr Fähnchen schön in den Wind. CDU ist knallhart dagegen, aber auch die werden sich drehen wenn die Mehrheit der Bevölkerung das will. Lustig das die FDP gar nicht mehr erwähnt wird. :D
    Die sind im übrigen auch eher dagegen, was aber wohl daran liegt das sie die Steigbügelhalter der CDU sind.


    Allerdings ist es leider nur mit der Legalisierung auch nicht getan. Denn ich prophezeie jetzt schon das dann Junkie Hans ankommt und sagt das man jetzt gefälligst auch Pilze, Heroin usw. legalisieren soll. Und nur weil wir persönlich dagegen sind, muss man dann eben gute Gründe finden um eine Grenze zu ziehen. Derzeit geht das noch über, ich nenne es mal "Gewohnheitsrecht", aber wenn kiffen legal ist geht das nicht mehr.
    Und wo wir gerade dabei sind: Ich muss zugeben das ich mich in der Szene nicht so gut auskenne, aber meines Wissens nach gibt es ja verschiedene Arten von Joints. Sollen alle legalisiert werden? (btw. haben wir dann wieder das Reinheitsgebot-Problem)


    Wie gesagt, ich sehe die Sache entspannt. Wir sind auf einem guten Weg, auch wenn viele das nicht sehen. Ich denke mal in der nächsten oder spätestens der übernächsten Bundestagswahl wird das Thema auch auf den Tisch kommen. Bis alles legal ist, wird es aber noch ein paar Jahre dauern, aber das ist auch gut so. Letzlich sind die Strafen die man heutzutage für den Besitz erwarten muss ja sowieso eher gering.

  • Nee nicht alle Pflanzen sind gleich groß und ergiebig ;) Je nach Sorte werfen die zwischen 30-120 Gramm ab, ebenso je nach Art des Ziehens, daheim unter der Lampe werden sie nicht so groß, aber dafür schmecken sie besser, draußen werden sie größer, also ergiebiger, dafür aber nicht so Geschmacksintensiv.


    Der Witz ist ja, dass Cannabis nur in Frage kommt zur Legalisierung, da es dich selbst nicht mehr zerstört als rauchen oder Alkohol, während zumindest Heroin, Cocain und sonstige Drogen dich sehr schnell körperlich wie geistig zerstören. Da sehe ich weniger Gefahr, das sich jemand "beschweren" könnte.


    Unterschiedliche Arten von Joints? Is gibt unterschiedliche Grassorten, aber es gibt ja auch unterschiedliche Biermarken mit mehr oder weniger Prozent. Das muss ja jeder immernoch selbst entscheiden.
    Es gibt Joints mit Tabak drin oder "pure" Joints, in denen nur Cannabis ist. Ansonst gäbs noch Blunts, quasi eine Zigarrenhülse mit Gras drin. Aber mehr unterschiedliche Arten kenn ich jetzt nicht.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



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    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Zitat


    Der Witz ist ja, dass Cannabis nur in Frage kommt zur Legalisierung, da
    es dich selbst nicht mehr zerstört als rauchen oder Alkohol, während
    zumindest Heroin, Cocain und sonstige Drogen dich sehr schnell
    körperlich wie geistig zerstören. Da sehe ich weniger Gefahr, das sich
    jemand "beschweren" könnte.

    Jaha, das siehst du so :D. Aber kannst du das auch belegen? Mit neutralen Studien? Über die reine Sache sind wir uns ja alle einig, aber es ist halt nicht ganz so einfach. Es gibt auch Studien die besagen das Heroin und Koks weniger gefährlich ist als Alkohol und damit müsste man sich eben dann auch auseinander setzen. Ich muss selber zugeben das ich hierzu kein neutrales Urteil abgeben kann, da ich keine Kokser kenne. Allerdings soll das ja in akademischen Kreisen relativ beliebt sein.
    Und ich habe auch von noch keinem Fall gehört wo sich jemand mit Koks totgeschnupft hat. Wenn ich so genau darüber nachdenke, muss ich meinen ersten Post evtl. sogar zurück nehmen.


    Also nicht mehr: Ja zum Cannabis-Konsum, sondern ja zur nochmaligen Prüfung aller Drogen und dann eine Legalisierung derjenigen die genauso oder weniger schädlich als Alkohol und Nikotin sind. Das darunter auf jeden Fall Cannabis fällt ist allerdings klar.


    offtopic: Und somit haben wir jetzt tatsächlich mal ein praktisches Beispiel wie sich die eigene Ansicht aufgrund einer Diskussion ändern kann :D


  • Zitat

    Zigaretten sind Suchtbefriedigung, nicht mehr. Es gibt zwar wohl auch positive Effekte, aber im Prinzip geht es bei Rauchern nur darum das sie sich nicht schlecht fühlen weil ihr Nikotinspiegel niedrig ist. Oder anders gesagt, es ist als ob du deinen Kopf beständig gegen die Wand schlägst und wenn du rauchst, tust du das nicht. Aber sonst irgendeinen Effekt gibt es nicht, es schmeckt ja nicht mal gut. Und das sage ich als Raucher.

    Nein, es gibt KEINEN EINZIGEN positiven Effekt beim rauchen! Und ich habe 10 jahre lang geraucht!


    Es stinkt, schmeckt scheußlich und man zerstört seine Gesundheit und seinen Geldbeutel und wird dafür noch nicht mal high :D

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.

  • Zitat

    Nein, es gibt KEINEN EINZIGEN positiven Effekt beim rauchen! Und ich habe 10 jahre lang geraucht!

    Doch, sogar mehrere. Nikotin regt die Gehirnleistung an, das ist weithin bekannt. Nur ist das vergleichsweise gering und wiegt nicht die negativen Effekte auf. Zusätzlich hat es eine soziale Komponente, es ist oft leichter mit seinen Mitmenschen bei einem guten Glimmstängel ins Gespräch zu kommen.


    Und letzlich bleibt die noch umstrittene, wirtschaftliche Komponente. Es gibt leider keine neutralen Studien hierzu. Aber sieh es mal so:
    Für jede Zigarette führe ich 80-90% Steuern an den Staat ab. Ich sterbe früher und spare somit Rente. man kann zwar anführen das meine Behandlung für Lungenkrebs mal sehr teuer wird, andererseits habe ich zu dem Zeitpunkt durch meine Steuern schon so viel in das System gepumpt das sich das leicht ausgleicht. Hinzu spart man sich bei mir die Behandlung für andere Krankheiten wie Alzheimer, da ich sterbe bevor ich diese bekommen kann. Ob das am Ende wirklich so läuft kann ich nicht sagen, letztlich sollte man aber mal nachforschen wie viele Raucher durch früheres ableben so dem Geld einsparen.
    Oder wie es mein Kumpel mein gegenüber einer sehr penetranten Nichtraucherin formuliert hat:
    "Mit jedem Zug finanziere ich sie und ihre gesamte, schwindsüchtige Verwandschaft!"


    Zu sagen das rauchen deshalb nur böse und gemein ist, ist zu kurzsichtig. Aber das ist wohl ein anderes Thema.

  • Naja, das andere davon profitieren, dass man raucht und früher stirbt ist ja kein Vorteil für einen selber. Ich weiß was du meinst, aber zu sagen "Du kannst ruhig rauchen, dann führst du mehr steuern ab und stirbst früher und musst keine hohen Behandlungskosten im Alter zahlen" ist meilenweit davon entfernt positiv im eigenen Sinne zu sein :D Aber ist auch irgendwo mein Fehler, hätte sagen sollen, dass ich "nicht positiv für einen selber" gemeint habe.


    Das mit der sozialen Komponente ist quatsch...ich lerne momentan genau so viele und genau so schnell Leute kennen wie vor 2 Jahren, wo ich noch geraucht habe. Sogar im Gegenteil, dadurch dass ich Nein zu Zigaretten sagen konnte, hatte ich noch mehr Selbstvertrauen wie vorher und das kam noch positiver an.
    Also ich brauche keine Zigarette um mich mit anderen Leuten gut zu unterhalten und wenn Leute meinen, sie könnten sich nur dann gut unterhalten, dann zeigt das nur wie schlimm ihre psyschiche Abhängigkeit geworden ist.


    Also das mit den Gehirnleistungen höre ich jetzt zum ersten mal, scheinbar ne neue Ausrede nicht das Rauchen aufzuhören. In erster Linie ist Nikotin aber ein ziemlich starkes Nervengift und schon in geringen Mengen tödlich...und da gebe ich dir Recht, dass kann man mit Gehirnleistung anregen bei weitem nicht ausgleichen.

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.