Was können wir für die Cannabis-Freigabe tun?

  • Zitat


    Also das mit den Gehirnleistungen höre ich jetzt zum ersten mal,
    scheinbar ne neue Ausrede nicht das Rauchen aufzuhören. In erster Linie
    ist Nikotin aber ein ziemlich starkes Nervengift und schon in geringen
    Mengen tödlich...und da gebe ich dir Recht, dass kann man mit
    Gehirnleistung anregen bei weitem nicht ausgleichen.

    Nein, das ist wissenschafltich erwiesen:
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-8535-2008-07-17.html


    Aber wie gesagt, der Effekt ist vergleichsweise gering

  • Nein, ich kann das natürlich nicht belegen mit neutralen Studien, das war nur meine eigene Meiung.
    Die Freundin eines sehr guten Freundes leitet allerdings ein Suchtzentrum und hat mir bereits von einigen Dingen erzählt, bei denen ich mir denke:"Okay, definitiv nein zu allem anderen!". Zudem kenne ich einige Personen aus dem "Party"-Kreis, also solche die sich gerne mal was einwerfen nur um dann auf Partys mehr "abzugehn" und da merkt man das schon mit der Zeit deutlich. Nach den ersten paar Trips ist da noch alles okay, aber dann merkst du doch schon deutlich das die sich gern was anderes als Gras oder Alk gönnen.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil


  • Zitat

    Nein, das ist wissenschafltich erwiesen:
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-8535-2008-07-17.html


    Aber wie gesagt, der Effekt ist vergleichsweise gering

    Ich habe ja nicht behauptet das es nicht stimmt. Aber da die Wirkung so gering ist spielt es keine wirkliche Rolle. Allerdings suchen Süchtige immer einen Grund ihre Sucht zu rechtfertigen (was auch wieder ein Zeichen von vorangeschrittener Sucht und Schuldgefühlen ist). Und alle Raucher die so einen Bericht lesen werden das als Ausrede nehmen um weiter zu rauchen, weshalb es Gefährlich ist soetwas zu publizieren.
    Ich meine, als ich damals quasi über Nacht das Rauchen aufgehört habe, haben mich viele Raucher gefragt, wie ich das geschafft habe und nach meiner Erklärung habe ich dann immer gesagt "Versuchs doch auch mal". Du glaubst garnicht was für abgrundtief dämliche Ausreden ich mir dann immer anhören durfte. Ich musste mir teilweise das Lachen verkneifen. Aber mit der Studie ist sogar EIN (!!) wissenschaftlicher Beweis von einem (enorm) niedrigen positiven Effektchen nachgewiesen, was einen Suchtkranken aber dazu bewegt, sich weiterhin mit seinem Schicksal abzufinden und sich damit rauszureden, anstatt was Sinnvolles dagegen zu unternehmen.

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.

  • Ich frage mich hier gerade warum in den meisten Fällen ehemalige Raucher nun die penetrantesten Nichtraucher sind. Ich hatte auch zeitweise aufgehört zu rauchen (über 3 Jahre lang war ich rauchfrei) aber aus Prinzip dann wieder angefangen, da ich für meine damalige Freundin aufgehört hatte und ich dann aus kindlichem Trotz wieder angefangen hab als es in die Brüche ging. Aber genau das ist der Punkt. Wie kann man sich herausnehmen und über die Motivation von anderen Menschen sich ein Urteil bilden? Was geht es dich denn an wer raucht und wer nicht. Nur weil du es für Schwachsinn hälst, muss nicht automatisch jeder Mensch es für Schwachsinnig halten. Solange die Menschen Fastfood in sich reinschaufeln oder tausende sonstige Ungesunde Dinge macht, sollte man es vermeiden mit dem Finger auf andere zu zeigen.

    Fürchte dich nicht vor dem Mann mit vielen Narben, sondern fürchte den, der sie Verursacht hat.

  • Zitat

    Ich frage mich hier gerade warum in den meisten Fällen ehemalige Raucher nun die penetrantesten Nichtraucher sind.

    Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Die, welche früher am meisten gequalmt haben sind jetzt diejenigen welche sofort einen Hustenanfall vortäuschen wenn sich irgendwo, hundert Meter von ihnen entfernt jemand eine Zigarette anzündet und dabei fast genauso schlimm sind wie der allseits beliebte "Ökofaschist" Sebastian Frankenberger.
    Das wäre mal eine Studie wert. Ich hoffe wenn ich eines Tages den Absprung schaffe, werde ich nicht so.

  • Das kann ich euch erklären. Das Problem ist ganz einfach, dass viele Leute sich dazu zwingen mit dem Rauchen aufzuhören, obwohl sie es nicht wollen. Und wenn man etwas aufhört, dass man nicht aufhören will, dann soll es aus eigener Ansicht auch kein anderer machen dürfen. Quasi so eine bockige Reaktion nach dem Motto "wenn ich nicht darf, darfst du auch nicht!". Solche leute erleiden ziemliche Qualen, weil sie etwas das sie möchten nicht bekommen. Das ist so, als würde es irgendwo jucken und man würde nicht kratzen, sondern sich einfach nur beschweren, dass es kratzt.
    Das Problem ist, dass viele Leute so das Rauchen aufhören und im Grunde könnten sie es wieder anfangen, denn sie wollen nicht aufhören, tuns aber und gehen bei jedem Zigarettchen das irgendwo angezündet wird auf die Barrikaden. Klar das man wütend wird, wenn der geliebte Geruch in die Nase steigt und man dem standhalten will :D


    Sorry erstmal wenn das so rüber kam, als ob ich mit dem Finger auf euch zeigen will. Ihr könnt von mir aus so viel rauchen wie ihr wollt. Wollte halt meine Meinung zum Thema hier sagen, weil ich gegen rauchen bin und eine solche Studie das ganze etwas verharmlost. Mehr nicht.
    Ich selber will nicht mehr rauchen und gerade deshalb habe ich auch kein Problem damit, wenn Leute in meiner Gegenward rauchen. Viele meine Freunde rauchen wenn ich dabei bin und ja, das letzte was die hören wollen sind altkluge Sprüche von mir, was ohnehin dann auch die Stimmung trüben würde. Ich trinke auch zu oft einen über den Durst und will auch net, dass man mir andauernd nen Vortrag über die negativen Auswirkungen (welche nicht wesentlich geringer sind als beim rauchen) hält, dass weiß ich schon selber. Es sei denn jemand will mit mir übers rauchen sprechen, dann bin ich gerne dazu bereit, solange es in einem vernünftigen Rahmen bleibt.
    Allerdings kamen hier Sachen übers Rauchen auf, deren Meinung ich seitdem ich Nichtraucher bin geändert habe und die wollte ich halt einfach erwähnen. Ist ja schließlich ein Debattierforum. Also bitte nicht meine Meinung in den falschen Hals bekommen und meinen, ich will euch irgendwas schlechtreden. Ich rede nur das Rauchen an sich schlecht, ob und wie viel ihr raucht ist alleine eure Sache, ihr seid alt genug.


    Und Motivation, ja sry, soll ich da jetzt lügen damit ihr euch besser fühlt?

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  • Wie gesagt ich rauche weil ich es will. Die Gründe die ich dafür habe sind für mich ausschlaggebend genug es zu tun. Wenn ich entscheide es nicht mehr zu tun, dann auch aus Gründen die ich für ausschlaggebend halte. Ich weiss dass es ungesund ist, ich weiss dass es Geld kostet und so weiter und sofort. Das ist mir Alles bewusst und es gibt nicht allzuviel das für das Rauchen spricht (Dass ich dafür Unmengen an Steuern zahle nervt mich eher als dass ich es als Pro-Argument sehe). Ich find es aber immer wieder schrecklich wenn ehemalige Raucher sich als Moralapostel aufspielen. Rauchen ist bei den meisten Menschen eins von vielen Lastern und auch die meisten Nichtraucher haben genug Laster. Wenn ich aber antworten würde "Na und? Ernähr dich du doch mal gesund und verzichte auf den Alkohol und fahr lieber Fahrrad als dein Auto zu benutzen" dann wäre das Geschrei auch gross.

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  • Ja das kann echt nervig sein. Obwohl ich mir wünschen würde, mir würden Leute öfters mal in den Arsch treten wenns ums gesund Leben geht :D
    Aber mir ging es ja jetzt nicht darum dir meine Moral aufzuzwingen, ich habe lediglich meine Meinung zu dem Thema gesagt wie du auch gerade. Natürlich liegen Meinung sagen und Moralapostel spielen eng bei einander, aber solange ich nicht jedem der Raucht eine Szene mache und mit meinen Freunden teilweise in Kneipen gehe wo geraucht wird ohne mich zu beschweren und mir einfach meinen Teil denke, wenn mir jemand erzählt warum er raucht, solange halte ich mich nicht für einen Moralapostel und möchte auch nicht so behandelt werden, als wolle ich hier irgendjemanden bekehren, nur weil ich meine Meinung offen in den Raum stelle.


    Glaub mir, ich finde nichts lächerlicher, als Leute die in Raucherkneipen gehen oder sich freiwillig neben Raucher setzen, nur um dann theatralisch rumzuhusten, "unhörbar" rumzumeckern und andere zu demütigen, warum sie nicht wie man selbst das Rauchen aufgehört haben. Und genau das sind auch die Leute die ich eben meinte, die am liebsten eine mitrauchen würden.

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  • Ich hab auch lange Jahre geraucht (also Zigaretten, weil wir ja eigentlich im Cannabisbereich sind^^) und natürlich ist es jedem selbst überlassen ob und wie viel er raucht. Es gibt, meines Erachtens nur da Grenzen, wo ich nicht nur meine Gesundheit schädige, sondern auch die anderer Unbeteiligter. Und das Passivrauchen genauso ungesund ist, dürfte auch jedem klar sein.
    Als Beispiel die Nichtraucherbahnhöfe: kein Schwein hält sich daran. Eher im Gegenteil: die rauchende Fraktion setzt sich genau neben einen und zündet sich eine Zigarette an und dann auch noch so, dass mir der ganze Rauch schön ins Gesicht zieht. Sorry, aber das finde ich irgendwie respektlos. Wenn ich noch rauchen würde, würde ich mich da hinsetzen, wo keiner sitzt (wenn man schon außerhalb des Raucherbereichs raucht) und nicht neben jemanden, der offenkundig nicht raucht. Und ich bin nicht genervt, weil ich wieder rauchen will, sondern weil mich Respektlosigkeit und Egoismus (obwohl ich von selbigem mit Sicherheit auch nicht frei bin) einfach nervt und wütend macht. Von mir aus, kann jeder eine Stange am Tag rauchen, aber eben nicht genau neben mir. Ich hab aus gesundheitlichen Gründen aufgehört und brauche dann niemanden, der mich ersatzweise im Nichtraucherbereich zuqualmt.


    Und in Kneipen wo geraucht wird, gehe ich mit Sicherheit auch nicht rein und wenn doch, weiß ich ja auf was ich mich einlasse und hätte dann kein Recht mich zu beschweren. Es geht mir darum, dass Leute da rauchen, wo man als Nichtraucher "geschützt" sein sollte, es aber nicht ist.



    Noch ein Beispiel: rauchende Eltern, die ihre Kleinen schön zupaffen. Finde ich halt nicht in Ordnung.


    Ich meine das nicht als Angriff an alle Raucher, wie gesagt, hab selbst jahrelang geraucht (und auch nicht wenig) eher als Angriff an die Raucher, die sich so verhalten.
    Und ich bin auch kein Moralapostel, jeder kann machen was er will, solange er niemand anderen schädigt und die Dinge aus "freien Willen" heraus macht.
    Meine Meinung.

    "Man sollte nicht alles zu ernst nehmen, vor allem nicht sich selber."


    Es ist schön an etwas zu glauben und nicht nur das- sich fast sicher zu sein- dass dieser Glaube Wirklichkeit ist.

    3 Mal editiert, zuletzt von Kassiopeia ()

  • Natürlich ist das Respektlos. Aber als Raucher merkt man leider nicht, dass man andere schädigt und fühlt sich missverstanden, wenn andere nicht möchten, dass man neben ihnen raucht. Wenn raucher soweit gehen und das provozieren, dann werde ich auch wütend, ist ja mein gutes Recht.
    Aber es gibt auch genug provokante Nichtraucher, welche mal geraucht haben und dann absichtlich die Konfrontation mit Rauchern suchen, nur um dann eine endlose Diskussion zu führen. Das sind dann halt meißtens welche, die selber gerne rauchen würden (oder einfach Leute die gerne Streit suchen).
    Ich vermute mal das ist der Unterschied auf den du raus wolltest :D
    Aus diesem Grund gibt es ja Nichtraucherschutzgesetze, welche das Rauchen in verschiedenen Räumlichkeiten verbietet. Leider sehen sich Raucher dadurch angegriffen. Aber es gibt genug Wirte die sich nicht daran halten und wenn ich das als Nichtraucher weiß und dann trotzdem dahin gehe (oder in die Wohnung eines Rauchers), dann ist es mein eigenes Risiko und dann halte ich auch die Klappe. Raucher pusten anderen Leuten ja nicht mutwillig den Qualm ins Gesicht...sie denken sich halt einfach nichts dabei.

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  • Natürlich ist das Respektlos. Aber als Raucher merkt man leider nicht, dass man andere schädigt und fühlt sich missverstanden, wenn andere nicht möchten, dass man neben ihnen raucht. Wenn raucher soweit gehen und das provozieren, dann werde ich auch wütend, ist ja mein gutes Recht.


    Ich verstehe es grundsätzlich als Provokation, wenn man sich auf einem Nichtraucherbahnhof im NICHTRAUCHERBEREICH neben mich setzt und die Kippen anzündet.
    Wobei ich dann eher der Nichtraucher bin, der aufsteht und geht, weil ich eben keinen Bock auf sinnlose Diskussionen habe. Geht der eine, kommt der Nächste dem es egal ist oder der sich eben keine Gedanken macht.
    Das Menschen sich keine Gedanken machen betrifft leider nicht nur sowas, sondern auch genug andere Dinge. Aber das gehört wohl eher nicht hier her ;).


    Ich versuche mich ja in die Raucher hinein zu versetzen, aber ich komme eben zu dem Schluss, dass ich mich, wenn ich noch rauchen würde, dies eben im Raucherbereich machen würde und mich nicht neben Nichtraucher im "Nichtraucherbereich" setzen würde. Ich weiß nicht, ich finde da gibts eigentlich nichts zu diskutieren, sondern es sollte selbstverständlich sein. Gehe ich in eine Raucherkneipe, ist es selbstverständlich, dass man dort raucht und genauso anders herum.
    Als es damals noch Raucherwaggons in Zügen gab, hab ich mich auch da rein gesetzt und hab geraucht und hab nicht in den normalen Abteilen die Kippen raus gezogen. Ich kann zwar verstehen, wenn sich Raucher durch die Raucherbereiche ggf. ausgegrenzt oder stigmatisiert fühlen, aber deshalb mag ich eben dennoch nicht zugequalmt werden.

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  • Ich stimme dir zu, wenn Raucher einen Nichtraucher zuqualmen in einem Bereich, wo es ihnen untersagt ist, dann ist das provokant, ob absichtlich oder nicht. Und ja, Diskussionen sind unnötig, da Raucher nicht verstehen könne, dass andere ihren tollen Rauch nicht haben wollen.


    Vielleicht sollten wir einfach wieder in Richtung OnTopic kommen :D

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  • Um aufs Thema zurück zu kommen:


    Was ich beim Kiffen nach wie vor bedenklich finde, ist dass der Körper sich wie bei allem daran gewöhnt, was zur Folge hat, dass sich die Dosis erhöhen muss um das selbe Resultat zu erzielen. Natürlich ist kaum Gefahr der Überdosierung gegeben, allerdings ist es hier dann nicht selten die Schwelle, an der Menschen dann nach etwas härterem schauen. Es sind nicht nur die Dealer die Cannabis zur Einstiegsdroge macht, sondern eben auch der Fakt dass (selbst im Bekanntenkreis erlebt) irgendwann der punkt da ist an dem das Gras nicht mehr ausreichend knallt und dann wird sich was anderes gesucht.

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  • Zitat von Ragnarsson

    Es sind nicht nur die Dealer die Cannabis zur Einstiegsdroge macht, sondern eben auch der Fakt dass (selbst im Bekanntenkreis erlebt) irgendwann der punkt da ist an dem das Gras nicht mehr ausreichend knallt und dann wird sich was anderes gesucht.


    Halte ich jetzt nicht wirklich für ein stichhaltiges Argument. Das ist als würdest du sagen "irgendwann hat WoW nicht mehr gereicht, also musste ich mir ein härteres Spiel suchen". Sicher gibt es den ein oder anderen, der sich einfach nur maximal zudröhnen will, und dafür auch andere Drogen probiert, aber die meisten Kiffer (die ich kenne) rauchen zur Entspannung und sind gar nicht scharf auf eine harte Dröhnung. Zudem hat das primär was mit Disziplin und Selbstkontrolle zu tun und ist im Grunde auf alles anwendbar, was irgendwie suchterzeugend ist.


    Die einzig wirklich "vernünftigen" Argumente gegen Cannabis sind mM nach die Gesundheitsschädigung durchs Inhalieren und die Psychosen die - bei entsprechender Veranlagung - ausgelöst werden können. Da das beides aber unter selbstverletzendes Verhalten fällt, und ich nicht einsehe, warum Selbstmord legal sein soll, die Vorstufen davon aber irgendwie nicht, sehe ich überhaupt keinen Grund Gras (und andere Drogen) zu verbieten. Sollen die Leute sich doch reinpfeifen was sie wollen. Lediglich die Allgemeinheit sollte nicht drunter leiden, wenn ein Konsument aufgrund seines Konsums krank wird. Das selbe würde ich aber auch für extrem übergewichtige Menschen, "normale" Raucher und Extremsportler fordern.


    Gruß


    Exo

    Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.
    -- George Bernard Shaw

  • Zitat von Exodus

    ...aber die meisten Kiffer (die ich kenne) rauchen zur Entspannung und sind gar nicht scharf auf eine harte Dröhnung. Zudem hat das primär was mit Disziplin und Selbstkontrolle zu tun...


    Hallo Exodus, ich weiß nicht ob ich dich richtig verstehe, daher korrigier mich bitte, wenn ich falsch liege:


    1. Aussage: DIe meisten Kiffer rauchen um sich zu entspannen
    2. Aussage: Ob der Konsum ausartet, liegt daran, wie selbstdiszipliniert und kontrolliert die Konsumenten sind.


    Das ist doch ein Widerspruch. Der Konsum von Cannabisprodukten entspannt ja nicht nur, dann könnte man auch Kamillentee trinken und ein gutes Buch lesen, z.B., sondern es erzeugt auch ein "entspannendes Gefühl", Probleme und Sorgen erscheinen nicht mehr groß und wichtig. Und damit hat sich das Thema Selbstkontrolle und Disziplin doch schon erledigt. Genau diesem sich selber reglementierenzu müssen, wollen die Konsumenten doch entgehen. Und wie sehr Cannabis dafür sorgt, das einem vieles nicht mehr so wichtig und egal ist, sieht man bei vielen (nicht bei allen) Langzeitkonsumenten auch recht deutlich.


    Grundsätzlich halte ich einen Großteil der Bevölkerung für nicht so selbstdiszipliniert und kontrolliert, das bei einer Freigabe alle verantwortlich damit umgehen, egal bei welcher Droge. Ich bin auch kein Freund davon sich zuzuschütten mit Alk.


    Du sagst, solange die Konsumenten keine Belastung für das Gesundheitssystem werden, ist es doch egal. Welche wirklichen Langzeitschäden der Konsum von Cannabis auslöst, ist ja noch gar nicht wirklich erforscht. Die propagierten Hirnschädigungen können auch auf einen allgemein schädicheren Lebenswandel zurück zuführen sein. Problematisch wird es doch, wenn ein Konsument in 20 oder 30 Jahren an Spätfolgen erkrankt. Wer will dann entscheiden, das liegt am Joint? Und dann? Medizinische Versorgungsleistung ablehnen? Das würde unserem Sozialsystem widersprechen.

  • Hi Silver,


    ich denke ich verstehe was du sagen möchtest, aber ich (ich halte mich für jemanden der einigermaßen unter "Langzeitkonsument" fällt, da ich in den letzten 8 Monaten mit Ausnahme von zwei Wochen wirklich jede Woche wenigstens einmal was geraucht habe) widerspreche vehement in der Aussage, dass Selbstkontrolle und Disziplin dafür fehlen würden. Die Runde mit der ich rauche besteht schwankend aus 5-9 Personen, alle mit einem Job (ausgenommen ein Student, aber der ist eh speziell) und wenn wir rauchen, rauchen wir abends was und gehen am nächsten Tag arbeiten. Wir haben nicht das Problem einen Kater zu haben oder ähnliches. Ist es falsch sich nach einem langen Arbeitstag zu entspannen? Ich denke du machst es genauso, nur dass du eben keinen Joint rauchst, sondern einen Tee trinkst. Das Mittel ist ein anderes, das Ziel das selbe.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



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  • Hallo Konquistadore,


    8 Monate ist ja noch kein Langzeitkonsum, ich dachte eher an 10Jahre+ ;)


    Und ob du körperliche und/oder gesundheitliche Schäden davon trägst, kannst du doch noch gar nicht wissen. Wie oft rauchst du denn in der beschriebenen Zeit? 1x Woche? Oder jeden Tag? Oder 1x im Monat? Das ist ja auch wichtig zu wissen. Und vor allem, und die Frage ist am schwersten zu beantworten. Könntest du auch ohne? Könntest du jetzt aufhören mit dem Wissen, es nie mehr zu tun? Oder hättest du das Empfinden, das dir etwas fehlt?

  • Ich denke es ist wie beim Alkohol auch, manche Leute wissen wo Schluß ist, andere eben nicht. Kann man daher wahrscheinlich nicht verallgemeinern.
    Ich persönlich weiß nicht so recht wofür ich sein soll; grundsätzlich ist es heute ja auch schon so, dass jeder der Kiffen will oder auch andere Drogen konsumieren will, diese auch bekommt, egal ob freigegeben oder nicht. In Holland führte die Legalisierung ja auch nicht zu einer Katastrophe, sondern im Gegenteil angeblich zu einem Rückgang der Drogensterblichkeitklick wiki
    Wenn eine Freigabe, dann so, wie es in den Niederlanden durchgeführt wurde.

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  • Ich kann aufhören klar, als ich die zwei Wochen nichts geraucht hab ist mir das eigentlich garnicht weiter aufgefallen. War einfach durch viel Streß auf der Arbeit bedingt und da war ich abends zu fertig um noch mit den andren zu chillen. Also ins Bett und egal. Als das vorbei war, hab ich dann nochmal ganz normal weitergemacht. Normalerweise so ungefähr alle 2 Tage mal, aber es können auch mal 5 sein, es kann aber auch mal sein das es drei Aufeinanderfolgende Tage sind. Kommt auf die Lust, Verfügbarkeit und Zeit an.


    Selbst wenn ich körperliche Schäden davon trage, halte ich das für einen lächerlichen, vorgeschobenen Grund. Auf lange Zeit tötet dich alles in dieser Welt, klar es gibt Dinge die dich sehr schnell töten, aber Marihuana gehört nunmal nicht dazu. Unter dem Vorwand des Langzeitschadens müsste man definitiv auch das Rauchen verbieten, Alkohol und noch vieles vieles mehr!


    Um zu der "schwersten" Frage zurück zu kommen: Es ist einfach eine angenehme Beschäftigung, die dafür sorgt das du das Leben auch mal positiv siehst. Es ist nunmal Abends einfach schön, mal abschalten zu können, einen mit Freunden zu rauchen und dann ne Runde Fifa zu zocken. Eigentlich schadet es absolut niemandem was wir tun, da wir eben in einem Wohnzimmer sitzen, vor eine Konsole und gegeneinander spielen. Ich habe nochnie von jemandem gehört der irgend einen Schaden angerichtet hat, weil er was geraucht hat (ausser durch eigene Tappigkeit, wenn man ein Glas fallen lässt, aber das kann auch so passieren).

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  • Selbst wenn ich körperliche Schäden davon trage, halte ich das für einen lächerlichen, vorgeschobenen Grund. Auf lange Zeit tötet dich alles in dieser Welt, klar es gibt Dinge die dich sehr schnell töten, aber Marihuana gehört nunmal nicht dazu. Unter dem Vorwand des Langzeitschadens müsste man definitiv auch das Rauchen verbieten, Alkohol und noch vieles vieles mehr!


    Das stimmt nun leider. Die Schäden die Alkohol erzeugen (Leberschäden und weiteres) bei chronischem Abusus, sind auch bekannt und dennoch kann jeder Alkohol frei erhalten.
    Jeder der gerne Wurstwaren ißt, kann sich darauf einstellen, dass er, wegen des Nitritpökelsalzes, ggf, irgendwann einmal ein Magenkarzinom bekommt.
    Ich denke es gibts nichts, was uns nicht irgendwann tötet ;).

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