Was können wir für die Cannabis-Freigabe tun?

  • Du magst nichts dagegen haben, aber die Raucher würden auf die Barikaden gehen. Ich hätte auch nichts dagegen wenn man beispielsweise Diskos verbietet, immerhin gibts deswegen oft genug Stunk, aber dennoch gehen Leute gerne in die Disko, deshalb wird sie nicht abgeschafft.


    Cannabis ist ja nichts was nur subjektiv durchaus eine Erlaubnis verdient hätte. Rein objektiv betrachtet, sind negativere Sachen im Umlauf, die erlaubt sind. Cannabis dann zu verbieten, wirkt wie Willkür, bzw. keine Lust sich mit dem Thema zu beschäftigen.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Den Dealer werden wir erst los, wenn der Cannabiskonsum nur im Rahmen der Selbstversorgung legalisiert wird, die niederländischen Coffeeshops sind nur geduldete Dealer (das Thema hatten wir schon).
    Auch das wäre wieder etwas problematisch, da die Pflanze sehr sonnenbedürftig ist, und eine Hanfplantage wegen UV-Lampen recht Stromkostenintensiv wäre.
    Während Marihuana ja nur die getrockneten Blätter sind, wäre eine eigene Haschischproduktion schon wieder etwas komplizierter.


    Ich halte Cannabis auch keineswegs für harmloser als Alkohol, nur weil es keine Fälle von Haschvergiftungen gibt.

  • Ich hatte ein jahr lang geraucht,bis mir klar wurde das es Geldverschwendung ist,und ich mir bessere Sachen Sachen davon kaufen kann.Zb Bücher,bei denen ich viel besser entspannen kann.Das war Ende der 90er,mit dem Zigaretten rauchen habe ich 2012 ebenfalls aufgehört.ich habe kürzlich sogar gelesen das kiffen dumm machen soll.

  • Zitat

    ich habe kürzlich sogar gelesen das kiffen dumm machen soll.

    Wundert mich nicht das du sowas gelesen hast oder sogar im Fernsehen gesehen. Da ist das öffentlich rechtliche ja auch immer dahinter ihren "Bildungsauftrag" zu erfüllen. Da wird ein absoluter Kiffer gezeigt der dumm wie Bohnenstroh ist und danach kippt Bioleck ein paar Gläser Wein und behauptet das dies ja soo gesund ist.


    Es gibt keine anständigen Langzeitstudien zu diesem Thema und laut meiner Erfahrung aus Freundes- und Bekanntenkreis kann ich sagen: Klar macht es auf Dauer dumm, wenn man es übertreibt. Aber das macht übermäßiger Alkoholkonsum auch. Es ist halt die Frage wie viel man wie lange kiffen muss um eine deutliche Einschränkung der Gehirnleistung zu erleben und unter welchen Begleitumständen.


    Meiner Meinung nach hat Cannabis keinerlei leistungssteigernde Effekte, aber das hat Alkohol auch nicht. Im Gegenteil, Alkohol ist immer giftig. Und trotzdem ist es sozial akzeptiert abends sein Glas Bier zu trinken. Bin ich der Einzige der das widersinnig findet?

  • .ich habe kürzlich sogar gelesen das kiffen dumm machen soll.

    :lol:
    Ich kiffe zwar nicht, aber es heißt auch, dass Saufen Gehirnzellen abtötet. Zum Alk ein Link: http://www.brain-channel.de/de…t-alkohol-gehirnzellen-ab
    Was ich aber aus dem Bekanntenkreis halbwegs mitbekommen habe, scheint es so zu sein, dass Kiffen das Zahnfleisch schädigt. Ich kenne keinen Kiffer in meinem Alter, der noch alle Zähne hat.



    Zitat

    Ich verstehe es grundsätzlich als Provokation, wenn man sich auf einem Nichtraucherbahnhof im NICHTRAUCHERBEREICH neben mich setzt und die Kippen anzündet. Wobei ich dann eher der Nichtraucher bin, der aufsteht und geht, weil ich eben keinen Bock auf sinnlose Diskussionen habe.

    Joa, da geht man als Nichtraucher eher die Gefahr ein, gesundheitliche Schäden zu bekommen, wenn man sowas anspricht. ;) Ich war mal vor nem Jahr oder so bei nem Fußballspiel in KL und bei der Rückfahrt hat sich ein Neonazi nen Glimmstengel im Zug angezündet. Ich war auch nimmer ganz nüchtern und hab ihn auf das Rauchverbot in Zügen angesprochen. Die Mitreisenden waren geschockt, weil ich so offen gesprochen hab, und dachten, ich würde gleich eine aufs Maul bekommen. Dann hab ich ihn auch auf seine Nazi-Tattoos angesprochen und es wurde kritisch. Aber nur, bis ich einen Namen eines Nazis aus LU nannte, den ich aus ner Kneipe kenne. Dann wurde der Typ ruhig und ich solle dem anderen aus der Kneipe nen schönen Gruß ausrichten. Der LU-Nazi war recht bekannt scheinbar. Die (Nazi-)Kneipe ist aber mittlerweile dicht, weil die Betreiberin die Pacht nicht mehr zahlen konnte oder wollte.
    Manchmal ist das Leben halt eine Komödie. :)

  • Zitat

    undert mich nicht das du sowas gelesen hast oder sogar im Fernsehen gesehen. Da ist das öffentlich rechtliche ja auch immer dahinter ihren "Bildungsauftrag" zu erfüllen. Da wird ein absoluter Kiffer gezeigt der dumm wie Bohnenstroh ist und danach kippt Bioleck ein paar Gläser Wein und behauptet das dies ja soo gesund ist.


    Wie dem auch sein mag,das es dei Lungens scädigt ist ja auf jeden Fall klar.

    Zitat

    [Meiner Meinung nach hat Cannabis keinerlei leistungssteigernde Effekte, aber das hat Alkohol auch nicht


    Mein Kumpel(wir haben etwa alle zur gleichen zeit damit aufgehört)schwört das er vom Kiffen länger konnte,also beim Sex.Da ich zur der zeit Single war kann ich das weder bestätigen noch dementieren.

  • Nicht verschwiegen werden sollte auch die Gefahr der Flashbacks, die zwar selten, aber existent sind. Und bevor jemand ruft, ich habe noch nie einen gehabt und kenne auch keinen der einen hatte. Das ist ja kein Beweis. Medizinisch ist THC lipidaffin, das heißt es lagert sich im Fettgewebe ein und wird dort erstmal aufbewahrt. Nimmt der Mensch nun ab, oder durch eine Verletzung gelangen Fettzellen oder deren Inhalt ins Blut (das kann sogar zu einer Fettembolie führen) dann wird auch das THC wieder freigesetzt. Da der Körper aber auch so permanent Zellen auf- und abbaut, geschieht dies auch mal spontan. Mit einer der Gründe, wieso der Führerschein auch dann einbehalten wird, wenn der letzte Konsum 30 Tage her ist.


    THC wird vom Körper erheblich langsamer abgebaut als Alkohol z.B. Der gesunde menschliche Körper baut Alkohol mit einer Geschwindigkeit von ca. 0,1 Promille pro Stunde ab. Der "normale" Konsument kommt auf maximal 2 Promille, dann streikt der Körper so sehr, das in der Regel keine weitere Aufnahme möglich ist. Das heißt, nach rund 20 Stunden ist der Körper wieder alkoholfrei. 1 Tag! Zu 30 Tagen bei THC. Alleine das macht es schon gefährlich. Denn der Gewohnheitskiffer wartet ja nicht 30 Tage, sondern erhöht durch neuen Konsum den THC Spiegel wieder. Dadurch setzt


    1.) ein Gewöhnungseffekt ein, wenn auch langsam. Da der Körper aber immer mit THC konfrontiert ist, muss immer mehr THC aufgenommen werden um den gleichen Effekt zu erzielen. Gleichzeitig dauert der Zustand immer kürzer.
    2.) empfindet der Körper das Absinken des THC Spiegels unter ein bestimmtes Level als verkehrt, er setzt THC aus Speichern frei (Fett) und dem Bewusstsein wird "Unwohlsein" signalisiert.
    3.) wird das Empfinden des Beeinträchtigtseins in Wahrnehmung und Reaktion nicht mehr bewusst wahrgenommen. Das "System" Mensch eicht sich auf den neuen Zustand als "normal" ein.


    Und eben diese Gefahren, die es beim Alkohol auch gibt natürlich, machen THC so gefährlich.

  • Zitat

    Nicht verschwiegen werden sollte auch die Gefahr der Flashbacks, die zwar selten, aber existent sind. Und bevor jemand ruft, ich habe noch nie einen gehabt und kenne auch keinen der einen hatte. Das ist ja kein Beweis. Medizinisch ist THC lipidaffin, das heißt es lagert sich im Fettgewebe ein und wird dort erstmal aufbewahrt. Nimmt der Mensch nun ab, oder durch eine Verletzung gelangen Fettzellen oder deren Inhalt ins Blut (das kann sogar zu einer Fettembolie führen) dann wird auch das THC wieder freigesetzt. Da der Körper aber auch so permanent Zellen auf- und abbaut, geschieht dies auch mal spontan. Mit einer der Gründe, wieso der Führerschein auch dann einbehalten wird, wenn der letzte Konsum 30 Tage her ist.

    Kann durch solche Methoden wirklich genug THC ins Blut geschwemmt werden, um einen erneuten Rauschzustand, im Sinne eines Flashbacks zu erzeugen? Müsste es dann nicht öfter vorkommen?


    --> Wenn ich den Wiki-Artikel über "Flashbacks " lese, komme ich zu einer anderen Überzeugung:
    Flashbacks sind eine besondere Form einer Psychose. Im Kontext redet man HPPD (Hallucinogen Persisting Perception Disorder).


    So stellte auch das Bundesverfassungsgericht fest:

    Zitat

    Nach Mitteilung der hierzu um Stellungnahme gebetenen Bundesregierung und der Landesregierungen sowie sachkundiger Dritter sind bislang nur sehr wenige Fälle bekannt geworden, in denen Anlass zu der Annahme bestand, ein Unfall im Straßenverkehr oder eine Verkehrsgefährdung könnte möglicherweise auf den haschischkonsumbedingten Echorausch eines Verkehrsteilnehmers zurückgeführt werden; lediglich in einzelnen Fällen konnte die Möglichkeit eines Echorauschs nicht vollständig ausgeschlossen werden, der aber in keinem Fall nachweisbar war.

    Naja, das machts jetzt nicht unbedint besser :)


    Zitat

    Tatsächlich ist Alkohol ein Zell-und Nervengift , während Cannabis sich als die am wenigsten tödliche Droge herausgestellt hat.
    http://www.independent.co.uk/news/world/…s-10066496.html

    Drogen nur anhand ihrer "Tödlichkeit" zu bewerten halte ich für falsch... Auch der einfach Vergleich zu Alkohol ist trügerisch, denn das Ziel des Alkoholkonsums ist nicht immer zwangsweise der Rausch! Bei Cannabis allerdings schon... Vergleicht man Cannabis als Rauschmittel mit Alkohol als Rauschmittel, ja, dann kann man durchaus zum Schluss kommen, dass Cannabis ungefährlicher ist! Aber wie gesagt, das Ziel des Alkohols ist nicht immer der Rausch. Auch die Möglichkeiten der Dosierung sind beim Alkohol deutlich einfacher und bemerkbarer als bei Cannabis!



    Allerdings bin ich persönlich doch her für eine Liberalisierung von Cannabis...



    mfg Vivajohn

  • Ziel der Einnahme von Cannabis ist ebenfalls nicht immer ein Rausch , auch wenn viele es so handhaben.
    Letztendlich macht die Situation und Dosis den Unterschied zwischen den Extremen von positiv und negativ aus , oder wie im Volksmund auch gerne gesagt wird , "die Dosis allein macht das Gift aus".
    Missbrauch ist weit verbreitet , dabei egal um welchen Stoff es sich handelt.

  • Zitat

    Ziel der Einnahme von Cannabis ist ebenfalls nicht immer ein Rausch , auch wenn viele es so handhaben.


    Der medizinische, verordnete Gebrauch von Cannaboiden stellt auch nicht das Problem dar. In diesem Thread geht es aber um die legale Freigabe von Cannaboiden und damit um den Gebrauch ohne medizinische Notendigkeit.

  • Der medizinische, verordnete Gebrauch von Cannaboiden stellt auch nicht das Problem dar. In diesem Thread geht es aber um die legale Freigabe von Cannaboiden und damit um den Gebrauch ohne medizinische Notendigkeit.

    Dies war eine Antwort auf den Vorredner. Alkohol lässt sich nicht so gut missbrauchen wie Hanf.

  • Zitat

    Alkohol lässt sich nicht so gut missbrauchen wie Hanf.


    Wie das? Meines Wissens nach ist Alkoholmissbrauch gang und gebe in jeder westlichen Gesellschaft dieser Welt und sogar in solchen Gesellschaften welche ihn unter Todesstrafe stellen kommt das sehr oft vor. In diesen Ländern ist es sogar die "Hauptdroge" obwohl man dafür kurzerhand einen Kopf verliert.

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  • Alkohol kann man schlechter missbrauchen? Vergleich z.B. mal die Anzahl jährlicher Verkehrsunfälle durch Alkoholeinfluss mit denen durch Gras. Durch Alkohol haste jedes Jahr 15.130 Autounfälle in Deutschland. Außerhalb von Unfällen sterben jedes Jahr 74.000 Deutsche an Komasaufen und ähnlichem.
    Bei Gras dürfte die Zahl bei beidem im Schnitt ca. zwischen 0 und 0 liegen.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Nee Ronin, da würd ich widersprechen. Es gibt genug Idioten die auch ordentlich kiffen und Auto fahren, was durchaus äusserst gefährlich ist, grade wenn man nicht regelmäßig raucht.
    Leute die sehr regelmäßig konsumieren "kennen" den Zustand einfach. Ich kenne Leute die gehen NUR high durchs Leben und haben trotzdem alles im Griff. Ich kenne aber auch solche, die konsumieren regelmäßig und versiffen in nem Dreckloch. Die die sowieso dauernd high sind und mit ihrem Leben klar kommen, können vielleicht rein theoretisch noch Autofahren, aber ich rate praktisch trotzdem dringends davon ab. Selbst wenn du denkst die Droge zu kennen, kann sie dich immernoch grad aufm falschen Fuss erwischen, vielleicht ist ne Erkältung im Anmarsch die du noch garnich richtig bemerkst, aber die Prozesse im Körper verändern das "Gefühl" des bekifft seins so sehr, dass du keine echte Kontrolle hast.


    Also Autofahren und kiffen auf keinen Fall, da ist die Unfallgefahr durchaus höher, grade weil du dich auch leicht ablenken lässt. Dann glotzt du en Pferd an, das am Straßenrand steht und fährst einem auf. Ich wäre für eine absolute Nulltoleranzgrenze, aber eben für die Legalisierung. Einhergehend Aufklärungskampanien, damit wir keine versuchtete Gesellschaft kriegen sondern eben einfach nur eine Bevölkerung die freier über das entscheiden kann was sie möchte und was nicht.

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