Wie "bekehre" ich einen Zeugen Jehovas? Bibelwidersprüche, Abkehr etc.

  • Liebe Leute im Forum,


    dieser Thread ist nicht so flapsig gemeint, wie sich der Titel vielleicht liest.


    Eine mir SEHR nahestehende Person ist seit über zwanzig Jahren "blind" gläubiger Zeuge Jehovas. Ungefähr dieselbe Zeit diskutieren wir über dieses Thema.


    Wie bei den Z.J. ueblich, glaubt diese Person, dass in Kürze das "Ende dieses Systems der Welt" bevorstünde und alle Menschen, die bis dahin nicht zum "rechten" Glauben gefunden hätten von Jehova Gott vernichtet würden. Da dies auf fast alle Personen zutrifft, die dieser Person nahe stehen (bis auf die Zeugen Jehovas), ist ihre Pein, diese Menschen in der "Neuen Welt" unter Jehovas Führung nie mehr wiederzusehen entsprechend groß und ihre Predigttätigkeit umso häufiger und intensiver.


    In all diesen Jahren haben diese Person und ich intensiv über das Thema diskutiert, ohne dass einer den anderen vom jeweiligen Standpunkt hätte überzeugen koennen.


    Allerdings kristallisierte sich bald und in all den Jahren heraus, dass alle Thesen von Jehovas Zeugen NUR auf den Inhalt der "BIBEL" fussen und voraussetzen, dass man deren Aussagen für uneingeschränkt wahr hält. Die Z.J. selbst meinen, die "Ganze Schrift" sei höchstpersönlich von Gott inspiriert. Sie glauben, dass sich diese an keiner Stelle widerspräche. :pope:


    Also suche ich hier im Grunde zweierlei:


    1) Allgemeine Tips und Erfahrungen, wie man Zeugen Jehovas "zurück ins Leben" führt


    und


    2) Widersprüche der Bibel in sich selbst...


    Bitte postet deshalb alles, was hilfreich scheint, einen Zeugen Jehovas zu "bekehren"!


    Tipps, Erfahrungen und/oder Links...



    Euer



    Valmont
    :sauger:

  • Wenn Du aus Deiner Zeit hier im Forum eins gelernt haben sollte, dann doch wohl, dass echter Glaube sich auch von Fakten nicht beeinflussen laesst.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • 1) Allgemeine Tips und Erfahrungen, wie man Zeugen Jehovas "zurück ins Leben" führt


    Das ist aus den von Dir genannten Gründen sehr, seeehhhr schwierig. Wenn es bei einem "Zeugen" nicht von selbst "Klick" macht, wirst Du kaum eine Chance haben.


    2) Widersprüche der Bibel in sich selbst...


    Auch das bringt Dir nichts.....
    ich hatte jetzt fast 2 Jahre lang die Zeugen Jehovas "am Hals". Die kamen immer zu uns auf Arbeit, was es natürlich schwierig machte dem aus dem Weg zu gehen. (Man kann bei einem Kunden nicht einfach wie Zuhause die Haustür zuknallen) Ein Kunde ist als Kunde zu behandeln, auch wenn er Zeuge ist und immer wieder mit diesem Thema anfängt.
    Also habe ich immer gute Miene zum bösen Spiel gemacht und mich mit denen doch immer freundlich unterhalten.


    Irgendwann war es dann mal soweit, daß sie mir "ihre" Bibel mitbrachten und schenkten und mir jedesmal Zettelchen in die Hand drückten mit Bibelstellen, die ich doch lesen sollte (unnötig zu erwähnen, daß mir jedesmal der Wachturm mit in die Hand gedrückt wurde)
    Ich glaube tausendmal reicht nicht, wo ich immer wieder erklärte, daß ich an diesem Glauben keine Interesse habe....


    Alles verstrickte sich immer wieder in Diskussionen um Weihnachten (was die ja nicht feiern), ebenso Geburtstage (die sie auch nicht feiern), Halloween (was sie als Verschwörungstheorie der Satanisten sehen, die alle vom christlich/jehovaschen Weg ab und ins Verderben führen wollen) etc.


    Die Diskussionen wurden oft hitzig, weil ich ihnen ständig dagegenredete und ihnen meine Sichtweise der Dinge zu erklären versuchte.


    Man hat keine Chance, denn die winden sich und wissen wirklich auf jede Aussage ein Gegenargument und eine Bibelstelle, mit denen sie einem wieder den Wind aus den Segeln nehmen können. Und das können die gut.
    Logisch, wenn man selbst nicht so Bibelfest ist (wie ich :mrgreen: ) hat man kaum eine Chance da dagegen zu halten.
    Sie wiederrum halten ja mehrmals wöchentlich Bibelstunden und treffen sich zweimal pro Woche zu ihren "Sitzungen", bei denen nur das geübt, geschult und thematisiert wird.


    Ich habe dann mal meine Bibel (die ich als Kind vom Kaplan geschenkt bekommen habe) mit "deren" Bibel verglichen.
    Es unterscheiden sich durchaus viele Bibelstellen voneinander, aber selbst als ich ihnen das präsentiert habe, hatten sie sofort wieder eine Antwort darauf......zum Verzweifeln, echt!


    Valmont


    ich fürchte da hast Du Dir etwas sehr schweres vorgenommen. ;)


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Hey Valmont,


    Tina und Ricya haben dir ja schon das wichtigste geschrieben.


    Ich habe einige Freunde in einer Fundamental-Evangelischen Glaubensgemeinschaft. Unter anderem sehr gut Freunde.
    Bekehrung ist da auch immer ein Thema. Nur darf man das auf keinen Fall übel nehmen. Die machen das nicht um einen zu nerven, sondern um einen zu retten. ;)


    Fundamentale Christen (was die Zeugen ja auch sind) kann man nicht mit Widersprüchen in der Bibel aus der Reserve locken. Das wird nie funktionieren. Und wenn du es dann doch mal irgendwie geschafft hast, dann kommt immer die "Gottes wege sind eben unergründlich"-Karte, oder ein schlichtes "du hast die Stelle nicht richtig verstanden.
    Ein überdenken des (meist Jahrzente gelebten) Glaubens kann da nur aus eigenen Antrieb kommen.


    Ach, und nochwas:
    Die nervt die Situation, dass dein Freund ständig bekehrt. Und dann willst du ihn selbst mit deinem Lebensstil bekehren?
    Denk mal drüber nach ob das so toll ist. ;)


    lg Davy

    "Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

  • Nun ja,


    es stimmt zwar, dass es mich wirklich nervt, wenn diese "Person", wie ich immer so neutral sage, also ein mir wirklich nahestehender, lieber Mensch, von ungefähr jedem zweiten, dritten Thema auf die "einzige biblische Wahrheit" und das baldige Ende "dieses Systems der Dinge" biegt und wie wir alle uns darauf vorbereiten sollen, indem wir uns "so und so" zu verhalten hätten, damit Jehova Gott uns in seiner "Neuen Welt" akzeptiert.


    Dann kann ich ihn aber auch insofern "verstehen", da er diesen für mich wirklich abwegigen Glaubensinhalt für absolut wahr hält. Er glaubt ja ganz fest, dass in aller Kürze "die Böcke von den Schafen geschieden" würden und ist überzeugt, alle seine ihm lieben Menschen, so sie sich nicht von ihrem "falschen Weg abwenden" und dem Willen Jehovas "zuwenden" fuer alle Zeiten zu verlieren (zumal ja diesem Glauben nach alle Menschen, die sich für den "richtigen" Weg entschieden haben "ewig" in Gottes Paradies leben).


    Insofern möchte ich diesen Menschen nicht von einem "Lebensstil" abwenden, erst recht nicht zu einem bestimmten "anderen" Lebensstil hinwenden.


    Eher möchte ich ihm - "die Augen öffnen" wäre hier zu anmaßend - Denkanstöße geben, ihm "Brocken zu verdauen" geben, die ihn selbst an diesem Weltbild zweifeln lassen.


    Ich weiß, dass das ganze Glaubens- und Weltbild der Zeugen Jehovas auf den Texten der "Bibel" ruht. Und ich habe erfahren, dass die Zeugen, mit denen ich selbst gesprochen habe zumindest, nicht fähig waren, außerhalb des biblischen Kontextes zu argumentieren, d.h. wenn man bei Fragen nachbohrt wie: "Du glaubst, das und das sei richtig, weil das und das genauso in der Bibel steht... Aber warum sollte Alles richtig sein, nur weil es so in den Bibel steht? Beweise mir zunächst, dass die Bibel immer Recht hat. Und Beweise mir, warum die Bibel stets Recht haben sollte..."


    Solche Art von Argumenten suche ich.


    Und ich suche jede Möglichkeit, dieses Weltbild zu erschüttern und zu widerlegen!


    LG


    Valmont. :sauger:

  • Du glaubst, das und das sei richtig, weil das und das genauso in der Bibel steht... Aber warum sollte Alles richtig sein, nur weil es so in den Bibel steht? Beweise mir zunächst, dass die Bibel immer Recht hat. Und Beweise mir, warum die Bibel stets Recht haben sollte..."


    Das wird nicht funktionieren......


    Solche Argumente haben bei mir auch nichts gebracht. Bei mir hieß es dann:


    "Die Bibel hat recht, denn sie besteht ja aus uralten Schriftrollen, die von Menschen geschrieben wurden, die damals alles erlebt haben, also sozusagen Zeitzeugen. Die haben das Wirken Jesu und seine Worte niedergschrieben, also MUSS es so sein, daß die Bibel recht hat.
    Und wenn Du nicht glaubst, daß alles was in der Bibel steht wahr ist und so nicht eintreffen wird, warum sollte Gott, Jesus seinen Sohn dann überhaupt runtergeschickt haben um sich zu opfern, wenn es denn das "heilige Königreich" das uns ja bzw. alle Gläubigen erretten soll, gar nicht gibt?
    Du mußt nur Deine Augen öffnen und die Bibelstellen richtig deuten und auf Dich wirken lassen, dann verstehst Du auch, warum die Bibel recht hat."


    So.
    Das waren die Aussagen, die ich dann zu hören bekommen habe. Um das Ganze zu untermauern hatten sie da auch immer ihr "Grundwissensbuch der Jehovas" (Ein Büchlein das die Grundwerte der Jehovas´mit Beispielen erklärt) dabei, was Du ja auch kennen müßtest, und mit den Artikeln da drin haben sie dann ihre Argumente untermauert.


    Du kannst jemanden, der schon jahrzehntelang danach lebt, vielleicht als Kind schon dazu erzogen wurde, nicht einfach mal so klarmachen, daß die Art wie sie leben und der Glauben nach dem sie leben falsch ist.


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Zitat

    Ich weiß, dass das ganze Glaubens- und Weltbild der Zeugen Jehovas auf den Texten der "Bibel" ruht. Und ich habe erfahren, dass die Zeugen, mit denen ich selbst gesprochen habe zumindest, nicht fähig waren, außerhalb des biblischen Kontextes zu argumentieren, d.h. wenn man bei Fragen nachbohrt wie: "Du glaubst, das und das sei richtig, weil das und das genauso in der Bibel steht... Aber warum sollte Alles richtig sein, nur weil es so in den Bibel steht? Beweise mir zunächst, dass die Bibel immer Recht hat. Und Beweise mir, warum die Bibel stets Recht haben sollte..."


    Die brauchen keine Beweise! :) Das interessiert die Leute nicht! :) Es heisst Glaube, weil man eben glaubt, und nicht weiss! Glaube braucht keine Beweise. Im Gegenzug koenntest Du ja auch versuchen zu beweisen, dass die Bibel NICHT immer recht hat. Das kannst Du auch nicht.


    Wenn mich irgendjemand nervt und retten will, sag ich einfach "Lass mich damit in Ruhe, ich will gar nicht in den Himmel, da kenn ich eh keinen!"

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!


  • Ach, und nochwas:
    Die nervt die Situation, dass dein Freund ständig bekehrt. Und dann willst du ihn selbst mit deinem Lebensstil bekehren?
    Denk mal drüber nach ob das so toll ist. ;)


    lg Davy


    DAS stößt mir an dem Text ehrlich gesagt auch etwas auf.
    So wie es aussieht, ist dein Freund ein Erwachsener. Er kann also selbst denken und hat sich für diesen Glauben entschieden, und wenn er so nervig ist, dass er die ganze Zeit nur darüber redet, schalt halt die Ohren auf Durchzug oder schränk den Kontakt etwas ein.


    Genauso nervig wie Zeugen Jehovas oder andere penetrante Gläubige finde ich Leute, die nicht an Gott glauben, und meinen, anderen das aufzwingen zu müssen.


    Lasst das Thema doch einfach ruhen, nach 20 Jahren kann da doch nix mehr bei raus kommen. :shock:

  • Man kann ja auch als Erwachsener beitreten.


    Wenn du Widersprüche in der Bibel suchst, sind die doch schnell gefunden. Das beginnt schon bei Kleinigkeiten. So heißt der Zöllner, den Jesus zum Jünger macht, in einem Evangelium Matthäus und in einem anderen Levi. Mal wird Jesus vor seiner Hinrichtung zu Herodes geschickt und mal nicht. Was er als "letzte Worte" am Kreuz sagt, ist von Evangelium zu Evangelium unterschiedlich. Und so weiter.


    Vielleicht wäre es aber sinnvoller, deinen Freund auf die moralische Frage anzusprechen: Was ist von einem Gott zu halten, der den größten Teil der Menschheit grausam umbringen will (und es angeblich während der Sintflut schon einmal getan hat), nur weil sie nicht richtig glauben? Was ist mit kleinen Kindern, die noch nicht einmal selbst entscheiden können, was sie glauben? Wie würde es dann zum Beispiel einem Buddha oder Sokrates ergehen, die allem Anschein nach wirklich anständige, gute Menschen waren, aber den "richtigen Glauben" nicht hatten, ja (da sie vor Jesus lebten) noch nicht einmal hätten haben können? Welche Entschuldigung hätte Gott, solchen Menschen sein Paradies zu verweigern außer der, dass er als Allmächtiger machen kann, was er will?


    Und auch die Angst, dass Leute wie du dringend von ihm gerettet werden müssten, sollte deinem Freund doch zu denken geben. Was kann an einem solchen Glauben Gutes oder auch nur Vorbildhaftes sein, der die Gläubigen in derartige seelische Nöte bringt und sie selbst krank macht? Und wie stellt sich dein Freund das Paradies vor, wenn diejenigen, die ihm nahestehen, sich aber nicht bekehren lassen wollen, wirklich verdammt werden sollten? Hätte er denn dann noch Freude am Paradies, oder würde er Gott dann nicht grollen und im Extremfall deswegen selbst verdammt werden?


    Mit anderen Worten: Wo ist denn die Liebe Gottes in einer solchen Religion? Anscheinend in der Theorie verschwunden. Liebe und Zwang durch Drohungen passt nicht zusammen und ist noch weniger angebracht, wenn man so mächtig ist wie der allmächtige Gott. Wenn Gott wirklich so wäre, wäre er vielleicht allmächtig, aber psychologisch ziemlich armselig. Und einen solchen Gott kann man (oder: ich) sich nicht gut vorstellen.

  • Wenn du Widersprüche in der Bibel suchst, sind die doch schnell gefunden. Das beginnt schon bei Kleinigkeiten


    Interessiert aber die Zeugen Jehova´s nicht, da sie eh nur ihre eigene Bibel als die einzig richtige Übersetzung ansehen.....alles andere prallt an denen ab. ;)


    Was ist von einem Gott zu halten, der den größten Teil der Menschheit grausam umbringen will (und es angeblich während der Sintflut schon einmal getan hat), nur weil sie nicht richtig glauben?


    Das ist eben Jehovas´s Wille so, da gibts nichts zu kritisieren. Wer überleben will, der soll hat gläubig leben, dann passiert ihm auch nichts.


    Was ist mit kleinen Kindern, die noch nicht einmal selbst entscheiden können, was sie glauben?


    Dafür "führen" ja die Eltern ihre Kinder mit täglichen Bibelstunden an den "richtigen" Glauben heran....und handeln so wieder im Sinne Jehovas. ;)


    Wie würde es dann zum Beispiel einem Buddha oder Sokrates ergehen, die allem Anschein nach wirklich anständige, gute Menschen waren, aber den "richtigen Glauben" nicht hatten, ja (da sie vor Jesus lebten) noch nicht einmal hätten haben können?


    Guter Mensch zu sein, reicht nicht, man muß gläubig im Sinne von Jehova sein, alles andere gilt nicht. Und Buddha.....naja, vom Buddismus, allgemein von anderen Religionen halten die Zeugen nicht viel, da dieser Glaube nicht auf Jesu und der Bibel basiert. Im Prinzip sind es für sie fehlgeleitete Menschen....


    Welche Entschuldigung hätte Gott, solchen Menschen sein Paradies zu verweigern außer der, dass er als Allmächtiger machen kann, was er will?


    Der braucht keine Entschuldigung. Wer sich an seine Regeln hält, dem geht es dann auch im heiligen Königreich gut.....wer nicht glaubt und sich blenden läßt hat eben Pech gehabt.
    In den Augen der Zeugen Jehovas erfüllt Gott seine Barmherzigkeit einzig darin, daß er den Menschen, die nach seinen Bestimmungen (die er ja in der Bibel vorgibt) leben, ewiges Leben und Ruhe und Frieden in seinem Paradies gibt, nach dem irdischen Tod.
    Das ist alles was für die Zeugen gilt. ;)


    Was kann an einem solchen Glauben Gutes oder auch nur Vorbildhaftes sein, der die Gläubigen in derartige seelische Nöte bringt und sie selbst krank macht?


    In deren Augen macht das aber nicht krank sondern es ist die einzige richtige Lebensweise.


    Und wie stellt sich dein Freund das Paradies vor, wenn diejenigen, die ihm nahestehen, sich aber nicht bekehren lassen wollen, wirklich verdammt werden sollten? Hätte er denn dann noch Freude am Paradies, oder würde er Gott dann nicht grollen und im Extremfall deswegen selbst verdammt werden?


    Im gelobten Königreich gibt es keinen Groll. Irdische Gefühle gelten dort nicht mehr. Der Mensch vergißt sein Erdendasein und wird im Paradies ewig und glücklich Leben. Da macht sich keiner mehr Gedanken drum ob ein von ihm geliebter Mensch nun da auch hin darf oder nicht. Man hat die unendliche Liebe Jehovas und das reicht zum Zufriedensein.


    . Liebe und Zwang durch Drohungen passt nicht zusammen und ist noch weniger angebracht, wenn man so mächtig ist wie der allmächtige Gott. Wenn Gott wirklich so wäre, wäre er vielleicht allmächtig, aber psychologisch ziemlich armselig


    Für unsere Moralvorstellungen wäre er das.
    Für die Zeugen Jehovas ist er derjenige der Liebe und Gerechtigkeit gibt, solange man sich an seine Regeln hält. Wer das nicht tut, hat auch nichts anderes verdient, denn er handelt zuwider den Forderungen die Jehova in der Bibel an sein Volk gestellt hat. Wer also ungläubig ist und sich auch nicht bekehren läßt ist also an seinem Unglück selber schuld. Zwar bedauerlich aber in den Augen der Zeugen die logische Konsequenz wenn man nicht Jehovas Regeln lebt. ;)


    Glaubt mir, ich habe alle Argumente schon tausendmal mit denen durchgekaut.....nichts, aber auch gar nichts, kann einen richtig gläubigen Zeugen aus der Bahn werfen oder ihn zum Nachdenken bringen.


    Und dazu muß man erst mal die Philosophie der Zeugen kennen, nach der sie leben (und weshalb das Argument mit dem grausamen Gott auch bei denen kein Zugpferd ist):


    Das Leben, daß sie jetzt, in der Gegenwart leben, ist unwichtig. Da ist es völlig wurscht, ob sie sich irgendwo einschränken müssen, oder es ihnen mal schlecht geht.....das jetzige Leben ist in ihren Augen nicht mehr als eine Prüfung Gottes, ob sie denn letztenendes die Aufnahme ins Paradies verdient haben oder nicht.
    Der Zeuge Jehova lebt also sozusagen nur für die Zukunft, nicht für das Jetzt. Das Jetzt ist egal......wichtig ist das: "DANACH" und so richten sie auch ihr Leben aus.


    Es ist zum Haareraufen und ich muß sagen, daß mich die dauernden Unterhaltungen mit den Zeugen wirklich fast krank gemacht haben.....egal was man sagt, die drehen alles rum, finden auf alles eine Antwort und man selbst fühlt sich schlecht, weil man
    a) wirklich langsam ins Zweifeln kommt, ob die einen an der Klatsche haben oder man selbst
    b) es einem nicht gelingt,........... auch wenn man noch so gebildet ist und noch so sehr drüber nachdenkt, man findet keinen Punkt an dem man die in einer Diskussion greifen kann.


    Mich hat das fast kirre gemacht.
    Deshalb habe ich auch nach 2 Jahren endlich auf den Tisch geklopft und zu ihnen gesagt, wenn sie wieder in den Laden kamen, sie sollen mich mit diesem Thema bitte nie wieder belästigen, denn ich habe es satt und es macht mich wütend. Und wenn sie meinen, dann komme ich halt nicht ins Paradies, wenn juckt´s?
    Seitdem habe ich Ruhe! ;)


    Lg Ricya

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Zitat

    Dafür "führen" ja die Eltern ihre Kinder mit täglichen Bibelstunden an den "richtigen" Glauben heran....und handeln so wieder im Sinne Jehovas. ;)

    Und was ist mit den Kindern, die das Pech haben, dass ihre Eltern nicht Zeugen Jehovas sind? Schließlich leben nicht alle Kinder so lange, dass sie selbst von dieser Lehre hören könnten. Wäre Gott also nicht zumindest ihnen gegenüber unfair?


    Zitat


    .....das jetzige Leben ist in ihren Augen nicht mehr als eine Prüfung Gottes, ob sie denn letztenendes die Aufnahme ins Paradies verdient haben oder nicht.

    Ätsch, da ist ja doch ein Widerspruch! :P Wenn Gott allwissend wäre, müsste er doch niemanden prüfen! Alle negativen Erlebnisse im Diesseits wären dann also höchstens ein Zeitvertreib für Gott – so ähnlich wie für uns ein Buch oder Fernsehen (nur mit realen Protagonisten).

  • Alle negativen Erlebnisse im Diesseits wären dann also höchstens ein Zeitvertreib für Gott


    Nein, alles negative kommt vom Teufel.....laut den Zeugen, denn der versucht ja immer Gott an den Karren zu fahren. Und da sieht Gott dann ob die Menschen sich wie Adam und Eva wieder verführen lassen oder eben nicht. ;)


    Schließlich leben nicht alle Kinder so lange, dass sie selbst von dieser Lehre hören könnten. Wäre Gott also nicht zumindest ihnen gegenüber unfair?


    Keine Ahnung, frag die Zeugen doch selber. ;)
    Ich kann hier auch nur das Geschwafel wiederholen, daß ich mir jahrelang anhören mußte.
    Aber Du kannst Dich ja gerne mal mit einem Zeugen Jehova auf ein Gespräch einlassen....dann wirst Du schnell sehen, daß Du auf verlorenen Posten stehst.
    Wie Tina schon sagte:
    Wer glauben will, der glaubt......den bringt man mit keinem Argument zum Umdenken.....erleben wir hier im Forum ja täglich. Wir können noch so viele realistische Erklärungsmodelle liefern....nein, es MUSS etwas übernatürliches sein........Perlen vor die Säue werfen und so.... 8-)


    Lg Ricya

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    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Wieso eigentlich jehova. Ist das nicht eigentlich ein jüdischer Gott. Na wie auch immer. Jeder Mensch glaubt an irgendwas daher sollte man das auch respektieren wenn jemand an sowas glauben will. Im Endeffekt machst oder versuchst du doch gerade das gleiche. Ihn oder sie zu bekehren. Das kann man auch hier im forum sehen . Jeder versucht mit seinem glauben sndere zu überzeugen.

  • Zitat

    Wieso eigentlich jehova. Ist das nicht eigentlich ein jüdischer Gott


    Es gibt nur einen juedischen Gott, und das ist derselbe, an den auch die Christen und eben die Zeugen Jehovas glauben.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


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  • @ Takwando


    Jehova = jüdischer Gott = jein...


    Die jüdisch/christlichen Gottesnamen Jahwe/Jehova(Iehowa) gehen auf das hebräische Tetragrammaton "JHWH" zurück, da die Vokale "je nachdem" anders ausgefüllt wurden.


    @ Ricya


    In wenigen Kleinigkeiten kenne ich den Inhalt von "meinem" Zeugen Jehovas anders, ansonsten kann ich sagen: Nichts hinzuzufügen!


    @ both and all


    Dass jeder glauben darf und sich spirituell entwickeln darf, wie er will, ist klar und mir auch wichtig. Dass dieser nahestehende Mensch seine Ansichten bei jeder "unglücklichen" Gelegenheit "an den Mann bringen" will ist nervig, aber zu verknusen. Schmerzlich ist, dass er diesen "Mist" selber glaubt, etwa das jeder (Bekannte und Verwandte) vernichtet wird, der diesen Quadderkram NICHT glaubt!!!


    Mit Detailargumenten, wie von Ricya genannt, sind Z.J. Tatsächlich nicht abzubringen.


    Wenn, eben, ist eine Bombe hochgehen zu lassen, die das Fundament in Stücke reißt. Und auf solche Vorschläge warte ich...

  • Zitat

    Wenn, eben, ist eine Bombe hochgehen zu lassen, die das Fundament in Stücke reißt. Und auf solche Vorschläge warte ich...


    So etwas gibt es nicht. Oder wieviele Kreationisten kennst Du, die sich von wissenschaftlichen Ideen zur Schoepfung beeindrucken lassen? Du koenntest es ihnen als Beweis auf den Tisch legen und die wuerden das nicht glauben! Echter Glaube ist unzerstoerbar!

    Tina

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  • Hab doch schon versucht dir zu erklären das jeder an etwas glaubt. Die einen an gott die anderen nicht . Wieder andere an Zufälle andere wieder nicht. Jeder mensch hat einen glauben. Bekehrungsversuche dienen lediglich dazu andere von seinem eigenen glauben zu überzeugen.

  • Das Thema ist zwar schon etwas veraltet, jedoch möchte ich ein kurzes Statement dazu abgeben:


    - Erstens frage ich mich die ganze Zeit, warum man überhaupt versucht, einen Menschen verzweifelt zu "bekehren". Jeder hat seine mehr oder weniger eigene Denkweise, Meinung und Glauben - solange dieser mir damit nicht auf die Nerven geht, ist mir egal, an was jemand glaubt/nicht glaubt. Für mich haben Menschen, die glauben eigentlich nur einen riesigen Vorteil - sie haben tatsächlich Hoffnung auf einen zukünftigen bessern Zustand/Leben...what ever


    - Ich selbst bin zu 100% als Zeugin Jehovas aufgewachsen. Meine Eltern haben mir ihre Werte/Glauben vermittelt, mich aber nie zu etwas gezwungen. Mussten sie auch nicht, als Kind macht man brav bei allem mit, auch wenn man früh erkennt, das einem das überhaupt nicht passt. Im nachhinein empfinde ich das schon als eine versteckte unbewusste Gehirnwäsche. Tja, dann kommt die Pupertät, man wird neugierig, möchte Neues ausprobieren, fängt an, sich selbst zu hinterfragen - und plötzlich erscheint alles nicht mehr ganz so sonnenklar und unumstößlich, wie es einem immer vermittelt wurde.
    Tatsächlich stand ich kurz vor der Taufe (die Idee kam von mir - warum? weil gerade junge Leute sehr umschmeichelt wurden, als sie sich zu diesem Schritt entschieden haben) - doch "gottseidank" 8-) fing ich meine Situation kurz zuvor zu hinterfragen an "warum will ich das überhaupt? Nur um auch mehr dazuzugehören? Der völlig falsche Beweggrund. Ergo, Taufvorbereitungsgespräche abgesagt, mich vor meinen Eltern geoutet, dass ich keinen Tag länger dabei bleiben möchten (meine Eltern haben ohne Gegenrede sofort akzeptiert und nie wieder versucht, mich zu bekehren - dafür bin ich ihnen mehr als dankbar!!) und raus war ich.
    Wenn man 17 Jahre immer nur eine Richtung belehrt wurde ist es ein lebenslanger Kampf mit sich selbst, sein Gedankengut neu zu ordnen - aber um so mehr Zeit vergeht, umso freier wird man.
    Ich verachte die Zeugen Jehovas nicht, überall gibt es Extremisten und Scheinheilige - ich lasse mir aber auch nie wieder meine Gedanken und meine persönliche Meinung dermaßen zensieren.


    Und an alle, die es nervt, von einem Freund mit der "Wahrheit" genervt zu werden: sagt, dass ihr kein Interesse habt - ein ECHTER Freund wird euch in Ruhe lassen - wenn nicht, dann ist es kein echter Freund!