Gruselgeschichten in zwei Sätzen

  • Es sind ja eigentlich keine echten Urban Legends, aber manche, wenn nicht alle, lassen sich durchaus dort ansiedeln. Viel Spass bei 20 Gruselgeschichten in zwei Saetzen! :D


    1. Ich wachte von dem Geraeusch auf, dass jemand an Glas klopfte. Ich dachte, es kaeme vom Fenster, bis ich es wieder aus dem Spiegel kommen hoerte.


    2. Das letzte, was ich sah, war mein Wecker, der auf 12:07 stand, bevor sie ihre langen, verrottenden Fingernaegel in meine Brust stiess, waehrend ihre andere Hand meine Schreie erstickte. Ich fuhr hoch, erleichtert, dass es nur ein Traum war, aber als ich sah, dass mein Wecker 12:06 zeigte, hoerte ich, wie sich mein Schrank knarrend oeffnete.


    3. Da ich mit Hunden und Katzen aufgewachsen bin, hatte ich mich an die Geraeusche, dass jemand an meiner Tuer kratzt waehrend ich schlafe, gewoehnt. Jetzt, da ich allein lebe, ist es viel beunruhigender!


    4. Ich schwoere bei Gott, in all dieser Zeit, in der ich allein in diesem Haus lebe, habe ich mehr Tueren geschlossen als geoeffnet!


    5. Ein Maedchen hoerte die Stimme ihrer Mutter, wie sie von unten ihren Namen rief, also stand sie auf und begann, sich auf dem Weg zu machen. Als sie die Treppe erreicht hatte, zerrte ihre Mutter sie in deen Zimmer und fluesterte: “Ich hab das auch gehoert!”


    6. Sie fragte, warum ich so schwer atme. Das war nicht ich.


    7. Meine Frau weckte mich letzte Nacht um zwei Uhr auf um mir zu sagen, es sei ein Einbrecher im Haus. Sie wurde vor zwei Jahren von einem Einbrecher ermordet.


    8. Ich wachte von dem Geraeusch einer troestenden Stimme auf, die meinen Erstgeborenen beruhigte. Als ich mich umdrehte, strich mein Arm gegen meine Frau, die neben mir schlief.


    9. Ich dachte immer, dass meine Katze ein Starr-Problem hat – sie schien immer auf mein Gesicht fixiert. Bis ich eines Tages bemerkte, dass sie einen Punkt direkt hinter mir fixiert!


    10. Es geht nichts ueber das Lachen eines Babys. Es sei denn es ist ein Uhr frueh und man ist allein im Haus.


    11. Ich hatte einen angenehmen Traum, als Hammerschlaege mich weckten. Danach konnte ich kaum noch das gedaempfte Geraeusch von Erde hoeren, die meinen Sarg bedeckte und meine eigenen Schreie uebertoente.


    12. Ich fing gerade an, ihn zuzudecken, als er zu mir sagte: “Papa, schau ob Monster unter meinem Bett sind!”. Um ihn zu amuesieren, blickte ich unter das Bett und sehe ihn, einen anderen ihn, darunter, mich anstarrend, zitternd und fluesternd: “Papa, da ist jemand in meinem Bett!”


    13. “Ich kann nicht schlafen!” fluesterte sie, kroch zu mir ins Bett. Als ich aufwache, ist mir kalt, und ich klammere mich an das Kleid, in dem sie begraben wurde.


    14. Du kommst nach Hause, muede nach einem langen Arbeitstag, bereit fuer einen entspannenden Abend allein. Du greifst nach dem Lichtschalter, aber dort liegt schon eine andere Hand.


    15. Ich kann mich nicht bewegen, nicht atmen, sprechen oder hoeren, und es ist dauernd so dunkel. Wenn ich gewusst haette, dass es so einsam ist, haette ich mich stattdessen verbrennen lassen!


    16. Sie ging nach oben, um nach ihrem schlafenden Kleinkind zu sehen. Das Fenster war offen und das Bett leer.


    17. Ich schlafe nie ein. Aber ich wache dauernd auf.


    18. Meine Tochter hoert nicht auf, in der Nacht zu weinen und zu schreien. Ich besuche ihr Grab und bitte sie aufzuhoeren, aber es hilft nicht!


    19. Nach einem harten Arbeitstag kam ich nach Hause und sah meine Freundin mit unserem Kind im Arm. Ich weiss nicht was mich mehr entsetzt hat – meine tote Freundin mit unserem stillgeborenen Kind zu sehen, oder zu wissen, dass jemand in meine Wohnung eingebrochen sein muss um sie dort zu platzieren!


    20. Auf meinem Handy ist ein Bild von mir waehrend ich schlafe. Ich lebe allein.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

    3 Mal editiert, zuletzt von Tina ()

  • Ich finde ja die Übersetzungen aus dem Englischen einfach grausam, aber ich kenne die Dinger schon. Wirklich beängstigend finde ich keine davon, auch wenn einige eventuell wirklich real passieren könnten und das für mich wirklich... negativ beeindruckend ist. Grade sowas wie das mit der toten Freundin und dem totgeborenenen Kind.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • :lawl:
    Mit Anlauf kopfüber rein ins Fettnäpfchen! :lol:


    Zitat von konquistadore

    Wirklich beängstigend finde ich keine davon,

    Wenn einem die Fähigkeit und/oder der Wille fehlt, sich in solche "Geschichten" reinzuversetzten, dann ist es einfach unmöglich für diesen Jemand ein Gruselgefühl mit nur 2 Sätzen zu erzeugen.
    Wenn man aber gewillt ist sich da reinzudenken, dann klappt das auch schon!
    Ich kann sowas, mir ist da ein paar mal ein Schauer über den Rücken gehuscht...


    lg Davy

    "Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

  • Warum Fettnäpfchen =D Tina weiß ja das ich sie mag und großteils immer mit ihr konform gehe, da darf sie sich das Manko der schlechten Übersetzung erlauben.


    (Ich fühl mich grad so en bisschen wie Xerxes in 300... I'm a merciful god!)


    Ich mag ja eigentlich so Gruseldinger, nur das hier ist halt großteils so Hardcoreklischee... Da bekomm ich kein Feeling für.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



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    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Danke für die Gänsehaut.
    :D


    Grade wär ich fast vor Schreck an die Decke gesprungen. Direkt nach dem Lesen der Kurzgeschichten hat hier der Nachbar den Bohrer angeworfen und so die Stille jäh unterbrochen.

  • Zitat

    Tina weiß ja das ich sie mag und großteils immer mit ihr konform gehe, da darf sie sich das Manko der schlechten Übersetzung erlauben.


    Bevor Du meckerst mach's erstmal besser und das innerhalb der zehn Minuten die ich dafuer aufgewendet habe! :P Klar, dass das auf Deutsch nicht halb so gut klingt als auf Englisch, aber ich wollte halt dass jeder es versteht! :)


    Zitat

    Ich kann sowas, mir ist da ein paar mal ein Schauer über den Rücken gehuscht...


    Mir auch. Besonders schlimm fand ich 12 und 18. Eher amuesant finde ich 15! :D Und bei manchen erwische ich mich dabei einen Loesungsvorschlag zu suchen bzw. mir zu ueberlegen was dahinterstecken koennte.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


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  • Hallo!


    Toller Thread, die "Geschichten" haben mir sehr gefallen!
    Gerade weil sie so kurz sind läuft es einem kalt den Rücken runter, denn man kann sich nicht in "Gruselstimmung" bringen, sondern wird vom einen auf den anderen Moment in die Kernsituation geworfen.
    9,12 und 14 fand ich am gruseligsten. :D


    Liebe Grüße, Sina

    "Man behauptet von mir, ich sei wahnsinnig - aber es ist doch die Frage, ob der Wahnsinn nicht die höchste Stufe der Durchgeistigung ist."

    -Edgar Allan Poe


    "Ausländer sollen anständiges Deutsch sprechen? Was ist "anständiges Deutsch"? Die meisten Kölner können schon in der Eifel nicht mehr nach dem Weg fragen."

    -Volker Pispers

  • Also meine Favoriten sind 3, 20, 5, 12, 14 - und zwar in genau dieser Reihenfolge.


    Gar nicht gut finde ich:
    1 - Spiegel ängstigen mich überhaupt nicht und das kann mich absolut nicht in seinen Bann ziehen
    2 - viel zu plastisch und ausführlich geschrieben, killt dadurch die Vorstellungskraft etwas und ist nicht mehr so kurz und knackig.
    10 - wirkt wie ein Witz...


    lg Davy

    "Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

  • Wow, wirklich nicht schlecht. Wenn ich über Einige nachdenke, krieg ich wirklicht ne Gänsehaut.


    Am gruseligsten finde ich: 11, 12, 19.
    Traurig finde ich: 7,8, 13, und ganz besonders 18.

  • 8. Ich wachte von dem Geraeusch einer troestenden Stimme auf, die meinen Erstgeborenen beruhigte. Als ich mich umdrehte, strich mein Arm gegen meine Frau, die neben mir schlief.



    Nun, jeder darf sich da eigene Gedanken dazu machen.


    Meine waren:


    Die beruhigende Stimme kam von jemandem, der sich immer um das Kind gekümmert hat, daraus darf man schließen, diese Person steht mir nahe, sonst würde ich sie niemals auf mein kleines Kind aufpassen lassen. (In diesem Fall gehe ich von einem kleinen Kind aus, steht nicht im Text drin, aber dies ist meine Annahme).


    Ich träume von dieser Person, höre ihre Stimme und wache auf. Frag mich nicht wieso, aber ich verbinde es damit, dass diese Person nicht mehr da ist (meine Annahme war, sie ist tot) und ich vermisse sie. Ich wache davon auf und stelle fest, es ist nur ein Traum gewesen und ich werde sie niemals wieder sehen.
    Ob das Kind noch immer im selben Zimmer schläft, wie die Eltern ist für mich unwahrscheinlich, aber wie gesagt, jeder darf sich seine eigenen Gedanken dazu machen.


    Dies waren meine Gedanken dazu.

  • Die Quintessenz dieser Kurzgeschichte ist wohl eher, dass da nachts jemand im Kinderzimmer bei deinem Kind ist, aber deine Frau es nicht sein kann.
    Trauer ist da wohl das letzte, was man in einem solchen Moment fühlt. ;)


    lg Davy

    "Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

  • Zitat

    Die Quintessenz dieser Kurzgeschichte ist wohl eher, dass da nachts jemand im Kinderzimmer bei deinem Kind ist, aber deine Frau es nicht sein kann.
    Trauer ist da wohl das letzte, was man in einem solchen Moment fühlt


    Genau! :) Das ist Panik pur! :) Aber krass, was Du Dir da fuer komplizierte Gedanken gemacht hast. :)

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Die Quintessenz dieser Kurzgeschichte ist wohl eher, dass da nachts jemand im Kinderzimmer bei deinem Kind ist, aber deine Frau es nicht sein kann.
    Trauer ist da wohl das letzte, was man in einem solchen Moment fühlt. ;)


    lg Davy



    Da gebe ich dir natürlich Recht, aber wärst du nicht auch kurzzeitig verwirrt von dieser Situation ?
    Ich kenne deine Gedanken nicht, deshalb kann ich dir nicht sagen, was du fühlen würdest, oder was dir alles plötzlich in den Sinn kommt.



    Tina


    Gedanken sind doch immer kompliziert ;) Krass wäre es, wenn ich daraus einen Roman verfasst hätte (^_^)

  • Zitat

    Da gebe ich dir natürlich Recht, aber wärst du nicht auch kurzzeitig verwirrt von dieser Situation ?


    Also wenn ich hoere, dass jemand im Zimmer meines Kindes ist, und die einzige Person die noch mit mir im Haus ist kann es nicht sein, weil sie neben mir liegt, da waere ich nicht verwirrt, sondern sofort hellwach und glasklar, weil ich davon ausgehen wuerde dass vielleicht jemand mein Kind entfuehren will!

    Tina

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  • Also wenn ich hoere, dass jemand im Zimmer meines Kindes ist, und die einzige Person die noch mit mir im Haus ist kann es nicht sein, weil sie neben mir liegt, da waere ich nicht verwirrt, sondern sofort hellwach und glasklar, weil ich davon ausgehen wuerde dass vielleicht jemand mein Kind entfuehren will!


    Also wenn ich hoere, dass jemand im Zimmer meines Kindes ist, und die einzige Person die noch mit mir im Haus ist kann es nicht sein, weil sie neben mir liegt, da waere ich nicht verwirrt, sondern sofort hellwach und glasklar, weil ich davon ausgehen wuerde dass vielleicht jemand mein Kind entfuehren will!



    Klar, diese Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, jedoch war mein Gedanke, es handele sich hierbei nur um meine Einbildung. Aber natürlich kann es auch so sein.

  • Ich weiß, es wurde schon lange nichts mehr darauf geantwortet -
    aber ich möchte einfach noch ein paar Stories ergänzen.
    Ich belasse sie im Original!


    21. Don’t be scared of the monsters, just look for them.
    Look to your left, to your right, under your bed, behind your dresser, in your closet but never look up, she hates being seen.


    22. They celebrated the first successful cryogenic freezing.
    He had no way of letting them know he was still conscious.


    23. The grinning face stared at me from the darkness beyond my bedroom window.
    I live on the 14th floor.


    24. I begin tucking him into bed and he tells me, “Daddy check for monsters under my bed.”
    I look underneath for his amusement and see him, another him, under the bed,
    staring back at me quivering and whispering, “Daddy there’s somebody on my bed.”


    25. I just saw my reflection in a mirror. It blinked.


    26. You get home, tired after a long day’s work and ready for a relaxing night alone.
    You reach for the light switch, but another hand is already there.


    27. I kiss my wife and daughter goodnight before I go to sleep.
    When I wake up, I’m in a padded room and the nurses tell me it was just a dream.

    Die Welt wird nicht bedroht
    von den Menschen, die böse sind,
    sondern von denen,
    die das Böse zulassen!
    A. Einstein