Gustave - Serienkiller im Schuppenpanzer

  • Ich bin vor längerer Zeit mal auf eine Liste mit den 10 übelsten menschenfressenden Tieren gestoßen, auf der ich unter anderem auch Two-Toed Tom gefunden habe. Ich will heute die Nummer 1 auf der Liste vorstellen, ein Nilkrokodil mit dem Namen Gustave(auch Gustaf oder Gustav). Er lebt in Burundi im Ruzizi-Delta am Tanganjikasee und soll von 1987 bis heute über 300 Menschen getötet haben. Demnach ist er nicht nur der gefährlichste Menschenfresser der Gegenwart, sondern auch aller Zeiten. Laut sehr zahlreichen Augenzeugenberichten ist er zwischen 6 und 7,5 Meter lang und eine Tonne schwer, unfassbare Maße für ein Nilkrokodil. Und Krokodile wachsen beinahe ein Leben lang...Darüber hinaus gilt sein Schuppenpanzer als undurchdringlich, er ist übersät mit wulstigen Narben von Speeren, Messern und sogar automatischen Waffen. Seine Opfer werden meist mit abgerissenen Gliedmaßen aufgefunden, sollte er sie überhaupt anfressen. Man sagt nämlich, Gustave töte nicht mehr nur aus Hunger, sondern auch aus Mordlust. Einem Gerücht zufolge hat er auch schon einmal ein ausgewachsenes, männliches Flusspferd, das bis zu 5 Meter lnag und bis zu 4,5 Tonnen schwer werden kann, getötet und verspeist. Halte ich aber für unwahrscheinlich.
    Der Frage, wie Gustave zu dem Menschenfresser werden konnte, der er ist, wird auf zahlreiche verschiedene Weisen nachgegangen. Zum einen tobten in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts in Zentralafrika(Kongo, Ruanda, Burundi) Bürgerkriege, in Ruanda fand Völkermord statt. In dieser Zeit wurden zahlreiche Leichen in Flüsse und Seen geworfen, wo sie in den Speiseplan der Krokodile aufgenommen wurden. Doch es muss noch weitere Faktoren geben, sonst wäre alle Krokodile ja blutrünstige Menschenfresser. Man vermutet deshalb, Gustaves enorme Körpermaße würden ihn daran hindern, schreckhafte, bewegliche, schnelle Tiere zu erbeuten, sodass er sich auf Menschen verlegen muss.
    Alle Versuche, ihn zu fangen oder zu töten sind gescheitert, seien es Soldaten mit Waffen oder Wissenschaftler mit einer 40 Kubikmeter Stahlfalle.


    Patrice Faye, ein Herpetologe(Erforscher von Amphibien und Reptilien) ist seit über 20 Jahren auf der Jagd nach Gustave, trachtet ihm mittlerweile aber nicht mehr nach dem Leben, sondern will ihn als Attraktion für den Nationalpark gewinnen. Hier ist eine Reportage über ihn und seine Suche zu finden und hier kann man ihn über Facebook als Freund hinzufügen ;)

    Die Legende von Gustave inspiriert natürlich, deshalb wurde eine Horrofilm über ihn gedreht und im Spiel "Wildlife Park 2" gibt es eine Mission, in der ein Riesenkrokodil namens Gustave gefangen und in einem Zoo gehalten werden soll.


    Quellen:
    http://listverse.com/2010/10/1…st-man-eaters-in-history/
    http://www.tierwelt.ch/?rub=4495&id=35905#comments => ACHTUNG: NICHT die Doku anschauen, ich habe keine Vorstellung, für welche Altersgruppe die gemacht wurde(ein niedlicher Satellit begleitet die Szenenwechsel), aber ein derart klischeehaftes Bild von weißen Forschern und dunkelhäutigen Einheimischen ist einfach nur betrübend. Dunkelhäutige Dorfbewohner tragen, von Wissenschaftlern angeleitet, den Stahlkäfig ins Wasser. Kolonialzeit reloaded. Und als dann ein über 60 Jahre altes Monsterkrokodil nicht so doof ist, in einen Stahlkäfig zu schwimmen, sind alle schockiert. Das einzig Sehenswerte sind die Bilder von Gustave, die sehr detailliert
    [url]http://en.wikipedia.org/wiki/Gustave_(crocodile)[/url]
    [url]http://www.neon.de/artikel/kaufen/reise/krokodil-gesucht/684627[/url]

    Denn die einen sind im Dunkeln
    und die andern sind im Licht
    und man siehet die im Lichte
    die im Dunkeln sieht man nicht.


    - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

  • Oha, also diese Geschichte über dieses Nilkrokodil ist schon...
    krass.
    Falls es wirklich stimmen sollte, dass es bereits über 300 Menschen getötet hat, dann hoffe ich nur,
    dass sie Gustave bald einfangen, damit es keinen mehr töten kann.
    Sonst bliebe einem nur das Warten übrig, bis das Tier an seinem hohen Alter stirbt o.Ä.



    Hmm, aber wirklich interessante Geschichte, das muss man sagen. :r

  • Die Geschichte klingt schon übertrieben, aber ja etwas Wahrheit ist wohl schon enthalten.


    Nilkrokodile sind neben dem Leistenkrokodil (in Australien auch Salzwasserkrokodil genannt) die einzigen die Menschen fressen können, was auch schon vorgekommen ist.
    Dem Mohrenkaiman sagt man das auch nach, wurde bislang aber nicht nachgewiesen.


    Desweiteren sind Menschen einfacher zu erwischen als andere Beute, was der eigentliche Grund ist warum welche zu so einem genannten Menschfresser werden. Allerdings kommt das aber auch nicht so häufig vor, aber das gibt es.
    Die Nilkrokodile teilen sich mit Flußpferden den selben Lebensraum, Konfrontationen zwischen denen gibt es auch aber eher selten.


    Die Verletzungen durch Waffen sind auch erklärbar: Im Wasser nimmt die Schlagkraft von Waffen ab, das gilt sogar für Gewehrkugeln, der Schuppenpanzer tut sein übriges, daher die vermeintliche "Unverwundbarkeit". Und Reptilien können leichte Verletzungen recht gut regenieren.

  • Falls es wirklich stimmen sollte, dass es bereits über 300 Menschen getötet hat, dann hoffe ich nur,
    dass sie Gustave bald einfangen, damit es keinen mehr töten kann.


    Wozu das denn? Man hat nichts im Lebensraum eines Krokodils verloren. Wer da zu unvorsichtig ist ist selbst schuld. Ich denke die Einheimischen wissen schon, wo sie sich wie bewegen können. Dass das Krokodil ein kaltblütiges, mordlustiges Tier sein soll ist ja wohl wirklich übertrieben. Krokodile fressen nun mal, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Es kann gut sein, dass monatelang nichts mehr vorbeikommt. Das ist die Natur.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Absolut. Da interpretiert man wieder menschliche Motive in ein Tier, um ein menschenfressendes Thier zu einem Mythos zu stilisierEn. So ein großes Tier benötigt nunmal ordentlich Futter, und nimmt was es bekommt. Finde es immer komisch wie Menschen so tun als wären sie als Nahrungsquelle für qndere Tiere tabu. Aus deren Revier fernhalten und gut is. Ausserdem, da gibts so ein prächtiges Tier, und anstatt mal daruber nachzudenken dem aus dem Weg zu gehen oder dergleichen, nein, das wird dem gottgleichem Menschen gefährlich, also passen wir die Natur an uns an und fangen das Tier weg oder bringen es um..

  • Was mich wirklich zum Kotzen bringt ist dieser Satz hier :


    Zitat

    Nachdem Faye, der den See auch zum Windsurfen schätzte, den ersten Schrecken weggesteckt hatte, packte ihn eine mächtige Wut. Die Krokodile konnten im Rusizidelta Beute machen, im See allerdings, fand er damals, hatten sie nichts verloren: »Ich holte mir eine Abschussgenehmigung, versteckte mich im Ufergestrüpp und knallte die Biester ab.« Fünf Stück erlegte er, doch das Krokodilproblem wurde nicht kleiner. Im Gegenteil: Es ging erst richtig los.


    Aber jetzt mal ehrlich, hier will der Mensch wieder sein Territorium zeigen, wo er hingehört und das Krokodil nicht hingehört . Das ist dann allein ihr Pech, wenn sie da schwimmen wo sich Krokodile aufhalten besteht immer eine Unfallgefahr . Das ist genauso wie bei einem Surfer im Meer, der ist auch nicht sicher vor Haien .


    Wenn man weis, dass dort solch ein großes und "blütrünstiges" Krokodil lebt geht man dem aus dem Weg, man stellt Schilder auf dass es dort vor Krokodilen wimmelt aber nein, lieber versucht man dieses eine Tier zu jagen und bekommt es nicht mal hin, es zu fangen .


    Aber kommt mir komisch vor, dass sie es bis jetzt noch nicht fangen konnten, wenn es das wirklich gibt .



    Wieso geht man eigentlich davon aus, dass alle diese Todesfaelle einem einzelnen Krokodil zuzuordnen sind?


    Bin ich völlig deiner Meinung, ich denke mal man kann an einer halb aufgefressenen Leiche nicht feststellen, welches genaue Tier die jetzt angeknabert hat .

  • Zitat

    Bin ich völlig deiner Meinung, ich denke mal man kann an einer halb aufgefressenen Leiche nicht feststellen, welches genaue Tier die jetzt angeknabert hat .


    Das einzige, was ich mir noch vorstellen koennte, waere ein sehr individuelles, auffaelliges Zahnschema, das man bei Bissspuren sofort erkennt. Aber ich weiss nichtmal, ob man bei Resten von Krokodilopfern ueberhaupt noch eine Bissspur erkennen kann.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Zitat von Tina

    Wieso geht man eigentlich davon aus, dass alle diese Todesfaelle einem einzelnen Krokodil zuzuordnen sind?

    Zitat von Worldrider

    Bin ich völlig deiner Meinung, ich denke mal man kann an einer halb aufgefressenen Leiche nicht feststellen, welches genaue Tier die jetzt angeknabert hat .

    In der Quelle (ganz davon ab dass ich diesen reißerischen Schreibstil nicht gut finde und auch nicht sehr viel auf sie gebe) steht, dass Vorfälle nie paralell passieren, sondern immer nur der Reihe nach. Wörtlich wenn im Norden was passiert, dann ist der Süden ruhig, wenn im Süden was passiert, dann ist der Norden ruhig.
    Daraus schließt der Franzose, dass es sich um ein Tier handelt.
    Diese Schlussfolgerung ist gar nicht mal so abwegig. Sicherlich könnten es auch Zufälle sein. Aber es könnte auch ein großes Exemplar sein, dass auf den Geschmack gekommen ist. ;)


    Ob die 6-7,5m Länge nun stimmen steht auf nem anderen Blatt. Ein Krokodil mit 3m Länge sieht subjektiv schon gigantisch aus.
    Wenn ihr die Chance habt, dann geht mal nach Dresden. Das Leistenkrokodil Max ist mit 4,5m Länge ein absolutes Monster. Den würde das ungeübte Auge in freier Wildbahn und locker auf 6m schätzen.


    lg Davy

    "Das Problem mit Zitaten im Internet ist die Tatsache das ihre Echtheit sich nicht verifizieren läßt" - Martin Luther

  • Na, dann waere aber doch auch gleichzeitig die Frage, in welchen zeitlichen Abstaenden die Vorfaelle vorkommen. Das zeigt doch eigentlich nur, dass nicht gehaeuft etwas passiert. Einen Beweis dafuer, dass es nur ein Tier ist, kann ich darin wirklich nicht sehen. Da koennte man ja genausogut saemtliche Vorfaelle dieser Art in einem bestimmten Gebiet in Australien einem einzigen Krokodil zuordnen, sofern nicht mal zwei Vorfaelle an weit entfernten Orten gleichzeitig passieren.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • "Haltet euch als Menschen von tierischem Revier fern" ist meiner Meinung nach nicht dir richtige Einstellung. Die Menschen die dort leben werden wohl wissen wie sie sich zu verhalten haben, aber Touristen nicht. Deshalb sehe ich das geteilt, Dörfer die dort liegen wegen einem (!) Krokodil umzusiedeln halte ich für nicht praktikabel und dumm. Tourismus zu verbieten schon eher.
    Kommen die Dorfbewohner mit dem Viech klar? Hab nur einige Quellen gelesen, da scheint es aber das sie eben nicht klar kommen. Wenn sie nicht mit dem Viech klar kommen mit Verwandten aber schon, dann ist wohl doch was an diesem Tier, dass es zumindest in Gebiete umgesiedelt werden muss, wo niemand lebt.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • In Afrika gibt/gab es zwar auch schon mal Unfälle mit Touristen, jedoch relativ selten, da Touristen betreut und angeleitet werden um Gefahren zu vermeiden.
    Desweiteren wäre es nicht sinnvoll den Safaritourismus zu verbieten, den der macht die Naturgebiete nunmal lukrativ und interressant für die Bevölkerung, andernfalls könnten die Lebensräume für irgendetwas anderes zerstört werden, wovon die Einheimischen dann in der Regel auch nichts hätten.


    Die üblichen Opfer sind meist Fischer oder Frauen die am Fluß waschen, tatsächlich ist das Leben dort auch nicht gefährlicher als in der westlich zivilisierten Welt mit Verkehrsunfällen, Gewaltverbrechen usw. rein statistisch leben die dort sogar noch sicherer als wir.