Prähistorische Riesenkrokodile

  • Weil das Paläontologie-Ressort ja langsam verstaubt, habe ich mir gedacht, ich belebe das Ganze mal etwas. Deshalb stelle ich hier urzeitliche Riesenkrokodile vor, die mit Two-Toed Tom und Gustave kurzen Prozess gemacht hätten.
    Anmerkung: Von den meisten Tieren auf der Liste wurden nur fossile Schädel gefunden, weshalb ihre Körpergröße nur geschätzt werden kann und diese Angaben deshalb
    etwas ungenau sind.


    Sarcosuchus imperator
    Der Beiname „imperator“ lässt ja schon auf einiges hoffen, und tatsächlich: Es handelt sich hierbei um ein 12 Meter langes und 8 Tonnen schweres Riesenkrokodil aus der
    Kreidezeit, das im heutigen Afrika in Süßgewässern Jagd auf Fische, Nilkrokodile und wahrscheinlich sogar auf Dinosaurier machte. Im englischsprachigen Raum wurde es als „SuperCroc“ bekannt und ist sogar Teil des Rollenspiels von „Dungeons and Dragons“ (siehe hier).




    Die restlichern Krokodile folgen aus Platzgründen in Teilen
    Deinosuchus
    Der nächste Kandidat ist gar kein Krokodil, sondern mit den Alligatoren verwandt. Seine Nachfahren übertrifft es jedoch bei weitem, kein
    Alligator kann sich mit seinen 12 Metern Körperlänge messen. Einige Schätzungen vermuten sogar Längen von 15 Metern oder mehr. Auch Deinosuchus lebte während der Kreidezeit, allerdings in Nordamerika,wo es in Sümpfen und Flüssen großen Landtieren wie Dinosauriern auflauerte, sie ins Wasser zerrte und ertränkte. Schildkröten ergänzten seinen Speiseplan. Forscher berechneten für das Tier eine Beißkraft von 102 Kilonewton (~ Beißdruck von 10,2 Tonnen). Das entspricht fast dem Dreifachen seines Körpergewichts (3,45 Tonnen).

    Purussaurus
    Während des Miozäns, also bis vor etwa 8 Millionen Jahren, lebte in Südamerika eine Vielzahl an riesigen Krokodilartigen, und deren größter war Purussaurus. Sein
    Verbreitungsgebiet lag im nördlichen Südamerika und Schätzungen bezüglich seiner Größe beginnen bei 11 und enden bei 17 Metern Körperlänge, als sein Körpergewicht vermutet man zwischen 7 und 10 Tonnen. Seine Schädelform lässt auf eine Verwandtschaft mit den heutigen Kaimanen und eine ähnliche Lebens- und Ernährungsweise, also Fische, andere Krokodile, Schildkröten und Säugetiere als Beute, schließen.

    Mourasuchus
    Ebenfalls im Südamerika (Perú) des Miozäns lebte ein Verwandter der Alligatoren, dessen Körperlänge von etwa 12 Metern jedoch in keinem
    Verhältnis zu heutigen Alligatoren steht. Ein weiterer Unterschied ist, dass die Kiefer von Mourasuchus sehr schwach und viel zu fragil waren, um große Beutetiere zu reißen. Man geht deshalb davon aus, dass er Filtrierer war, also Nahrung aus dem Wasser filterte. Dies gelang ihm mit seinen langen, dünnen, eng gestellten Zähnen. Diese unterschiedliche Ernährungsweise konnte ihn vor Konflikten mit Purussaurus und Gryposuchus bewahren.

    Gryposuchus
    Wir bleiben in Südamerika zur Zeit des Miozäns. Das nächste Riesenreptil steht im Verwandtschaftsverhältnis zu den Gavialen, was sich in seiner langen, dünnen Schnauze zeigt. Seine Gesamtkörperlänge betrug etwa 10 Meter, machte es also zu einem der kleineren Krokodile unter den Giganten seiner Zeit. Die Ernährung von Gryposuchus setzte sich hauptsächlich aus Fisch und eventuell Meeressäugern zusammen.

    Rhamphosuchus
    Ein dem Gryposuchus recht ähnliches Krokodil lebte zur selben Zeit im heutigen Indien. Von diesem Tier wurden bisher nur Schädelfragmente entdeckt, die auf eine schnabelähnliche Schnauze schließen lassen. Nach seiner Entdeckung 1840 wurden seiner Körpermaße auf 18 Meter Länge und 20 Tonnen Gewicht geschätzt, neuere Untersuchungen gehen von 8 bis 11 Metern aus. Ansonsten dürften Lebensweise und Aussehen dem Gryposuchus sehr geähnelt haben.

    Euthecodon
    Über dieses Krokodil ist ausgesprochen wenig bekannt, abgesehen von seiner geschätzten Körperlänge von 10 Metern und einer fischreichen Ernährung.


    Grafiken zum Größenvergleich:
    http://37.media.tumblr.com/tum…1qag9VoP1qc6j5yo1_500.png (halte ich für realistischer)
    http://upload.wikimedia.org/wi…e_crocodyliformes.svg.png


    Quellen:
    Prehistoric Wildlife
    Dinopedia
    Wikipedia


    Wenn jemand noch weitere Riesenkrokodile vergangener Zeiten kennt, so füge er/sie sie bitte hinzu. ;)
    Eine kleine Anmerkung: Leonardo da Vinci schrieb um 1500 von Krokodilen im Nil, die bis zu 40 Fuß, also mehr als 12 Meter lang werden, er behauptet allerdings auch, Krokodile hätten keine Zunge...

    Denn die einen sind im Dunkeln
    und die andern sind im Licht
    und man siehet die im Lichte
    die im Dunkeln sieht man nicht.


    - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

  • er behauptet allerdings auch, Krokodile hätten keine Zunge...


    Da Vinci war ein intelligenter Mann. Ich schätze, er hat die Notwendigkeit, über den Innenaufbau von Krokodilmäulern aus der Nähe Bescheid zu wissen, mit der Unversehrtheit seiner Arme und Beine abgewogen. Außerdem sind doch Krokodilzungen eher unbeweglich bis angewachsen, wenn ich mich richtig erinnere. Da sei ihm das verziehen. Und vielleicht hatten die Leute damals kleinere Füsse ;-)

  • Stimmt schon, aber da Vinci hatte außerdem eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe. Er erkannte zum Beispiel nur an der Beobachtung einer fliegenden Libelle, dass sie 2 Flügelpaare besitzt, die sich abwechselnd auf und ab bewegen. Aber da Vinci war wahrscheinlich nie in Ägypten und Libellen kann man auch einfacher und entspannter beobachten als 12 Meter lange Krokodile...

    Denn die einen sind im Dunkeln
    und die andern sind im Licht
    und man siehet die im Lichte
    die im Dunkeln sieht man nicht.


    - Bertolt Brecht, Dreigroschenoper

  • Das Nilkrokodil (kommt auf dem ganzen Kontinent vor, einschließlich Madagaskar und glaube zumindest auch Seychellen) kann zwar groß werden, die Geschichten von 10-12m sind wohl die übliche Verschätzung durch Fehlwahrnehmung. Besonders stark ist das Phenomen bei Errinerungen an Gesehenes.

  • Den Deinosuchus kenn ich aus Prehistoric Park :boththumbsup: . Is ein's meiner liebsten Uhrzeittiere und is auch in der Top Zehn meiner gefährlichsten :supergut: . Ich kann es ja immer noch nicht richtig glauben das dieses Krokodil tatsächlich Dinosaurier gefressen haben soll 8o

  • Zitat

    Ich kann es ja immer noch nicht richtig glauben das dieses Krokodil tatsächlich Dinosaurier gefressen haben soll 8o


    Nicht jeder Dinosaurier hatte die Groesse eines T-Rex, da gab es durchaus auch kleinere Vertreter. :) Und irgendwas muss der Kerl ja gefressen haben, die Auswahl an Saeugern war damals noch nicht so gross. :D

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • "Nicht jeder Dinosaurier hatte die Groesse eines T-Rex, da gab es durchaus auch kleinere Vertreter. :) Und irgendwas muss der Kerl ja gefressen haben, die Auswahl an Saeugern war damals noch nicht so gross. :D"



    Tina: Da bin ich total bei dir. I-wie mußten sich ja auch diese Art ernähren.


    (Sorry fürs kopieren, aber das zitieren geht bei mir nicht. k.A. wieso nicht).

    Warum produziert die niederbayerische Filmgruppe gern Filme?


    "Weil wir auch Extremsituationen im Film durchleben können, die wir aber im wirklichen Leben nicht erleben möchten".