Kannten die alten Ägypter die Lichtgeschwindigkeit???

  • Hallo zusammen,


    ein Bekannter brachte mich auf folgendes Thema, das ich tatsächlich hier noch nicht gesehen habe. Das ich es unter Sagen und Mythen poste, hat durchaus seinen Grund. Zum Hintergrund:


    Wie aus dieser Webseite hervorgeht, ist es mit Google Earth möglich, ein interessantes Phänomen herauszufinden. Bewegt man die Maus exakt über die Spitze der großen Pyramide von Gizeh, so nimmt der Längengrad exakt den Zahlwert der Lichtgeschwindigkeit an:
    Hintergrund-Webseite


    Auf den ersten Blick wirkt das sehr schlüssig, interessant ist hierbei, das der Autor der Webseite selber anmerkt, das es ja die Kontinentaldrift gibt und somit als die Pyramiden gebaut wurden, sie an anderer Stelle waren. Er meint, das wäre dann Absicht gewesen, das die Pyramiden sich genau zur Jetztzeit an die richtige Stelle geschoben hätten.


    Außer acht gelassen wird hierbei, das die Einteilung nach den Längengraden ja vom Nullmeridian abhängt, der zur heutigen Zeit durch Greenwich, Großbritannien geht. Es gibt aber auch Nullmeridiane die durch Paris gehen (Rosenlinie) oder sogar durch die Insel Ferro, was noch auf Seefahrerzeiten zurück geht. Zählt man von diesen Meridianen, so erhält man völlig andere Werte.


    Handelt es sich bei der exakten Zahl der Lichtgeschwindigkeit nun um einen Zufall? Die Festlegung des Nullmeridians auf Greenwich fand um 1880 statt, ich glaube kaum, das die Ägypter geahnt haben, das das einmal eintreten wird.
    Nullmeridian
    Daher halte ich es für Zufall und einen Mythos, aber ich stelle es gerne zur Diskussion.

  • Ich sags mal so: Wenn ich eine Zahl mit irgendeiner Aussage nehme (zum Beispiel Pi, e, oder was es noch so alles gibt) und den entsprechenden Längengrad entlanggehe, stoße ich sicherlich irgendwann auf ein historisch markantes Bauwerk. Da dann gleich eine Verbindung herzustellen ist natürlich das Einfachste. Geht auch andersherum: Ich suche die Koordinaten eins beliebigen Gebäudes, zum Beispiel der Pyramiden und suche so lange nach Zahlen, bis ich eine passende finde.


    Ich denke, dass es einfach Zufall ist...

  • Einerseits gebe ich dir Recht Spire, natürlich ist es Zufall, insbesondere wenn ich so vorgehe wie du, mir erst eine Zahl suchen und dann gucken was da ist. Aber der entsprechende Punkt wird genau von der Mitte der Spitze eingenommen, der Grad berührt die Pyramide nicht irgendwo, sondern geht genau DURCH die Spitze. Das ist schon ein großer Zufall, oder nicht? :verschwoer:

  • Natürlich ist das ein großer Zufall, aber eine andere Erklärung habe ich nicht^^


    Weiteres Argument: Die Ägypter hatten andere Einheiten zur Messung von Entfernungen und Geschwindigkeiten. Woher sollten sie wissen, dass wir heute die Geschwindigkeit in m/s messen? Auch, wenn sie Hilfe von Außerirdischen hatten, wussten auch die nicht, welche Einheit die Menschheit mehr als 2000 Jahre später nutzen wird... :spock:

  • Also für mich klingt das wie eine von Erich von Dänikens Theorien. Die Zahlen sind beeindruckend, jedoch frage ich mich, warum die alten Ägypter nicht einfach einen Hieroglyphentext hinterlassen haben, der bestätigt das man die Pyramide absichtlich so exakt ausgerichtet hat.
    Mit den Zahlen alleine ist wieder nur ein großer Spielraum für Spekulationen gegeben. Ich denke einfach, wenn Menschen einer früheren Epoche die Absicht gehabt hätten, eine Nachricht zu hinterlassen, die man in der Zukunft auch eindeutig als solche interpretiert, dann hätten sie es geschickter gemacht.
    Meiner Meinung nach ist es ein Zufall.

    Hassen ist ein positiver Lebensstrom: das Verlangen nach Vernichtung, Angriff, der vom Kern ausgeht.
    (Oswald Spengler)

  • Hmm, uns sind kaum Hieroglyphentexte überliefert, die auf allgemeinwissenschaftliche Dinge eingehen. Die Texte auf Tempeln und in Grabstätten drehen sich immer um spirituell inspirierte Dinge. Allgemeinwissenschaftliches wurde auf Papyrus festgehalten oder, wie damals üblich, von Mund zu Ohr, vom Meister zum Schüler. Wenn man also einen Weg finden musste, Wissen über einen langen Zeitraum zu konservieren und zu vermitteln, wie ginge das besser als so?


    Hieroglyphentexte wurden teilweise schon kurz nach dem Anbringen aus- oder übermeiselt, wenn ihr Inhalt dem nachfolgenden Herrscher nicht mehr passte.

  • In meinen Augen auch nur ein netter Zufall, denn dafür hätten die Damen und Herren damals vom Vakuum gewusst haben müssen. Durchaus noch denkbar. Aber dann braucht es auch relativ feine Messmittel um die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum zu messen.
    Gut, die Info hätten die Besucher von damals sicherlich weitergeben
    können. Setzt aber wieder voraus, was Spire auch bereits erwähnte, dass
    die ebenfalls hätten wissen müssen welches SI System wir irgendwann mal
    entwickeln.


    Irgendein heller Kopf kam auch schon vor langer Zeit mal auf die Idee die Geschwindigkeit des Lichtes messen zu wollen und hat sich einen seiner Praktikanten genommen, ist raus auf's Feld und hat ihn die Laterne immer wieder ab- und aufdecken lassen. Er kam zu dem Schluss, dass Licht verdammt schnell war, viele "Kilometer in der Sekunde".


    Zufall also. Mehr nicht.

  • Das Problem in meinen Augen ist, dass die These besteht das es so GEWOLLT ist, dass zu unserem jetzigen Zeitpunkt die Spitze genau damit übereinstimmt. Dieses Monument der Menschheitsgeschichte ist aber ja schon beträchtlich alt, ergo hat die Natur ihm zugesetzt. Zusätzlich verstehe ich den Sinn nicht, vor 4500 Jahren eine Pyramide zu errichten die im Jahre 2014 genau mit dieser Linie übereinstimmt.


    Ich gebe zu ich habe auch ein Problem damit das wieder versucht wird irgendetwas in diese Pyramiden hinein zu interpretieren. Wenn all diese Theorien stimmen würden, wären die Dinger ja noch viel viel Mehrzwecktauglicher als ein Schweizer Armeemesser ;)

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
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    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Hmm, uns sind kaum Hieroglyphentexte überliefert, die auf allgemeinwissenschaftliche Dinge eingehen. Die Texte auf Tempeln und in Grabstätten drehen sich immer um spirituell inspirierte Dinge. Allgemeinwissenschaftliches wurde auf Papyrus festgehalten oder, wie damals üblich, von Mund zu Ohr, vom Meister zum Schüler. Wenn man also einen Weg finden musste, Wissen über einen langen Zeitraum zu konservieren und zu vermitteln, wie ginge das besser als so?


    Mir ist es im Grunde egal, ob der Beweis in Stein gehauen ist oder ob man irgendwo eine Papyrusrolle ausbuddeln würde. Im konkreten Fall wäre mir auch eine mündliche Überlieferung Beweis genug. Etwas Greifbares wäre meiner Meinung nach aber zu bevorzugen, da ich große Zweifel habe ob eine mündliche Botschaft nicht im Laufe der Zeit ihre Aussagekraft bedingt durch Umdeutungen oder Hinzufügungen von späteren Generationen verloren hat. Kombiniert mit einer praktischen Ausbildung, also von Meister zu Schüler würde ich es eher durchgehen lassen, da man ja sichtbare Arbeitsschritte ausführen muss. Bei einer reinen Erzählung ist aber Vorsicht geboten.

    Hassen ist ein positiver Lebensstrom: das Verlangen nach Vernichtung, Angriff, der vom Kern ausgeht.
    (Oswald Spengler)

  • Die Frage die sich bei der ganzen Sache stellt ist nicht ob die Ägypter den Nullmeridian kannten, sondern wie diese Genies wussten wie die Washingtoner Konferenz von 1884 ausgehen würde. Und nicht nur dass, sie wussten welche Maßeinheiten wir einmal für das messen der Zeit und der Entfernung verwenden werden. Ganz schon ausgeschlafene Jungs sind das damals gewesen, die konnten sogar in die Zukunft sehen.
    Das ist das ganze Problem mit diesen Zahlenspielereien, sie funktionieren nur mit Maßeinheiten die wir heutzutage verwenden und das auch nur beim metrischen System, was ja nichtmal weltweit genutzt wird. Lustig ist das die Quelle genau diese Punkte auch nennt, sie aber dazu benutzt die ganze Sache nur noch weiter zu verklären. Dabei ist der Zufall gar nicht sooo groß wie es auf den ersten Blick scheint. Wir kennen heutzutage massenweise Zahlenwerte die wichtig sind oder wichtig erscheinen und genauso viele Orte die eine große Bedeutung haben. Wenn man heutzutage irgendwo eine altgermanische Lehmhütte ausgräbt kann man garantiert mit etwas Mühe einen genauso geheimnissvollen Wert finden.


    Ich weiß auch gar nicht was alle immer mit dem Pyramiden haben? Die Dinger sind erforscht, erklärt und haben überhaupt nichts Geheimnissvolles an sich.