Sollten solche Menschen ihr Recht auf deutsches Asyl verlieren ?

  • Aus aktuellem Anlaß und durch, gerade in letzter Zeit, mich häufigen konfrontierten Vorfällen ( bin ehrenamtlicher Mitarbeiter im Weißen Ring ), möchte ich jedem, den dieses Thema interessiert, mal ein paar Gewissensfragen stellen.


    Haben Menschen, die hier nach Deutschland kommen und um Asyl bitten, weil sie sich in irgendeiner Art und Weise in ihrer Heimat verfolgt fühlen, oder tatsächlich verfolgt werden und somit um Leib und Leben fürchten, ein Anrecht darauf hier aufgenommen zu werden ?
    Ja, natürlich. Keine Frage.


    Haben aber solche Menschen, ich nenne sie mal der einfach halber Asylanten, immer noch das selbe Recht, wenn sie hier nachweislich andere Menschen ( vorzugsweise ebenfalls Asylanten ) nur wegen ihres Glaubens, bzw. ihrer Religionszugehörigkeit verprügeln, drangsalieren, beschimpfen und diesen teilweise schlimmeres zufügen ?
    Darf es wirklich sein, dass Menschen die hier um Asyl bitten, weil sie ( aus welchen Gründen auch immer ) verfolgt werden, plötzlich in dem Land, in dem sie Schutz suchen, wieder zu Verfolgten werden ? Und das ausgelöst von Menschen, die hier selbst Schutz suchen, weil sie verfolgt wurden ?


    Mehr möchte ich vorerst nicht dazu sagen.
    Ich bitte euch offen um eure Meinung.


    Danke
    Jack

  • Asyl als solches, sofern ein Mensch (noch) nicht eingebürgert ist, ist ja erstmal nur temporärer Schutz vor Verfolgung. Wer im Asyl gegen geltende Gesetze verstößt, ist offensichtlich nicht da, um sich schützen zu lassen. Je nach Art des Verbrechens halte ich aber ne zweite Chance für in Ordnung, bevor man zu drastischen Schritten, wie z.B. Abschiebung, greift. Soll heißen, wenn jemand sich und seine Familie aus einem Kriegsgebiet nach Deutschland rettet, und da dann mangels Kohle was klaut, würde ich erstmal andere Strafen walten lassen. Im Wiederholungsfall wäre dann aber wie gesagt der Asylgedanke kaum erfüllt.


    Allgemein scheint mir das aber ein nicht allzugroßes Problem zu sein; respektive der Anteil an straffällig werdenden Asylanten relativ gering. Außerdem ist das deutsche Asylrecht recht angenehm; es wurden ja neulich auch einige weitere Staaten als "Sichere Herkunftsstaaten" eingestuft (und weitere sind geplant) aus denen keine Asylanten angenommen werden.


    Leerzeichen vor Satzzeichen tun btw in den Augen weh.

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  • Danke für deine Meinung.


    Bei Bagatellfällen, wie z.B. kleine Diebstähle, stimme ich dir absolut zu.
    Bei Gewalt gegen Andere, z.B. weil sie "anders" sind, oder "anders Glauben" wie man selbst, hört bei mir der Spaß auf.


    Zitat von "Rônin"

    Allgemein scheint mir das aber ein nicht allzugroßes Problem zu sein; respektive der Anteil an straffällig werdenden Asylanten relativ gering


    Ja, solche Vorfälle werden nur bekannt, wenn sie von "öffentlichem Interesse" sind.
    Die Vielzahl der Fälle, die "nur" leichte Körperverletzungen, oder "nur" Psychoterror beinhalten, werden oft genug bagatellisiert, oder einfach ignoriert und schlicht der Öffentlichkeit vorenthalten.
    Genügend Menschen die hier Asyl suchen, weil sie um ihr Leben fürchten mussten und die Hölle durchmachten, sehen sich hier weiterem "internen" Terror ausgesetzt.


    Es wird wirklich Zeit, dass solcher Wahnsinn endlich einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht wird.
    Sorry wenn ich einige hier nerve, aber ich habe leider oft genug mit Opfern von diesem Wahnsinn zu tun und ich finde es einfach schlimm, dass dieses Thema gnadenlos totgeschwiegen wird.


    Wen es interessiert heute 21:45 Uhr auf ARD - Report München:

    Hier eine Themenvorschau: Report München 29-07-2014


    Jack

  • Ja, solche Vorfälle werden nur bekannt, wenn sie von "öffentlichem Interesse" sind.

    Das ist eigentlich nicht das, was ich gesagt hatte, ne. Und es ist auch unerheblich; in die Presse kommt ausschließlich, was von öffentlichem Interesse ist. Den Rest muss man sich selbst zusammenrecherchieren, was aber nicht allzu schwer ist, da die Polizei ja relativ offen arbeitet.


    Hau gerne mal n paar polizeiliche oder anderweitige Statistiken zum "Wahnsinn" raus; ARD werde ich nachher nicht gucken können, da ich seit 3 Jahren keinen Fernsehanschluss mehr habe. Darüber bin ich btw sehr froh; das war ne massive Verbesserung meiner Lebensqualität.


    Was soll dieser Thread jetzt eigentlich werden; ne neue PP-Politik-Kotzorgie? Du weißt doch, wie so Zeug hier immer ausgeht; dafür sind einfach zu viele Vollidioten hier angemeldet. Ich bereus schon fast wieder, mich hier beteiligt zu haben. Nicht als Angriff an dich gemeint.

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  • Das ist ein schwieriges Thema und leider in Deutschland schwer zu diskuttieren ohne das die eine Seite gleich Nazi schreit und die andere Gutmensch.
    Grundsätzlich sehe ich es erstmal so das unser sog. Asylrecht ein Witz, leider kein besonders lustiger. Also ich möchte nicht in der Situation stecken in die solche Leute müssen, vielleicht gerade so mit dem nackten Leben entkommen und in der Hoffnung in Zuckerbäckerland ein neues Leben beginnen zu können und dann dem deutschen Beamtentum gegenüber zu stehen wo man nie weiß wie es ausgeht. Schlechtestenfalls findet man sich nach ein paar Jahren wieder in einem Exklusivflug zurück in die Todeszone. Ist aber überall in Europa so, was hier mit Menschen gemacht wird ist nicht mehr lustig.


    Dann aber natürlich die Frage was macht man mit straffälligen und zwar mit solchen die eben wirklich üble Burschen sind (worum es ja in diesem Thread auch gehen soll) Muss man eingreifen? Ja, aber ich bin trotzdem dagegen sie deshalb zurück in ihre Heimat zu schicken. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Wir haben hier in Deutschland die Todesstrafe abgeschafft und niemand der wie ich das ganz supertoll findet wird auf den Gedanken kommen einen deutschen Staatsbürger, auch wenn er ein zehnfacher Kindesmörder ist, zur Bestrafung in den Bombenhagel zu schicken (selbst wenn einen kurzzeitige Emotionen dann öfters mal etwas anderes sagen) Nun sind Asylbewerber zwar keine deutschen Staatsbürger, aber genauso Menschen und solange sie sich auf deutschen Boden befinden haben sie das Recht und unser Staat die Pflicht ihre Unversehrtheit zu schützen. Denn unsere Grundrechte gelten auch für unsere nicht so braven Mitbürger (auch etwas extrem wichtiges)


    Nun ist die Frage wie man mit ihnen umgehen soll und da muss ich ganz ehrlich sagen: Ich weiß es nicht so genau. Meine erste Intention wäre ja sie ins Gefängnis zu stecken wie jeden deutschen Sschwerverbrecher. Aber ob das der Weisheit letzter Schluss ist, kann ich nicht sagen.

  • Zitat von "Rônin"

    Und es ist auch unerheblich; in die Presse kommt ausschließlich, was von öffentlichem Interesse ist.


    Da muss ich dir aus Prinzip widersprechen, aber abgesehen ist das auch nicht das was ich gemeint habe, egal.


    Zitat von "Rônin"

    Hau gerne mal n paar polizeiliche oder anderweitige Statistiken zum "Wahnsinn" raus


    Genau darum geht es u.a. da gibt es nichts dazu, denn diese Sachen kommen so gut wie nie an die Öffentlichkeit.


    Zitat von "Rônin"

    Was soll dieser Thread jetzt eigentlich werden; ne neue PP-Politik-Kotzorgie?


    Nee, völlig falsch. Hier geht es um Menschen die Hilfe brauchen.
    Menschen die hierher gekommen sind, um hier Zufkucht zu finden und die hier wieder angefeindet werden, nur weil sie z.B. den christlichen Glauben haben.


    Mir geht es darum dieses Problem das, wie gesagt gerne ignoriert wird, besonders von der Mainstreampresse ( das meinte ich mit meinem Widerspruch oben ), einfach mal bekannter wird.
    Mir geht es auch darum zu erfahren, ob die Leute hier, dazu eine Meinung haben und welche.

    Aber ich denke femshep hat in der Hinsicht mit seinem ersten Satz völlig recht, und leider nicht nur mit seinem ersten Satz.


    Jack

  • Eine sehr komplexe Fragestellung, Jack.


    Komischerweise fällt mir ein alter Satz ein:
    "Was du nicht willst, das man dir tut,
    das füg auch keinem andern zu."


    Wenn also Asylsuchende die Konflikte aus ihren Heimatländern mitbringen, und dann hier weiter austragen ist ja keinem geholfen. Das Recht auf Asyl deswegen verloren? Hmm, sollte man nicht eher versuchen, die betroffenen Parteien zwangsweise aufzuklären? Gerade bei Asylanten kommt es ja oft zu einer Ghettoisierung, und die Menschen werden komplett isoliert und können sich nur mit sich selber beschäftigen.


    Ich denke man muss doch einfach mal ansetzen und sagen, wer hier Asyl bekommt, der muss zwangsintegriert werden. Ein hartes Wort, Zwang, aber ich denke eine Grundvoraussetzung. Das heißt Erlernen der Deutschen Sprache in verpflichtenden Sprachkursen, Aufklärungsunterricht und auch Unterricht in den entsprechenden Religionen um den Volksglauben der bei vielen vorherrscht durch einen aufgeklärten und wirklich wissenden Glauben zu ersetzen. Das verhindert dann nämlich Extremismus und weitere Dinge.
    Übergriffe dieser Art, wie du sie beschreibst, werden nämlich in der Mehrheit von Menschen begangen, die auch in ihrem Heimatland eher bildungsfern sind. Ein Arzt oder Wissenschaftler wird eher weniger zum Extremismus neigen. Also müssen die Menschen auch entsprechend in eine Erwachsenenbildung eingebunden werden. Das gilt aber nicht nur für Asylanten, sondern grundsätzlich für Immigranten.
    Wenn ich aber die asylsuchenden Menschen alleine in ihren Ghettos lasse, dann kommt Langeweile auf und unbeschäftigte Menschen neigen einfach dazu Konflikte auszutragen.

  • Die Ghettorisierung wird man aber nicht verhindern können, solange nicht die komplette Bevölkerung dem offen gegenüber steht. Zudem müsste man Unmengen an Geld in diesen Bereich stecken, um eben ausreichend Platz und Wohnqualität zu bieten, damit dieser Fall verhindert wird, dieses Geld aber mal kurzerhand in so etwas zu stecken (bringt dem Staat relativ wenig und stößt auch auf Widerstand bei der Bevölkerung). Ich verstehe diesen Widerstand auch bis zu einem gewissen Punkt, da es ein sozialer Dienst ist der einem selbst ausser dadurch, dass man eben anderen hilft, nichts bringt. Natürlich, die soziale Ader fordert das bis zu einem gewissen Punkt von uns und ich wage mal zu behaupten die meisten hier im Forum sehen das auch als etwas durchaus positives an, aber dennoch würde kaum einer mal kurzerhand für jemanden aufkommen den er nicht kennt, mit Geld das er jeden Tag hart verdient. Rente und Sozialversicherungen gehen noch in die Köpfe der meisten Menschen, da wir sie ja auch brauchen.


    Zwangsbildung ist eventuell nicht der richtige Weg, Silver. Da kommt es ganz schnell dazu, dass wieder mit dem Finger gezeigt wird:"Guckmal, die ZWINGEN die Menschen sich ihrer Lebensweise anzupassen! Geht ja mal garnicht!". Ich verstehe deinen Hintergedanken und ich befürworte auch das diese Bildung geboten werden muss, aber ich würde niemanden zwingen. Es ist sinnlos, Menschen zu integrieren, die sich nicht integrieren möchten. Wer nicht die deutsche Sprache lernen möchte, der sollte das auch nicht müssen. Er muss dann natürlich damit leben, dass er hier zulande wenig Chancen hat sich eine lebenswerte Existenz aufzubauen.
    Eine Option die ich eventuell befürworten könnte, wäre ein unbeschränktes Asyl und eine potentielle Staatsbürgerschaft nur an Leute zu vergeben, die dazu bereit sind. Im Allgemeinen dauern die Konflikte in den Ländern der Asylsuchenden ja nicht für immer an (mir ist bewusst das es auch Länder gibt bei denen das anders ist!). Also wäre hier eventuell die Option gegeben den Leuten anzubieten ihren Lebensstil auf beschränktem Raum weiterzuführen, allerdings sobald die Gefahr vorbei ist müssten sie zurückkehren. Hierdurch wird niemand in dem eingeschränkt, was er seine Welt und Kultur nennt und man kommt sich weniger in die Quere. Natürlich sehe ich auch das dies Problematisch ist, weil es die Asylanten wieder in eine Randgruppe drängt, in der sie sich nur aufhalten können, aber sie haben diesen Weg dann wenigstens selbst gewählt.


    Aber um zur Hauptfrage zu kommen:
    Ich würde hier die selben Maßstäbe anlegen wie bei jedem anderen auch. Für Diebstahl bekommt man mal 2 Jahre auf Bewährung, würde ich genauso halten, eben nur das diese Bewährung hier nicht bedeutet, dass man in den Knast muss, sondern wieder zurück. Wer dennoch wieder stiehlt, hat damit trotz Vorwarnung sein Recht in meinen Augen verwirkt.
    Ebenso bei allen anderen Straftaten: Zwei Nachbarn haben Streit und am Ende verpasst einer dem Anderen ein blaues Auge. Gut, sowas passiert, dass ist nichts was spezifisch wäre für jemanden der nicht aus Deutschland stammt, dass kann dir bei Fritz und Hans genauso passieren, wenn sie sich in der Kneipe mal in die Haare kriegen.
    Bei der Unterdrückung Andersdenkender würde ich rigoros sagen:Ja, du hast dein Recht verwirkt. Du bist geflohen, weil du unterdrückt und verfolgt wurdest und tust das selbe hier. Damit bist du nicht besser als die vor denen du geflohen bist und sorgst dafür, dass die welche hier wirklich nur Zuflucht suchen sich auch hier unsicher fühlen.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


    Walter Moers ~ Der Schrecksenmeister



    Da steh ich nun, ich armer Tor! und bin so klug als wie zuvor


    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Asyl kann abgelehnt werden wenn es sich in Wahrheit um Wirtschaftsflüchtlinge handelt, das kommt auch in der Realität so vor, daher ist nicht jede Abschiebung verkehrt.


    Daß bei berechtigten Asyl keine Abschiebung in Frage kommt ist nachvollziehbar, jedoch weiß ich nicht wo das Problem liegt einen Verbrecher ins Gefängnis zu stecken.

  • Zitat von "silver"

    Ich denke man muss doch einfach mal ansetzen und sagen, wer hier Asyl bekommt, der muss zwangsintegriert werden. Ein hartes Wort, Zwang, aber ich denke eine Grundvoraussetzung. Das heißt Erlernen der Deutschen Sprache in verpflichtenden Sprachkursen, Aufklärungsunterricht und auch Unterricht in den entsprechenden Religionen um den Volksglauben der bei vielen vorherrscht durch einen aufgeklärten und wirklich wissenden Glauben zu ersetzen. Das verhindert dann nämlich Extremismus und weitere Dinge.
    Übergriffe dieser Art, wie du sie beschreibst, werden nämlich in der Mehrheit von Menschen begangen, die auch in ihrem Heimatland eher bildungsfern sind. Ein Arzt oder Wissenschaftler wird eher weniger zum Extremismus neigen. Also müssen die Menschen auch entsprechend in eine Erwachsenenbildung eingebunden werden. Das gilt aber nicht nur für Asylanten, sondern grundsätzlich für Immigranten.
    Wenn ich aber die asylsuchenden Menschen alleine in ihren Ghettos lasse, dann kommt Langeweile auf und unbeschäftigte Menschen neigen einfach dazu Konflikte auszutragen.


    Grundsätzlich stimme ich dir zu silver. Wer hier Schutz sucht, wer eine Erwartungshaltung gegenüber Deutschland hat, der muss auch bereit sein sich, zumindest in gewissem Maße ( z.B. deutsche Sprache ), zu integrieren.
    Die Hemmschuhe für eine solche Regelung kommen, wie nicht anders zu erwarten, mit Sicherheit aus dem eigenen, deutschen Lager.
    Auch die Idee des Aufklärungsunterrichtes finde ich sehr positiv, da ich ebenfalls der Überzeugung bin, dass Bildung nicht alle, aber dennoch sehr viele vom religiösen Extremismus fernhalten würde. Aber auch hier würde es Widerstand aus der gleichen Richtung geben, da man gegebenenfalls unterstellen würde, z.B. dass damit alle Asylanten unter den Generalverdacht des Extremismus gestellt würden usw.


    Zitat von "Konquistadore"

    Aber um zur Hauptfrage zu kommen:
    Ich würde hier die selben Maßstäbe anlegen wie bei jedem anderen auch. Für Diebstahl bekommt man mal 2 Jahre auf Bewährung, würde ich genauso halten, eben nur das diese Bewährung hier nicht bedeutet, dass man in den Knast muss, sondern wieder zurück. Wer dennoch wieder stiehlt, hat damit trotz Vorwarnung sein Recht in meinen Augen verwirkt.


    Irgendwo sehe ich das ähnlich, allerdings könnte ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, jemand nur weil er "irgend etwas" gestohlen hat, eventuell in die Gefahr für Leib und Leben "zurückzuschicken". Hoffe du verstehst wie ich das meine.
    Eventuell sollte man die Leute für den "angerichteten Schaden" arbeiten lassen, was allen zu gute kommen würde. Bei heftigeren Delikten, wie z.B. Körperverletzung, wäre ich, je nach schwere des Deliktes und nach Klärung der Hintergründe etc. , gegebenenfalls auch bereit zur Abschiebetaktik zurück zu kehren.


    Zitat von "Konquistadore"

    Bei der Unterdrückung Andersdenkender würde ich rigoros sagen:Ja, du hast dein Recht verwirkt. Du bist geflohen, weil du unterdrückt und verfolgt wurdest und tust das selbe hier. Damit bist du nicht besser als die vor denen du geflohen bist und sorgst dafür, dass die welche hier wirklich nur Zuflucht suchen sich auch hier unsicher fühlen.


    Du bringst es auf den Punkt.
    Wenn aus "Verfolgten" bei der ersten Gelegenheit "Verfolger" werden, dann wären in meinen Augen massive Ermahnungen angebracht, auch das Angebot der Aufklärung ( siehe post von silver ) wäre denkbar, aber bei Widerholungstätern müsste definitiv gehandelt werden.


    Jack

  • Unter Extremisten tummeln sich mittlerweile zahlreiche Intelektuelle, Bildung ist nicht gleich Ethik. Davon abgesehen ist unser Bildungssystem nur noch darauf ausgerichtet fürs Berufsleben zu bilden.


    Wer eine Straftat begeht muß auch nicht sofort abgeschoben werden, man kann auch das eigene Strafrecht anwenden.

  • Unter Extremisten tummeln sich mittlerweile zahlreiche Intelektuelle, Bildung ist nicht gleich Ethik.

    Und Bildung ist nicht gleich Intellekt; auch nicht vergessen. Leute können Tonnen an auswendig erlerntem Buchwissen haben, und trotzdem zu blöd sein, einfache Zusammenhänge zu verstehen - so wie es bei Extremisten üblicherweise auch der Fall ist. Die Welt besteht nicht aus Schwarzweiß bzw. aus Gut und Böse, ergo macht derjenige, der sie so sieht, irgendeinen fatalen Denkfehler.

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  • Zitat

    Bei der Unterdrückung Andersdenkender würde ich rigoros sagen:Ja, du
    hast dein Recht verwirkt. Du bist geflohen, weil du unterdrückt und
    verfolgt wurdest und tust das selbe hier. Damit bist du nicht besser als
    die vor denen du geflohen bist und sorgst dafür, dass die welche hier
    wirklich nur Zuflucht suchen sich auch hier unsicher fühlen.

    Um das mal kurz zusammen zu fassen (ich formuliere das mal mit Absicht etwas aggressiver, ich hoffe du fühlst dich nicht persönlich angegriffen ;) )


    Du sagst also damit das jemand sein Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit (was in Deutschland nicht nur für deutsche sondern auch für Ausländer gilt) verwirken kann? Dann müsste man auch sagen das meinetwegen ein deutscher Staatsbürger namens Herschel Goldmann (ich möchte hier nicht die Nazikeule schwingen, es ist nur die erste ehemals in Deutschland unterdrückte Gruppe die mir einfällt) der sagen wir mal 1930 geboren ist und das KZ überlebt hat in den Iran geschickt werden darf wenn er seinen Nachbarn unterdrückt der anders denkt-

  • Das Problem für mich, die Leute einfach ins Gefängnis zu stecken ist das, dass diese Methode nicht funktionieren kann. Im Gefängnis bist du normalerweise um über deine Taten nachzudenken und (hoffentlich) danach wieder in die Gesellschaft integriert werden zu können. Es ist schon schwierig genug jemanden zu integrieren der von Grundauf andere Ansichten hat bzw. andere Ziele verfolgt als jeder andere in der Bevölkerung. Wenn dieser jemand dann auchnoch bereit ist, für seine Überzeugungen andere zu unterdrücken wird es faktisch unmöglich. Ich würde diese Person nicht direkt zwingen in sein Land zurück zu kehren, aber er respektive sie müsste sich ein anderes Asylland suchen.


    Irgendwo sehe ich hier ein bisschen diese Angst, nicht als Nazi abgestempelt werden zu wollen. Um das klar zu stellen, in meinen Augen hat jemand der einem anderen wirklich großes Leid zufügt und gegen die Grundgesetze verstößt (worin auch steht, dass jeder Mensch sich frei entfalten dürfen muss, selbst körperlich unversehrt sein können muss, seine Religion selbst bestimmen etc.) es nicht verdient sich auf den Schutz eben jener Gesetze zu berufen. Dabei spielt es keine Rolle ob er aus Mogadischu, Bagdad, Dresden, Saarbrücken oder Kiew kommt. Gesetze sind da um ein gemeinsames, friedliches Miteinander zu ermöglichen. Wer diese Gesetze nicht achtet, möchte offensichtlich nicht in dieser Gesellschaft leben.


    Ich habe eure Posts überdacht und muss sagen ihr habt Recht, für Diebstahl wäre das doch zu hart. Belassen wir es bei der Einschränkung und Verletzung der Grundrechte anderer. Ich weiß, das klingt hart, ich würde diese Person auch nicht zwingen wollen in einem Kriegsgebiet zu leben, aber zumindest würde ich ihm dann nichtmehr die Möglichkeit bieten sich in eine Geselleschaft zu integrieren, deren Regeln er/sie mit Füßen getreten hat.

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


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    Johann Wolfgang von Goethe ~ Faust, der Tragödie erster Teil

  • Das klingt ja fast als sei Haft schlimmer als die Abschiebung. Im Strafvollzug gibt es auch Resozialisierungsmaßnahmen. Und es ja nicht so als daß die Asylsuchenden die mitteleuropäische Kultur und das Rechtssystem absolut nicht verstehen. Die werden sehr wohl darauf hingewiesen, meist sogar noch bevor die überhaupt hier ankommen.

  • Nein, nein, deutscher Knast ist ziemlich locker eigentlich, solange man nichts wirklich schlimmes verbrochen hat. Mir geht es eher darum, man streckt die Hand aus um zu helfen und kriegt dann reingebissen. Wenn du jemanden zu dir nach Hause einlädst und der benimmt sich wie offene Hose, dann zeigst du dem auch wo die Tür ist. Wenn sich einer mal kurz daneben benimmt, ist kurz unangenehmes Schweigen, dann gehts weiter, aber wenn er anfängt mir Absicht deine Eintrichtung zu zertrümmern, schmeißt du denjenigen doch raus oder?


    Ich sehs halt so, jeder sollte hier willkommen sein und jeder sollte hier auch die Möglichkeit haben das Leben zu führen, dass ihm zuhause verwehrt wird. Wir sind nicht durch hunderte von Jahren der Aufklärung gegangen, nur um am Ende nur aus Angst am Schluss als die Bösen da zustehen alle Regeln für andere ausser Kraft zu setzen.

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  • Um es nochmal klarzustellen: Ein echter Asylant (also einer der wirklich in Lebensgefahr wäre, würde man ihn zurückschicken) der ein Verbrechen begeht, jetzt mal kein Ladendiebstahl oder so sondern etwas Schweres mit Gewaltanwendung, soll man jetzt nicht in den Knast stecken sondern abschieben?


    Halte ich für nicht verhältnismäßig, außerdem bleibt der nur solange Asylant wie die Situation im Heimatland anhält, kann zwar Jahre dauern aber auch eine Zwangsintegration halte ich da nicht für notwendig.

  • Zitat

    Um das klar zu stellen, in meinen Augen hat jemand der einem anderen
    wirklich großes Leid zufügt und gegen die Grundgesetze verstößt (worin
    auch steht, dass jeder Mensch sich frei entfalten dürfen muss, selbst
    körperlich unversehrt sein können muss, seine Religion selbst bestimmen
    etc.) es nicht verdient sich auf den Schutz eben jener Gesetze zu
    berufen.

    Zeig mir doch Mal einen Verbrecher der in der Geschichte der Bundesrepublik gegen das Grundgesetz verstoßen hat. Bevor du jetzt anfängst zu googlen, spar dir die Mühe du findest niemanden.
    Du kannst als Bürger gar nicht gegen das Grundgesetz verstoßen weil dies das Verhältniss zwischen Bürger und Staat regelt. Das entsprechende für uns ist im StGB, im BGB usw. geregelt. Und ich persönlich bin froh das kein Mensch diese Rechte verwirken kann, egal was er angestellt hat. Das schützt uns nämlich in gewissen Maße vor Willkürherrschaft.


    Zitat

    Nein, nein, deutscher Knast ist ziemlich locker eigentlich, solange man nichts wirklich schlimmes verbrochen hat.

    Na wo hast du denn gesessen, das du das so genau sagen kannst?

  • Cool, wieder die erste Person die nicht damit klar kommt, dass jemand eine andere Meinung hat und persönlich wird ;) Ich wäre vorsichtig, sonst muss ich dich von deinem hohen Ross holen.


    Klar kann ich gegen das Grundgesetz verstoßen. "Jeder hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit", komm ich mal kurz mit der Axt hack dir dein Bein ab, zack biste netmehr unversehrt. Natürlich kann ich die Grundrechte eines anderen verletzen, dafür brauch ich auch kein Google, dass sagt dir schon der logische Menschenverstand.


    Und ich habe nirgendwo gesessen, aber weil ich kein so eingebildeter Mensch bin wie du, hab ich mich schon mit genug Knastis unterhalten. Die meisten sind ganz normale Menschen, die einfach nur mal einen Fehler gemacht haben und dafür grade stehn. Aber sowas gibts in deiner Welt ja nicht hm?

    'Sag mal, was meinst du, wie weit die Sterne da oben von uns entfernt sind? Sind sie genauso weit weg wie der Mond, oder sind sie uns näher?'
    'Du meinst die Löcher im Himmel? Die hat der Mann im Mond mit seiner Mondnadel reingepiekst, damit die Sonne durchscheinen kann, die dahinter schläft.'


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  • Ich frage mich wo ich persönlich geworden bin. Ich habe dich lediglich auf einen Fehler in deiner Argumentation hingewiesen und gleichzeitig gefragt woher du weißt das es im Knast locker ist.
    Weiterhin frage ich mich woher du weißt das ich eingebildet bin und mit welchen Leuten ich gesprochen habe. Aber gut, wenn du das so siehst ist mir das eigentlich irgendwie auch egal.


    Wenn du mich von meinem hohen Ross, auf welchem ich auch aus welchem Grund auch immer sitze, herunter holen willst, solltest du dich aber vielleicht erstmal ein wenig informieren bevor du hier mit voller Überzeugung eindeutig falsche Informationen heraus haust. Das wirkt nämlich ein bisschen lächerlich, vor allem wenn man das in einem, nun sagen wir etwas aggressiveren Ton tut.


    Wenn du mir mit einer Axt das Bein abhackst, hast du damit gegen das StGB verstoßen aber nicht gegen das Grundgesetz. Das Grundgesetz regelt deine Rechte gegenüber der staatlichen Hoheitsgewalt. Als ich zum letzten Mal nachgesehen habe war selbige noch nicht fähig in einem Forum einen Beitrag zu verfassen das es sich hierbei um Gesetze, gerichtliche Entscheidungen und Verwaltungsakte handelt.


    Ein Verstoß gegen das Grundgesetz wäre zum Beispiel wenn die Staatsgewalt dich anweisen würde mir das Bein abzuhacken (meinetwegen durch ein Gesetz das jeder der dich in einem Forum auf deine Fehler hinweist von dir das Bein abgehackt kriegt), aber selbst dann wärst du nur Erfüllungsgehilfe. Ich könnte also meine Klage gegen den Staat auf das Grundgesetz begründen aber du hättest weiterhin nur gegen das StGB verstoßen.