Germanwings 9525

  • Bin gerade aktuell die Nachrichten am verfolgen... trauriges ist aus der Luft zu vermelden:


    Germanwings Flug 9525 von Barcelona nach Düsseldorf ist heute Vormittag abgestürzt.. erwartet werden 148 Tote (142 Passagiere und 7 Besatzungsmitglieder)


    Hier einige Fakten, welche ich soweit zusammentragen konnte:


    Abgestürzt ist ein A320-200 der Germanwings (Kennzeichen D-AIPX )


    Die Maschine legte einen rund 10 minütigen, sehr steilen Sinkflug hin, levelte sich auf ungefähr 2'000 Meter ein und flog dann in eine Gebirgskette, kurz nachdem ein Notruf empfangen wurde... (10:47 Local Time)
    Initial sieht der Sinkflug aus, wie derjenige, welchen man nach einer Kabinen-Druckabfall machen würde... das ist aber reine Spekulation meinerseits.... (Das Verhältnis Höhe zur Geschwindigkeit ist sehr auffallend kontrolliert)


    Hier noch ein Flugverlaufsdiagramm:


  • Echt schlimm sowas :/ Es sollen laut Germanwings sogar 144 Passagiere und 6 Crew-Mitglieder an Bord gewesen sein. Außerdem wurde die letzte Funkmeldung des Flugzeugs bekannt gegeben: "Emergency, Emergency".


    Laut des Wetteramtes war der Himmel vollkommen klar, es gab weder gefährliche Wolken noch starken Wind...wieder sehr merkwürdig alles

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.

  • Zitat

    Echt schlimm sowas :/ Es sollen laut Germanwings sogar 144 Passagiere und 6 Crew-Mitglieder an Bord gewesen sein.

    Richtig... :/ und Richtig, die Zahl wurde scheinbar noch korrigiert...


    Zitat

    Funkmeldung des Flugzeugs bekannt gegeben: "Emergency, Emergency".

    Hab ich auch mal am Rand noch gelesen! das soll kurz vor dem eigentlichen Absturz gewesen sein, also 10:47, als das Flugzeug vermutlich vollständig unkontrollierbar wurde...



    Zum Flugzeug noch: Die D-AIPX wurde erst letztes Jahr von der Lufthansa wieder zur Germanwings umgeflottet und hat nun ein doch recht stolzes Alter von 25 Jahren (Erstflug 1990)


    mfg Vivajohn

  • Nochmal ein Update:


    Distress Call:
    Scheinbar gabs keinen Notruf, zumindest wurde das an einer Pressekonferenz so revidiert... Vermutlich hört man einen ATC-Controller über Funk "Urgent, urgent" (= dringend, dringend), nach dem Versuch, die Maschine zu erreichen.


    Unfalltheorie:
    Auch eine solche gibts bereits: Eine erste Vermutung wäre ein Fehler in der Alpha Floor Protection. Das ist ein Mechanismus, der den Flugkontrollen vorgeschaltet ist und verhindern sollte, dass das Flugzeug in eine unkontrollierbare Flugsituation gerät. Dafür werden unter anderem die Fluggeschwindigkeit und der Anstellwinkel geprüft. Bei einem Fehler der Sensoren, welche den "Angle of Attack" messen, kann es genau vorkommen, dass die Maschine selbstständig in einen extremen Sinkflug übergeht, welcher über die normalen Kontrollinstrumente nicht mehr abzubrechen ist. Das geschah so am 5.November 2014, bei einer Lufthansa Maschine (LH 1829 ) An Bord dieser Maschine befand sich zum Glück ein Pilot, welcher einige tiefere Kenntnisse im Umgang mit den Airbus-System hatte. Er konnte recht schnell (Nach Verlust von ungefähr 40'000-100'000 ft, je nach Quelle) den Sinkflug dadurch stoppen, dass er die dafür verantwortliche Steuereinheit "abklemmte".



    mfg Vivajohn

  • Es gab einen "Notruf", der wurde aber nicht von der Maschine ausgesendet, sondern von der Franzoesischen Luftueberwachung als die bemerkt haben, dass das Flugzeug vom Radar verschwunden ist. Schlimm sowas. Der absolute Supergau. Eine ganze Schulkasse war an Bord. Ich mag mir das gar nicht vorstellen, Du stehst am Flughafen und willst jemanden abholen, und die Maschine kommt nicht.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Entsetzlich.....es ist einfach nur entsetzlich!


    Eine ganze Schulklasse....Paff und weg.......


    Ich mag gar nicht drandenken wie es den Eltern gehen muss.


    Hoffentlich ging es schnell und die Passagiere bekamen nicht viel mit...... :(


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Zitat

    Hoffentlich ging es schnell und die Passagiere bekamen nicht viel mit


    Das kann man wirklich nur hoffen! Der Gedanke, dass die Passagiere durch ganze acht Minuten Sinkflug wussten, dass etwas nicht in Ordnung ist, ist absolut unertraeglich!

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Zitat

    Entsetzlich.....es ist einfach nur entsetzlich!

    Ja, dem kann ich nur beipflichten! Ich will mir kaum ausmalen, wie es ist, wenn man durch solch eine Schreckensmeldung einfach aus dem Leben "geworfen" wird...



    Zitat

    Das kann man wirklich nur hoffen! Der Gedanke, dass die Passagiere durch ganze acht Minuten Sinkflug wussten, dass etwas nicht in Ordnung ist, ist absolut unertraeglich!

    Auch das stelle ich mir unheimlich schrecklich vor! Da hofft man irgendwie, dass Hypoxie mit im Spiel war und die Passagiere vor dem Aufprall schon Ohnmächtig waren...



    mfg Vivajohn

  • Ich habe gerade eben ein Gerücht aufgefunden. Der Cockpit Voice Recorder soll ja heute morgen bei Untersuchungsbehörden in Paris eingetroffen sein, wo man mit den Auswertungen bereits begann.


    Dabei soll das durch Insider "durchgekommen" sein:


    Zitat

    "CVR data has been read. It seems structural failure (windshield? not determined yet)..It was quick... sound of cracks,but crew initiated emergency descent by autopilot and then they weren't heard anymore. Autopilot was on during whole descent, but disconnected automatically shortly before impact when GPWS alerts appeared."

    Frei übersetzt:


    Zitat

    Der Cokpitstimmenrekorder wurde ausgelesen. Es sieht nach einem Bruch in der strukturellen Integrität der Maschine aus (Windschutzscheibe vielleicht, wurde noch nicht bestimmt) Es ging schnell... Da war ein "knacken" und die Crew initiierte einen Notabstieg über den Autopiloten, danach wurde aber von der Crew nichts mehr gehört... Der Autopilot war die ganze Zeit an, bis kurz vor dem Aufprall, als die Grundkollisionswarnung(GPWS = Ground Proximity Warning System) an ging.

  • Klingt nach Druckabfall und Ohnmacht, zumindest im Cockpit. O Mann, wenn da echt die Maschine quasi kaputtging, hat Lufthansa nix zu lachen!

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


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  • Habe eben gerade die Pressekonferenz geschaut:


    die Daten vom Stimmrekorder wurden ausgewertet, jetzt wartet man noch auf den Fund der zweiten Blackbox...
    Folgende Erkenntnisse schliessen die Ermittler aus den Tonaufnahmen:


    - Die ersten 20 Minuten des Fluges verlaufen normal. Die Piloten unterhalten sich, machen Witze.... Danach beginnen sie bereits mit den Lande-Formalitäten.
    - Der Pilot bittet den Co-Piloten das Steuer zu übernehmen und verlässt das Cockpit (man hört einen Stuhl, der zurückgeschoben wird und das Öffnen und Schliessen der Cockpit-Tür. Vermutlich musste er auf die Toilette.
    - Von der Blackbox und den anderen Aufzeichnungen ist bekannt, dass der Copilot kurz darauf den manuellen Sinkflug einleitete. Warum ist momentan nicht bekannt. Es ist aber in jedem Fall bewusst geschehen.
    - Man hört den Co-Piloten (schwer/ruhig) atmen, ansonsten sind nur die erfolglosen Kontaktversuche der Ground Control Marseille zu hören.
    - Von aussen hört man, wie der Pilot mehrmals gegen die Tür klopft und ihm kein Einlass gewährt wird. Später geschieht dies mit grosser Gewalt (laute Geräusche und Rufe ausserhalb des Cockpits) - auch hier reagiert niemand und die Tür bleibt zu.
    - Man hört lautes Rumpeln und Schreie als das Flugzeug auf dem Berg aufschlägt.


    Summa summarum geht man davon aus, dass es sich um einen Selbstmord(-Anschlag) des Piloten handeln könnte. Dafür spricht die Manipulation des Bordcomputers und die fehlende Kommunikation. Wenn es einen Notfall gegeben hätte, hätte er sicher um Hilfe gerufen.



    Nach den Anschlägen vom 11. September ist die Cockpittür nur noch von innen zu öffnen. Natürlich diskutiert man jetzt über diesen Faktor. Man bedenke auch, was passieren würde wenn z.B. aufgrund von giftigen Dämpfen innert kürzester Zeit beide Piloten ausser Gefecht wären - die Menschen im hinteren Teil des Flugzeugs müssten hilflos abwarten, bis sie abstürzen. Andererseits ist wohl die Wahrscheinlichkeit eines solchen Vorfalls weitaus geringer als die Möglichkeit eines Anschlags oder Manipulation von aussen. Auch ein manueller Code nützt natürlich nichts, wenn die Person ausserhalb von einem Terroristen gezwungen wird, den Code einzugeben.


    Es besteht noch eine kleine Möglichkeit, dass er z.B. einen Anfall (oder Ohnmacht) gehabt haben könnte. Dann hätte man ihn auch atmen hören können und er wäre trotzdem bewusstlos gewesen. Ich glaube aber, dass der Code von aussen eingegeben wurde aber von innen blockiert, das heisst danach erneut abgewiesen wurde. Was darauf schliessen lässt, dass der CP dies absichtlich verhindern wollte und entsprechend bei Bewusstsein war.


    Ich finde die Sache absolut furchtbar. Egal was genau passiert ist, niemand bringt diese Menschen wieder zurück und sie mussten unschuldig sterben. Aber man stelle sich vor, was die Menschen denken müssen, wenn sie erfahren, dass ihre liebsten durch einen Selbstmordanschlag eines Fremden ums Leben gekommen sind. Das würde mich absolut wütend machen. Wie immer wenn jemand unschuldige in seine Angelegenheiten hineinzieht.


    Viele fragen sich auch, wie jemand so etwas tun kann, mit dem Wissen, dass hinten Schulkinder sitzen und sterben werden. Aber das wird ihm wohl egal gewesen sein, er wusste ja, dass er auf keinen Fall überleben wird.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Ich habe die Pressekonferenz am Mittag via Livestream mitverfolgt...


    Echt traurig, so was zu hören...


    Allerdings:
    Auf Fragen hin, ob der Copilot das Bewusstsein hätte verlieren können, reagierte der Sprecher immer nur mit: "Er hatte ruhig geatmet, wie sie und ich. Es kann kein medizinisches Problem vorliegen."


    Irgendwie fehlt mir noch was: Wenn man so eine Affekthandlung durchführt, da atmet man doch nicht einfach ganz ruhig weiter... Mein erster spontaner Gedanke dazu war sowas wie "Schlaganfall". Aber mal abwarten...


    Auch geht aus der Konferenz nicht ganz eindeutig hervor, ob der Copilot nun den "Lock"-Button für die Türe betätigte! Dazu vielleicht: Für die Cockpittüre gibt es einen "Notfallcode", welcher von aussen eingegeben werden kann. Daraufhin erklingt ein Warnsignal im Cockpit. Wenn im Cockpit niemand innerhalb von 30 Sekunden reagiert ("Lock" oder "Unlock"), geht die Türe für einen Zeitraum von 5 Sekunden auf... (eben genau falls die Piloten ohnmächtig werden)



    Auch muss man noch erwähnen, dass der Copilot nicht wirklich "manuell" flog, sondern einfach die Flughöheneinstellung auf dem Autopiloten auf 100 ft stellte. Das ist, soweit mir ist, auch eher atypisch...


    Die Affektivität der Handlung (Er konnte ja nicht wissen, dass der Pilot überhaupt auf die Toilette ging, oder wann er dies tuen wollte..), die Art der Ruhe und Gelassenheit während der Pilot versucht die Türe einzutreten... das passt mir irgendwie noch nicht ganz ins Bild...


    mfg Vivajohn

  • Inzwischen ist ja relativ klar, dass eine Selbstmord-Absicht dahinter war, nachdem man viele Hintergrundinformationen über den "Täter" hat und auch weiss, dass er psychische Probleme hatte. Angeblich hat sich seine langjährige Freundin einen Tag vor dem Flug von ihm getrennt (ein Käseblatt behauptet, sie soll sogar schwanger sein), er war ausserdem krank geschrieben (wegen psychischen Problemen) und ihm drohte auch eine Netzhautablösung, wonach er wohl nicht mehr Cockpittauglich gewesen wäre.


    Anscheinend ist auf den Ton-Aufnahmen auch zu hören, dass der Pilot mehrmals ruft, er (der Co-Pilot) solle um Himmels willen die Tür öffnen. Es ist auch ausgeschlossen, dass der Co-Pilot das Bewusstsein verloren hat, weil er nach dem Pincode des Piloten mehrmals einen (Abbruch-) Knopf drücken musste und damit wissentlich (und willentlich) verhindert hat, dass der Pilot von aussen eintreten konnte.


    Der Pilot erwähnt anscheinend am Anfang des Fluges, dass er keine Zeit mehr hatte, vor dem Abflug noch auf Toilette zu gehen. Der Co-Pilot schlägt dem Piloten daraufhin mehrmals vor, das Steuer zu übernehmen, worauf der Pilot zuerst nicht eingeht. Danach beginnt ja wie bereits die Landevorbereitung für Düsseldorf wo auffällt, dass der Co-Pilot sehr lakonisch antwortet (es fallen auffällig häufig die Antworten; "mal sehen" und "hoffentlich") - was darauf schliessen lässt, dass es in seinem Kopf wohl schon gerattert hat und der Plan bereits bestand. Er wusste ziemlich sicher aber nicht genau, wann und wo es schlussendlich passieren würde. Als der Pilot ihn dann bat, das Steuer zu übernehmen, musste es natürlich schnell gehen. Ich denke dieser Plan ist auch der Grund, weshalb er ruhig geblieben ist und normal weiter geatmet hat. Vermutlich war es für ihn schon länger klar, wie es ungefähr ablaufen würde. Er agierte vielleicht nur noch und schaltete seine Gefühle mehrheitlich aus.


    Die meisten europäischen Airlines haben nun die Cockpit-Regeln angepasst, so dass immer zwei Besatzungsmitglieder im Cockpit sein müssen. Sicherlich eine nötige Massnahme als Reaktion auf den Druck der Medien. Fraglich, ob es die Sache wirklich sicherer macht, zumal bei einem lebensmüden Piloten die Stewardess auch nichts mehr ausrichten kann oder dann einfach ausgeknockt werden kann, sollte sie im Weg stehen.


    Wenn ich an die Hinterbliebenen denke: für mich wäre es schlimmer, wüsste ich, dass es Absicht und kein Unfall gewesen ist. Was meint ihr dazu? Einer Ex-Freundin soll er angeblich erzählt haben, dass er das ganze System ändern wolle und sich einmal alle an ihn erinnern würden (auch hier ohne Gewähr). Eigentlich unheimlich traurig, dass man kaum etwas über die Opfer weiss aber man schon den ganzen Lebenslauf des Täters kennt (genau das wollte er ja). Allgemein finde ich es mehr als Geschmacklos das täglich neue Fakten in der Presse breitgetreten werden, vor allem was den Täter betrifft. Das verletzt doch die Opferfamilien umso mehr.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
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    - Albert Einstein

  • Aktuell tun mir, wie ich offen gestehen muss, besonders die Eltern des Co-Piloten leid. Wie lebt man damit? Man hat sein Kind verloren, und es hat auch noch ueber hundert Menschen mit in den Tod gerissen.


    Gleichzeitig finde ich es wieder mal unfassbar, wie die Verschwoerungstheorien wie Pilze aus dem Boden schiessen!

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


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  • Zitat

    Anscheinend ist auf den Ton-Aufnahmen auch zu hören, dass der Pilot mehrmals ruft, er (der Co-Pilot) solle um Himmels willen die Tür öffnen. Es ist auch ausgeschlossen, dass der Co-Pilot das Bewusstsein verloren hat, weil er nach dem Pincode des Piloten mehrmals einen (Abbruch-) Knopf drücken musste und damit wissentlich (und willentlich) verhindert hat, dass der Pilot von aussen eintreten konnte.

    Das ist für mich noch so die grösste Grauzone... Hat der Pilot den Notfallpin eingegeben? Hat der Copilot bewusst auf "lock" geschaltet? (Kann man auch proaktiv) . Zur Erklärung: Der entsprechende Knopf ist immer im "Norm", in der Mitte. Man kann ihn in 2 Richtungen bewegen: "Lock" und "Unlock". Lässt man ihn los, fällt er sofort wieder auf "Norm" zurück. Betätigt man den Hebel auf "Lock", ist das Pad vor dem Cockpit 5 min gesperrt(keine Pineingabe möglich). Angeblich soll dieser Effekt bis zu 20 min "stackbar" sein.
    Also nochmal: Hat der Copilot bewusst gesperrt? Oder hatte man in der Kabine möglicherweise gar keine Infos über den entsprechenden Notfallpin?(der einfachheitshalber, weil die Pinrotationen zu kompliziert sind?)



    Zitat

    Die meisten europäischen Airlines haben nun die Cockpit-Regeln angepasst, so dass immer zwei Besatzungsmitglieder im Cockpit sein müssen. Sicherlich eine nötige Massnahme als Reaktion auf den Druck der Medien. Fraglich, ob es die Sache wirklich sicherer macht, zumal bei einem lebensmüden Piloten die Stewardess auch nichts mehr ausrichten kann oder dann einfach ausgeknockt werden kann, sollte sie im Weg stehen.

    Hier muss man sagen, dass Europa wieder mal saumässig lahm ist: In den USA gibts diese Regelung schon länger... Beim Germanwings Flug hätte es zumindest bestimmt etwas gebracht: Es ist nochmal ein Unterschied, bei der Maschine einfach die Flughöhe einzustellen oder proaktiv jemandem Gewalt anzuwenden. Ausserdem müsste der verbleibende Pilot sich erstmal abschnallen, den Stuhl zurückschieben und Aufstehen... Ein atypisches Verhalten, welches dem verbleibendem Piloten eigentlich nicht erlaubt wäre und die Stewardess "alarmiert", das etwas nicht stimmt. In diesem Moment nur schon die Türe aufzureissen und um Hilfe zu schreien reicht schon...


    Zitat

    Eigentlich unheimlich traurig, dass man kaum etwas über die Opfer weiss aber man schon den ganzen Lebenslauf des Täters kennt (genau das wollte er ja). Allgemein finde ich es mehr als Geschmacklos das täglich neue Fakten in der Presse breitgetreten werden, vor allem was den Täter betrifft. Das verletzt doch die Opferfamilien umso mehr.

    Zitat

    Aktuell tun mir, wie ich offen gestehen muss, besonders die Eltern des Co-Piloten leid. Wie lebt man damit? Man hat sein Kind verloren, und es hat auch noch ueber hundert Menschen mit in den Tod gerissen.

    Das fiese daran ist: Es lenkt von den eigentlichen Problemen ab, welche zur Zeit in der Luftfahrtindustrie "boomen". Wie geht man mit Piloten um, welche um ihre Flugtauglichkeit fürchten müssen? Wie geht man zukünftig mit dem Tabuthema psychische Erkrankungen um? Beispiel: Bei der Billigairline Ryanair sind ein Drittel der Piloten über Schein-Selbstständikeit angestellt. Diese Piloten haben eine eigene Firma, "Verkaufen" ihre Dienstleistung an eine Tochterfirma der Ryanair, welche diese ihrerseits an Ryanair selbst "Verkauft". Alles, um Löhne zu dumpen und Sozialabgaben zu umgehen... Vom Leistungsdruck solcher Piloten redet im Moment niemand, leider!


    mfg Vivajohn

  • Zitat

    ". Wie geht man mit Piloten um, welche um ihre Flugtauglichkeit fürchten müssen? Wie geht man zukünftig mit dem Tabuthema psychische Erkrankungen um?


    Wenn Du mich fragst, gibt es fuer sowas nur eine Loesung:


    Bei bestimmten Berufsgruppen muss eingefuehrt werden, dass der behandelnde Arzt direkt an den Arbeitgeber eine Meldung machen muss, ob sein Patient arbeitstauglich ist oder nicht.


    Das ist natuerlich auch keine 100%ige Loesung, weil es immer noch genug Leute geben wird, die gar nicht erst zum Arzt gehen, oder es wird Aerzte geben, die die Situation falsch einschaetzen, aber im aktuellen Fall haette es moeglicherweise geholfen!

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


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  • Er war arbeitsfähig und wurde auch so eingeschätzt. Was da dann im Inneren schwelt, hat damit ja nichts mehr zu tun und kann auch nicht abgefragt werden.
    Aber pardon, das ist auch gut so. Ich will nicht in der Welt leben, in der random Leute freigestellt werden, weil nicht ausgeschlossen ist, dass sie Mordgedanken hegen könnten.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
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  • Zitat

    Er war arbeitsfähig und wurde auch so eingeschätzt.


    Was ist mit den Meldungen, dass er Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigungen zerrissen haben soll? Waren die nicht aktuell? Fuer mich klang es so, als waere er krank geschrieben und ist dennoch geflogen.


    Zitat

    Aber pardon, das ist auch gut so. Ich will nicht in der Welt leben, in der random Leute freigestellt werden, weil nicht ausgeschlossen ist, dass sie Mordgedanken hegen könnten.


    So war das auch nicht gemeint. Aber gewisse Berufsgruppen, die grosse Verantwortung tragen, muessten meiner Meinung nach bei psychischen Problemen eher krankgeschrieben werden als andere!

    Tina

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  • Er hatte zuvor Krankschreibungen verheimlicht, aber dass er vor diesem Flug eigentlich krankgeschrieben war und den Wisch gar zerrissen hatte, klingt eher nach Überdramatisierung.
    http://de.wikipedia.org/wiki/G…altschaft_D.C3.BCsseldorf
    Ich finde es übrigens bemerkenswert, dass mehr und mehr Einzelhändler sich weigern, jetzt noch die Bild zu verkaufen. Angestoßen durch die neuerliche Hexenjagd gegen den Täter, teilweise sogar unter Verwendung der Facebook-Fotos völlig unbeteiligter Personen und der Behauptung dass darauf der Täter zu sehen wäre, ist das ne recht beispiellose Aktion.

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