Inszenierte Terror-Panik in Hessen? Chemische Ungereimtheiten solcher "verhinderten Anschläge" häufen sich

  • Moinsen!


    Den Beitrag habe ich zuerst in einem adneren VT-Forum gefunden, aber nur am Rande. ich finde, er verdient einen eigenen Thread, denn er zeigt ein Muster auf bei "verhinderten" Terroranschlägen in Deutschland: stets sollen die "Terroristen" Wasserstoffperoxid in großen Mengen zur Herstellung von Sprengstoff (TATP) genutzt haben. Wenn man allerdings in der einschlägigen Szene und bei Wikipedia recherchiert, ergibt sich, dass dies völliger Unfug ist. Ich kann es leider nicht so gut selbst wiedergeben, weil ich auch kein Experte bin, daher hier der ursprüngliche Blogbeitrag , der das Ganze schon recht bestechend plausibel darstellt und die offizielle Theorie widerlegt. Warum schreibt kein Journaillen-Blatt dazu etwas?!


    Obacht! Im Hessischen Oberursel wurde nach Medienmeldungen unter Berufung auf die Funde einer polizeilichen Hausdurchsuchung angeblich ein islamistisch-terroristischer Anschlag verhindert. Was fand man?

    Zitat

    eine funktionsfähige Rohrbombe, dazu unter anderem Bauteile eines Sturmgewehres G3, 100 Schuss Munition vom Kaliber neun Millimeter, ein Übungsgeschoss für eine Panzerfaust, drei Flaschen mit Wasserstoffperoxid

    Obwohl die Nachrichtenportale von einem “Waffenarsenal” sprechen, stellt sich die Sachlage deutlich anders dar: keine funktionsfähige Waffe, stattdessen “Bauteile” ohne dazugehörige, passende Munition. Dafür aber 100 Patronen leichte 9mm-Munition, wiederum ohne dazugehörige, passende Waffe. Dann das “Übungsgeschoss für eine Panzerfaust” – Panzerfaust klingt erstmal ganz böse nach Kriegswaffe und großer Volksgefahr. In Wirklichkeit jedoch ist ein solches Übungsgeschoss nichts weiter als angemaltes Metall ohne Sprengwirkung – eben nur zur Übung, wozu ihnen aber auch noch die Panzerfaust als solches fehlte. Solch Geschoss kann man sogar völlig legal bei egun als Deko kaufen (ohne Treibladung). Also ein recht mickriges und wirkungsloses “Waffenarsenal”, was sich da die “Terroristen” angelegt haben. Übrigens kam man diesem “Terror-Paar” nur auf die Schliche, weil sie angeblich in einem Baumarkt größere Mengen (die man aber gar nicht benötigt, sie unten) Wasserstoffperoxid auf falschen Namen (Barzahlung?!) gekauft hätten, woraufhin die Kassiererin misstrauisch wurde und die Polizei informierte, die ihrerseits dann mit der Überwachung begann und den Terror-Verdacht erhärtet sah, “als er [der Baumarktkunde] sich nahe der Strecke eines am 1. Mai stattfindenden Radrennens bewegte”. WTF?!
    Kommen wir nun zum spannenden Teil: dem Wasserstoffperoxid und der “Rohrbombe”
    Kein Wort von der Polizei, worin die “Funktionsfähigkeit” der aufgefundenen “Rohrbombe” liegen soll – lag lediglich ein verschließbares Baumarktrohr mit Nägeln vor oder war bereits ein Sprengsatz verbaut und wenn ja, mit welchem Sprengstoff? Denn das beschlagnahmte Wasserstoffperoxid soll ja zur Herstellung von Apex (TATP, Acetonperoxid) gedient haben:

    Zitat

    Mit der Chemikalie hätte sich der Sprengstoff TATP herstellen lassen, wie er des öfteren bei islamistischen Anschlägen zum Einsatz kam, sagte der Chef des Polizeipräsidiums Westhessen, Stefan Müller.

    Acetonperoxid gehört allerdings zu den empfindlichsten Sprengstoffen überhaupt – schon wenige Gramm (!) nebeneinander liegend können zur spontanen Selbstdetonation führen, ebenso der Kontakt zu Metall oder zur Sonne. Nur lebensmüde Menschen würden diese Substanz in größeren Mengen herstellen – und schon gar nicht in einer “funktionsfähigen Rohrbombe” in ihrer Wohnung lagern, da es außerdem während der Lagerung kristallisiert und noch viel empfindlicher wird als ohnehin (jede Erschütterung wie das Heben oder gar Transportieren der “Rohrbombe” würde dann zur Explosion führen). Absolut lächerlich! Da ich als Jugendlicher experimentell ohne Fremdgefährdung selbst Sprengstoff hergestellt habe (ja, auch Apex), weiß ich, wovon ich rede – wir haben davon vielleicht einen halben Teelöffel einmalig zur Explosion gebracht und das war rückwirkend betrachtet schon extrem leichtsinnig. Schon bei der ersten Synthese fing das Ganze in einer riesigen Stichflamme an zu brennen. Aus diesem Grund stellt man in der einschlägigen “Sprengszene” auch das etwas stabilereHMTD her. Wie der Chef des Polizeipräsidiums Westhessen also zu der Annahme kommt, Apex wäre schon desöfteren bei islamistischen Anschlägen zum Einsatz gekommen, bleibt ein Rätsel ohne Quellenbeleg – zeigt aber, wie unkritisch die Mainstreammedien jegliche Behördenaussage schlucken.
    Wenn überhaupt, hätte man mit wenigen Millilitern (!) statt drei Litern Wasserstoffperxoid also das HMTD hergestellt – aber auch nur in Kleinstmengen, da ebenfalls nicht stabil und unsicher. Man würde auch niemals HMTD für eine größere Bombe alleinig verwenden, sondern es in einer 0,5-2g Sprengkapsel als Initialsprengstoff nutzen, um damit eine größere Menge Sekundärsprengstoff zur Detonation zu bringen – und hier wird im nichtmilitärischen Bereich meist Ammoniumnitrat aus Baumarktdünger verwendet, so wie es auch der Norwegen-Attentäter in Oslo tat. Von einem solchen Sekundärsprengmaterial ist jedoch keine Rede, was ja schon damals bei den vermeintlichen Sauerland-Terroristen genauso lächerlich gewesen ist. Diese wollten angeblich kiloweise Apex herstellen und bunkerten dafür absurde 700 Liter Wasserstoffperoxid – schon bei der Synthese wäre ihnen der ganze Laden um die Ohren geflogen. Auch von dieser Absurdität nie ein Wort in den Medien.
    Oder wisst ihr noch den Fall vor wenigen Jahren, als die Medien groß aufgeschrien haben, weil angeblich irgendwer zur Sprengstoffherstellung hunderte Kühlakkus mit Ammoniumnitrat gekauft hat? Schon damals haben Kritiker aus den alternativen Medien darauf hingewiesen, dass man sich diese Substanz umstandslos aus Baumarktdünger extrahieren kann, anstatt sie aus mit Gel vermischten, teuren Kühlpads mühsam zu gewinnen. Und die Medien? Verloren auch darüber kein Wort, sprangen allesamt kritiklos auf den Terrorzug auf.
    Als Fazit muss man ganz klar konstatieren, dass der aktuelle Fall aus Oberursel viele Fragen aufwirft, die vom Mainstreamjournalismus nicht einmal gestellt werden und den Verdacht erwecken, hier habe man etwas medial Wirksames finden WOLLEN und deshalb in der Summe zwar gefährlich klingendes Material dort platziert/ ihnen zukommen lassen*, das im Einzelfall aber unwirksam ist – einzig von der angeblich funktionsfähigen Rohrbombe ginge Schaden aus. Doch ob und welcher Sprengstoff darin vorlag, ist eine bisher ungeklärte Frage und wird hoffentlich die nächsten Tage beantwortet werden. In den Kommentaren des verlinkten Spiegel- und Zeit-Artikels kann man jedenfalls wieder den erleichterten Systemlemming beruhigt aufatmen hören, der sich über diesen Ermittlungserfolg freut und dafür zukünftig auch gerne die Einschränkung seiner Grundrechte (“Vorratsdatenspeicherung”) in Kauf nähme…
    * dies scheint einigen Lesern unklar zu sein, was ich damit meine. Folgende Überlegung steckt dahinter: Um durch künstliche Bedrohungsszenarien die Islam-Terror-Panikwelle aufrecht erhalten zu wollen, macht es eben Sinn, diese ab und an selbst herbeizuführen. Dies gelänge zum Beispiel über die Anwerbung entsprechend kulturell verwurzelter Leute durch einen Geheimdienst. Unter falschen Vorwänden könnte dieser dem Pärchen dann gewisse Utensilien zustecken und zum Kauf bestimmter Substanzen gegen hohe Aufwandsentschädigung animieren – z.B. in dem ihnen sagt, dies sei nur für kurze Zeit als unauffällige Zwischenlagerungsmöglichkeit im Rahmen einer geheimen Aktion in Wohnortnähe erforderlich. Der Geheimdienst lanciert dann an die Polizei diese Informationen und weiß genau über die nachfolgende Außenwirkung in der Presse nach Fund solcher Materialien Bescheid, wodurch er letztlich sich selbst und seine Aufgaben der Terrorabwehrmaßnahme legitimiert und aufrecht erhält. Nur ein Gedankengang, aber nach den geheimen Waffen- und Sprengstoffdepots in deutschen Wäldern durch die NATO-Geheimarmeen (“Gladio”) nicht mehr völlig undenkbar.
    Update
    Der männliche Part des Terror-Duos soll sogar “studierter Chemiker” gewesen sein. Umso lächerlicher die Behauptung, gerade dieser würde trotz seines Fachwissens den völlig instabilen, hochgefährlichen und zur Selbstdetonation neigenden Sprengstoff Acetonperoxid (TATP, Apex) herstellen wollen, wie die Polizei ja behauptet. Auch hätte er sich Wasserstoffperoxid völlig unauffällig in niedriger Konzentration (und natürlich kleineren Mengen, siehe oben) beschaffen und selbst hochkonzentrieren können (wobei dies für HMTD bspw. nicht mal notwendig ist). Unglaublich grotesk, die Geschichte wird immer absurder!
    QUELLE: https://grenzwissenschaftler.wordpress.com/

  • Hmm, hab mir jetzt mal ein paar Berichte zu diese Vorfall durchgelesen und stimme dir in einigen Punkten zu. Besonders die Sache mit dem Wasserstoffperoxid bzw. die Gefahr Acetonperoxid herzustellen, halte ich für Schwachsinn. Wieso sollte jemand einen derartig gefährlichen Sprengstoff herstellen wollen, den bei dem jede Bewegung tödlich für einen selber wäre, bevor man besagtes Ziel überhaupt erreichen kann.
    Natürlich heißt das nicht, das dieses Pärchen auf keinen Fall etwas terroristisches geplant hat, aber durch diese Sachen lässt sich in meinen Augen auch nicht beweisen, dass es so sein soll. Könnte tatsächlich der Fall sein, dass hier ein Sündenbock gesucht wird, vielleicht um das angekratzte BND Image wieder was aufzupolieren...und mit dem Islam als Feind lässt sich bekanntlich viel aufsehen erregen.
    Wobei es schon fraglich ist, wieso jemand 3 Liter Wasserstoffperoxid kauft und das auch noch unter falschem Namen, warum man eine Rohrbombe findet und einzelne Waffenteile (bei letzterem könnte es sich um einen Sammlung handeln, vielleicht ist er ja Waffenliebhaber). Aber wenn es ein terroristischer Akt werden sollte, dann wäre dieser wahrscheinlich schon in der Küche hochgegangen und somit ziemlich schlecht geplant.
    Aber mal gucken was noch so passiert in dem Fall.

    "Was ohne Beweis behauptet werden kann, kann auch ohne Beweis abgelehnt werden." - Christopher Hitchens



    Wer weiß muss nicht glauben.

  • Seit Charlie Hebdo ist es doch auch in Deutschland beliebt, mit schnell rausgekloppten Terrorwarnungen das Recht auf Versammlungsfreiheit zu vernichtigen.

    I think we have a duty to maintain the light of consciousness to make sure it continues into the future.
    Send me ur dankest memes

  • Wobei es schon fraglich ist, wieso jemand 3 Liter Wasserstoffperoxid kauft

    Ich hab einen Liter 3%iges und einen 5L-Kanister 12%iges H2O2. 30%iges und höher bekommt man nur, wenn man nachweist, dass man es für Unterricht oder ähnliches benötigt.
    Als ich noch jung war, da gab es Wasserstoffperoxid in jedem Chemiekasten. Neben Schwefel und Aktivkohle. Also die "guten Zutaten". ;)
    Mein Bruder hat mit Unkraut-Ex (seit zig Jahren auch in Österreich verboten) Rohrbomben gebastelt. Gezündet haben wir mit den alten Fotoblitzlichtern zum aufstecken. Die Dinger haben einen ordentlichen Krater gemacht. War in der Pampa. Eingegraben haben wir die Dinger an einer Feuerstelle.
    Ein Kumpel von mir hat früher auch Sprengstoff hergestellt. War in seiner "kommunistischen Phase". Naja, ein Schweißtropfen auf das Gemisch hat seine Hände zerfetzt, und er musste über 8 Stunden notoperiert werden. Ich glaub, er war fast ein Jahr aus der Schule raus.


    Aber ich schweife ab, also dann:
    Zur Frage, wozu man H2O2 in mehr Litern braucht, als Buchtipp "Wasserstoffperoxid ".
    Ich benutze es, um Fliesen zu reinigen oder sonstiges. Das 3%ige benutze ich, um meine Ohren zu spülen.


    Ich hab auch Salzsäure (30% ) zu Hause. Das benutze ich, um mein Klo zu säubern.
    Und Natron benutze ich für Töpfe, Waschbecken und Spüle.
    Glycerin hab ich für Seifenblasen. (Aber Maissirup ist besser ;) )
    Natriumhydroxid hab ich nur mal mitbestellt. Vielleicht brauch ich es ja mal. 8-)

  • In wie weit kann man die Explosionsneigung von Acetonperoxid durch Tiefkühlen reduzieren?

    Steht im Wiki Eintrag dazu unter Eigenschaften eigentlich gut erklärt :)


    https://de.wikipedia.org/wiki/Acetonperoxid


    grüße


    Black Crow

    "You believe that the Strong exist to cull the weak. To use them as Food. But you are Mistaken. The strong exist, not to feed off the weak, but to protect them!" - Rurouni Kenshin (Film)


    To Fear Death is a Choice - Charles Vane Black Sails

  • okay dann halt anders...


    Kurz um Acetonperoxid, ist Temperatur und schlag empfindlich. Bei Temperaturschwankungen kann es sein das dir der Rotz um die Ohren fliegt. Deshalb auch umso wärmer umso empfindlicher ist die Pampe so zumindest mein Verständniss davon. (selbiges steht zwar nich ganz so simpel aber in etwa auch im Wikiartikel). Ergo umso kühler du es Lagerst, ohne das der Stoff daran Schaden nimmt umso resistenter ist er, wobei man sagen muss das auch das bei diesem Stoff nicht zu 100%iger Sicherheit sicher ist. Deshalb findet es eigentlich relativ wenig verwendung wenn ich das richtig verstanden habe, gelesen habe. Um wie viel sich das ganze verringert kann ich dir leider auch nicht sagen... Aber wozu willst du das überhaupt wissen?


    Was ich persönlich erschreckend finde ist der Gedanke das sowas mal im Auto zum Einsatzkommen sollte ^^

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  • wollt nur mal fragen weil Sprengstoff halt naja etwas heikles ist :)


    Theoretisch würde es es um einiges verringern. Aber da bin ich leider auch überfragt ich habs auch nur gelesen ^^

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  • Son Tank für eine Brennstoffzelle finde ich auch ziemlich heikel. Das ist reiner Wasserstoff, über 200 bar Druck. Alleine dieser Druck könnte einen ansehnlichen Wumms erzeugen aber das reicht ja nicht, nein. Es muss auch noch leicht entzündlicher Wasserstoff sein! ^^


    Zum Acetonperoxid stimme ich Black Crow zu, je kälter desto unempfindlicher wird der Stoff wohl sein. Inwieweit das Zeug dann aber noch schlagempfindlich ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Von Selbstversuchen Rate ich ab.


    Nach ein wenig Suche im webZ kam ich hier hin:


    Zitat


    In einem Fallhammerversuch mit einem 1 kg-Fallhammer (üblich sind bei normalen Sprengstoffen Untersuchungen mit einem 2 kg-Fallhammer) detoniert es bei Schlag aus nur 3 cm Höhe. Acetonperoxid ist damit einer der schlagempfindlichsten Stoffe und deutlich empfindlicher als übliche Initialsprengstoffe oder beispielsweise Nitroglycerin (2 kg Fallhammer aus 10–12 cm Höhe). Nitroglycerin hat eine Reibungsempfindlichkeit von nur 0,2 Nm, TATP aber eine von 0,3 Nm, wonach Nitroglycerin empfindlicher ist.

    aus http://www.chemie.de/lexikon/Acetonperoxid.html

    der Artikel war auch noch ganz interessant: https://www.chemie-schule.de/KnowHow/Ladedichte


    Noch ein wenig mehr Suche:


    Zur Temperaturabhängigkeit der Schlagempfindlichkeit im Allgemeinen konnte ich auf die Schnelle auch nichts konkretes finden aber wie ich es in den folgenden Quellen herauslesen konnte ergibt sich die Schlagempfindlichkeit aus einer Temperaturerhöhung und damit folgenden Reaktionen des Stoffes am Punkt des Impakts:

    https://vdocuments.mx/sensitiv…to-frictional-impact.html

    https://www.researchgate.net/p…High_Explosives_to_Impact


    Somit ist eine niedrige Temparatur also per se gut zur Reduzierung des Explosionsrisikos durch eine größere Energiemenge, die durch den Impakt aufgebracht werden muss um die notwendigen Reaktionen auszulösen aber sie ist kein Garant für einen sicheren Umgang mit den Stoffen