Franz Bardon - Der Weg zum wahren Adepten

  • Franz Bardon - Der Weg zum wahren Adepten

    Dieses Buch ist eines der bekanntesten hermetischen Werke, die einen praktischen Einstieg in die Hermetik ermöglichen. Oft wird dieses Buch in Kombination mit dem sog. "Kybalion" gelesen, welches Aufschluss und Einstieg in die hermetische Philosophie bietet. In diesem Buch wird der Lernende noch tiefer in die Mysterien des großen Arkanums eingeführt und lernt im theoretischen Teil die Elementeprinzipien kennen, die einzelnen Ebenen, die Matrizen der höheren Körper, etc. All dies bildet ein in sich geschlossenes metaphysisches System, welches seine Bedeutung sowohl im metaphysischen als auch im physischen erweist. Also ja, es lässt sich auch auf physischer Ebene anwenden. Es ist das Bindeglied zwischen Metaphysik und Physik, wenn man es ganz grob sagen will. Allerdings sollte man es nicht als Ersatz für physikalische Modelle nehmen, wenn man sich bspw. jetzt physikalische Phänomene erklären will. Denn, ganz gleich wie analog die höheren Welten zu den niederen Welten sein mögen, so gibt es immer Unterschiede und für jede Ebene gibt es ein eigenes Modell. Die Physik eignet sich also auf physikalischer Ebene am Besten, während ich bei metaphysischen Ereignissen eher zur Hermetik greife.


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    Weg zum wahren Adepten


    Zusammenfassung des Theorieteils:
    Im Theorieteil wird zunächst die erste Tarotkarte dargestellt, und welche Mysterien sie enthält. Dabei führt Bardon neue Begriffe auf, die aber innerhalb der nächsten 1-2 Seiten geklärt werden. Darunter fallen Begriffe wie elektrisches Fluid, magnetisches Fluid und natürlich die Elementarbegriffe Feuer, Wasser, Luft, Erde, welche aber nicht mit den physischen Ausdrücken dieser "Qualitäten" verwechselt werden darf. Bardon gibt Aufschluss darüber, was die Körper bedeuten, welche Ebenen es gibt und stellt dazu auch die okkulte Anatomie des Körpers da und setzt Entsprechungen zu den einzelnen Fluiden. Auch klärt er, neben den hermetischen Teilaspekten, auch moralische, ethische und religiöse Aspekte auf. So beschreibt er klar und genau, dass Gut und Böse nicht existieren, das sie nur Produkte unserer Subjektivität, Verfangenheit sind. Dennoch sind diese Moralvorstellungen nötig um eine Gesellschaft aufrecht und stabil zu halten. Bardon betont aber, dass die Magie kein "Gut" und kein "Böse" kennt. Es spielt also keine Rolle ob ich der edelste, gutherzigste und netteste Mensch auf Erden bin. Wenn ich von einem 900m Gebäude auf den Boden aufkomme, bin ich tot. Die Natur kennt keine Moral. Zum Schluss des Theorieteils erzählt Bardon über die Sinnlosigkeit extremer Askese und normale Askese nur dort gerechtfertigt sei, wo sie dem Körper nicht schade. Als Beispiel sagt Bardon folgendes:

    Zitat

    Bei manchen Systemen des Orients ist die Askese sogar zum Fanatismus geworden, der vielfach sehr großen Schaden anrichtete, da eine Übertreibung hierin unnatürlich und ungesetzmäßig ist. Die Abtötung des Fleisches ist, allgemein genommen, genau so einseitig, wie wenn man nur eine Seite des menschlichen Körpers entwickeln und die andere vernachlässigen würde. Dient die Askese dem Körper, sagen wir in Form von Diät, und ihn von verschiedenen Schlacken und sonstigen Unreinlichkeiten zu befreien, ferner um Krankheiten zu beheben und Disharmonien auszugleichen, dann ist die Anwendung asketischer Maßnahmen berechtigt. Man hüte sich aber vor jeder Übertreibung. Wenn jemand physisch schwer arbeitet, so wäre es Torheit, wenn er dem Körper Stoffe, die zu seiner Erhaltung unbedingt notwendig sind, nur deshalb entziehen wollte, weil er sich privat mit Yoga oder Mystik befaßt. Solche Extreme führen unausweichlich zu folgeschweren gesundheitlichen Schädigungen.

    Zum Abschluss betont Bardon, dass es nicht darum geht einfach über den Theorieteil zu "lesen", sondern ihn durch "intensives Denken und Meditieren" zum "geistigen Eigentum" machen muss. Dann klärt er darüber auf, dass der physische Tod, nicht der eigentliche Tod ist, sondern nur ein Übergang in eine andere Sphäre, die Astralebene ist.

    Zitat

    Der Magier fürchtet deshalb den Tod nicht, denn der physische Tod ist nur ein Übergang in die weitaus feinere Sphäre, die Astralebene, von dort aus in die Geistesebene usf. Er wird weder an einen Himmel noch an eine Hölle glauben. An dieser Vorstellung halten die Priester der verschiedensten Religionen fest, um ihre Gläubigen im Banne zu halten. Ihre Moralpredigten dienen dazu, Furcht vor der Hölle, vor dem Fegefeuer heraufzubeschwören und dem moralisch guten Menschen den Himmel zu versprechen. Für den Durchschnittsmenschen, soweit er religiös veranlagt ist, hat auch diese Anschauung ihre guten Seiten, wenigstens bleibt er bemüht, aus Furcht vor der Höllenstrafe gut zu sein.

    Zusammenfassung des Praxisteils:
    Im Praxisteil gehen die eigentlichen Übungen los. Bardons System besteht aus 10 Stufen, welche in unterschiedlichen Zeitspannen absolviert werden. Hier hängt es vom Reifegrad der Seele und des Geistes ab, wie schnell man vorankommt. D.h also auch, dass alle Stufen nicht in zwei Minuten erledigt sind, sondern sogar über Jahre (bis hin ins nächste Leben) weitergehen können.


    Jede Stufe beinhaltet insgesamt drei Einheitsübungen: Schulung des Geistes(= mentaler Körper), Schulung der Seele(= astraler Körper) und Schulung des Körpers (= physischer Körper). Dabei gibt Bardon Vorgaben an, die man einhalten "kann", aber nicht muss. Diese Vorgaben dienen einzig und allein zum Vergleich und können die Arbeit für einige erleichtern. Ist aber wie gesagt kein Muss. Bereits in der ersten Stufe lernen wir bei der Geistesschulung über die drei Gedankenübungen; Gedankenkontrolle, Gedankenzucht, Gedankenbeherrschung. Dabei wird bei der Gedankenkontrolle der Lauf der eigenen Gedanken nur beobachtet, aber nicht bewertet, beurteilt, etc. Man versucht vollkommen neutral zu sein. Bei der Gedankenzucht lässt sich eine Zweideutigkeit finden. Zum einen sagt Bardon, dass die GedankenZUCHT also solche "Züchtigung" bezeichnet wird. Dabei versucht man den Lauf der Gedanken im Alltag zu strukturieren und zu züchtigen. Gedanken, die bspw. bei der Arbeit unerwünscht sind, müssen unterdrückt werden. Man konzentriere sich stets auf das, was man gerade verübt. Dann ist die Gedankenzucht auch die Übung einen bestimmten Gedanken festzuhalten und andere Gedanken ebenfalls nicht durchzulassen. Man denke bspw. an ein Flugzeug, an die Flügel des Flugzeugs, an die Passagiere, an die Piloten, etc. Die Übungen kann man also auch dynamischer auslegen. Bei der Gedankenbeherrschung wird dann letztendlich die Gedankenleere geübt. Dabei geht es hier darum keinen einzigen Gedanken aufkommen zu lassen und geistig leer zu sein.


    In der Seelenschulung wird darauf gesetzt Introspektion zu üben. Dabei wird hier Selbstkritik geübt, was natürlich bedeutet, dass man ehrlich zu sich selbst sein muss. Dabei werden zunächst in einem Heft die negativen Eigenschaften (z.B Angewohnheiten, Unkontrollierbarkeiten wie Wutausbrüche bei Kleinigkeiten (hatte ich früher mal), etc.) Dabei empfiehlt Bardon das man 100 von diesen aufliste und er versicherte, dass jeder Mensch ganz sicher 100 solcher Eigenschaften hat. Man muss nur tief genug graben, um diese zu finden. Später wenn dies getan ist, folgt dann die andere Seite der Medaille und man notiert (ebenfalls ehrlich zu Selbst) die positiven Eigenschaften, wie etwa Hilfsbereitschaft, etc. aber auch hier übertreibe man nicht. Man bleibe stets ehrlich und notiere nur das, was man wirklich ist. Später werden dann die Eigenschaften in Elemente kategorisiert. Die Eigenschaften, die man (noch) nicht einordnen kann, ordne man dann in die Kategorie "Indifferent" ein. Wenn alle Arbeit erledigt ist, wird man später daran arbeiten die negativen Eigenschaften zu "neutralisieren" bzw. sie zu schwächen, sodass sie nicht mehr Oberhand gewinnen können oder man beseitigt diese Eigenschaften gleich ganz. Dabei versucht man dann, den eingeordneten Elementen entsprechend, die betroffenen Eigenschaften durch willentliche Änderung seines Verhaltens zu ändern. Dazu gehört auch den Elementen entsprechend dann Handlung. Bspw. bei Hyperaktivität od. Nervosität, versucht man das Wasser-Element zu stärken und das Feuer-Element zu dämpfen. Dabei übt man sich dann in Ruhe, versucht öfters zu meditieren, geht in sich selbst, denkt mehr über sich selbst nach etc. Dies stärkt das Wasser-Element im Astralkörper. Bardon betont hier, dass man hier stets Schritt für Schritt vorgehe und man erst die eine Eigenschaft abarbeite und dann zur nächsten übergehe. "Wer zwei Kaninchen auf einmal jagt, fängt keinen." zitiert er schön.


    In der Körperschulung wird nun empfohlen den physischen Körper auf Vordermann zu halten. Dabei sei man nicht gezwungen jetzt einen ganzen Yoga Kurs durchzumachen, sondern einfach täglich gewisse einfache gymnastische Übungen zu machen, damit der Körper elastisch, dehnbar und fit bleibt. Später bei der Elementestauung wird das extrem wichtig sein, vorallem der Rücken wird betroffen sein. Dann erklärt Bardon das Mysterium des Atmens und die Magie des Wassers. Bei der Magie des Wassers (physisches Wasser) erklärt Bardon, dass das physische Wasser, mit seiner dominierenden Qualität des Wasserelementes, eine magnetische Wirkung hat. Das Wasser kann dann magnetisiert oder odisch geladen werden. Dabei unterscheidet Bardon klar eine Magnetisierung von einer Imprägnierung, auch wenn beide ähnliche Wirkungen hervorrufen. Auch beschreibt Bardon, dass nicht nur physisches Wasser allein magnetisiert werden kann, sondern alle Flüssigkeiten mit der richtigen Temperatur.

    Zitat

    Nicht nur das Wasser, sondern alle Flüssigkeit haben die spezifische Eigenschaft, anzuziehen und infolge der Zusammenziehung festzuhalten, ganz gleich, ob es sich dabei um gute oder schlechte Einflüsse handelt. Deswegen kann das Wasser - Element, und insbesondere das grobstoffliche, sozusagen als Akkumulator angesehen werden. Je kälter das Wasser ist, um so akkumulationsfähiger ist es. Beim vollsten spezifischen Gewicht, also bei 4 C (über Null) ist es am empfänglichsten. Diese Erkenntnis ist nicht so maßgebend, denn die Unterschiede der Aufnahmefähigkeit des Wassers (oder anderer Flüssigkeiten) bis zu 6 C (über Null) sind so geringfügig und so schwach sichtbar, daß nur ein gut geschulter Magier diese Unterschiede zu erkennen vermag. Wird das Wasser infolge seiner ansteigenden Wärme lauer, nimmt die Aufnahmefähigkeit rapid ab. Zwischen 36 - 39 C wird es für Magnetismus neutral. Aufgepaßt! Hier ist nur von der spezifischen Eigenschaft der Anziehungskraft und deren praktischen Bedeutung hinsichtlich des Magnetismus die Rede, was ja aus der Kenntnis der gegenseitigen Elementeeinwirkung hervorgeht und als Selbstverständlichkeit anzunehmen ist.


    Die Imprägnierung (durch das Akasha - Prinzip einer jeden Sache und somit auch des physischen Wassers) mit einem Wunsche kann für jeden Gegenstand und bei jeder Temperatur geschehen. Es kann sowohl ein Stück Brot, wie heiße Suppe oder eine Schale Kaffee oder Tee magisch geladen werden. Aber diese Ladung ist nicht abhängig von der Akkumulationsfähigkeit des Wasser - Elementes, sondern geschieht durch das Ursachenprinzip der fünften Kraft der Elemente und kommt durch das elektromagnetische Fluid der betreffenden Elemente zur Auswirkung. Dieser Unterschied ist zu beachten, will man Irrtümern vorbeugen. So kann z. B. ein Teller heißer Suppe nicht magnetisiert werden, da die Akkumulationsfähigkeit des Wasser - Elementes durch die Expansionskraft der im Wasser enthaltenen Wärme ausgeglichen wird oder noch überhand nimmt, falls sie über 37 G steigt. Die Suppe kann aber mit dem betreffenden Wunsch imprägniert werden.

    Hier erklärt Bardon den Unterschied zwischen der Imprägnierung und der Magnetisierung von Flüssigkeiten. So sind Flüssigkeiten, die magnetisch neutral sind, nicht zu magnetisieren, das würde auch nicht funktionieren, da die magnetische Anziehungskraft des Wasser-Elementes in der jeweiligen Flüssigkeit diese nicht anziehen könne. Dafür kann aber eine heiße Flüssigkeit imprägniert werden, durch das Akasha-Prinzip und damit auch dieselbe Wirkung hervorrufen.


    Das war eine kurze Einführung in die erste Stufe Bardons. Die anderen Stufen sind wesentlich komplexer und später wird man vertraut gemacht mit der Stauung von Elementen, der Fluide, usw. bis hin zur Verbindung mit hohen Wesenheiten. Bardon veröffentlichte während seines physischen Daseins noch zwei weitere Bücher, die etwa ab Stufe 8, begonnen werden können (wie er selbst im Buch sagt): "Die Praxis der magischen Evokation" und "Der Schlüssel zur wahren Kabbalah".


    Ein paar Fehler (die in neueren Verlägen korrigiert wurden):

    Zitat

    Nur die Auffassung eines Gedankens im Astralkörper bedarf durch das Bindeglied der Astralen- und grobstofflichen Matrize, die in der Gedankenform an Zeit und Raum gebunden ist, einer gewissen Zeitspanne, um sich dieses Gedankens bewußt zu werden.

    Das obere ist tatsächlich falsch und nicht richtig. Dies lässt sich bereits daran erkennen, dass hier von einer "grobstofflichen Matrize" geredet wird, die es aber nicht gibt. Es gibt nur folgende:


    Eine astrale Matrize, die den physischen Körper an den Astralkörper bindet.
    Eine mentale Matrize, die den Astralkörper an den Mentalkörper bindet.


    Eine grobstoffliche Matrize existiert also nicht und Gedanken werden natürlich nicht im Astralkörper aufgefasst, eher spielt sich dort der emotionale Aspekt ab, also das Gefühl, das Empfinden. Gedanken werden im Mentalkörper aufgefasst.
    Im neueren Verlag ist dies glücklicherweise korrigiert wurden:

    Zitat

    Nur die Auffassung eines Gedankens im Mentalkörper bedarf durch das Bindeglied der mentalen und astralen Matrize, die in der Gesamtform an Zeit und Raum gebunden sind, einer gewissen Zeitspanne, um sich dieses Gedankens bewußt zu werden.

    MfG,
    Astreos.