Imaginärer Freund macht meine Tochter krank

  • Hallo;
    Ich hab mich jetzt mal wieder bei euch angemeldet, weil ich mal eure Meinung hören will...ich hab keine Ahnung an wen ich mich sonst melden soll.
    Zuallererst muss ich sagen, daß ich eigentlich ein großer Skeptiker bin und eigentlich immer nach einer logischen Erklärung suche, aber im moment bin ich mir nicht ganz sicher, was ich von der ganzen Sache halten soll. Vielleicht kann mir hier einer einen tipp geben.
    Um alles zu erzählen, muss ich ein wenig ausholen:
    Ich bin jetzt seit einem Jahr mit meiner Frau verheiratet. Sie hat eine dreijährige Tochter mit in die Ehe gebracht. Ihr Ex is auf gut deutsch ein Psychopat, der meine Frau und seine Tochter damals fast umgebracht hat. Er saß eine ganze Zeit im Knast und darf sich uns nicht nähern.
    Seit ein paar Monaten hat meine Tochter....Mittlerweile seh ich Sie als meine Tochter...einen imaginären Freund. Ich hab mir damals noch nichts dabei gedacht. Aber es is mit der zeit immer schlimmer geworden. seit ein paar Wochen ist es kein "Freund" mehr sondern nur noch ein Schatten, der aus der Wand schaut, mit Ihr redet und immer verschwindet wenn ich oder meine Frau daß Zimmer betreten. Des ging ca 2 Wochen so. Meine Tochter entwickelte eine echte Angst vor diesem Schatten.Meine Frau hat vor ein paar tagen mit einer Freundin gesprochen; die Ihr sagte, Sie solle auf der Wand durch der der Schatten immer schaut eine liegende acht malen. Daß tat sie und ca ne halbe stunde später hat uns der Kindergarten angerufen, daß wir die kleine abholen sollen, weil Sie alles vollspeibt. Sie war vorher oder danach nicht krank. Letztens waren wir bei meiner Mutter im Nachbarhaus; meine Tochter war kurz allein als Sie auf einmal total verheult rüber gekommen ist ; sie erzählte daß der schatten aus der Wand kam, sie verfolgte und Ihr sagte, sie solle Würmer essen.Seitdem schläft sie nicht mehr in Ihrem Zimmer...Wir bringen Sie ins Bett; und eine halbe Stunde später fängt sie es schreien an; weil eine " Robbe " oder ein anderes Tier gekommen ist und Sie kitzelt. Sie schläft seitdem bei uns. Gestern nacht hat sie auch wieder geschrien; ich bin in Ihr Zimmer rein und sie sagte mir, daß die "Robbe" Ihr Lieblingskuscheltier mitgenommen hat. Ich hab Sie zu uns, in unser Bett gebracht und hab Ihr Kuscheltier gesucht...Ich hab es nirgends gefunden; ich hab des komplette Bett auseinander gebaut, aber es war nicht da. Also, hab ich die Tür von ihrem Zimmer geschlossen und hab mich auch wieder hingelegt. Am nächsten Tag bin ich in der Früh aufgestanden um in die arbeit zu gehen; da war Ihre Kinderzimmertüre offen und Ihr Kuscheltier ist mitten auf dem Bett gelegen. Seitdem hat meine kleine panische Angst vor Ihrem Zimmer und weigert sich, es zu betreten.


    Ich muss jetzt sagen, daß ich eigentlich nicht an Geister glaub. Meiner Frau hat jemand gesagt, daß Ihr Ex so einen hass auf Sie und die kleine hat; daß man dadurch sowas auslösen kann.
    Vielleicht kann mir jemand von euch sagen, was er davon hält...Ist es nur die Fantasie eines Kindes...Oder dreh ich langsam durch...oder is da doch was drann
    Vielen dank schon mal für eure Antworten

  • Hallo Pantheon.


    Erstmal - willkommen im Forum und keine Panik! Es bringt keinem von euch etwas, am allerwenigsten der Kleinen, wenn ihr euch da in irgendwelchen Geisterkram hineinsteigert!


    Du kannst davon ausgehen, dass dieser "imaginaere Freund" tatsaechlich mehr oder weniger durch den Ex ausgeloest wird. Und zwar durch die Angst der Kleinen. Sie bekommt natuerlich mit, dass da etwas nicht stimmt. Deshalb will sie nicht alleine in ihrem Zimmer schlafen. Das kann sie aber nicht artikulieren, also kommt sie mit Schatten oder Tieren oder was auch immer. Dass die Robbe weg war und spaeter wieder da - ich wuerde nicht ausschliessen, dass die Kleine sie versteckt hat, damit sie glaubwuerdiger rueberkommt und mit zu euch ins Bett darf.


    Da ist nichts! Jedenfalls kein Geist. Nur ein traumatisiertes Kind.

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Danke dir; Panik habe ich keine...und ich dachte mir schon sowas; ich glaub, daß Sie damals sehr viel mehr mitbekommen hat, als wir glauben und daß erst verarbeiten muss. Ich finde es nur komisch, daß sie sich jetzt, nach 2 Jahren da so reinsteigert. Vorher war da nie was.
    Na ja; wird sich schon wieder legen

  • @ pantheon81


    Einige Menschen verarbeiten ihr ganzes Leben lang keine Probleme aus ihrer Kindheit. Der zeitliche Rahmen ist da also sehr flexibel und ausdehnbar. Wichtig ist hier jetzt, dass ihr eurer Tochter eure Aufmerksamkeit schenkt ihr eine Verarbeitung ermöglicht.

    The idea of Salvation comes, I believe, from the one whom suffering breaks
    apart. He who masters it, on the contrary, needs to be broken, to proceed
    on the path towards the rupture. - Shaxul?

  • Was mich irritiert:

    Ihr Ex is auf gut deutsch ein Psychopat, der meine Frau und seine Tochter damals fast umgebracht hat. Er saß eine ganze Zeit im Knast und darf sich uns nicht nähern.

    Für so ein Delikt, wenn es denn das erste war, dann gibt es entweder Bewährung bei unter zwei Jahren, oder er hatte mehr als 2 Jahre bekommen bei der er keine Bewährung bekommen hätte (StGB §56 ). Das würde für mich also heißen, dass die Kleine vom Ex so gut wie nichts mitbekommen hatte, da sie 3 ist. Sie wäre also bestenfalls 1 Jahr alt gewesen.

    Ich würde also eher sagen, dass die Angst des Kindes durch die Mutter und deren Freundin kommt. Die Ratschläge mit der "liegende Acht" (Unendlichkeitssymbol und soll angeblich bei ADHS helfen) oder "Meiner Frau hat jemand gesagt, daß Ihr Ex so einen hass auf Sie und die kleine hat; daß man dadurch sowas auslösen kann" sind ja schon Angsteinflösend.

    Deshalb würde ich eher darauf tippen, dass deine Frau am Rande einer mediumistischen Psychose steht und das die Angst auf das Kind auslöst. Aber jetzt erstmal nicht übertreiben und nicht googeln, weil da bekommt man bloß Blödsinn zu lesen. Bei einer "mediumistischen Psychose" kommt man nicht in die Anstalt oder wird mit Medikamenten vollgepumpt. Es reicht, wenn man einfach nur darüber redet, dass okkulte Praktiken sinnlos sind. Hier eher als Buchtipp "Geister sind auch nur Menschen". Und hier wären die letzten Seiten sinnvoll.

    Als weiteren Tipp würde ich sagen, dass ihr euch einen Zengarten besorgt. Den gibt es in klein zu kaufen und lässt sich auch leicht in groß bauen.

  • Also daß man Trauma durch den Ex wegen des Alters ausschließen kann, dachte ich mir schon.


    Aber inwiefern ist der Zengarten denn jetzt besser als diese esoterische Symbolik?


    Warum sollte sich eine Psychose (davon abgesehen daß ich von so Ferndiagnosen übers Forum, genau so viel halte wie: "deine Tochter wird vom Dämon heimgesucht", sollte die Geschichte hier jetzt tatsächlich so stimmen, wäre das sogar wahrscheinlicher als die ganzen Psychosachen) auf die Tochter übertragen?


    Weshalb hat die Mutter denn jetzt überhaupt eine Psychose, weil die jetzt an diese Sachen glaubt?
    Nach neuesten Erkenntnissen hat Esoterik nicht zwingen mit Psychologie zu tun (unter anderem) sondern wird eher als Subkultur betrachtet.

  • Ich wuerde hier auch echt die Kirche im Dorf lassen. Auch wenn die Kleine bei den Vorfaellen erst ein Jahr alt war, kann sie durchaus etwas unterbewusst mitbekommen haben. Manche Traumata entstehen schon im Kreisssaal und koennen spaeter im Leben zum Thema werden.


    Aber selbst wenn das nicht der Fall ist, hat sie sicherlich spaeter was aufgeschnappt. Der Ex ist ja offenbar auch spaeter noch Thema gewesen.

    Tina

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  • Eine mediumistische Psychose (ich nenne es jetzt mP ) ist kein ADS oder was schlimmeres. Es ist im Grunde eher mit einer Ideologie zu vergleichen. Und bei so einer mP braucht man auch keinen Psychiater oder sowas. Nehmen wir einfach ein paar Tipps von Walter von Lucadou: Interesse zeigen, zuhören, keine voreiligen Schlüsse ziehen, die Erfahrung des Betroffenen akzeptieren, keinen "erhobenen Zeigefinger" oder Pauschalrezepte (wie hier z.B. die liegende 8 ). Näheres findet ihr im empfohlenen Buch auf Seite 154f. Und das trifft es in meinen Augen am besten.
    Oder ihr telefoniert mit dem Autor direkt, also mit der Parapsychologischen Beratungsstelle in Freiburg (Tel.: 0761/77202). Und falls jemand Angst davor hat, dort anzurufen, dann empfehle ich noch das Buch von Lucadou "Die Geister die mich riefen". In dem Buch wird ein kleiner Einblick gewährt, wie seine Arbeit aussieht.
    Aber lasst einfach so okkulten/esoterischen Blödsinn wie Wände bemalen. Das würde sogar mir angst machen.

    Haltet euch jedenfalls erstmal von dem Film "Babadook" fern. ;)

  • Zitat

    Haltet euch jedenfalls erstmal von dem Film "Babadook" fern


    Der Tipp ist echt essentiell! :D


    Allerdings wuerde ich in so einer Situation empfehlen, nicht direkt von einer Psychose zu sprechen. Kommt mir doch ein wenig ueberzogen und zu hart vor.

    Tina

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  • @ pantheon81: Ich würde ggf. auch empfehlen mit dem Kind zu einem Kinderpsychologen zu gehen, wenn sich die Situation nicht bessert oder eher verschlimmert. Kinder bekommen sehr viel mit, auch in jungen Jahren, dass wird oft sehr unterschätzt. Sie verarbeiten es einfach anders, als wir Erwachsenen. Und die Situation die beschrieben wird, scheint eine sehr traumatische Erfahrung gewesen zu sein und dies mit Sicherheit nicht nur für deine Partnerin, sondern auch für das Kind....Wenn ein Mensch (der leibliche Vater), der eigentlich sein Kind lieben soll, es versucht zu töten, ist das glaube ich, eine der traumatischsten und schlimmsten Erfahrungen, die ein Kind machen kann...
    Sie hat, in ihrem jetzigen Alter, einfach die Möglichkeit es besser zu verarbeiten und auch nach außen zu zeigen, vorher war ihr das ja einfach, aufgrund des Alters, nicht möglich.



    Selbst Babies können bereits eine Depression entwickeln, nur mal am Rande erwähnt. Vielleicht sind diese Links auch interessant für dich:
    http://www.baby-und-familie.de…fig-unerkannt-336513.html
    http://www.depressionen-depres…tome-nach-lebensalter.htm


    Mit Geistern hat das Ganze nichts zu tun. Geht einfach mit Ruhe und Empathie an die Sache heran. Wenn ihr das Gefühl habt, nicht mehr selbst Herr der Lage zu sein, oder überfordert, ist das nichts Schlimmes; ihr solltet euch dann nur einfach schnell professionelle Hilfe suchen.

    "Man sollte nicht alles zu ernst nehmen, vor allem nicht sich selber."


    Es ist schön an etwas zu glauben und nicht nur das- sich fast sicher zu sein- dass dieser Glaube Wirklichkeit ist.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kassiopeia ()

  • Tina
    Eine mediumistische Psychose ist etwas anderes als eine "klassische" Psychose. Aber um deinetwillen können wir es ja schlicht "Apparitions" nennen. Also nochmal das Buch "Geister sind auch nur Menschen", die Seiten 110 ff. Thema "Kinder sehen Gespenster". Da geht es auch um imaginäre Freunde. Das Buch gibt es gebraucht für gut 3 €. Neu wird man es wohl kaum noch bekommen, außer Lucadou hat noch ein paar bei sich zu Hause rum liegen. Oder man holt es sich über Fernleihe aus Freiburg. Da gibt es das Buch definitiv.


    Desweiteren könnte das Kind durch den imaginären Freund auch Angst auf die Eltern übertragen. "Oh Gott, mein Kind hat Kontakt zum Reich der Toten!!".


    Zur mediumistischen Psychose hat Hans Bender bereits 1958 in der "Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie" (Nr. 2/3, 1958/59) geschrieben. In der "Berliner Klinischen Wochenschrift 87" von 1919 fand sich auch ein Artikel von Henneberg zur mP.
    Auch Aniela Jaffé hat sich mit diesem Thema mal auseinandergesetzt. Sie war Mitarbeiterin bei C.G. Jung. Sie hat auch unter anderem das Buch "Geistererscheinungen und Vorzeichen" geschrieben.


    Einen Psychodoc würde ich in diesem Fall sogar strikt ablehnen. Der könnte die ganze Sache verschlimmern. Und das eventuell mit nur einer einzigen Frage.


    Ich kenne auch eine Familie, bei dem das Kind einen imaginären "Freund" hatte. Tagsüber brav, nachts böse. Das Kind hatte Angst. Sie haben dem Kind einfach gesagt, dass, wenn der Böse kommt, der Plüschlöwe ihn mit lautem Gebrüll wieder vertreibt. Dann war Schluss mit nächtlicher Angst. Da musste man nicht mit irgendeinem Symbol die Wand beschmieren. ;)

  • Irrwisch ,


    ich halte auch den Begriff "Apparitions", also "Erscheinungen" fuer riskant! Klar, es gibt fuer diese ganzen Dinge natuerlich Fachbegriffe und Du bist in diesem Thema sehr versiert, aber einem Laien damit zu kommen koennte die Situation dramatischer und vor allen Dingen paranormaler erscheinen lassen als sie eigentlich ist!

    Tina

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  • Irrwisch : ich denke mal, so pauschal kann man es aber auch nicht ablehnen. Klar, ist ein imaginiärer Freund noch kein Problem an sich. Ich hatte auch einen imaginären Hund und auch nächtliche Ängste als Kind und wollte nicht schlafen. Es kommt aber eben auf die Qualität der Angst und die Dauer an. Wenn es nur eine Phase ist und sich wieder gibt, ist ja auch alles okay.
    Nur, wenn ggf. das Trauma noch eine Rolle spielt, und darum ging es mir, ist es mit Plüschlöwen nicht getan. Aber dafür kenne weder ich, noch du die Situation der Familie so genau, um pauschal ja oder nein zu einer professionellen Intervention zu sagen. Letztendlich liegt es im Ermessen der Eltern inwieweit sie die Situation als belastend ansehen, bzw. auch denken, ob es mit dem traumatischen Erlebnis zu tun hat. Außerdem, und so hoffe ich doch, werden Menschen, die in der Kinder- und Jugendpsychologie arbeiten auch das gewisse Feingefühl besitzen um herauszufinden, ob die Angst nur eine "normale" Angst ist oder eben nicht. Letztendlich muss auch nicht unbedingt das Kind mit zum Gespräch, sondern die Eltern könnten sich Rat holen (hierzu gibt es auch diverse Beratungsstellen).

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  • Aber dafür kenne weder ich, noch du die Situation der Familie so genau, um pauschal ja oder nein zu einer professionellen Intervention zu sagen.

    Das ist absolut richtig.

    Letztendlich liegt es im Ermessen der Eltern inwieweit sie die Situation als belastend ansehen.

    Das ist auch absolut richtig. Die Frage ist allerdings, so wie Du es hier schreibst, wer belastet ist. Das Kind oder die Eltern?

    Außerdem, und so hoffe ich doch, werden Menschen, die in der Kinder- und Jugendpsychologie arbeiten auch das gewisse Feingefühl besitzen um herauszufinden, ob die Angst nur eine "normale" Angst ist oder eben nicht. Letztendlich muss auch nicht unbedingt das Kind mit zum Gespräch, sondern die Eltern könnten sich Rat holen (hierzu gibt es auch diverse Beratungsstellen).

    Und hier gebe ich Dir eingeschränkt recht. Selbst wenn der Rat vorläufig nur auf telefonischer Basis stattfindet.
    Allerdings traue ich den Kinderpsychologen nicht wirklich viel zu. Die Meinungen sind zwiegespalten. Die Einen sagen, ein imaginärer Freund bedeute geistige Gesundheit. Die Anderen sagen, es sei besorgniserregend und ein Warnsignal. Und wieder Andere sagen, das Kind würde damit seinen Wünschen nachdruck verleihen, weil er einen Verbündeten hat ("Peter sagt, ich brach das Gemüse nicht essen.").


    Ich glaube, wenn man ein Kind zu einem Kinderpsychologen schickt, dann fühlt es sich abgeschoben. Wenn man das Kind zu einem Kinderpsychologen schickt, dann sollte es schon etwas heftigeres als ein imaginärer Freund sein.


    (Und in diesem Sinne fällt mir leider der Film "Mein böser Freund Fred" ein. Sie wurde auch zu Psychologen geschickt. Ist aber OT.)

  • "Das ist auch absolut richtig. Die Frage ist allerdings, so wie Du es hier schreibst, wer belastet ist. Das Kind oder die Eltern? "


    Das ist die große Frage. Dazu müsste man wissen, wieviel das Kind mitbekommen hat und in die Handlungen des leiblichen Vaters involviert war. Natürlich beeinflusst das Verhalten der Mutter und des Stiefvaters das Kind und es finden Übertragungen auf das Kind statt. Wenn es denn so ist, was ich anhand der Beschreibungen, außer der liegenden Acht, nicht beurteilen kann. Vielleicht kann man gewisse Dinge auch klar mit dem Kind besprechen, sofern es geistig schon dazu in der Lage ist und so Ängste vertreiben. Es ist von "Hass" des Ex die Rede, ein großes Wort und, wenn das Kind es mitbekommt eben auch ein angstauslösender Faktor, der sich, eben in anderen Ängsten wiederspiegeln KANN, eben weil es das alles noch nicht so verstehen kann.


    "Ich glaube, wenn man ein Kind zu einem Kinderpsychologen schickt, dann fühlt es sich abgeschoben. Wenn man das Kind zu einem Kinderpsychologen schickt, dann sollte es schon etwas heftigeres als ein imaginärer Freund sein."
    Wenn der imaginäre Freund aber noch zu schlimmeren als Würmer fressen anleitet, ...weiß ich nicht? Aber wie ich bereits sagte, ein imaginärer Freund ist nicht das Problem, sondern die Ängste, die daraus beim Kind entstehen, da es ja kein "Freund" ist, sondern sich eher als "Feind" darstellt, der geliebte Dinge wegnimmt, oder zum Würmer essen verleitet (kann man natürlich auch in Richtung "Rechtfertigung" deuten "der hat gesagt ich soll sie essen", wie du es auch schon erwähnt hast).
    Es kann, muss aber natürlich nicht, mit der Verarbeitung des Traumas zu tun haben. Kinder haben schnell Angst und da muss es noch nicht mal etwas Beängstigendes sein...Clowns z.B. :).



    Aber ich mag gar nicht mehr tiefer ins Detail gehen, weil man Menschen auch was einreden kann, was nicht vorhanden ist :).


    Vielleicht benötigt es für alle noch Zeit das Trauma zu verarbeiten; es sind jedenfalls keine Geister. Und es ist auch keine Schande sich professionelle Hilfe zu suchen, weder für Erwachsene, noch für Kinder....

    "Man sollte nicht alles zu ernst nehmen, vor allem nicht sich selber."


    Es ist schön an etwas zu glauben und nicht nur das- sich fast sicher zu sein- dass dieser Glaube Wirklichkeit ist.

  • Vielleicht kann man gewisse Dinge auch klar mit dem Kind besprechen, sofern es geistig schon dazu in der Lage ist und so Ängste vertreiben. Es ist von "Hass" des Ex die Rede, ein großes Wort und, wenn das Kind es mitbekommt eben auch ein angstauslösender Faktor, der sich, eben in anderen Ängsten wiederspiegeln KANN, eben weil es das alles noch nicht so verstehen kann.

    Besprechen oder einreden? Aber dazu kann und will ich mich nicht dazu äußern.


    Wenn der imaginäre Freund aber noch zu schlimmeren als Würmer fressen anleitet, ...weiß ich nicht?

    Also kennst Du den Film "Mein böser Freund Fred"? :twisted:


    Kinder haben schnell Angst und da muss es noch nicht mal etwas Beängstigendes sein...Clowns z.B. .

    Coulrophobie ist schon etwas interessantes. In vielen Filmen findet man Clowns als Belustigung (Monsieur Chocolat, The Clown, Sechs Bären mit Zwiebel, ...), und in vielen anderen Filmen sind sie angsteinflösend (Poltergeist, Es, Mervo, Drive Thru, ...). Die Angst vor Clowns besteht möglicherweise darin, dass sie die "ungeschminkte Wahrheit" gerne wissen wollen würden, aber nie erfahren werden, wer oder was dahinter steckt. Ich hab letztens auch den Film "Clown " angeschaut. Vielleicht liegt die Angst vor Clowns darin, dass niemand mehr in einen Familien-Zirkus geht, sondern lieber in die großen Zelte. Oder es liegt daran, dass der Clown seinen Gegenpart (Pierrot) in der Arena immer fertig macht. Deshalb hat Pierrot immer Tränen im Gesicht. Vielleicht hassen sie den Clown, weil er Pierrot so fertig macht und haben mehr Mitgefühl mit Pierrot und wollen nicht, dass ihnen der Clown dasselbe antut, was er mit Pierrot immer veranstaltet.

  • "Besprechen oder einreden? Aber dazu kann und will ich mich nicht dazu äußern."
    Die Gefahr der Suggestion besteht natürlich immer. Aber ob "gar nichts machen" immer die beste Option ist?


    "Mein böser Freund Fred" kenne ich, glaube ich nicht, hört sich aber gut an :D

    "Man sollte nicht alles zu ernst nehmen, vor allem nicht sich selber."


    Es ist schön an etwas zu glauben und nicht nur das- sich fast sicher zu sein- dass dieser Glaube Wirklichkeit ist.

  • Aber ob "gar nichts machen" immer die beste Option ist?

    Ich sagte nicht "gar nichts machen" oder ignorieren. Aber ich meinte, es nicht hoch zu schaukeln. Also Symbole und so. Das wäre, wie bei "Conjuring 2" die umgedrehten Kreuze. Keiner von diesen Teufelsanbeteridioten weiß, dass ein umgedrehtes Kreuz das Petruskreuz ist. Petrus wollte angeblich umgekehrt gekreuzigt werden, weil er sich für unwürdig hielt, wie Jesus gekreuzigt zu werden.
    Kaum einer weiß auch, dass wenn er über einen Bahnübergang fährt, das Andreaskreuz vor sich hat.
    Und die anderen Teufelsanbeter tragen das Pentagramm, was auch Blödsinn ist, weil sie es umgedreht tragen müssten, was sich aber nicht so leicht an einer Halskette befestigen lässt. Das Pentagramm wurde in der Mystik gegen Dämonen und Druden benutzt. Und das umgekehrte Pentagramm wurde gegen böse Geister und Hexen benutzt.
    Also wenn man schon Symbole verwenden will, dann sollte man die Herkunft wissen. Ich glaube, selbst Adolf wusste, was sein Kreuz zu bedeuten hatte. Wenn man also heute in Deutschland Runen würfeln möchte, dann bekommt man nur schlechte Karten. Weil bei uns ist die Swastika verboten.


    "Mein böser Freund Fred" kenne ich, glaube ich nicht, hört sich aber gut an

    Beim ersten mal sehen ist er toll. Beim zweiten mal sehen ist er Fremdschämen. ;)

  • Irrwisch : da haben wir aneinander vorbei geredet. Von Symbolen etc halte ich auch nichts. Und von Hochschaukeln halte ich auch nichts, aber man sollte es im Auge behalten und, wenn nötig intervenieren. Und ich halte es auch nicht für falsch das Kind, unabhängig vom vorliegenden Fall, nach seinen Ängsten zu befragen, ohne suggestiv zu werden. Klar, ist es schwierig, wenn die Antwort "Schattenmann" ist, weil dieser ja nur für das Kind existiert. Dann nützt es vielleicht einfach das große Licht anzulassen. Aber wir führen grad einen Dialog..:) der Threadsteller ist wohl bereits zufrieden.

    "Man sollte nicht alles zu ernst nehmen, vor allem nicht sich selber."


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  • Aber wir führen grad einen Dialog.

    Dazu ja, aber das passiert immer wieder. ;)


    aber man sollte es im Auge behalten und, wenn nötig intervenieren.

    Kommt auf die Intervention an.

    Und ich halte es auch nicht für falsch das Kind, unabhängig vom vorliegenden Fall, nach seinen Ängsten zu befragen, ohne suggestiv zu werden.

    Ja, und da Du ja bereits ein Buch von Lucadou hast und es erwähntest, dann solltest Du Dir auch sein Buch "Geister sind auch nur Menschen" mal besorgen. Da steht auf den Seiten 143ff nichts anderes drin. ;)