Lebendiger Riesenkalmar fotografiert

  • Zumindest eine semi-kryptozoologische Meldung:


    Erstmals ist es japanischen Wissenschaftlern gelungen, im Nordpazifik einen lebendigen Riesenkalmar der Gattung Architeuthis in Aktion zu fotografieren. Die Begegnung fand bereits am 30. September 2004 statt; erst jetzt wurden die Bilder veröffentlicht.
    Das Tier wurde von einer kameraüberwachten Futterfalle in 900 Metern Tiefe angelockt, die über ein Seil mit Bojen an der Oberfläche verbunden war. Der Kalmar verfing sich mit einem seiner Tentakel am Haken der Falle und versuchte über vier Stunden lang, sich wieder zu befreien. Während dieser Zeit gelangen über 550 digitale Einzelaufnahmen.
    Als sich der Architeuthis schlussendlich entfernte, musste er seinen Fangarm einbüßen, der an der Falle hängenblieb. Ersten Messungen nach war der Tentakel mindestens fünfeinhalb Meter lang, was auf eine Gesamtlänge von etwa acht Metern schließen lässt. Mehrere Stunden nach der Bergung des Armes waren seine Saugnäpfe noch immer aktiv, wie die Forscher feststellten, als sie ihnen ihre Finger anboten.


    Es handelt sich hierbei um die ersten Aufnahmen eines ausgewachsenen, lebendigen Architeuthis, die jemals entstanden sind. Bislang existierte nur Bildmaterial von treibenden oder angeschwemmten Kadavern. Im Schnitt wird der Riesenkalmar sechs bis zwölf Meter lang.
    Die Fotos gelangen vor den japanischen Ogasawara-Inseln, rund 1000 Kilometer südlich von Tokio. Das Gebiet ist durch einen extrem steil abfallenden Meeresboden gekennzeichnet und wird von tiefen Schluchten durchzogen. Die Wahl des Standortes für die Köderfalle fiel durch die Beobachtung von Pottwalen, zu deren bevorzugten Beute Riesenkalmare zählen.
    Das Jagdverhalten von Architeuthis war bislang umstritten; einige Wissenschaftler waren davon ausgegangen, dass die Tiere ihre Tentakel einfach als leblose Köder benutzen würden. Nun zeigt sich ein völlig anderes Bild: Das eines aktiven Jägers, der seine Beute von der Seite angreift und sie fest umklammert.



    National Geographic
    Wissenschaft.de


    Fotos

  • also die fotos wären nur halb so beeindruckend wenn man nicht die größenangabe von 8m dabei hätte.


    aber was mir irgendwie ziemlich mikrig vorkommt sind die bilder von den fangarmen... die haben grad mal die dicke eines unterarmes... kann das sein daß die "nur" so dünn und trotzdem so lang sind?

  • wow das nenn ich mal nen Erfolg :)


    Liloo naja man bedenke dass der tote Fangarm auch "ausgetrocknet" ist und sich keine Körper-/flüssigkeit mehr darin befindet wenn er an Land geholt wurde. Zudem brauchen die Fangarme unter Wasser nicht sonderlich dick zu sein um Kraft auszuüben. Schau dir mal manche Quallenarten an, die haben teilweise Gifttentakel von über 20 m obwohl der Körper an sich nichtmal nen Durchmesser von nem halben Meter hat...

    "So es ward ein Engel, mit schwarzen Schwingen und finsterem Blicke. "


    - aus "Schwarzer Engel" by Cleric (ich schreibe seit Jahren daran)

  • Toller Beitrag! :D


    leider kann man die reelle Größe nur Erahnen, es fehlt ein direkter Bezug.
    Solche Fotos mit einem Taucher daneben, das wäre mal geil!


    Weiter so Sascha!


    :lol:


    Gruß Gecko

    Das sicherste Indiz dafür, daß anderswo im Universum intelligentes Leben existiert, ist,
    daß noch niemand versucht hat, mit uns Kontakt aufzunehmen. [Calvin & Hobbes]

  • Kalmare besitzen insgesamt 10 Arme, die um die Mundöffnung herum angeordnet sind. Acht davon dienen als Greifarme und sind bei großen Tieren an der Basis bis zu 20 cm dick. Die beiden anderen Tentakel sind zu Fangarmen umgebildet. Sie werden wesentlich länger als die anderen, haben keulenförmige, saugnapfbesetzte Enden und sind in der Tat auffallend dünn.



    Der größte jemals verzeichnete Architeuthis wurde übrigens 1933 an der Küste Neufundlands angeschwemmt und maß 21,95 Meter.

  • amok :
    Es entstanden nur Fotos, kein Video. Bisher hab ich im Internet bloß 4 der Bilder gefunden:


    [url=http://onnachrichten.t-online.de/c/56/25/35/5625352,tid=i.jpg]onnachrichten.t-online.de/c/56/2 ... ,tid=i.jpg[/url]
    Er hängt an der Angel...


    [url=http://onnachrichten.t-online.de/c/56/25/47/5625478,tid=i.jpg]onnachrichten.t-online.de/c/56/2 ... ,tid=i.jpg[/url]
    ...beginnt sich zu wehren...


    [url=http://onnachrichten.t-online.de/c/56/25/48/5625482,tid=i.jpg]onnachrichten.t-online.de/c/56/2 ... ,tid=i.jpg[/url]
    ...und reißt sich los.


    [url=http://onnachrichten.t-online.de/c/56/25/49/5625494,tid=i.jpg]onnachrichten.t-online.de/c/56/2 ... ,tid=i.jpg[/url]
    Die Angelschnur wird lockerer. Nur der Arm des Tieres hängt noch daran.

  • jawoll! endlich! jetzt, wo das eis gebrochen ist, wird's bis zur nächsten begegnung hoffentlich nicht mehr so lange dauern. bleibt nur zu hoffen, dass die fischversessenen japaner jetzt nicht anfangen, die viecher kommerziell zu nutzen. - obwohl, wohl eher nicht, riesenkalmare sollen ungenießbar sein.
    überrascht hat mich die tatsache, dass es wohl doch aktive jäger sind. ich war davon ausgegangen, dass die so ganz gemütlich rumhängen, bis was kommt.
    verdammt. ich brauch ein u-boot.

  • Aber ein Riesenkalmar greift niemals von sich aus einen Pottwal an. Der Pottwal attackiert den Kalmar und geht in den allermeisten Fällen vermutlich auch als Sieger hervor. Denn was die Kraft angeht, ist Architeuthis einem ausgewachsenen Pottwal mit Sicherheit unterlegen.

  • Die haben wohl ein bissel übertrieben. Ähnlich wie auf der Webseite des Focus, wo von 18 Metern Länge die Rede ist...
    Wie schon erwähnt soll die Gesamtlänge um die acht Meter betragen haben; das war allerdings nur eine vorläufige Schätzung der Japaner - je nach Lokalitation der Bruchstelle des Tentakels könnte das Tier durchaus größer gewesen sein.

  • Könnte es sein das die einen nur den Korpus meinen und die anderen die Gesamtlänge mit den beiden langen Tentakeln?

    "So es ward ein Engel, mit schwarzen Schwingen und finsterem Blicke. "


    - aus "Schwarzer Engel" by Cleric (ich schreibe seit Jahren daran)

  • Ich denke, mit acht Metern ist die Gesamtlänge gemeint. Selbst auf der Webseite der National Geographic ist davon die Rede; hätte es sich tatsächlich um ein Exemplar von 18 Metern gehandelt, wäre es dort erwähnt worden. Natürlich ist auch der Focus ein seriöses Magazin, aber ich vermute doch eher, dass er hier ausnahmsweise mal falsch abgeschrieben hat.
    Zu der Sache bei Punkt 12: Der Vergleich "groß wie ein Haus" wird bei derartigen Tieren immer wieder gern gewählt, vor allem von Menschen, die sich wenig mit der Materie auskennen und auf Sensationsmeldungen angewiesen sind. Das fotografierte Tier mag vielleicht so lang gewesen sein wie gewisse Hausfassaden, jedoch sind Riesenkalmare durch ihre torperoartige Form weit davon entfernt, das Volumen eines Hauses zu erreichen...

  • Sehr beeindruckende Lebewesen, hoffe nur das sie nicht-Todgeforscht- werden.
    Ich könnte mir auch vorstellen das sie früher größer gewesen sind, - häufiger ja bestimmt- da die Meere schon lange ausgebeutet werden und somit der Lebenskreislauf auch dieser Tiere-obwohl sie in der Tiefsee zuhause sind- bestimmt darunter leidet.
    Wahrscheinlich gibt es auch noch größere Exemplare, schließlich sind sie in unzugänglichen Tiefen zu Hause. Ihr Glück- bis jetzt.

  • Stimmt,wenn der eine Kadaver schon um die 21 Meter lang war,kann es wirklich sein das es größere gibt.
    Man hatte ja nur Kadaver gefunden,also kann man ja auch nicht sagen wie groß diese Wesen wirklich werden