Was ist das????

  • Ich hab da so einen Freund, der hat mir was erzählt...es ist so, dass er dauernd sagt "da mag ich net drüber reden" und so...
    Überhaupt ist er sehr niedergeschlagen und sehnt sich nach dem Tod...
    Und das alles kam durch einen Traum,den ich hier original wiedergebe,wie er es mir geschildert hat.


    "Ich habe mich verändert ab der 5. Klasse alle haben mich fertiggemacht.."
    "Es war so ich habe da mal so´nen traum gehabt von so´nem Mann"
    "Er war groß muskulös lange schwarze Haare bis zu den Knien"
    "Er schlug Mich in dem Traum"
    "Am nächsten Tag war ich anders"
    "Hatte so eine Wut in mir unstillbar"
    "Die 5 Kinder kamen wieder um mich fertig zu machen doch ich war anders"
    "Meine Augen wurden rot alle Adern in meinen Augen schienen zu platzen meine Adern kamen am ganzen Körper raus sogar im Gesicht"
    "Ich ging auf sie los ich ließ alles frei"
    "Ich schmiss den einen 2 Meter gegen eine Wand den Anderen schlug ich mit 2 Schlägen zu Boden"
    "2 andere liefen weg"
    "Einen schmiss ich die Treppe runter"
    "Ich wog früher ca 40 Kilo"
    "Seither hab ich die Wut in mir ich versuche immer sie unten zu halten"
    "Als die Lehrerinnen das sahen bekamen sie Angst vor mir"
    "Ich bekomm Nichts wurde nur heimgeschickt" (heißt er wurde nicht bestraft...)
    "So begann Alles"


    Das ganze hab ich aus nem Chat kopiert, deswegen ist jeder Satz in Anführungszeichen. (Rechtschreibung und so hab ich korrigiert)


    Also,was sagt ihr dazu? :?:

  • Das muss ein sehr einschneidendes Erlebnis gewesen sein; ich kenne diese Außenseiterposition, die er beschreibt, denn ich war selbst lange genug in ihr, jahrelang. Ich weiß genau, was für eine enorme Wut auf (beinahe) alles und jeden sich da aufstauen kann - wenn dann noch ein Katalysator in Form eines so gravierenden Traumes ins Spiel kommt, ist die Wirkung umso heftiger.


    Ich persönlich habe nur sehr selten Leute angegriffen, denn ich hatte meist zuviel Angst vor ihrer Stärke - ich gehe keine Kämpfe ein, die ich nicht gewinnen kann, das wäre töricht. In so fern habe ich diesen Faktor lange Zeit unterdrückt; später, bis in die heutige Zeit hinein, habe ich dann meine soziale Stellung soweit festigen können, dass der Wunsch, jemanden zu verprügeln oder es jemandem heimzuzahlen, praktisch nicht mehr spürbar ist (von "nicht mehr vorhanden" will ich hier nicht reden, denn man kann schlecht beurteilen, was im Unterbewusstsein so vor sich geht).


    Ich kann dir nur den Ratschlag geben: Wenn du diese Person persönlich einigermaßen gut kennst und er immernoch soziale/gesellschaftliche Probleme hat, nimm ihn auf jeden Fall öfters irgendwohin mit! Fang' dabei nicht übertrieben an, d.h. zuerst auf kleinere Partys mit Leuten die er kennt etc. - später kannst du ihn dann auch mal zu größeren Sachen mitnehmen. Frag' ihn einfach, ob er mitkommen will, er wird sich tierisch freuen...aber mach es ihm auch nicht zu einfach, er soll schon wissen, dass er an sich arbeiten muss. Wie genau, d.h. konkret, du das anstellst, bleibt natürlich dir überlassen.


    Ich kann dir nur allgemein und aus eigener, blutiger Erfahrung sagen, dass sich das Aggressivitätsproblem von selbst löst, sobald sich die soziale Stellung der betroffenen Person mehr und mehr gefestigt hat.


    -- Martouf

  • Das mit den Partys wird leider nichts, weil er im Allgäu (unterster Südrand Deutschlands) und ich an der Nordsee wohne.
    Und ohnehin gehe ich nie auf Partys, dazu bin ich zu menschenscheu.
    Diese Person von der ich rede flippt öfters mal aus, schlägt dann irgendwo drauf ein (seit heute fehlt mal wieder ein Stück Putz an seiner Wand) und regt sich wieder ab.
    Na ok, ich kenn ihn noch nicht wirklich lange, aber da wir beide eine ziemlich ähnliche Vergangenheit und gleiche Gedankengänge haben, bin ich jetzt seine "kleine Schwester".
    Bis jetzt konnte ich ihn immernoch wieder beruhigen,weil ich eben weiß wie ich das anstellen muss, durch diese gleichen Gedankengänge.
    (Nein, da ist keine Liebe im Spiel...da gibt es ein paar Sachen,die das eindeutig ausschließen!^^)


    Er sagt, bevor er diesen Traum hatte war er ein ruhiges Kind, und dann hat er von einem Tag auf den anderen solche Kräfte entwickelt.

  • Keks


    Wie alt ist denn Dein Freund?


    Weißt Du, wie er sich fühlt, wenn er aggressiv ist? Ist er auch wütend auf sich selbst?
    Hast Du Angst, er könnte sich was antun? (wegen der Todessehnsucht?)


    Ich glaube nicht, daß der Traum der "Auslöser" für sein Verhalten ist, sondern eher ein Ausdruck seines Unterbewußtseins, daß ihm gesagt hat, daß und wie er sich wehren kann. Jetzt kann er sich gegen seine "Feinde" wehren, allerdings ist er immer noch unzufrieden und wird oft wütend, wobei er ausflippt, um sich schlägt und ganz einfach "rot sieht". Ich denke, daß sich da eine Menge Frust und Aggression angestaut hat. Kann auch sein, daß er so eine Art Minderwertigkeitskomplexe hat - nicht falsch verstehen, ist nicht böse gemeint - er sollte sein Selbstwertgefühl steigern, sich selbst wieder mögen und sich von unnötigem Balast befreien. Allgemein würde ich empfehlen, daß er sich eine/n Psychologen sucht, mit dem er darüber reden kann! Dafür muß man sich nicht schämen, ist ein Arzt und untersteht der Schweigepflicht. Allerdings setzt es voraus, daß er dort auch hingehen will - meist sagt man sich sowas wie "so schlimm ist es ja noch nicht..." oder "ich bin doch nicht verrückt, wozu soll ich zum Nervendoktor?" Dadurch verschwendet man viel Zeit und hätte seine Probleme schon viel früher loswerden können. Schlag ihm das doch mal vor - im Normalfall zahlt das auch die Krankenkasse - ich denke, er könnte eine Depression oder depressive Verstimmung haben (darauf deutet, daß er lustlos, deprimiert ist und eine gewisse Todessehnsucht hat - andererseits ist da die Wut - oft ein Ausdruck von Hilflosigkeit und mangelndem Selbstwertgefühl).
    Unterdrücken der Wut bringt da gar nichts - Verarbeiten und die Kraft umlenken lautet die Devise!


    Wenn er partout nicht zum Psychologen gehen will - obwohl das sicher das beste wäre - könnte er versuchen, seine Agressionen wo anders rauszulassen, z.B. beim Sport oder in der Disco tanzen -> wirkt uncool bei den Jungs, begeistert aber die Mädels, wenn er's einigermaßen beherrscht ;-) .


    Wie sieht er denn aus? Wenn er von Haus aus nicht gerade wie ein Grottenolm aussieht, könnte ihn ein Outfitwechsel (Frisur, Klamotten, Schuhe, Kontaktlinsen) helfen, sich selbst besser und attraktiver zu fühlen. Er sollte aber seinen eigenen Stil entwickeln, nicht irgendwelchen Jungs nacheifern.


    Ich war früher auch ein Außenseiter (bis zur 8.ten Klasse) - habe dann die Schule gewechselt (sozusagen ein neues Leben angefangen ;-)) und war plötzlich total beliebt!!!! Im Ernst, ich wußte gar nicht, wie mir geschah - ich hatte auf einmal eine richtige Clique um mich rum, wurde zu allen Parties eingeladen, die Leute mochten meinen Humor und meine Art....usw. Ich will damit sagen, daß es auch auf das Umfeld ankommt, ob man ein Außenseiter im negativen oder positiven Sinne ist. Meine "neuen" Freunde mochten mich genau deswegen, weil ich ein bißerl anders war!

  • Vielleicht sollte er eine Vollkontakt-Kampfkunst betreiben. Erstmal lernt er dabei sich selber, seine Emotionen/Psyche und seine körperlichen Fähigkeiten von einem objektiven Standpunkt aus kennen (umso besser, wenn er dabei noch einen guten Trainer hat). Zweitens steigert sowas das Selbstbewußtsein und fördert letztlich die Selbsterkenntnis in ihrer Gesamtheit. Drittens ist es natürlich agressionsmindernd, da er seine Wut-Energien auf konstruktive Weise (Kampftraining) abarbeiten kann. Der Fitness-Aspekt ist dabei natürlich auch nicht zu mißachten.


    Folgende Kampfkünste erscheinen mir fürs Erste geeignet:
    Boxen, Kickboxen, Muay Thai (Thaiboxen), Freefight-Kampfkünste (Vale Tudo etc...) und Kyukushin-Karate (das einzige, wirkliche Vollkontakt-Karate).


    Durch Kampfkünste haben schon viele Leute in seiner Lage wieder zu einem stabilen Selbst gefunden. Wenn du das nächste mal mit ihm kommunizierst, solltest du ihn mal den Vorschlag zum Ausführen einer Kampfkunst unterbreiten. Mehr kannst du IMHO aus deiner räumlich entfernten Position leider kaum tun.


    Falls er Interesse hat, gib ihm mal diesen Link:
    http://www.kampfkunst-board.info/


    Hoffentlich konnte ich helfen. Ich hatte selbst so ähnliche Phasen in meiner Jugend und Kindheit, was aber vor allem durch gesundheitliche Schwierigkeiten (Amalgamvergiftung) kam, die keiner erkannte, welche aber an allen Aspekten des Lebens nagten und somit zeitweise die "Gesellschaftsfähigkeit" praktisch zerstörten (kaum ein Jugendlicher will mit einem fast ständig depressiven Gleichaltrigen in Gesellschaft sein, der nicht weiß, woher seine Probleme kommen; das zählt wohl als "nicht normal").


    Berichte uns mal, wie er auf den Vorschlag mit der Kampfkunst reagiert.

    Selbsterfahrung - der kleine, aber feine Unterschied zwischen Wissen und Weisheit.
    - Wingman (2013)

  • also ich muss sagen mein erster gedanke war wirklich, dass der traum bei ihm ne türe geöffnet hat ne türe zu seinem unterbewusstsein...
    das er früher ein ruhiges kind war ist für mich anzeichen das er viel in sich hineingefressen hat, mir ging es früher nich anders wie die bisherigen user die gepostet haben...
    ich hasste meine klasse sie war einfach ne arschloch klasse selbst die leherer unterrichteten da nich gern. es ging da nur um cool sein um marken klamotten um rauchen und zum ende hin ums kiffen.
    mir ging es darum ich selbst zu sein...das konnte ich als ich mein fachabi machte...ich habs diese klasse geliebt es waren gott verschiedene menschen ich bin mit allen klargekommen war sogar später klassensprecherin...das baut auf jetzt bin ich ne kleine freche selbstbewusste zicke vor der viele respekt haben weil ich sage was ich denke....speziell männer kommen damit nich klar :wink:
    aber es hat mir einen heftigen schub verpasst das neue umfeld
    er sollte es vll auch ändern ich weiss ja nich ob er viele freunde hat klingt eingentlich nicht danach. aber er muss raus und er sollte seine aggressionen rauslassen denn sie sind schmerzen aus der vergangenheit...
    ich drück ihm die daumen rate ihm doch sich vll auch hier anzumelden

  • Ich würde Wingmans Methode auf jeden Fall einem Besuch beim Psychodoc vorziehen. Dem Gesundheitssystem kann man heutzutage nicht mehr trauen; er wird angehört werden, Medikamente bekommen und alle damit verbundenen Nachteile hinnehmen müssen.
    Warum die vorhandene Wut nicht nutzen? Kampfkünste scheinen da wirklich ein großes Potenzial zu haben, gerade was den psychologischen Aspekt anbelangt. Es geht dabei nicht um's Draufhauen, es ist schließlich kein Boxen oder Wrestling, sondern im Gegenteil, es geht um starke Kontrolle. Wenn er die dadurch erlernen kann, dann war das tausendmal besser als irgendwelche Pillen zu schlucken.


    -- Martouf

  • Zitat von "Martouf"

    Es geht dabei nicht um's Draufhauen, es ist schließlich kein Boxen oder Wrestling, sondern im Gegenteil, es geht um starke Kontrolle.


    In der Tat, das ist wirklich die erste Sache, die man lernt (wenns vernünftig läuft). Ein früherer Sensei (Meister bzw. Trainer) von mir sagte immer den einprägsamen Satz "Kontrolle bis zum Schluss". Das läuft wohl letztlich darauf hinaus, das man sich seiner Bewegungen, seiner Physis und vor allem seiner mentalen Vorgänge vollkommen bewußt ist ("Fokus"). So lernt man, für sich selbst mehr Verantwortung zu übernehmen. Man tut es nicht für jemand anderen (Trainer, Lehrer, Gesellschaft...), sondern nur noch für die eigene Weiterentwicklung. Genau das ist IMHO die Sache, welche bei Leuten mit der beschriebenen Vergangenheit und daraus resultierenden Lebenseinstellung gefördert werden sollte.


    Das "Draufhauen" (sagen wir lieber "Sparring") kommt erst später im Training und hilft noch mehr dabei, sich selbst zu erkennen (wie reagiert man auf physischen Streß etc...). Erst wenn man gewisse Grundlagen hat (z.B. die besagte Kontrolle) wird aus sinnlosem, animalischen "Draufgehaue" eine sinnvolle Lernbeschäftigung ("Sparring"), welche die physische und psychische Selbsterkenntnis, Fitness und letztlich natürlich auch Verteidigungsfähigkeit fördert.


    Irgendwo hörte ich mal den Spruch: "Man lernt jemanden erst richtig kennen, wenn man mit ihm gekämpft hat." Ich finde, dazu könnte man folgendes hinzufügen: "Man lernt sich selber nur richtig kennen, wenn man sich selbst besiegt hat." :wink:

    Selbsterfahrung - der kleine, aber feine Unterschied zwischen Wissen und Weisheit.
    - Wingman (2013)

  • Um Gottes Willen - jetzt habt ihr mich falsch verstanden!!!!! :shock:


    Er soll eine Gesprächstherapie machen und sich keine Antidepressiva verschreiben lassen!!!!! Man muß sowas nicht nehmen, wenn man nicht will!
    Wichtig ist, daß er einen Arzt/Ärztin findet, der/die ihm zuhört und ihm Lösungsvorschläge unterbreitet, um aus dem Loch rauszukommen.


    Viele Ärzte machen es sich einfach und verschreiben gleich ein paar Pillchen mit denen es einem gleich besser geht (und sie erstmal ihre Ruhe haben) - das ist absolut falsch!!!! Da würde ich gleich wieder gehen.


    Bei einer Gesprächstherapie wird über die Probleme des Patienten, deren Ursache gesprochen, Bilder gemalt und versucht, die Gefühle, die der Patient hat, zu erkunden. Die häuftigste Frage des Therapeuten ist: "Wie haben Sie sich in dieser Situation gefühlt?" Nach ein paar Sitzungen weiß der Arzt dann recht gut Bescheid, worin die Probleme liegen und unterbreitet Vorschläge, diese zu lösen. So ähnlich wie wir das jetzt in diesem Thread gemacht haben (Sport, äußerliche Veränderung, neue Freunde suchen, event. Schule/Arbeitsstelle wechseln, neue Hobbies suchen usw.). Und das Wichtigste, was der Arzt machtm, ist ZUHÖREN!!!! Das ist nämlich das, was den meisten fehlt - daß jemand zuhört und einen versteht!!!!


    Ich habe selbst so eine Gesprächstherapie gemacht (1x pro Woche eine Stunde in der Gemeinschaftspraxis meines Hausarztes - seine Kollegen ist Allgemeinmedizinerin mit einer Weiterbildung zur Psychotherapeutin, insgesamt ca. 30 Stunden) - es hat mich anfangs große Überwindung gekostet, über meine Probs zu sprechen - irgendwann habe ich wie ein Schloßhund geheult und alles rausgelassen. Und sie hat eigentlich nicht viel getan, außer Zuhören, genau nachfragen und mir Wege aus der Situation aufzuzeigen. Ich weiß nicht wie, aber es hat geholfen! Wenn ich jetzt schlecht draufkomme, denke ich an die Sätze, die sie mir gesagt hat und an die "Rituale", die ich durchführen soll. Falls es euch interessiert, dazu gehören so einfache Dinge, wie sich mehrmals täglich im Spiegel anzulächeln, sich zu sagen, daß man sich gut findet und daß man das Ziel hat, sich von allen Dingen, die einem das Leben schwer machen, befreit.
    Vorher muß man allerdings aus dem Loch, in das man gefallen ist, herauskrabbeln - wenn man es nicht alleine schafft, sollte man sich helfen lassen!


    Und nochmal: ich habe nie auch nur eine einzige Pille gegen Depressionen genommen und würde auch nie raten, daß zu tun!!! Es geht auch ohne!!! Aber der Weg ist auch mit Schmerzen und Leid verbunden - das sollte man schon wissen, wenn man sich auf eine Therapie einläßt. Aber wenn man es durch hat, ist man oft so stark, sich selbst zu helfen!!!


    Achja, falls ein Arzt vorschlägt, sich in eine psychiatrische Klinik einweisen zu lassen, dankend ablehnen und sich SOFORT aus der Praxis verabschieden!!! Und einen anderen Arzt suchen!!!