Eurovision Song Contest

  • Noch ein Nachtrag zum Eurovision Song Contest 2010:


    Auf seiner Webside hat Stefan Niggemeier den genialen Beitrag eines "D. Lauer" veröffentlicht, der ürsprünglich in ein Lena-Meyer-Landrut-Fanforum reingestellt wurde. Seine einleitenden Worte dazu:


    Zitat von Stefan Niggemeier

    Das Nervige am Siegeszug der Lena Meyer-Landrut ist, dass er von diesen ganzen angestrengten und anstrengenden Versuchen der Medien begleitet wird, etwas Welt- oder mindestens die Nation Bewegendes in ihn hineinzuinterpretieren. Eine gute Antwort auf ein besonders beliebtes Erklärmuster — und einen der klügsten Texte zum Phänomen Lena — habe ich nicht in einer der großen Zeitungen gelesen, nicht im “Spiegel” (der sich schon vor Wochen beim gewaltsamen Pressen von “Unser Star für Oslo” in sein vorgegebenes Interpretationskorsett nicht von Fakten stören ließ) und schon gar nicht im “Stern” (der vergangene Woche delirierte: “Aus Lenas schwarzen Siegerstrumpfhosen könnte der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, einen Sparstrumpf nähen, dem jeder von Vilnius bis Lissabon sofort sein Gesamtvermögen anvertrauen würde.”) — sondern ausgerechnet in einem Internetforum, auf den Seiten eines Lena-Meyer-Landrut-Fanclubs.


    Dito!
    Bis jetzt ist mir kein besserer Beitrag zum Thema bekannt, grossartige Analyse und absolut lesenswert:
    http://www.stefan-niggemeier.d…kone-der-buergerlichkeit/

  • Was ist daran genial?
    Dass er erkannt hat, dass Lena Meyer nichts besonderes ist und etwa den gleichen Stellenwert einnimmt wie unsere Synhronbiathleten?


    Menowin ist quasi ein gecasteter Einkaufspassagenbettler und nur bekannt weil die Bild über ihn schreibt.




    Über diese beiden lässt sich weder ein Nationalstolz indizieren, noch ein wirtschaftlicher Aufschwung erarbeiten. Ich warte noch auf die "Stefan wirbt den TopAzubi"-Show.

    "Bei mir kommt kein Tropfen Alkohol auf den Tisch! Ich bin sehr vorsichtig beim Einschenken."


    "Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle wo der Kopf ist." - (Walter Raleigh vor seiner Enthauptung)

  • Die "Analyse" ist argumentativ und in ihren Schlussfolgerungen durchaus korrekt. Nur: erstens nimmt sie sich selbst zu ernst; der zwanghaft-akademische Duktus wirkt zu angestrengt und ist dem Thema nicht angemessen. Form und Inhalt müssen eben auch zueinander passen, und das "Phänomen Lena" hat eigene Dissertationen (noch) nicht verdient. Zweitens wird nicht deutlich genug herausgearbeitet, dass Lena eben vor allem eine Projektion von Vorstellungen ist; weder ist die im Text angeführte klischeebeladene Vorstellung eines kohärenten "Bürgertums" heutzutage noch zutreffend, noch entspricht die Idealisierung der Popkultur zum Heilsverkünder des Progressivismus der Realität. Popkultur hatte immer mehr mit jenen "deutschen Tugenden" zu tun, die im Text angeführt sind, als dem Autor lieb ist; im Gegenzug ist Lena schon deswegen keine Ikone der Bürgerlichkeit, weil diese sich gemäß jener schablonenhaften Darstellung gar nicht um Castingsendungen kümmern würde, sondern lieber ins Theater ginge und die Hochzeit des Figaro anschaute. Dass Lena ihre Popularität der Vorstellung zu verdanken hat, man könne aus dem Leistungszwang aussteigen, frei und jugendlich sein, anderen auch mal über's Maul fahren und einfach nur Spaß an der Musik haben, ist offensichtlich - das ist eigentlich unmittelbar einleuchtend, ohne dass man dafür eine eigene Analyse in fünf Akten braucht (anscheinend war der Anlass ein etwas merkwürdiger Spiegel-Artikel, der Lena als Ikone der Bürgerlichkeit ansah). Jetzt müsste man noch einen Schritt weitergehen und fragen: inwiefern entsprechen diese Vorstellungen und Klischees der Realität? Die Vorstellungen unhinterfragt zu übernehmen und Lena damit implizit als antipodischen Gegenentwurf zur Bürgerlichkeit zu feiern, wie es der Text nahelegt, ist ebenso verkehrt wie die gegenteilige Idee. Lena lässt sich deshalb von keiner Seite vereinnahmen, weil diese scheinbare Dichotomie von Bürgerlichkeit und Progressivismus, von Populär- und Hochkultur heutzutage oft gar keine mehr ist. Ich sagte bereits, dass die Popmusik immer mit Leistungsdruck zu tun hatte - das wird jeder erfolgreiche Künstler bestätigen. Hingegen ist ja gerade der Genie-Kult, der z.B. Beethoven, Mozart, Nietzsche oder Goethe als "natürliche Genies" inszeniert, auch etwas zutiefst Bürgerliches. Es reicht eben nicht, das "Bürgertum" - sofern es sowas heute noch gibt - auf Arbeitsethos und Wettbewerb zu beschränken. Hinzu kommt, dass Lena nicht das urtümliche und alle Regeln überschreitende Genie ist, als das sie gerne dargestellt wird; auch sie musste sich den Konventionen des Castings unterwerfen, musste Leistung bringen, konnte nicht bockend in der Ecke sitzen und sämtliche Teilnahme verweigern. Und: ihre scheinbare "Natürlichkeit" löst sich genau dann auf, wenn diese von den Castingmechanismen forciert wird. Lena hat ihren Aufstieg nicht ihrer Natürlichkeit zu verdanken, wie es auf den ersten Blick scheint - sie hat ihren Aufstieg der Tatsache zu verdanken, dass die Macher der Sendung genau diese Natürlichkeit für etwas Populäres halten und damit zur Grundlage ihrer Beurteilung machen. Auch das ist Arbeitsethos, auch das ist Kapitalismus und damit letztlich wieder "Bürgerlichkeit". Eine Idealisierung verbittet sich bei Lena schon deshalb, weil ihre eigenen Leistungen tatsächlich minimal sind - sie hat eine gute Stimme, ja. Aber weder schreibt sie eigene Songs, noch glänzt sie durch instrumentale Fähigkeiten, noch ist sie als Songinterpretin so originell und einzigartig, wie das viele gerne hätten. Ihre Genialität beschränkt sich auf eine von Medienmogulen forcierte Natürlichkeit und liebliche Kindlichkeit und offenbart sich damit wieder als Projektionsfläche von Vorstellungen des Publikums: die Vorstellung, natürlich und locker sein zu dürfen und trotzdem Erfolg zu haben. Nicht diese Vorstellungen sind aber das Wesentliche, sondern die dahinter liegende Realität, und die wurde in o.g. Analyse meines Erachtens nicht durchschaut, zumindest aber nicht eindeutig herausgearbeitet.


    Zusammenfassend: weder lässt sich die klare Dichotomie von Bürgerlichkeit und Progressivismus, wie sie der Text nahelegt, aufrechterhalten, noch lassen sich diese komplexen Kategorien an einzelnen Phänomenen wie Arbeitsethos und Aufstiegswille festmachen. Lena gehört auf den ersten Blick vielleicht zu dem, was als "Glücksversprechen des Pop" betitelt wird, erweist sich bei genauerer Betrachtung aber auch nur als Inszenierung der Vorstellung eines Glücksversprechens, das so vielleicht nie eingelöst wurde (und gar nicht eingelöst werden kann). Die Mechanismen einer Casting-Show, einer Marktwirtschaft, letztlich der menschlichen Eigenart an sich verhindern die Umsetzung dieser Vorstellungen in die Realität. Damit ist Lena in erster Linie ebenso ein Produkt wie Menowin oder die Beatles, wenn man die musikalischen Qualitäten mal völlig außer Acht lässt.


    santiago

  • Mal abgesehen aller Polemik hier:


    Ich bin der Meinung, dass Lena unverdient gewonnen hat. Sie hat m.E. nicht gesungen, sondern nur zur Hintergrundmusik ihren Text runter gesagt. Aber das ist ja schon seit Jahren nichts neues mehr beim EVSC.


    Wenn jemand guten Gesang hören will, dann empfehle ich mal einen Blick (Gehör) auf Charlotte Church.

  • Wenn jemand guten Gesang hören will, dann empfehle ich mal einen Blick (Gehör) auf Charlotte Church.


    Das ist ja auch eine echte Sängerin u. nicht eine gecastete 0815-Person die glaubt reich zu werden weil Sie in der Dusche singen kann.


    Ich versteh überhaupt nicht wieso Lena auf einmal mit den Beatles, Menowin und Co. verglichen wird?! Lena ist sicher besser als der meiste Castingmüll aber noch lange nicht vergleichbar mit Größen wie Madonna, Mariah Carey, Celine Dion, Karen Carpenter etc.. Das sind/waren Damen die richtig singen konnten und sogar Popsongs schrieben die heute noch jeder kennt; Like a Virgin, Music Box, Close to you etc..
    Lena wird es vermutlich weiter bringen als Menowin und ich gratuliere Ihr und auch Deutschland zum Sieg aber ob Sie mit ihren mittelmäßigen musikalischen Qualitäten auf Dauer internationalen Ruhm erreicht mag ich zu bezweifeln.


    so on Dean


    BTW: Habt ihr eigentlich in Deutschland erfahren das Menowin hier in Österreich beliebter ist als Mehrzad?! Man überlegt sogar schon Menowin beim EVSC nächstes Jahr für uns antreteten zu lassen^^ :clap:

  • Zitat von Zensur

    Was ist daran genial?
    Dass er erkannt hat, dass Lena Meyer nichts besonderes ist und etwa den gleichen Stellenwert einnimmt wie unsere Synhronbiathleten?


    Das geniale daran ist einzig und allein die Tatsache, dass ein No-Name-Autor aus einem 08/15-Fanforum offenbar in der Lage ist, einen zumindest ebenso guten, wenn nicht besseren Beitrag zum Thema zu verfassen, als die gelernten Journalisten der etablierten Medien.
    Obwohl ich keinen blassen Schimmer habe, was "Synhronbiathleten" sind, bezweifle ich nicht, dass man selbst darüber einen klugen Artikel schreiben könnte.


    Zitat von ad santiago

    Die "Analyse" ist argumentativ und in ihren Schlussfolgerungen durchaus korrekt. Nur: erstens nimmt sie sich selbst zu ernst; der zwanghaft-akademische Duktus wirkt zu angestrengt und ist dem Thema nicht angemessen. Form und Inhalt müssen eben auch zueinander passen, und das "Phänomen Lena" hat eigene Dissertationen (noch) nicht verdient.


    Warum sollte man sich Themen aus dem Bereich der Populärkultur nur auf dem Niveau von MTV, VIVA oder BRAVO nähern?
    Dazu ein Zitat von Stefan Niggemeier aus den Kommentaren zum Blogeintrag:
    Wer wäre denn Ihrer Meinung nach wichtig genug, dass man sich ernsthaft mit ihm beschäftigen darf? Popstars mit ihrer unbestimmbaren Haltbarkeitsdauer scheinen ja generell auszuscheiden.
    Im Übrigen warst erst du es, der genau den zwanghaft-akademischen Duktus eingeschlagen hat, den du kurz zuvor noch kritisiert hast. Wegen Fussball-WM und so mag ich gerade nicht näher auf den Inhalt eingehen. Dazu ist mir das Thema dann doch zu unwichtig. ;)


    Zitat von Dean Winchester

    Ich versteh überhaupt nicht wieso Lena auf einmal mit den Beatles, Menowin und Co. verglichen wird?!


    Viellleicht weil alle drei Popmusik machen bzw. gemacht haben?
    Ein Vergleich bedeutet doch nicht, dass man sie qualitativ auf die gleiche Stufe hebt.


    Zitat von Dean Winchester

    Lena ist sicher besser als der meiste Castingmüll aber noch lange nicht vergleichbar mit Größen wie Madonna, Mariah Carey, Celine Dion, Karen Carpenter etc.. Das sind/waren Damen die richtig singen konnten und sogar Popsongs schrieben die heute noch jeder kennt; Like a Virgin, Music Box, Close to you etc..


    Einspruch: Madonna ist keine gute Sängerin und Like a Virgin hat sie garantiert nicht selbst geschrieben. Vermutlich hat sie keinen einzigen ihrer Songs selbst geschrieben. Aber ich kenn mich da nicht so gut aus und vielleicht kannst du mich ja eines besseren belehren.


    Damit mich niemand missversteht:
    Ich bin kein Lena-Fanboy! Obwohl ich ihr noch weiteren Erfolg gönnen würde, ist es mir trotzdem ziemlich egal, wie ihre weitere Karriere aussehen wird.
    Noch ein Zitat aus den Kommentaren zum Niggemeier-Blog:
    Vielleicht entscheidet sie sich ja in einem halben Jahr vergleichende Sinologie zu studieren?
    Na und was soll´s?
    Das Mädel war zur rechten Zeit am rechten Ort, hat den ESC gewonnen und gut ist.

  • Einspruch: Madonna ist keine gute Sängerin und Like a Virgin hat sie garantiert nicht selbst geschrieben. Vermutlich hat sie keinen einzigen ihrer Songs selbst geschrieben. Aber ich kenn mich da nicht so gut aus und vielleicht kannst du mich ja eines besseren belehren.


    :shock::shock:


    Madonna ist keine gute Sängerin??? Wo warst Du in den 80ern???


    Zitat

    Madonna has sold more than 200 million albums worldwide. She is ranked by the Recording Industry Association of America (RIAA) as the best-selling female rock artist of the 20th century, and the second top-selling female artist in the United States behind Barbra Streisand, with 64 million certified albums. Guinness World Records listed her as the world's most successful female recording artist of all time. In 2008, Billboard magazine ranked Madonna at number two behind only The Beatles, on the "Billboard Hot 100 All-Time Top Artists", making her the most successful solo artist in the history of the chart. She was also inducted into the Rock and Roll Hall of Fame. Considered to be one of the most influential figures in contemporary music, Madonna is known for continuously reinventing both her music and image, and for retaining a standard of autonomy within the recording industry.
    Auszug Wiki US


    Zu Like a Virgin (war übrigens in 8 Länder unter den Top3 damals); Du hast natürlich recht Sie hat den Song nicht geschrieben, aber Lena hat Satellite auch nicht geschrieben; )
    Lena hat bei ihrem Debütalbum 5 Songs geschrieben, Madonna ebenso. Madonna hatte 2 Hits bei ihrem Debüt: Borderline und Lucky Star, wobei Sie letzteres alleine schrieb. Lena hingegen hat ihren Hit nicht geschrieben und die einzige gute Nummer die Sie selbst geschrieben hat auf der Platte ist „I like to bang my Head“, aber das Lied ist in keinen Charts vorzufinden und somit nur mein persönlicher Hit der Platte.


    Soviel zum Thema Popstars mit Lena zu vergleichen. Wenn man Lena überhaupt mit jemanden vergleichen kann dann noch am ehesten mit Christina Stürmer die nach ihrem 2. Platz bei Starmania größere Erfolge im dt. sprachigem Raum feierte als der Erstplazierte Michael. Mittlerweile ist aber auch die 2 Jahre angehaltene Christl-Mania vorüber.


    so on Dean

  • Zitat von Dean Winchester

    Madonna ist keine gute Sängerin??? Wo warst Du in den 80ern???


    Ich wusste, dass sowas kommen wird. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass Madonna keine so gute Sängerin ist, wie die von dir ebenfalls genannten Mariah Carey, Celine Dion und Karen Carpenter?


    Zitat

    Madonna has sold more than 200 million albums worldwide.


    Dieter Bohlen hat weltweit auch mehr als 160 Millionen Platten verkauft. :roll:
    Im Übrigen ist es mir völlig wurst, wieviele Songs Lena selber geschrieben hat, weil ich nie vorhatte mir ihre CD anzuschaffen.
    Und mir ist es auch scheissegal, wieviele Einheiten sie weltweit verkauft oder verkaufen wird. Verkaufszahlen sind doch nicht automatisch ein Zeichen von qualitativ hochwertiger Musik, auch wenn Dieter Bohlen gerne etwas anderes behauptet. Wenn es nur danach gehen würde, wäre selbst der Ententanz ein musikalisches Meisterwerk. Der hat sich schließlich auch ca. 40 Millionen Mal verkauft.


    Ich zitier mich mal selber:

    Zitat von Gamma

    Ein Vergleich bedeutet doch nicht, dass man sie qualitativ auf die gleiche Stufe hebt.


    Zitat von Gamma

    Das Mädel war zur rechten Zeit am rechten Ort, hat den ESC gewonnen und gut ist.


    Hoffentlich hab ich damit alle Unklarheiten beseitigt!

  • Natürlich ist die Anzahl an Verkaufter CDs kein Siegel für Qualität aber Madonnas und Modern Talkings Art begeisterten die Leute damals mehr, was sich eben in den Verkaufszahlen wiederspiegelte.
    Nichts gegen Lena und nochmals ich gratulier Deutschland zum Sieg, aber ich bleib bei der Meinung das Sie international nicht mithalten kann solange Sie auf dem gleichen qualitativen Level bleibt... Menowin tanzt sogar besser als Sie.
    Deutschland hat sich meiner Meinung nach in den letzten 30 Jahren einen guten Ruf erarbeitet im Musikbusiness mit Stars wie; Nena, Grönemeyer, Samy Deluxe, Sido, Fanta4, Die Ärzte, Fettes Brot uvm.. Aber weder dazu gehören Monrose, NoAngels, Lena, Guildo Horn oder sonstige Aufblas-Marionetten der TV-Sender. Das ist so als würd ich sagen Christina Stürmer ist vergleichbar mit Falco auch wenn Sie weniger Platten verkauft hat.


    Dazee
    Natürlich weiss ich das Madonna nicht mehr gut ist bei ihren Livekonzerten, dem war aber nicht immer so. Sie hat in den 80ern gleichzeitig gesungen und getanzt während Sie auf der Bühne war.


    so on Dean

  • Zitat

    Sie hat in den 80ern gleichzeitig gesungen und getanzt während Sie auf der Bühne war.


    dann haben wir beide wohl ne andere auffassung von "gut singen können": ;)


    sie kann nicht singen, das ist fakt.. aber man muß ihr lassen das sie mit den jahren ein wenig besser geworden ist...
    gloria gaynor, aretha franklin, mary j blidge.. DAS sind sängerinnen...


    madonna ist ein gut vermarktetes produkt, nicht mehr und nicht weniger...
    sie war damals zur richtigen zeit am richtigen ort.. genauso wie lena heut... ;)

  • Zitat von Dean Winchester

    Nichts gegen Lena und nochmals ich gratulier Deutschland zum Sieg, aber ich bleib bei der Meinung das Sie international nicht mithalten kann.


    Read it from my lips:
    Das ist mir schnurzpiepegal!


    Und wer zum Teufel ist eigentlich dieser ominöse Menowin, von dem hier andauernd die Rede ist?
    Könnte es sein, dass damit vielleicht dieser Kasper hier gemeint ist:




    Hier gibt es noch ein Best of Menowin
    :mrgreen:

  • Read it from my lips:
    Das ist mir schnurzpiepegal!


    Ehrlich gesagt kapier ich grad deine Logik nicht... wenn es Dir eh egal ist ob Sie nun singen kann oder nicht warum diskutiere ich dann mit Dir?


    Ich weiss auch nicht was Du noch hören willst; Ihr habt supertoll gewonnen mit einer halbwegs akzeptablen Sängerin und das wars auch schon. Kauf Dir das Album oder hör es Dir im YT an und Du wirst verstehen warum ich eure Lena-Mania nicht teilen will. Persönlich gesehen find ich Sie überhaupt nervig in ihrer Art und Weise. Die Bühnenshows von Ihr alles andere als unterhaltsam, ständig der Raab mit seinen 0815-Humor in ihren Knack und die Dauerpromotion auf Pro7 im Vorfeld zu Oslo war ja die reinste Lena-Gehirnwäsche. Wie gesagt Sie hat einen guten Song (nicht Satellite) und kann halbwegs singen, aber das wars dann auch schon.


    so on Dean

  • Ich hab den Raab internen Wettbewerb, den Lena gewann, nicht gesehen. Irgendwann ging dann diese dauernervige Lena-Werbetrommel los; Harald Schmidt kommentierte bissig nach der Art auf jeden Fall gefaellt mir Ihre zurueckhaltende Art, denn 42 Auftritte im TV pro Woche sind ja wirklich nicht zuviel.Mich nervte Ihre tantige, altkluge Art, gespickt mit gymnasialer Arroganz von Beginn an.Ich war ausnahmsweise mal konform mit Sido. Ich meine gerade aber zu merken, dass das Lenatum ein wenig verebbt. Im TV hoere und sehe ich kaum mehr was von Ihr, das satellite Geplapper wird im Radio auch weniger.Hoffe dieser Zustand verstaerkt sich noch.

  • Ich komme mir gerade richtig konservativ und spießig vor, während ich diesen Thread eröffne, aber ich glaube, da muss ich einfach über meinen Schatten springen.


    Ja, ich bekenne - auch ich habe den Eurovision Song Contest 2011 verfolgt, bierseelig und in größerer Runde. Dennoch hatte ich soviel zu maulen und zu kritisieren, dass ich damit die Stimmung meiner "Mitgucker" erheblich gedämpft habe und irgendwann besser die Klappe hielt.
    Hier möchte ich mich dann aber doch noch einmal rundum beschweren und in Erfahrung bringen, ob ich da mit meiner Meinung alleine stehe.


    Schieben wir die einzelnen Lieder erst einmal beiseite und gehen auf die Aufmachung ein.
    Stefan Raab im Anzug und weniger lustig, dafür umso forscher und musikalisch begabt, Anke Engelke mit eingefrorenem Dauergrinsen bei der Punktevergabe und Ina Müller, deren "Hamburg is flipping out!" mich fast nach hinten über geschmissen hätte. Alles wirkte sehr gekünstelt, hochtoupiert und eventlastig.
    Besonders fiel das jedesmal auf, wenn die Bühne von vorne gezeigt wurde und ein paar arme unentwegte ihre Deutschland-, Griechenland-, wasauchimmer-Fähnchen wedeln mussten, vollkommen egal wer da gerade oben seinen Auftritt hatte. Bloß keinen "Stimmungseinbruch" provozieren. Das "Bitte schwenken"-Signal im Dauerbetrieb, direkt neben der "Bitte-Klatschen"-Leuchte.
    Die meisten wissen, dass das Publikum bei Fernsehshows stark manipuliert wird, um einen gewünschten Eindruck zu erzeugen (meist gibt es Instruktionen während Werbepausen, etc), wobei ich mir gar nicht ausmalen möchte, wie stark das Drehbuch für den ESC 2011 geschrieben war, denn man möchte sich natürlich nicht vor Europa und den anderen Staaten der Lächerlichkeit preis geben.
    Bei Schwenks über das Publikum sah man, dass alle auf Sitzen saßen, sehr bequem und mit Fähnchen in der Hand. Da stellte sich mir eben jene Frage: "Wo sind die echten Emotionen?" Das Publikum dort war reines Eventpublikum, diejenigen die viel Geld dafür ausgeben, bei so einer Show dabei zu sein und die sich eben "eichen" lassen und die sich vorschreiben lassen, wann sie zu jubeln haben. Und das schlimmste ist meiner Meinung nach, dass sie genau das mitmachen und damit nach außen den Eindruck entstehen lassen, dass alles so toll ist/war, wie man es vor dem Fernseher auf den ersten Blick wahr nimmt.
    Bei Filmdreharbeiten bekommt man als Komparse wenigstens noch Geld ... bei "Events" muss man für seine Teilnahme auch noch bezahlen. :?


    Noch schlimmer fand ich allerdings die Präsentationen der Bands.
    Ich muss gestehen, dass mir dieses blöde "Lipsticks"-Lied nicht aus dem Kopf geht, von den beiden Maskaraaufgemöbelten Jedwardzwillingen, aber es soll mir hier auch gar nicht darum gehen, ob die Lieder selbst gut oder schlecht waren.
    Mich hat es nur tierisch genervt, dass von 25 Liedern nur gefühlte 3 in ihrer eigenen Sprache gesungen haben. ALLE anderen auf Englisch. Klar hat man so bessere Chancen auf Punkte, aber MICH hat es gestört.
    Wenn ich die Niederlande singen höre, dann möchte ich an Käse und Holzschuhe denken, bei Frankreich an Baguettes und den Eiffelturm, bei Griechenland an Marmorsäulen und bei Italien an gegelte Kleinwüchsige. :P
    Gut, das war jetzt einmal ein sehr klischeehafter Satz und natürlich will ich es nicht so massiv. Aber ich würde mir dennoch wünschen, dass man bei den Auftritten irgendwo noch mitbekommt, wer da gerade seine Nation vertritt. Eigentlich sollte der ESC doch dazu da sein, dass die Nationen das beste Lied ihrer Region/Kultur/usw ins Rennen schicken, damit sie repräsentiert werden.
    Aber wenn ich mal eine Weile nicht hingesehen habe, dann konnte ich nie bestimmen, wer da gerade auftritt. Alle Englisch, alle in schicken Klamotten, alle mit einer Bühnenshow, die vollkommen nichtssagendes Lichterblendwerk war. Ich hatte den Eindruck die ganze Zeit MTV laufen zu haben ...


    Der ESC 2011 war für mich ein Einheitsbrei ohne Identifikation. Lediglich Spanien, Frankreich und Serbien(?) bildeten eine Ausnahme und keiner von denen schaffte es zu meinem Bedauern in die "Top Ten".


    Und so stellt sich für mich die Frage: Ging das weit über das Ziel hinaus? Ist das die Richtung, die man mit der Veranstaltung gehen möchte? Was wäre eine Alternative?
    Mir kam zum Beispiel die Idee, dass es glorreich wäre, wenn die Nationen ihre Songs in der Landessprache des Ausrichters singen müssten. Dann singt die nächste Lena halt mal auf Russisch. Oder Serbisch. Oder italienisch.
    Oder man geht dahin zurück, dass jede Nation in ihrer Amtssprache singen muss.
    Sehe ich das zu kritisch?
    Ich bin ein großer Verfechter von gleichen Rechten für alle Menschen, aber "gleiche Kleidung, gleiche Sprache, gleiche Grenzen, gleiche Kultur" für alle, lehne ich ab. Ich mag Unterschiede und Klischees. Ich mag es, bei "Irland" an Orange-weiß-Grün, an einen Kobold, an Guinness und Kilkenny zu denken, bei "Schottland" an Bagpipes, Kilte und weite Grasflächen ...

    "Bei mir kommt kein Tropfen Alkohol auf den Tisch! Ich bin sehr vorsichtig beim Einschenken."


    "Wenn das Herz am rechten Fleck ist, spielt es keine Rolle wo der Kopf ist." - (Walter Raleigh vor seiner Enthauptung)

  • Nun, da ich den ESC nicht gesehen habe, weil wir bei Freunden grillen waren, kann ich mich nur bedingt dazu äußern.


    Aber ich kreide das seit Jahren an, daß der ESC nicht mehr das ist, was es eigentlich früher einmal war.
    Mir ist das alles mittlerweile zu übertrieben showmäßig und gekünstelt aufgezogen.


    Die Lieder werden größtenteils von bekannten Songwritern geschrieben, die auch für andere "Stars" arbeiten..........
    da bleibt schon die Urtümlichkeit der verschiedenen Länder auf der Strecke, weil doch das meiste zu Einheitsbrei wird.


    Aber ich glaube, ich habe nichts versäumt, nur weil ich es nicht gesehen habe.
    Bei uns lief nebenbei das Radio mit einer Spezialsendung zum ESC. Und die beiden Moderatoren haben das so lustig kommentiert, daß wir uns gekugelt haben, vor lachen.
    Z.B. als Italien mit seinem Opernliedverschnitt (war doch Italien?) auftrat........
    Der eine Moderator so: "Um ihnen zu erklären, worum es in diesem Lied geht: der Interpret leidet nun 3 Minuten lang und beweint alles Schlimme dieser Erde...so hört es sich zumindest an"
    *Brüll*
    Oder bei dem Showakt von Lena:
    "Die Tänzer tragen Ganzkörperkostüme....hauteng. Das sieht aus wie, wie...(darf man das um diese Uhrzeit schon sagen?).....Spermien die rumwuseln und nicht wissen, wo sie hineinkriechen müssen."
    *Gröhl*


    Dieses Kopfkino hat mir gereicht und war wohl amüsanter als den ESC im Fernsehen zu sehen. ;)


    Lg Ricya

    _______________________________


    Newton ist tot, Einstein ist tot, und mir ist auch schon ganz schlecht.......

  • Hallo zusammen!


    Ich bin neu hier und muss gleich mal sagen, dass die Website sehr schön gestaltet ist. Auch die meisten User scheinen sehr nett und rational denkend zu sein.


    Zensur und Ricya


    Ach, der Eurovision Song Contest war doch schon immer ein Witz. Eher durchschnittliche Auftritte, schamloses Punkte-Geschiebe (nicht nur von den Ländern des Ostblocks, sondern auch von den skandinavischen und den mitteleuropäischen) und alles schien sehr (wie ihr beide schon geschrieben habt) gekünstelt. Aber immer wenn ich in meiner Familie und meinem eher spärlichen Freundeskreis auf die fragwürdigen Aspekte hinweise, wird mir geraten die Klappe zu halten und dass es sowieso keinen interessiere. Gut zu wissen, dass es andere Kritiker gibt.


    Zitat

    Mich hat es nur tierisch genervt, dass von 25 Liedern nur gefühlte 3 in ihrer eigenen Sprache gesungen haben. ALLE anderen auf Englisch. Klar hat man so bessere Chancen auf Punkte, aber MICH hat es gestört.

    Na ja, die in Heimatsprache gesungenen Lieder waren diesmal nicht so toll, finde ich. Aber ich stimme dir zu. Ich fände es nicht unbedingt besser, wenn alle in ihrer eigenen Sprache singen würden, aber alle mal unterhaltsamer. Ich mag zwar keine Klischees, aber wen interessiert's? Wäre mal eine lustige Abwechslung.


    Zu den Auftritten: Aserbaidschan, Spanien, Schweiz, Ukraine und Griechenland haben mir am wenigsten gefallen. Aserbaidschan, Spanien, Schweiz und Ukraine fand ich todlangweilig und Griechenland einfach nur total mies. Irland, Georgien, Russland und Moldawien (lol @ die Hüte) waren - wenngleich ein bisschen verrückt - sehr unterhaltsam. Die Lena (hat wohl eine Schlankheitskur gemacht...) fand ich ja schon immer recht sympathisch, aber diesmal fand ich sie nicht so gut. Am besten gefielen mir Italien und Island, aber Italien doch ein wenig mehr. Raphael Gualazzi war so ziemlich das einzig wirklich Gute an diesem Abend. Der Rest war eher schlecht bis durchschnittlich, obwohl Blue aus Großbritannien und die Beiler aus Österreich (sie hätte einen höheren Platz verdient...) auch ganz okay waren.


    Tja Zensur und Ricya, ich stimme euch eigentlich größtenteils zu und finde eure Kritik am ESC sehr treffend. Und zu Raab und der Engelke sag ich einfach mal nichts. ;)


    Und der Opernliedverschnitt kam aus Frankreich. War aber wenigstens mal was anderes.

  • Ich habe mir den ESC zum ersten Mal angesehen und fand die ganze Veranstaltung durch die Bank peinlich und ätzend.


    - Stefan Raabs Gesangseinlage am Anfang war einfach nur grausam, sowas gehört meiner Meinung nach nicht in solch eine Veranstaltung


    - Die Moderation war übel, unlustig und kam zu einstudiert rüber


    - Die Videos vor den Bands fand ich auch bescheuert. Ein, zwei Mal witzig, auf Dauer öde und alles nur in grau und grau.


    - 90% der Sänger haben anscheinend so schlecht gesungen, dass man immer zig Hupfdohlen mit auf der Bühne haben muss, damit vom Gesang abgelenkt wird


    - Das Publikum wurde viel zu wenig gezeigt, da war null Stimmung zu erkennen. Wenn Leute gezeigt wurden nur welche, die aussahen, als wenn die gerade ein Tennisspiel verfolgen..obwohl..sorry, sogar da gibt es bestimmt eine bessere Stimmung


    - Die Buhrufe (ob die Punkte nun zwischen den Ländern hin-und hergeschoben wurden oder auch nicht) fand ich unter aller Sau. Sowas gehört sich einfach nicht. Die Leute, die da vorne stehen und "singen" können da auch nichts für


    - Der Auftritt von diesem näselnden Jan Delay (wo man raten muss, was der da übrhaupt singt) - hätte man da keinen anderen nehmen können?



    Gut, ist alles Geschmackssache, aber ich finde, dass Deutschland sich super schlecht präsentiert hat. Das holte die Technik auch nicht mehr raus.
    Habe letztens durch Zufall einen Rückblick vom ESC aus allen Jahren gesehen. Da waren noch Leute dabei, die noch singen konnten. Die haben sich doch einfach hingestellt (sogar teilweise nicht mal bewegt), gesungen und haben trotzdem die Massen begeistert. Waren das noch Zeiten. ;)