Patriotismus: Gut oder schlecht?

  • Gut ich habe mich nicht gut ausgedrückt es gäbe schon streitigkeiten da hast du recht aber wegen sowas unsinniges braucht man doch nicht zu streiten. Wieso benehmen sich zB. die Türken bei euch so? Natürlich auch wegen ihres glaubens aber auch der Stolz hat auch schuld daran beispielsweise ehrenmorde sind ja auch ein Teil davon. Ich selbst bin ja auch Ausländer und ich war ja wie schon gesagt auch so wie die die ihr jetzt nicht mögt aber ich weiß wieso ich so war und deswegen bin ich auch gegen Patriotismus ich kann mich irren aber ich bleibe der Meinung. Was hat man den davon stolz auf die Vergangenheit eines Landes zu sein. Nur weil ein Kaiser von jahr x ein sehr guter Kaiser meines Landes war (ist nur ein Beispiel) und berühmt war bzw. ist habe ich keinen Grund darauf stolz zu sein denn davon habe ich nichts und nur weil ich aus dem Land komme heißt dass nicht dass ich auch so ein Mensch bin. War vielleicht ein blödes Beispiel ich kann auch meine Gedankengänge nicht so richtig ausdrücken aber ich hoffe dass man mich versteht wieso ich dagegen bin. Ich habe auch nichts gegen euch ich finde es in Ordnung wenn ihr so denkt und diese Meinung vertrettet. Ich will jetzt Missverständnisse vermeiden.

  • hey


    alo ich muss ehrlich gestehen, ich kann mir unter Vaterlandsliebe nichts vorstellen. ich habe kein gefühl dazu. ich könnte nur sagen, ich habe mich daran gewöhnt in deutschland zu leben - mit all seinen vorzügen und nachteilen. aber liebe? wo soll ich die denn fühlen?
    und ich muß auch sagen ich schäme mich immer noch für die derben 12 jahre mit adolf. die frage lautet nämlich: wäre die gleiche situation heute, würde ich mich wie ein mensch verhalten oder wäre ich ein beschissener vaterlandliebender? würde ich meine nachbarn verpfeifen um mein armseliger leben zu retten? wäre ich stark genug, um mich für die verfolgten einzusetzen? ich wüsste nicht, wie ich handeln würde, obwohl ich deutschland als solches, nichts außergewöhnlich "erotisches" abgewinnen kann.
    natürlich mischt sich das menschliche mit dem patriotischen. aber ich frage mich heute noch, wie konnten plötzlich millionen erwachsene menschen einem irren hinterher rennen. und wieso sollte es nur 1939 möglich sein? wer garantiert für heute?
    also ich finde es sehr gut, daß in deutschland so viele kulturen leben, und ich würde es mehr als vermissen, wenn es nicht mehr so wäre. so hat das langweilige land wenigstens noch ein wenig kultur! denn die deutschen sind ja sogar in der lage die "volksmusik"- sprich folklore- zum Völkerschreck zu machen. andere länder wissen in dieser hinsicht ihre kultur zu schätzen. aber da hilft den deutschen auch kein patriotismus. :abhau: :grins:

  • Zitat

    und ich muß auch sagen ich schäme mich immer noch für die derben 12 jahre mit adolf.


    Wieso schämst du dich für etwas was du gar nicht mal erlebt hast? Das ist ganz genauso mit dem Stolz wozu soll man Stolz auf die vergangenheit sein wenn man sie weder Erlebt noch beeinflusst hat.

  • hallo cornholio,


    gute frage. vielleicht weil ich mich doch mit meinem vaterland identifiziere, es aber nirgendwo auch nur einen kleinen funken an stolz dafür geben kann? das kann schon sein. dann hätte ich doch emotionen für mein vaterland, aber auf alle fälle keine positiven.
    es ist egal, ob ich daran beteiligt war oder nicht, so etwas sollte man niemals vergessen - das ist meine meinung. nicht das ich nun alle sünden der welt auf meinen schultern zu tragen pflege, aber immerhin leben noch menschen aus jener zeit, und ich durfte sie auch in betagten dasein kennenlernen - und da gibt es nichts zu beschönigen.
    irgendwie kann ich für mich nicht sagen: -war ich nicht, geht mich nichts an! und zwar aus jenem grund, den ich bereits geschildert hatte. "was, wenn 1939 heute wäre?"

  • Ich habe nicht gesagt dass man sowas vergessen soll denn an sowas muss man sich erinnern ich will einfach nur sagen dass man sich nicht für etwas schämen sollte das man nie getan hat. Wir leben die Gegenwart und nicht die Vergangenheit. Die Vergangenheit ist nicht dazu da um darauf stolz zu sein oder sich zu schämen sondern daraus zu lernen. Ich kann mich wie gesagt irren und belehrt mich eines besseren aber solange bleibe ich bei meiner meinung. :)

  • hey cornholio


    ich sage auch nicht daß du dich schämen sollst. ich schäme mich einfach dafür - kann nicht anders. das heißt aber nicht, daß ein anderer es auch machen muß.
    im grunde hast du recht, jeder sollte in der gegenwart leben (dürfen) und auch leben, ohne sich ständig alter kamelen zu erinnern oder gar zu schämen, was er gar nicht verursacht hat.
    doch, wie soll ichs erklären? mich läßt einfach der gedanke nicht los - was wenn damals heute wäre. denn damals ging alles so einfach und so schnell, und "alle" waren sie begeistert. zumindest so, daß sie sich immer in obachthaltung hielten um kein persönliches risiko einzugehen. war natürlich eine ganz exzellente kneifzange - das sytem, eigentlich perfekt.
    heute merken wir es vielleicht nicht mehr, aber wir werden ja auch tag ein tag aus bewacht - nur mit anderen "augen", und wie lange wird es gut gehen. bin ich paranoid? :stirnhau:
    und nochmals zurück zu deiner ursprungsfrage:
    stolz (das sollte übrigens meiner meinung nach kein land sein) kann man auf deutschland nicht sein, aber natürlich ist es einem irgendwie eine heimat, auch wenn die "volksmusik" unter aller kanone ist.
    konnte ich mich einigermaßen verständlich ausdrücken?

  • Darf ich fragen wie alt du bist? Denn meiner Erfahrung nach hat meine Generation weniger "Probleme" damit zu der Vergangenheit zu stehen, darüber zu reden und vorallem sich dafür nicht zu schämen. Die Generation meiner Mutter (Jahrgang 56) schämt sich jedoch noch relativ häufig dafür!



    Zitat

    Die Vergangenheit ist nicht dazu da um darauf stolz zu sein oder sich zu schämen sondern daraus zu lernen.


    Wunderschöner Satz

    Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus,
    ärgert dich deine Hand, so hau sie ab,
    ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab,
    und ärgert dich deine Vernunft,
    so werde katholisch


    Heinrich Heine

  • meine eltern sind jahrgang 37 und 43.


    aber das ist gar nicht das wichtige. ihr versteht den zusammenhang nicht. mein leben hat mich viele geschichten hören lassen, von opfern und tätern - und obwohl ich mich nicht so alt fühle (und soooooooo alt auch nicht bin) und keine direkten berührungspunkte damit hatte, sehe ich doch die gefahr, daß es jederzeit wieder "passieren" könnte - einfach weil es so einfach war.
    und der patriotismus ist ein anfang. er ist nicht schlecht oder böse, aber ich persönlich kann ihm nichts abgewinnen, weil meist alle anderen mitbürger ohne deutsche staatsangehörigekt ganz schnell als mitmenschen vergessen wären, wenn zum großen aufmarsch gerufen würde!
    fiktives harmloses beispiel: die polizei klopft an deiner tür, und möchte von dir wissen, wo sich dein türkischer nachbar aufhält. wenn du keine auskunft geben kannst, nehmen sie dich solange als pfand in untersuchungshaft, bis er gefunden wurde. wüßtest du deinen nachbar verpfeifen, wenn du wüßtest wo er sich aufhält?
    alleine das ist es was ich damit sagen wollte!


    natürlich soll man fahnen wehen zur WM, warum auch nicht. und je mehr um so besser und alle länder zusammen - einfach wunderbar. das ist eines der schöenen seiten daran! wenn alle auf alle stolz wären, dann bräuchte (gäbe es) man keinen patriotismus. das könnte aber auch blauäugig sein, gebe ich zu.

  • Also bei meinem Stand,sollte man ja aufpassen mit solchen Sachen wie Patriotismus usw.weils schnell einen anders in den Mund gelegt wird oder schlüsse draus gezogen werden die gar nicht so sind...Aber egal.


    Patriotismus ist etwas gutes finde ich.Man kann doch stolz auf sein Land sein und ich finde wir können stolz auf Deutschland sein.Guckt euch mal Menschen in anderen Ländern an wie dreckig es denen Teilweise geht und wies bei uns ist.In Deutschland wird niemand im Stich gelassen und was mal war,das war einmal...Den Leuten wurde der Prozess gemacht und man sollte so langsam anfangen mit unserer Geschicjhte zu leben und nicht immer davor Angst haben.Patriotismus is doch bei uns nur so selten weil alle Angst haben direkt als Neonazi oder sonst was abgestempelt zu werden!!

  • Es stimmt nicht dass es selten ist. Ich selber habe auch die erfahrung gemacht und war auch mal sehr Patriotisch und was ich damals abbekommen habe war nur schlechtes. Ich wurde von anderen gehasst weil ich stolz auf mein Land war (das ist nicht der Grund wieso ich nicht mehr Patriotisch bin) es ist bei jedem so. Ich bin davon überzeugt davon dass es eine gute und eine schlechte Seite bei Patriotismus gibt aber im Grunde genommen ist Patriotismus ansichtssache aber mit Patriotismus fängt es ja meistens an zuerst ist man Stolz auf sein eigenes Land später beginnt man andere Nationalitäten zu hassen und am ende ist man nur noch Feindseelig zu anderen. Wie schon gesagt diese Erfahrung hatte ich und ich habe darüber sehr lange nachgedacht bis ich zu meiner Entscheidung gekommen bin dass Patriotismus für mich grundsätzlich schlecht ist.

  • hey cornholio,
    was läßt du mich lange erklären und erläutern. du wußtest doch genau was ich meinte und hast sogar selber erfahrungen gesammelt.


    trotzdem oder gerade deswegen - herzlichsten dank für deinen beitrag

  • Hi Cornhold


    Da hast du sicher Recht , wenn aus Patriotismus -Nationalismus wird ist dies eine schlimme Entwicklung ...leider liegt es in der natur des menschen , dass durch einzelne alles denkbare zu fundamentalistisch faschistisches umpervertiert werden kann ...ist die Liebe schlecht ? weil sie manche zur Versklavung und unterdrückung nutzen ?!

    Skepsis ist der erste Weg zur Erkenntnis :)
    ...ein nicht weit blickender Verstand ist schnell mit Glauben gefüllt...

  • Ich bin kein Deutscher deswegn kann ich das für deutschland nicht beurteilen. Ich bin Österreicher und bin gerade im Militärrealgymnasium-wiener neustadt. Naja was soll ich sagen. Ich steh auf mein Vaterland und bin wahnsinnig stolz darauf eine uniform tragen zu dürfen.
    Aber bei uns in Österreich ist es so- wenn du sagst du bist patriot denkt so ziemlich jeder von dia du bist Rassist. Ich kann von mir nicht behaupten kein bisschen rassistisch zu sein aba ich hege absolut keine vorurteile. Ich werde nur zum rassist wenn ich mit der Uniform in der Stadt gehe und andauernd von irgendwelchen ausländern angepöbelt werde. Ich bin einfach nur stolz auf mein Vaterland.

    Nichts ist so hart wie das Leben,
    wenn man sagt, was man denkt,
    muss man mehr als alles geben!

  • Hallo Zusammen,


    ja ich weiß ein altes Thema aber ein interessantes:


    Ich will erstmal damit anfangen, was Patriotismus ist.


    Dazu sagt Wikipedia


    Zitat

    Als Patriotismus wird eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation bezeichnet.

    Wobei der Begriff Nation sich per Definition nicht auf ein Staatsgebilde bezieht sondern vielmehr auf


    Def: Nation (um 1400 ins Deutsche übernommen, von lat. natio, „Volk, Sippschaft, Menschenschlag, Gattung, Klasse, Schar“, abgeleitet vom Verb nasci, „geboren werden“) bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen gemeinsame Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Bräuche oder Abstammung zugeschrieben werden


    salopp gesagt: "Das eingeboren werden in ein Volk, Volksstamm oder Sippe"


    Aber weiter mit dem Patriotismus, dazu sagt Wiki noch folgendes

    Zitat

    Diese Bindung wird auch als Nationalgefühl oder Nationalstolz bezeichnet und kann sich auf ganz verschiedene als Merkmale der eigenen Nation angesehene Aspekte beziehen, etwa ethnische, kulturelle, politische oder historische.

    Um das ganze anhand eines Beispiels zu verdeutlichen.


    "Der Sioux-Indianer der Stolz auf die Kultur ist, in die er hineingeboren wurde, diese annimmt und weiter führt"


    Ich nenne diese Art des Patriotismus nachfolgend einfach mal "Sippenpatriotismus"


    Im Gegensatz dazu steht der Verfassungspatriotismus


    Laut Wikipedia

    Zitat

    steht der Verfassungspatriotismus für das positive Bekenntnis zu den in einer staatlichen Verfassung verankerten übernationalen ethischen und politischen Grundrechten und Wertvorstellungen. Diese beziehen sich in der Tradition westlicher Rechtsstaaten auf die unveräußerliche Menschenwürde und davon abgeleitete Menschenrechte, für die universale Geltung beansprucht wird.

    Beispiel:


    "Der Soldat, der zum Schutz und Erhalt, des Rechtsstaates kämpft, in dem er lebt"


    Aus dieser Unterscheidung heraus empfinde ich auch das Zitat von Johannes Rau in dem er den Unterschied zwischen Patriotismus und Nationalismus erklären wollte irreführend.


    Er sagte:

    Zitat

    „Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet.“

    korrekt wäre


    „Ein Patriot ist jemand, der stolz darauf ist zu einer Nation zu gehören. Ein Nationalist ist jemand, der seine Nation in einem Staat vereinen möchte .“


    Denn nur bedingt hat Patriotismus etwas mit Vater "Land", also mit der räumlichen Begrenzung zu tun.


    Dazu kommt noch das per Definition Nationalismus an sich keine negative Auslegung zulässt:

    Zitat

    Nationalismus ist eine Ideologie, die eine Identifizierung und Solidarisierung aller Mitglieder einer Nation anstrebt und letztere mit einem souveränen Staat verbinden will.

    Erläutern will ich das anhand vom Beispiel der Basken (Spanien/Frankreich):


    Der Volksstamm (Nation) der Basken möchte einen eigenen Staat "Baskenland" (Beispielsname).


    An sich ist das absolut nicht verwerflich. Kommt aber dann dazu, das die Basken sagen: Wir wollen aber keine Mitglieder afrikanischer Nationen in unserem Staat, spielt Rassismus mit hinein, was dann wiederum dem Nationalismus ethnisch negative Züge gibt.


    :)Aber ich glaube ich schweife zu weit aus....:saint:


    Jetzt aber zur Frage...


    Zitat

    Patriotismus: Gut oder schlecht?

    Meine persönliche Meinung ist:


    "Sippenpatriotismus" ist wichtig, er sorgt mit für einen Erhalt von Bräuchen, Legenden, Kulturen und Subkulturen. Er erschafft Kulturelle Unterschiede und persönliche Bindungen.


    Wird dieser aber gepaart mit einem rassistischen "Überlegenheitsgedanken" kann er schnell instrumentalisiert werden, was dann wiederum zu emotionalen Auseinandersetzungen führt.


    "Verfassungspatriotismus" wiederum gibt einem Staatsgebilde Stabilität. Kann aber entsprechend wenn er mit "Sippenpatriotismus" verschwimmt zum blinden gehorsam führen. Da ich nicht die NS Keule schwingen möchte bleibe ich in der Moderne und nenne die US Militärs mal als gutes Beispiel.


    Fazit: Patriotismus ist das, was jeder für sich daraus macht.


    Lg Pad