Eure Meinung über Drachen

  • Wer kennt sie nicht, die Geschichten der Drachen. In jeder Kultur gibt es diese wunderschönen Wesen. Aber warum haben alle Kulturen, seien sie noch so weit entfernt das gleiche Bild des Drachen (Riesiges Reptil mit Flügeln) ? Die bekannteste Theorie ist ja die daß Dinosaurierknochen gefunden wurden und diese für Drachenknochen gehalten wurden. Aber dem widerspricht daß Dinosaurierknochen versteinert sind und die Menschen der damaligen Zeit wichtigeres zu tun hatten als versteinerte Knochen aus Felsen etc. zu meißeln. Ich glaube eher daß der Drachen auf einer Urangst der Menschehit beruht, die Knochen haben nur ihr übriges dazu begetragen. Die Frage ist nur wann mussten die Menschen Angst vor riesigen Reptilien haben. Die Dinosaurier waren schon lange ausgestorben bevor der erste Mensch, das Licht der Welt entdeckte. Allerdings gab es im Mesozoikum schon kleine Säugetiere, aus denen wir uns ja schließlich entwickelt haben, vielleicht ist diese Angst schon so alt. Es gab jedoch ein Wesen namens "Megalania", ein etwa 8 Meter langer Waran, der in der Frühzeit jagt auf die Vorfahren der Ureinwohner Australiens machte. Allerdings ist der Geburtsort der Menschheit Afrika, also gehe ich davon aus, daß es auch in Afrika ähnliche Wesen gab die Jagt auf unsere Vorfahren machte. Oder vielleicht gibt es jene wesen oder seine Nachfahren dort noch. Wäre doch auch vielleicht eine Erklärung für das Mokele Mbemble. Was haltet ihr von dieser Theorie ?

    "...und sie bewegt sich doch !"
    Galileo Galilei


    "Was erwarten wir denn von einer Religion, wenn wir das Mitleid mit den Tieren ausschließen."
    Richard Wagner

  • Das Thema Drachen hatten wir shconmal, aber ich möchte dennoch auf deine Theorie eingehen. Das es Drachen nicht gegeben hat ist zwar sehr wahrscheinlich, aber dennoch nicht bewiesen. Das Drachen natürlich aus alten Dinoüberresten entstanden sein können ist für mich sehr wahrscheinlich. Für mich ist desweiteren nicht geklärt, ob es damals Tiere gab die Feuer speien konnten (bzw. Säuren, die wie feuer brannten, und deshalb wurde es dann feuer) deswegen halte ich die Drachenlegenden für keineswegs Legenden sondern nur für Übertreibung von einheimischen Geschichten.


    Das unsere Vorfahren aus Afrika stammen ist wiedereinmal ein Rätsel, da die neusten Ursprünge auf Asien hinweisen. Wie auch immer, in Japan ist die Drachenkultur viel Ausgeprägter als in jeden anderen Land, könnte sich deshalb Rückschlüsse ziehen lassen?

    Millionen Experimente reichen nicht aus, um die Relativitätstheorie für alle Zeiten abzusichern. Aber eines reicht, um sie zu widerlegen. - Albert Einstein

  • Im Prinzip ist es ja egal, woher die ersten Menschen stammen. Fakt ist die Legende des feuerspeienden Reptils mit Flügeln ist in jeder Kultur präsent, also denke ich wird eine vererbte Angst eine Rolle spielen. Aber vor was? Warane haben verschiedene Bakterienkulturen in ihrem Speichel, die durch die Verwesung zurückgebliebener Nahrungsreste entstanden sind. Durch Verwesung entstehenauch Faulgase, die logischerweise entflambar sind. Eine elektrochemische Entzündung ist durchaus möglich. Und wenn der Waran statt drei Metern acht Meter lang ist das durchaus beeindruckender. Nur die Flügel find ich seltsam, denn ein Wesen von der Größe eines Drachens könnte sich unmöglich ohne Weiteres in die Lüfte schwingen. Vielleicht waren es zurückgebliebene Flossen oder Segel. Natürlich könnten sie sich auch mit der Zeit in den Köpfen der Menschen gebildet haben ...

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    Galileo Galilei


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    Richard Wagner

  • Ich denke das die Flügel tatsächlich nur auf die Fantasie zurückzuführen sind. Gehen wir mal von einem stillen Post Spiel aus, dabei wird die Geschichte immer ein wenig verändert. Aber noch interessanter finde ich es im Zusammenhang mit Riesenvögeln wie den Pteranodon, Donnervogel den Piasa oder gar Mothman (Mottenmann) welche die Menschen auch noch heute füchten. Nun könnte es sein das man damals auch die Geschichte von den Riesenögeln kannte, oder? Das heißt dass es sein könnte das jemand die beiden Story's (Der Warane und der Riesenvögel) mal in Zusammenhang bracht und somit entstand das Bild des Drachen. Vielleicht sind Drachen aber auch nur symbolische Tiere für die Furcht vor großen Tieren!

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  • Also ich möchte mal meine Theorie dazu zum Besten geben.
    Ein Drache vereint doch so ziemlich alles wovor ein Mensche früher Angst haben musste.
    Er ist ein Reptil, Reptilien waren dem Menschen mit ihrer kalten Haut, ihrem starren Blick und anderen Angewohnheiten schon immer fremd und bedrohlich.
    Ein Drache speit Feuer. Feuer brachte den Menschennicht nur Wärme sondern konnte früher in wenigen Minuten ganze Städte niederbrennen. Damals hatte man es ja noch nicht so mit den Brandschutzmaßnahmen.
    Ein Drache ist riesig. Große Tiere sind immer bedrohlich. Stellt euch mal vor ihr habt null Ahnung und ein Elefant steht vor Euch und trompetet.
    Drachen können (meistens) fliegen. Du könntest nicht vor ihnen weglaufen oder dich verstecken.
    Drachen fressen das Vieh oder wollen Menschenfleisch.


    Für mich sind Drachen nur eine Potenzierung aller Ängste der Menschen damals, wenn man sich jetzt noch vorstellt dass irgendwo ein Dinosaurierskelett freigespült wird.... ´


    Bevor es ein Anderer anspricht, weise ich selber auf den grössten Fehler hin. Warum Drachen in allen Kulturen bekannt sind und auch noch fast identisch aussehen kann ich nicht sagen.

  • Im Prinzip sind wir uns ja einig daß es sich um eine Angst handelt. Aber warum sind den Menschen gerade die Reptilien so angsteinflößend. Ich zweifle gar nicht, daß das Feuerspeien und die Flügel der Fantasy der Menschen entsprungen sind. Weil sie dieses Wesen noch bedrohlicher machen. Aber warum handelt es sich immer um eine großes Reptil und nicht um einen Löwen oder Wolf vor denen die Menschheit auch immer Angst hatte. Wie gesagt glaube ich an eine vererbte Urangst die noch aus der Zeit stammt als Säugetiere wie wir vor riesigen Reptilien flüchten mussten. Das würde auch die Weltweite Verbreitung dieser Legende erklären.

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    Richard Wagner

  • Vielleicht müssen wir gar nicht so weit zurückdenken, auch wenn ich den Gedanken nicht schlecht finde.
    Reptilien haben das Leben unserer Vorfahren auch später noch bedroht, in Form von Schlangen und nicht zu Letzt die Krokodile. Gerade wo es ja heisst, dass die Wiege der Menschheit in Afrika stand.

  • Gern möchte ich da noch einmal auf den letzten "echten" Drachen hinweisen, den Komodo-Waran.


    Wenn das mal kein Angsteinflössendes Tier ist, welches schon zig Menschen auf dem Gewissen hat.
    Das Tier reisst Ziegen und grössere Tiere....
    Aber sehr faszinierende Wesen =)

  • Ja, ein wunderschönes Tier. Aber die Legenden des Drachen kommen aus einer Zeit, wo die wenigsten Menschen je von einem Komodo-Waran gehört oder gar einen gesehen haben. Im Übrigen gab es auch noch einen größeren Verwandten auf den Menschen treffen konnten, nämlich der bereits genannte "Megalania", der angeblich auch in der Neuzeit noch gesehen worden sein soll.

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  • Eben. Ich wollte das ja nur mal anmerken. Auch Krokodile und große Schlangen waren z.B. in Europa damals nicht sehr bekannt. Also muss die Angst tatsächlich von früher kommen.

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  • @ Ga$$i
    Das etwas nicht existiert ist praktisch nie bewiesen :wink:, finden kann man ja rein theoretisch alles. Drachen halte ich jedoch für reichlich unlogisch, in der Regel entwickelt die Natur ein stimmiges Artenbild, in der keine Lücken in der Nahrungskette aufbleiben (Gutes Besipiel: Australien, seit der Mensch die dortige Natur massiv beeinflusst hat läuft alles aus dem Ruder). Ein Drache mit einem mitunter massiven Energiebedarf, oder gegenteilig, einem eher geringen, würde relativ wenig Sinn machen, vorallem in unseren Breiten, er hätte eine überflüssige Position im System. Noch weniger Sinn ergäbe eine Lebenszeit von 1000 Jahren, wenn die Natur dazu fähig wäre hätte sie es längst bei anderen Arten vollbracht, aber auch Tiere wie manche Schildkröten leben "gerade mal" 200 Jahre. Aufgrund seiner gar übermächtigen Beschaffenheiten wäre der Drache alles in allem auch einfach zu perfekt um in die Natur zu passen.
    Im übrigen ist es falsch dass alle Kulturen das selbe Drachenbild entwerfen, der chinesische Drache beispielsweise besticht durch eine wurmartige Form und mehrere Flügel, ganz im Gegensatz zum europäischen Bildnis. In anderen asiatischen Regionen hat der Drache ein eher säugetierähnliches Aussehen, er wird also ziemlich unterschiedlich dargestellt.


    „Die Wahrheit verletzt tiefer als jede Beleidigung.” ~ De Sade
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  • Die gedanken , Ängste und ideen der Menschen unterscheiden sich halt nicht grundlegend voneinander , egal welche Kultur , ihr Schriftbild oder ihre Musik und sprache sind auch immer so aufgebaut , dass sie auch von anderen Völkern erlernt und verstanden werden können , also sozusagen ein genetisches "Ur-Programm" in dessen Richtlinien der Mensch denkt oder gedanken formt , wie bei anderen Gattungen ja auch .

    Skepsis ist der erste Weg zur Erkenntnis :)
    ...ein nicht weit blickender Verstand ist schnell mit Glauben gefüllt...

  • Da muss ich dir beim Thema Sprache wiedersprechen :)
    Natürlich kann man jede Sprache prinzipiell lernen, allerdings dient Sprache nicht nur zur Kommunikation, sondern auch als Träger für die Kultur eines Volkes.
    Inuit, zB haben über 10 Begriffe für Schnee. Mit diesen Begrifflichkeiten sind sie perfekt auf alles vorbereitet. Man hat festgestellt, dass Inuit, die woanders aufwachsen und dann in ihre Heimat kommen, ohne die Sprache wirklich zu beherrschen, nicht in der Lage sind, ohne Hilfe zu überleben.
    Deswegen ist es schon verwunderlich, dass die Begrifflichkeiten für Drachenwesen in den Kulturen identisch sind.

    Ein kluger Herrscher überlegt gründlich, bevor er Gewalt gegen jemanden anwendet, dessen Worte ihm nicht gefallen.


    -Lord Vetinari

  • Hi Juvi



    Aber daran , dass Diese woanders aufgewachsenen Inuit diese Sprache und deren Begrifflichkeit erlernen können , sieht man ja auch , dass sie trotzdem unserem gedanklichen Grundkontext folgt , so wie zb die japanische BildSchrift zwar völlig anders aufgebaut ist , aber trotzdem dem logischem Denken des Menschen folgt .

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  • Japanisch ist ein gutes Beispiel, das lern ich nämlich gerade 8)
    Die Japaner sprechen in total faszinierenden Bildern, ganz anders als alle Sprachen die ich kenne... die sagen nicht "Ich hab Hunger" sondern "Mein Bauch ist leer"... viel logischer, viel rationaler und doch poetischer... daran sieht man die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und Japanern ;)

    Ein kluger Herrscher überlegt gründlich, bevor er Gewalt gegen jemanden anwendet, dessen Worte ihm nicht gefallen.


    -Lord Vetinari