• Der Begriff "Aberglaube" entstand im Mittelalter. Er sollte einer anderen Ansicht Zeuge sein als die Kirche predigte. Alles, was nicht Dogma des Papstes war, war Aberglaube. Der trieb im Mittelalter seltsame Blüten und war viel reichhaltiger und facettenreicher als heute.
    Hier habe ich eine, garantiert unvollständige Liste von Aberglauben:
    Freitag der 13. ist ein Unglückstag. Dieser Aberglaube ist vergleichsweise neueren Datums. Er liegt darin begründet, dass der Börsenkrach von 1927 auf einen Freitag fiel. Überhaupt galt der Freitag als Unglückstag. Jesus soll an einem Freitag gekreuzigt worden sein. Die Zahl 13 soll auch immer wieder als Unglück bringend bestätigt worden sein. Apollo 13 ist an einem Freitag gestartet und die Quersumme des Datums,4. 11. 70 ergibt ebenfalls 13.
    Unter einer Leiter durchzugehen bringt Unglück.
    Wenn man einer schwarzen Katze begegnet, hat man Unglück zu erwarten. Dieser Glaube stammt aus dem Mittelalter. Damals hielt man solche Tiere für Hexengefährten.
    Es gibt aber auch Glückssymbole (Hufeisen, Ferkel, Schornsteinfeger, Fliegenpilz). Bleigießen zu Silvester ist Aberglaube (Zukunftsschau). Glückwünsche („toi, toi, toi“, was eigentlich „Teufel, Teufel, Teufel“ bedeutet.) Hals und Beinbruch, wird schon schief gehen). Zu früh zum Geburtstag gratulieren zieht das Pech an). Wenn man mit dem linken Fuß zuerst aufsteht, soll man den ganzen Tag übellaunig sein. Kriegt man Kettenbriefe und sendet sie nicht vervielfacht weiter, ist man verflucht.
    Und noch viel mehr gibt es an dunklen Blüten.
    Eine Möglichkeit, wie der Aberglauben mit dem Salz entstanden ist, kann ich nachvollziehen. In alten Zeiten war Salz sehr kostbar, manchmal mehr wert als Gold. Natürlich brachte es jemandem, der Salz verstreut hatte, kein Glück. Er hatte ja teure Ware vergeudet.
    Dann gibt es noch Aberglauben, die sich mit Feiertagen verknüpfen. Zum Beispiel darf man zwischen Weihnachten und Neujahr keine Wäsche waschen und schon gar nicht hängen lassen. Tut man es, stirbt jemand.
    Eine mögliche Erklärung: Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr nennt man Raunächte. Die sind meistens besonders kalt. Und da zieht die Frau Hitt mit den Seelen der ungeborenen Kinder herum. Und weil es so kalt ist, nehmen sich die Kinder Wäschestücke von der Leine und ziehen sie an, damit ihnen nicht so kalt ist.
    Wotan fliegt in dieser Zeit durch die Lüfte. (Die wilde Jagd). Wenn Wäsche hängt, verheddert er sich darin. Dann wird er außer sich vor Zorn und jemand stirbt.
    Vor Allerheiligen soll man die Graberde nicht auflockern oder umwühlen. Da wird die Totenruhe gestört.
    Und schließlich, wenn man zu Ostern Geflügel isst, stirbt auch jemand. Diese Legende geht darauf zurück, weil Geflügel ganz zarte Knochen hat, die leicht brechen können. Und Jesus am Kreuz wurden keine Knochen gebrochen.
    Der Aberglaube ist vielfältig und wird so schnell nicht auszurotten sein. Dazu sitzt er zu tief in unserer Seele.

  • Interessant. Allerdings wissen wir wohl beide, dass nichts davon wahr ist.
    Ich hab zB. bestimmt schon zwischen Weihnachten und Neujahr gewaschen oder an Ostern Geflügel gegessen. Wenn man das vertiefen würde, dürfte man ja wohl auch keine Eier essen, weil die ja auch was mit Geflügel zu tun haben :roll:
    Und ich kenne keinen Menschen, der zu Ostern auf die berühmten Ostereier verzichtet.


    Alles Humbug, obwohl es ziemlich lustig ist zu erfahren wie diese Aberglauben entstanden sind.

  • Damals hatten die Menschen ja auch nicht viel mehr vom Leben als Sklaverei und Demütigung, mussten den ganzen Tag schuften und den größten Teil ihres Einkommens (Ernte, Erz usw.) abgeben.
    Darum saßen die Abends ums Feuer und erzählten sich Schauergeschichten und solche Storys :D

  • Ja, die meisten dieser Geschichten lesen sich auch ganz kurzweilig. Das hat man übrigens auch noch getan, als ich ein Kind war. Also nicht gerade ums Lagerfeuer, aber an Sommerabenden im Garten. Besonders die alten Leute. Damals habe ich aber noch an die Geschichten geglaubt - und gefüüüürchtet. :lol:

  • ich denke, dass der aberglaube nur durch zufälle entstand.
    hier ein ganz einfaches beispiel:
    irgendwann geht ein mann milch melken. davor zieht er eine grüne hose an, die er davor noch nie beim melken angezogen hatte (warum auch immer) genau an diesem tag weigert sich die kuh milch zu geben (auch hier egal was für ein grund). so, was passiert??? er denkt, dass man keine grüne hose beim milchmelken anziehen darf, da die kuh an jedem anderen sich nicht geweigert hatte milch zu geben!!!
    ist zwar nicht ein besonders gutes beispiel aber ich glaube es reicht aus.

    Alles, was sich auf "ich/mich/mein" bezieht, kann/soll auf den Menschen allgemein bezogen werden, was impliziert, dass ich in vielen Aussagen von einem Normalfall, Normwert oder auch Durchschnitt ausgehe und diese(n) als Ausgangspunkt benutze. Somit ist - zumindest aus konstruktivistischer Sicht - die Aussagekraft der Erläuterungen trotz Einbeziehung empirischer Daten und Fakten a priori relativ zu betrachten. Je nach Wahrnehmungs-Cluster des Lesers sind sie völlig falsch oder richtig.

  • Hört sich gut an :D


    Besonders der Hexenglaube entwickelte sich so ähnlich. Einige weise Frauen stellen Medikamente gegen verschiedene Krankheiten her (u.a Abführmittel, Anti-Schwangerschafts-Tränke usw.) und weil sie soviel wussten, wurden sie kurz darauf verbrannt.


    Wenn der Staat das heute noch so machen würde, wär Berlin Kreuzberg nicht so kriminell :D

  • Ja, ich finde auch, dass das ein guter Gedanke ist. Aberglaube entsteht durch Pseudoerfahrung. Ich finde, dass bei den Hexenverbrennungen nichts dahinter war, ausser dass man unliebsame Personen wegschaffen konnte und wegen der Bereicherung. Aber von denen, die das Urteil sprachen, haben sicher die meisten nicht an Hexen geglaubt. Das war dem armen, verhetzten, abergläubischen Volk vorbehalten.

  • Warst aber janz fleißig beim schreiben :)
    Wenn unser Plan nicht aufgeht nennen wir es Zufall!!!! :lol:
    Die Menschen hatten keine Erklärung dafür wenn ihnen etwas schlimmes zugestoßen ist und bevor irgendwas passiert ist ist dem jenigen eine Schwarze katze (beispiel) über´s Weg gelaufen!!!
    Ich denke alles ist Psychisch bedingt(z.B. wenn ich den ganzen Tag denken würde,dass ich krank werde,dann würde ich auch krank werden) :grins:

  • ZuCkErLiPpE : :)
    Ich glaube auch, dass es viel, wenn nicht immer auf die innere Einstellung ankommt. Wenn ich fürchte, krank zu werden, werde ich wahrscheinlich krank. Und ich kann wahrscheinlich tun, was ich will, unter einer Leiter durchgehen, eine schwarze Katze sehen usw. Ist es mir nicht bewusst, dass das Unglück bringen soll, wird es auch keines bringen. Ich gebe dir vollkommen recht; nichts liegt in den Dingen, aber alles im Geist.

  • Ist schon so ne Kopfsache, vor allem beim Krank werden. Ich denke mir immer: ach dieser kleine Husten geht schon wieder weg. Bin deshalb wirklich selten krank. Wenn man sich hineinsteigert wird man krank :grins:


    Mir ist da noch was in den Sinn gekommen: Verschüttetes Salz bringt Unglück. Es sich über di Schulter zu werfen bewirkt das Gegenteil


    Genau dasselbe gibt es nochmals: Einen Spiegel zu zerbrechen soll 7 Jahre Unglück bringen. Ausser man lässt die Scherben erst 7 Stunden liegen. Scherben wiederum bringen Glück :roll:


    Schon komisch diese Widersprüche teilweise...


    Woher kommt eigentlich der Aberglaube mit der Leiter? Und wieso bringt ein Fliegenpilz Glück? Ist ja schliesslich giftig :wink:

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Der Aberglauben war früher einmal auch gegen den Glauben gerichtet oder konkurierte mit ihm. Alles, was nicht die Kirche verkündete, war damals Aberglauben. Deshalb hielt man ihn auch für Teufelswerk.
    Glückssymbole: Der Fliegenpilz bringt deshalb Glück, weil ihn die Berserker (das ist altnordisch und bedeutet: die Bärenfelligen) vor einer Schlacht in kleinen Mengen zu sich genommen haben. Er enthält einen rauschgiftähnlichen Stoff und das bewirkte, dass sie dann unerschrcken kämpften.
    Das vierblättrige Kleeblatt: Als Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben wurden, sollen sie in der Welt, die ihnen unwirtlich schien, ein ganzes Feld virblättrigen Klee gefunden haben. Deshalb ist es wohl heute noch ein Glücksbringer. Man sagt ja auch "jemanden über den grünen Klee loben".
    Hufeisen: Es bringt nur Glück, wenn es von einem Pferdefuß abgefallen ist und dann gefunden wird. Durch die runde Form, die nach vorne hin offen ist, kann das Glück eindringen. Damit es nicht wieder entweichen kann, muss man es mit der Öffnung nach oben an die Wand nageln.
    Marienkäfer: Das hat mit der magischen Glückszahl sieben zu tun und der Siebenpunkt ist die verbreitetste einheimische Art. Außerdem sind es die fleißigsten Schädlingsbekämpfer, denn jedes Marienkäferchen vertilgt ca. 150 Blattläuse pro Tag. Es sollen die Lieblingstiere der Gottesmutter gewesen sein, daher haben sie auch ihren Namen. Wenn sich ein Marienkäfer auf einem niederlässt, bedeutet das besonders viel Glück. Man darf es aber nicht abschütteln, sonst gibts Unglück.
    Mistelzweig: Sie gilt als große Heilerin. Unter anderem wirkt sie gegen hohen Blutdruck und Zuckerkrankheit. Besonders in England ist die Mistel sehr beliebt. Bauern haben sie früher auch gern in Ställen aufgehängz, damit das Vieh gesund bleibt.
    Schornsteinfeger: Ursprünglich wurde er wegen seiner Schwärze dem Teufel zugeordnet. Bereits im Mittelalter war das aber anders. Man wusste wohl, dass durch Kamine, die nicht regelmäßig gesäubert wurden, verheerende Brände ausbrechen und damals ganze Dörfer in Schutt und Asche legen konnten. Nur der Kaminkejrer konnte dem abhelfen, er brachte also Glück.
    Schwein: Ein dickes fettes Schwein galt früher als Zeichen von Wohlstand. Und in der Medizin brachten Einreibungen mit Schweinefett Linderung bei Rückenschmerzen. Der Ausdruck "Schwein gehabt" geht wahrscheinlich darauf zurück, dass man früher dem schlechtesten Teilnehmer an einem Wettbewerb als Trostpreis ein Schwein schenkte.
    Dreimal auf Holz klopfen: Holz kommt aus dem Wald und dort lebten auch freundliche Naturgeister. Wenn man dreimal kräftig auf Holz klopfte, sollte das feindlichen Mächten das Fürchten beibringen.
    Unglück: Nicht unter einer Leiter durchgehen. Die Leiter gehörte zur Ausstattung des Galgens. Und Zeitgenossen mieden es, auch nur in die Nähe des Galgens und somit der Leiter zu kommen.
    Schwarze Katzen: Das geht auf die Zeit der Hexenverfolgung zurück. Die Katzen verschliefen den ganzen Tag und ware nachts agil. Das brachte ihnen den Ruf ein, in der Finsternis die Dämonen zu dirigieren. Und alten Frauen sagte man nach, sie würden sich in schwarze Katzen verwandeln, um so dem Teufel zu dienen. Damals verbrannte man auch nur deshalb Menschen, weil sie Katzen besassen oder betreuten. Wenn in England die Pest ausbrach, schrieb man das nicht den Ratten zu, sondern den Katzen. Der Oberbürgermeister ordnete in Pestzeiten an, alle Katzen zu töten, damit die Seuche wieder erlosch.

  • Nur so nebenbei: dein Beitrag ist fehlerhaft. Freitag der 13. hat seinen Ursprung im Jahr 1307: Vernichtung fast aller Tempelritter! Sie wurden gefoltert und gequält an einem Freitag, 13. besser recherchieren!

    Religionskrieg ist, wenn Menschen verschiedener Religionen sich darüber streiten, wer den cooleren imaginären Freund hat.

  • Kann man das so überheblich sagen?! Weiß man denn GANZ genau, warum die Dreizehn eine Unglückszahl ist. Ich bspw. habe dieses gefunden:
    "Vermutlich geht dieser Aberglaube auf den Bericht der Bibel zurück, dass beim letzten Abendmahl Jesu 13 Personen am Tisch saßen. Der Verräter Judas erhob sich als erster und verübte später Selbstmord. Ein weiterer Hinweis: das 13. Kapitel der Johannes-Offenbarung in der Bibel handelt vom Antichristen."
    Quelle: http://www.wasistwas.de/wissen…alles-nur-aberglaube.html


    und das: http://www.wdr.de/tv/wissen-ma…iosah/unglueckszahl.phtml
    und auch dieses: http://www.hib-wien.at/leute/wurban/mathematik/Freitag13.pdf


    Also: Erst selbst recherchieren bevor man quackt

    Soll ich ihnen etwas Kompott in die Anorakkapuze schütten?
    Zitieren? Is nich.
    Smileys? Vergiss es.

  • ja wenn du lange genug suchst, findest du viele 13er... und jetzt? wen du lang genug suchst findest du auch alle anderen zahlen in schlimmen zusammenhängen... alles humbuk! aber einig können wir uns drüber werden das die 13 schon vor dem 20. Jahrhundert gefürchtet wurde...
    PS.: in brasilien ist es übrigens die 17, weiß jemand angeblich warum?

    Religionskrieg ist, wenn Menschen verschiedener Religionen sich darüber streiten, wer den cooleren imaginären Freund hat.

  • Ich fürchte, Du hast mich nicht verstanden. DASS das Quatsch ist, steht völlig außer Frage. Nur wo der Quatsch herkommt, weiß man doch nun wirklich nicht (das mit dem Templern bezweifel ich). Und dass die Dreizehn schon länger diesen Ruf genießt ist auch klar. Dass es hier die Dreizehn ist, dort die Vier und da hinten die Siebzehn, meinetwegen.


    Mich würde mal interessieren: Warum wir ("wir" im allerweitesten Sinne) unbedingt eine Zahl als Halt brauchen? Wir glauben wohl, wenn wir immer hübsch schwarzen Katzen ausweichen, keine 13 Leute einladen, nicht 3 mal rechts (oder wie war das?) abbiegen, leben wir glücklich und zufrieden bis in alle Ewigkeit, oder wie? Kein Gesetz brechen?


    Ach, ...was solls, ....ist mir auch egal (heute keinerlei Lust, mich mit irgendwas auseinander zu setzen; morgen vielleicht wieder).

    Soll ich ihnen etwas Kompott in die Anorakkapuze schütten?
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