Pans Labyrinth

  • Pans Labyrinth


    Der neue Film von Guillermo del Torro (Blade II, Hellboy) ist ein beeindruckendes Fantasie-Meisterwerk.


    Spanien 1944: die elfjährige Ofélia zieht mit ihrer Mutter zu deren neuen Ehemann, der das Kommando über einen abgelegenen Außenposten führt.
    Im Wald entdeckt Ofélia seltsame Dinge. Unter anderem einen Faun namens Pan, der behauptet, sie sei die Prinzessin eines magischen Königreiches. Ihr Vater, der König, wartet schon seit langem auf ihre Rückkehr. Doch bevor sie die Menschenwelt verlassen könne, muss sie erst drei Aufgaben erfüllen.


    Der Film ist bezaubernd und doch verstörend. Vor allem das Ende sollte jeder für sich selbst interpretieren.
    Die Schauspieler liefern ausnahmslos Spitzenleistung.
    Einige Szenen sind sehr brutal dargestellt, und in meinen Augen kann sich dabei manchmal sogar "Hostel" dahinter verstecken. Daher ist eine FSK 16 nicht verwunderlich.


    Wer als Kind "Die Reise ins Labyrinth" mochte, der ist auch in diesem Film gut aufgehoben. Für Fans des Fantasy-Genres ist er ohnehin ein "must see". 8)

  • hab mir am Wochenende den Film angesehen. Muss schon sagen, wer sich sowas wie Narnia erwartet, der sollte den nicht ansehen. Es gibt einige recht brutale Szenen und das Ende finde ich "tragisch" - naja, man könnte das Ende ja auch als Happy End sehen, aber das kommt darauf an, wie man sich den Film ansieht. (also ob das ganze Fantasy Zeugs nur Einbildung des Mädchens ist - ich sehe es zumindest so, schließlich kommt sie mir sehr traumatisiert vor)

    Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten. (Karl Kraus)

  • Ich mag Fantasy im Stile des angesprochenen "Narnia" nicht und war mir deshalb bei diesem Film nicht sicher, ob er das Richtige für mich ist.
    Nun muss ich mich aber vielen Kritiken anschließen: Ein Meisterwerk! Phantasievoll, verstörend, brutal und streckenweise doch lyrisch. Wer sich die üblichen Schwertkämpfe, Zaubereien und altklugen Weisheiten erwartet, ist definitiv nicht im richtigen Film.
    Der einzige Makel bestand für mich darin, dass die reale Welt zuviel Platz einnahm, wo man doch viel lieber die andere Welt erkundet hätte.
    Wem dieser Film Gefallen hat, dem kann ich "Heavenly Creatures" (mit einer blutjungen Kate Winslet) wärmstens empfehlen.

  • Zitat

    Der einzige Makel bestand für mich darin, dass die reale Welt zuviel Platz einnahm, wo man doch viel lieber die andere Welt erkundet hätte.


    find ich eigentlich gar nicht. Das faschistische Spanien unter General Franco ist eigentlich mal was anderes. Wenn man bedenkt, dass der bis 1975 an der macht war...

    Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten. (Karl Kraus)

  • Zitat

    Der einzige Makel bestand für mich darin, dass die reale Welt zuviel Platz einnahm, wo man doch viel lieber die andere Welt erkundet hätte.

    Das kann ich voll und ganz nachvollziehen. Auch mir ging es so.


    Aber wenn Du den Film nochmal im Nachhinein interpretierst, waren Ofélias Aufgaben doch eigentlich nichts anderes, als ein Hinterfragen des Systems:
    1. Warum lässt du den Baum sterben, während du dich vollfrisst?
    2. Warum sollte ich nicht auch mal von der reich gedeckten Tafel essen?
    3. Warum sollte ich unschuldiges Blut vergiessen?
    Die Realität musste also eine gewichtige Rolle im Film einnehmen.


    Angenommen, Du würdest den Film auf die Fantasie-Sequenzen reduzieren bzw. halt weniger Realität und mehr Fantasie, was wäre dann?

  • @ Irrwisch


    Zitat

    Aber wenn Du den Film nochmal im Nachhinein interpretierst, waren Ofélias Aufgaben doch eigentlich nichts anderes, als ein Hinterfragen des Systems:
    1. Warum lässt du den Baum sterben, während du dich vollfrisst?
    2. Warum sollte ich nicht auch mal von der reich gedeckten Tafel essen?
    3. Warum sollte ich unschuldiges Blut vergiessen?
    Die Realität musste also eine gewichtige Rolle im Film einnehmen.


    So habe ich den Film eigentlich nicht interpretiert. Mir ist nicht klar, was du mit 1. und 2. meinst? Was hat ein Baum mit "vollfressen" zu tun?
    Ich denke, das Mädchen hat sich - wie die zwei Mädchen aus "Heavenly Creatures" - in eine Traumwelt geflüchtet, in der es nicht zwischen der hilflosen Mutter, dem tyrannischen Stiefvater und der grausamen Realität zermalmt wurde, sondern eine Prinzessin war.


    Zu 3.: Der Schluss war etwas merkwürdig. Hatte sie das irgendwie "vorausgesehen"? (wir brauchen Spoiler-Tags!)


    Schon klar, dass die Realität als harter Kontrast zur Traumwelt fungierte. Aber viele Szenen erschienen mir etwas sinnlos. Die Grausamkeit des Stiefvaters war bereits hinlänglich dargestellt worden - musste man ihm dennoch so viel Raum und Zeit widmen, ihn beim Morden, Foltern und Tyrannisieren zu zeigen?


    Zitat

    Angenommen, Du würdest den Film auf die Fantasie-Sequenzen reduzieren bzw. halt weniger Realität und mehr Fantasie, was wäre dann?


    Nein, nicht auf die Phantasiewelt reduzieren - aber eine ausgeglichene Gewichtung. Bei "Heavenly Creatures" klappte das perfekt und oft gleitend: Gerade noch Realität, plötzlich Phantasie. Aber das sind Petitessen.

  • Zitat

    Der Film hört sich für mich interessant an. Ich schaue ihn mir garantiert mal an. Aber was mich stört, ist das FSK 16. Jedes Kind sollte selbst entscheiden, ob es einen Film gucken will, oder nicht.


    wenn du den Film gesehen hast, würdest du das nicht sagen. Also bei meiner Vorstellung haben einige Leute nicht hinsehen können. Ich will ja nicht zuviel verraten, aber die Gewaltdarstellung erinnert an gewisse Kriegsfilme...

    Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten. (Karl Kraus)

  • Ja, Spoilern wäre jetzt nicht schlecht.



    Also ACHTUNG SPOILER!!
    Zu 1.:
    Ihre erste Aufgabe war, der Kröte den Schlüssel zu nehmen.
    Sie sagte: "Warum lässt du den Baum sterben, während du dich vollfrisst?"
    Wenn Du den Film Revue passieren lässt, dann erinnerst Du Dich, dass das der Abend des Dinners war.
    Grob übersetzt könnte sie also gesagt haben: "Warum tötest du die hungernden (Rebellen/Volk), während du hier ausreichend zu geben hättest (Nahrungsmittel)?"


    Zu 2.:
    Sie sollte mit dem Schlüssel ein Fach öffnen, um Du weißt schon was zu holen, aber nichts essen.
    Das war um den Zeitpunkt, als die Rebellen die Speißekammer mit Schlüssel öffneten. Danach wurden sie in den Wald verfolgt, so wie Ofélia von dem "Ding", nachdem sie genascht hatte.


    Zu 3.:
    Das interpretiere ich so:
    Eigentlich wollte sie ihn (Bruder) möglicherweise töten, weil er ihre Mutter umgebracht hat und Sprössling des Stiefvaters ist. Dass sein Blut vergossen werden sollte war ihr durch die zweite Aufgabe und dem Spruch vom Pan klar. Ihr Bruder hat auch ihres Stiefvaters Blut in sich. Aber weshalb sollte ihr Bruder bestraft werden, wenn sein Vater der Tyrann ist, der sehr viel unschuldiges Blut vergossen hat. Also quasi hat sie es sich anders überlegt.


    SPOILER ENDE!



    Zitat

    Schon klar, dass die Realität als harter Kontrast zur Traumwelt fungierte. Aber viele Szenen erschienen mir etwas sinnlos. Die Grausamkeit des Stiefvaters war bereits hinlänglich dargestellt worden - musste man ihm dennoch so viel Raum und Zeit widmen, ihn beim Morden, Foltern und Tyrannisieren zu zeigen?

    Ich denke schon. Denn dadurch wurde auch seine Aktion am Ende glaubwürdig dargestellt. Hätte er nur 5 oder 6 Menschen umgelegt, dann wäre es nicht so überzeugend gekommen.



    Zitat

    Ich will ja nicht zuviel verraten, aber die Gewaltdarstellung erinnert an gewisse Kriegsfilme...

    Nicht zu vergessen: die niedlichen Elfen. ;)

  • ich ahbe schonseit januar auf diesen film gewartet. wollte dann am freitag mit einem freund und meinen eltern in den rein gehen. und da merke ich dann, dass der ab 16 ist (ich bin 14). hat mich ziemlich aufgeregt. beim nächsten mal werde ich mich im internet besser informieren, wie der film so ist.

    Vorübergehender Konstrukt eines schwächlichen Intellekts, der verzweifelt versucht eine Existenz zu rechtfertigen, die ohne Bestimmung ist, allerdings nur ein menschlicher Verstand kann so etwas geschmackloses erfinden, wie die Liebe!
    Smith

  • Wow! Bisher hatte ich immer nur über das Ende nachgedacht. Aber die Beleuchtung der drei Aufgaben
    von Irrwisch macht echt Sinn. Anfangs dachte ich auch, dass ein bisschen mehr Fantasy nicht geschadet hätte,
    aber so ist die Message rüber gekommen.


    Dass der Film unter 16 nicht anschaubar ist, macht sehr viel Sinn. Nicht nur wegen der dargestellten
    Gewaltszenen (Weinflasche, die Elfen), sondern auch wegen der Wirkung der Szenen auf die Psyche (Nachdenk-Horror).


    Mir hats gefallen! Vor allem, weil man die spanischen Darsteller nicht von jeden x-beliebigen Film kennt
    und weil es nicht typisch Hollywood ist, sondern auch zum Nachdenken anregt.


    Sehr Sehenswert!!!

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  • auch ich finde den film sehr geil^^ besonders hat mich dieses "ding" aus der zweiten Aufgabe faziniert, denn ich hatte von so einem Ding schon mal geträumt....das gruselige ist das es ich da in einer ähnlichen situation war iwe das mädchen (im traum) es war soo spannend dass ich immer nur gedacht habe "neiiiin nicht essen!!! lauf!!!!" boar ich bekomme jetzt noch gänsehaut

    ich glaub an Vieles aber nicht an Alles und das wichtigste ist doch wenn man an sich selbst glaubt ^.^

  • Nagerfreund schrieb


    Zitat

    Ich schaue ihn mir garantiert mal an. Aber was mich stört, ist das FSK 16. Jedes Kind sollte selbst entscheiden, ob es einen Film gucken will, oder nicht.




    tut mir leid dem muss ich wiedersprechen .... es hat schon seinen sinn warum es die FSK gibt ... kinder ( die meisten) können noch garnich einschätzen was sie vertragen und überfordern sich ... die gewaltszenen wie jetzt in diesem film ist echt noch nichts für kinder unter 16 :wink:



    gruss FELAN

    Koichi Tohei:
    "Die Kraft des Geistes ist grenzenlos, die Kraft der Muskeln ist begrenzt."

  • Also wir haben den Film gestern gesehen und fanden ihn furchtbar... Die Idee mit der magischen Welt usw ist zwar ganz nett, aber das ganze Rundherum musste nun wirklich nicht sein...


    Vielleicht bin ich auch mit ner falschen Erwartung rangegangen, dachte es wird ein Film über eine magische Welt, aber für mich wars ein Film über über ignorante Menschen die Tun und Walten wie es ihnen gefällt, über Menschen die grausam zu Kindern sind usw usw, habts ja eh selbst gesehn...


    Die Jugendbeschränkung ist ja wohl das mindeste, das sind Dinge die sollten sich keine KINDER ansehen, vorallem nicht Filme die so mit der Psyche der Zuschauer arbeiten. Ich mein, alleine wie er dem Typen das Gesicht mit der Flasche einschlägt usw...


    Zitat von "Irrwisch"

    Eigentlich wollte sie ihn (Bruder) möglicherweise töten...


    Also muss sagen, das kam mir nun GAR NICHT so vor (was mich eigentlich gewundert hat), sie hat ja immer mit ihm geredet und ihm lieb zugesprochen und so...

    If the doors of perception were cleansed,
    everything would appear to man as it truly is;
    infinite. (William Blake)

  • Zitat

    Irrwisch hat Folgendes geschrieben:
    Eigentlich wollte sie ihn (Bruder) möglicherweise töten...



    Also muss sagen, das kam mir nun GAR NICHT so vor (was mich eigentlich gewundert hat), sie hat ja immer mit ihm geredet und ihm lieb zugesprochen und so...

    Sie musste aber damit rechnen, dass der Pan ihn tötet, als er sie bat, ihn zu ihm zu bringen. Zudem entspringt der Pan ihrer Fantasie, und damit war die Tötung im Fantasie-Plan bereits enthalten.


    Aber Du hast recht, dass sie mit ihrem Bruder geredet hat. Auch die Wurzel sollte helfen. Aber wem? Ihrem Bruder oder ihrer Mutter?


    Werde den Film erst am 30.Juli wieder sehen, weil dann die Collectors Edition auf den Markt kommt (mit 3 DVDs!!!).



    Zitat

    Die Jugendbeschränkung ist ja wohl das mindeste, das sind Dinge die sollten sich keine KINDER ansehen, vorallem nicht Filme die so mit der Psyche der Zuschauer arbeiten. Ich mein, alleine wie er dem Typen das Gesicht mit der Flasche einschlägt usw...

    Du bist scheinbar wirklich mit der falschen Einstellung in den Film gegangen. Denn dass es kein Kinderfilm ist, das sagt bereits die FSK-Freigabe, die sogar noch recht milde gestuft wurde.
    Dir könnte aber dafür "Die Brücke nach Terabithia" gefallen. Das ist sehr angenehme und leichte Fantasie. Allerdings erwartet Dich in diesem Film auch kein Fantasie-Reich wie in der "Unendlichen Geschichte" oder dem "König von Narnia".

  • Nein, daß es kein Kinderfilm ist, war mir schon klar. Meinte nur, weil hier gesagt wurde die Jugendbeschräkung wäre nicht sinnvoll.


    Ich glaube die Alraune sollte allen beiden helfen, Mutter und Sohn, denn sie sind ja sowieso miteinander verbunden. Und als die Alraune verbrannt wurde kam ja gleich der Sohn auf die Welt und sie starb!?


    Stimmt, das hast du gut getroffen, ich hatte soetwas wie die "Unendliche Geschichte" erwartet... Weiß jetzt auch nicht warum :)

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    infinite. (William Blake)