Gedichte und Lebensmottos

  • Eines der ersten Werke aus dem Expressionismus, welches mir unumstößlich für immer im Kopf geblieben ist. Das Gedicht war damals Intro einer Platte von Anarchist Academy, die leider einem Umzug zum Opfer gefallen sein muss.
    Schön scheußlich.


    Grodek (1914) - Georg Trakl


    1. Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
    2. Von tödlichen Waffen, die goldenen Ebenen
    3. Und blauen Seen, darüber die Sonne
    4. Düster hinrollt; umfängt die Nacht
    5. Sterbende Krieger, die wilde Klage
    6. Ihrer zerbrochenen Münder.


    7. Doch Stille sammelt im Weidengrund
    8. Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt
    9. Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;
    10. Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.


    11. Unter goldenem Gezweig der Nacht und Sternen
    12. Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
    13. Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
    14. Und leise tönen im Rohr die dunkeln Flöten des Herbstes.


    15. O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
    16. Die heiße Flamme der Geistes
    17. nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
    18. Die ungeborenen Enkel.

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Hab ein zweites Lebensmotto für mich entdeckt:


    If you don't like something - change it
    If you can't change it, change your attitude, don't complain.


    Die Aussage ist von Maya Angelou (amerikanische Schriftstellerin, Professorin und Menschenrechtlerin), sie war für die Emanzipation der Afro-Amerikaner von grosser Bedeutung und hatte ein sehr bewegtes Leben: de.wikipedia.org/wiki/Maya_Angelou


    Für die nicht-englisch-sprachigen:
    Wenn du etwas nicht magst - ändere es
    Wenn du es nicht ändern kannst - ändere deine Einstellung, beklag dich nicht.

    "Wer schweigt, stimmt nicht immer zu.
    Er hat nur manchmal keine Lust mit Idioten zu diskutieren."
    - Albert Einstein

  • Seereise


    Ich will nicht mehr
    Ist leicht zu sagen
    Ich kann nicht mehr
    Kaum zu ertragen


    Verdammte Stille
    Rings um mich
    Verdammte Worte
    Widerlich


    Und selbst der schmerz
    Der altbekannte
    Will sich nicht mehr in mir regen
    Neue Ufer – feuchte Planke
    Schiffbruch ist das halbe Leben.


    Ahoi! Gestade in der Ferne
    Schimmerst mir im Morgenglanz
    Machst mich hoffend
    Doch ich lerne
    Fahl schmeckt, was ich gestern trank.


    Mancher der auf hoher See
    Schon den Horizont verlor
    Möge heute mich verstehen
    Nichts ist mehr wie’s war zuvor


    Deshalb mit gesetzten Segeln
    Auf und hinein ins wilde Nichts
    Weg vom Ufer weg, vom Leben
    Auf das mein Selbst im Meer erlischt

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Galionsfigur


    Die Augen
    Müde vom Ausschauhalten
    Die Richtung vorgegeben
    Nur Wellentäler
    Spritzende Gischt
    Und manchmal
    Ein ferner Horizont
    Ungewiss.


    Der Silhouette steif gefroren
    Doch im Inneren glühend lebendig
    Ein ständiges auf und nieder.
    Wellenschluchten
    Machen die Augen nass


    Auf den Schaumspitzen reitend
    Erhaschte Sonnenstrahlen
    Warm-gelbe Momente
    Streicheln die eherne Haut.


    Die Augen
    Ständig spähend
    Eine müde Kraft von innen
    Lässt den Blick unaufhaltsam suchen.

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Hoi,


    ich bin bis jetzt auf drei Sprüche gestossen die mir besonders gut gefallen und die ich zu so etwas wie meinem Lebensmottos gemacht habe.


    Nummer 1: Why so serious?


    Wo der herkommt, muss ich wohl nicht erklären. Für mich sagt er aber aus, dass das Leben an sich schon eine miese und traurige Angelegeheit ist...und man möglichst zusehen sollte soviel wie möglich zu lachen und sich nicht über alles den Kopf zu zermartern.


    Nummer 2: Reichtum ist viel zu wertvoll um ihn den Reichen zu überlassen!


    Der stammt aus irgendeiner TV-Serie. Da er ziemlich selbsterklärend ist, muss ich wohl nichts weiter dazu sagen.


    Nummer 3: Auch wenn jemand der Feind meines Feindes ist...er bleibt trotzdem mein Feind!


    Ebenfalls aus einer TV-Serie. Es mag ziemlich aggressiv klingen...aber es bedeutet für mich, dass ich niemanden blind vertrauen sollte nur, weil gemeinsame Ziele vorhanden sind. Zusätzlich gefällt mir die Verballhornung des alten arabischen Sprichwortes, das wohl jeder kennt!


    Seit ich nach diesen drei Sprüchen lebe, schaffe ich es mein Leben sehr viel leichter zu regeln. Außerdem macht es sehr viel mehr Spaß, hehe!


    Mit freundlichen Grüßen


    ...jemand von aussen...

  • Hallo,


    hab auch ein Lieblingsgedicht was mir damals über den Verlust meines Sohnes unheimlich geholfen hat:


    und sollt ich gehn
    solange du noch hier...
    so wisse, das ich weiterlebe,
    nur tanz´ich dann zu einer anderen weise
    - und hinter einem schleier, der mich dir verbirgt.
    sehen wirst du mich nicht
    jedoch, hab´nur vertrauen
    ich warte auf die zeit, da wir gemeinsam
    neue höhn erklimmen.
    - einer des anderen wahrhaftig
    bis dorthin leere du den becher des lebens
    bis zur neige
    und wenn du mich einst brauchst
    laß´nur dein herz mich leise rufen
    ... ich werde dasein....

  • Ich finde das Gedicht sehr schön, silver


    Hier eins meiner liebsten von Hilde Domin


    Harte fremde Hände


    Harte fremde Hände
    sollen über mich fahren
    wie Pflüge
    und deine Wurzeln zerreißen.
    Ich will meinen Körper einreiben
    mit fremdem Schweiß
    wie mit einer beizenden Salbe
    daß alle Poren vergessen
    wie du riechst.
    Haare ohne Namen
    sollen auf meiner Haut liegen
    wie Tannennadeln auf dem Waldboden,
    andere Lippen die Augen küssen
    die für dich weinen.


    Und meine Seele, die dich sucht
    so natürlich
    wie abends ein Vogel über das Meer fliegt,
    verliert die Richtung
    und kommt
    nie wieder an Land.

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Septembergedanken


    Die Welt sollte lauter sein
    Und das Fühlen sollte jetzt beginnen
    Die letzten Strahlen der Herbstsonne
    Sollten uns zur Hoffnung auf Wärme gereichen.


    Die Münder der Menschen
    Sollten Wort und nicht Laut geben
    Das Schweigen in den Ohren der Welt
    Klingt wie Kreide auf der Tafel.


    Wie sollten mehr wollen
    Du und ich -
    Alle sollten wollen was ihnen zusteht
    Statt den Zugvögeln nachzublicken
    Sollten wir selber singen


    Ich strecke meine Glieder
    Und glätte meinen Katzenbuckel
    Das Selbst meines Seins
    Scheint mir heute verlässlicher
    Ich strecke meine Hände aus nach euch
    Ich richte meinen Geist aus
    Richtet euren Geist
    Richtet euer Denken


    ist von mir.... Feedback und Kritik erwüscht

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Hier sind wieder ein paar Gedichte, die ich in der letzten Zeit geschrieben habe.....
    Viel Spaß beim Lesen. Vielleicht gefällt euch ja das ein oder andere. =)



    Liebe?! – Ich weiss es nicht


    Bist du das?
    Oder ist es nur meine Fantasie ,die mir mal wieder einen Streich spielt?!
    Ich weiss es nicht.
    Jedoch sagt mein Herz mir, das alles was ich jetzt tun werde,
    richtig sein wird.
    Einige regnerische Tage, lässt du durch dein Lächeln freundlicher erscheinen.
    Wenn mir kalt ist, denke ich an dich, und in mir geht die Sonne auf.
    Kann es sein, dass das Liebe ist?
    Ich weiss es nicht.
    Du gibst mir das Gefühl, begehrenswert zu sein,
    gibst mir Energie – eine solche Energie wie ich sie selten gespürt habe.
    Wenn ich dir in die Augen sehe, frage ich mich ob du das gleiche denkst,
    wie ich. Doch –
    ich weiss es nich....
    Man sagt die Augen seien der Spiegel der Seele,
    und als ich in deine Augen blickte, fühlte ich mich sonderbar...
    So aufgeregt, so glücklich, so vertieft, so anders:
    Wie an einem lauen Sommerabend am Strand.
    Der warme zarte Wind der mir durchs Haar weht,
    die Wellen die an den Felsen zerschellen
    und versuchen noch das Ufer zu erreichen,
    meine Füße die im weichen Sand versinken...
    Und dann der Sonnenuntergang, der zu traumhaft
    Wirkt um wahr zu sein.
    So ist es für mich, aber wie es bei dir ist....
    Weiss ich nicht...
    Vielleicht werde ich es rausfinden – irgendwann....
    Bis jetzt weiss ich nur, das ich dann –
    Die glücklichste Person auf der Welt sein kann....






    Du und ich


    Wo bist du?
    Ich lasse meine Gedanken schweifen,
    Doch wie immer denke ich nur an dich.
    Ich frage mich was du wohl gerade tust.
    Ist doch klar – wirst du dir sagen –
    Aber trotzdem frage ich es mich.
    Was fühlst du?
    Das wüsste ich gerne.
    Denn ich habe oft angst,
    Das du meine Gefühle nicht erwidern wirst.
    Wer bist du?
    Einer der wundervollen Menschen, die man selten kennenlernt –
    Die einem mit ihrem Blick ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
    Wo bin ich?
    Ich sitze hier und denke nach, wie ich formulier –
    Wie wichtig du mir geworden bist.
    Was fühle ich?
    Es gibt viele Worte die ich benutzen kann,
    Aber nichts drückt meine Gefühle zu dir so aus wie meine Stimmung.
    Diese wird immer besser,
    Je mehr zeit ich mit dir verbringe.
    Wer bin ich?
    Eine von vielen.
    Nicht unbedingt bewundernswert,
    aber eine Person, die dich sehr liebt.



    Fast verloren


    Mein Herz pocht.....
    Schnell hebt sich mein Brustkorb und senkt sich wieder.
    Meine Hände zittern.
    Ich schaue auf mein Handy und frage mich,
    wird er mir schreiben oder nicht.
    Sekunden werden nun zu Stunden,
    immer schneller schlägt mein Herz.
    Noch kein Zeichen....
    Habe ich mein Glück verschenkt??
    Ich brauche nur einen kleinen Funken,
    von dem ich mir wünschen kann, dass du zurückschreibst.
    Wie Feenstaub weht es an mir worüber,
    und plötzlich sehe ich deinen Namen wieder.
    Ich kann es noch nicht so recht glauben.
    Ist es Realität oder doch nur ein Traum?
    Gibst du mir noch einmal die Chance dir zu beweisen,
    Dass ich nicht mehr ohne dich Leben kann?
    Schneller und schneller pumpt mein Herz.
    Ja, du bist es.
    Und du schreibst mir mit deiner liebevollen Art
    Als ob nie etwas gewesen wäre.
    Ganz langsam beruhige ich mich.
    Mein Atem fließt entspannter.
    Fast hätte ich verloren, was ich vor kurzer Zeit erst fand.
    Einen einzigartigen Menschen, der mich versteht,
    Einen einzigartigen Menschen, der immer für mich da ist.
    Einen einzigartigen Menschen, der mich zum Lachen bringt.
    Einen einzigartigen Menschen wie dich. <3




    Fragen über Fragen


    Was ist mit mir passiert?
    Meine Gefühle spielen verrückt
    Ich empfinde was für dich,
    doch ob das Liebe ist??
    Ich kann es nicht genau sagen....
    Wenn ich bei dir bin fühle ich mich gut
    Doch reicht das ?
    Wenn ich ohne dich bin spüre ich eine gewisse Leere
    Aber reicht das??
    Auf meinen Schultern sitzen Engel und Teufel.
    Der Engel zu meiner Linken macht mir Mut,
    Flüstert mir ins Ohr das alles gut wird
    Und das ich auf mein Herz hören soll.
    Doch der Teufel zu meiner Rechten
    Säuselt mir mit seiner verführerischen Stimme zu,
    Das alles zerbrechen wird,
    So wie es bis jetzt immer gewesen sei.
    So kreisen meine Gedanken immer wieder und wieder
    Um das eine Thema.
    Was ist es? - Freundschaft oder Liebe?
    Wer hat Recht? – Engel oder Teufel?
    Was siegt? - Gut oder böse?
    Wann bekomme ich eine Antwort? – jetzt oder nie?



    Das Spiel


    Was ist es für dich??
    Wie würdest du es nennen?
    Dir fällt kein passender Begriff ein??
    Ich helfe dir auf die Sprünge.
    Du spielst ein Spiel.
    Ein Spiel indem es nur einen Gewinner geben kann.
    Indem der zweite auf der Strecke bleibt.
    Es geht darum so schnell wie möglich
    Die Gefühle des anderen zu verletzen.
    Und darin bist du gut...
    Du dringst in sein Inneres ein,
    durchstöberst sein Herz auf der Suche nach etwas zerbrechlichem.
    Du tastest dich langsam vor und wenn du etwas gefunden hast,
    was zart wie Porzellan wirkt,
    zerdrückst du es mit aller Kraft die in dir steckt.....
    Wenn du es geschafft hast
    Diese eine Person zu verletzen, hast du deine Aufgabe erfüllt.
    Das Spiel ist beendet und du gehst als Sieger raus.



    liebste grüße, lisa

  • Um den Threat etwas aufzulockern, und da ich ohnehin der Meinung bin das oft viel zu viel gesagt wird, hier:


    Die Glocke von Friedrich von Schiller, ultimativ aufs wesentliche reduziert:


    "Loch in Erden, Gußform drinn -
    Glocke fertig,
    Bimm,Bimm,Bimm"


    Schönes We :mrgreen:

    Zum Sterbenden, der gerade noch die Antwort röcheln kann:
    "Was siehst du? Einen Tunnel? Ein Licht? Beides?"
    "Nur einen Idioten der zuviele Romane gelesen hat."
    Aus "Wanted", österr. Satire von 1999.

  • Kann ich auch :-)
    Ein winzig kleiner Fensterspalt
    Erfreut sich seines Lebens
    Ein Windstoß kommt
    Das Fenster knallt
    Die Freude ist vergebens


    :mrgreen:
    Autor? Unbekannt. Mein Vater hat mir das beigebracht. Eigentlich dramatisch ;-)

    Hast Du die
    ganzen Ausrufezeichen bemerkt? Fünf? Ein sicheres Zeichen für jemanden,
    der seine Unterhose auf dem Kopf trägt. - Terry Pratchett

  • Ehekrieg, Liebesbezeugungen, politische Reden oder Strategien zur Entschärfung einer Geißelnahme-Situation fallen unter den Begriff Off-Topic, also alles weitere bitte per PN klären.


    Und hier bitte back to topic ;)


    ~€X~

    Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich an ihr fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg.
    -- George Bernard Shaw