Apropos Organspende...

  • Ich habe niemanden speziellen als egoistisch bezeichnet, sondern nur die Denkweise. ;)


    Stell Dir vor, Du bist in der Situation und brauchst dringend ein neues Organ.


    Wärst Du nicht auch sehr dankbar, wenn jemand so frei ist und seine Organe zur Verfügung stellt und Dir damit ein neues Leben schenkt?


    Denn an seinem eignen Leben hängt man, vor allem in Momenten, wo es einem körperlich sehr schlecht geht.


    In solchen Momenten beten sogar die überzeugtesten Atheisten zu Gott.


    Ich verstehe und akzeptiere die Meinung anderer und mir ist durchaus klar, das die Meinungen zu diesem Thema auseinander gehen.


    Meine Gedanken zur Organsspende würde ich dadurch erklären, das ich ein sehr empathischer Mensch bin.


    Kranke Menschen, die ein neues Organ bräuchten, lehnen es genau so oft ab, wie die Menschen, die eine Organspende ablehnen.


    Das ist völlig akzeptabel und legitim.


    Umgekehrt bejahen ebenso viele Menschen eine Organspende und ebenso viele die Annahme eines gespendeten Organs.


    So hält sich das Gleichgewicht.


    Keiner wird zu etwas gezwungen und jeder hat die Verantwortung für sein eigenes Leben in der Hand.


    Was mich betrifft, ich würde gerne nach meinem Tod jemandem oder sogar mehreren Menschen ein neues Leben mit allem drum und dran schenken,
    sprich Verantwortung für dessen Leben schenken, indem ich meine Organe zur Verfügung stelle.



    Gruß, Phobo. ;)

  • Zitat Buh: "Das Du mein Denken (und nicht nur meines, wie wir hier schon festgestellt haben) als egoistisch bezeichnest, finde ich sehr unverschämt."


    Zitat Phobophobia: "Ich habe niemanden speziellen als egoistisch bezeichnet, sondern nur die Denkweise."


    Ahhh, ja...es bleibt also unverschämt...


    Natürlich wäre ich dankbar, wenn es um mein Leben geht, für jeden Organspendeausweis. Das bin ich auch ohne das ich jetzt in akuter Gefahr bin. Nichtsdestotrotz geht es um MEINEN Körper und um MEINE Organe. Ich bin leider kein Gut-Mensch (zumindest was das betrifft) und ich werde wohl kaum meine Meinung ändern, nur um als solch einer zu gelten.


    Aber schön, dass Du so denkst und auch Meinungen akzeptierst, die nicht Deiner entsprechen. Hatte für einen kurzen Moment das Gefühl, dass Du mich überzeugen willst...

    Soll ich ihnen etwas Kompott in die Anorakkapuze schütten?
    Zitieren? Is nich.
    Smileys? Vergiss es.

  • Meine Fragen kamen wahrscheinlich so rüber als wenn ich Dich überzeugen wollte, dem ist aber nicht so.


    Ich wollte damit der Sache nur mal auf den Zahn fühlen, ich bin eben neugierig und interessiere mich für die Ansichten von anderen Menschen.


    Ich akzeptiere andere Denkweisen, egal ob sie sich mit meiner Denkweise vertragen oder nicht.


    Darüber kann man reden, man muss auch nicht immer auf einen Nenner kommen und gleich in Streit ausbrechen.


    Ich bin empathisch und absolut unegoistisch gegenüber Mitmenschen und ich würde mein letztes Hemd geben, wenn es den Menschen,
    die ich mag dadurch besser gehen könnte, das ist meine Einstellung.


    So, genug persönliches erzählt.


    Man merkt jetzt deutlich, dass das Thema "Organspende" eine Angelegenheit ist, wo es ausschließlich um Akzeptanz und Grenzen geht.


    Wenn Dir meine Ansicht "unverschämt" erscheint (und das ist auch völlig okay so), dann akzeptiere ich das und werde auch nicht näher darauf eingehen.


    Es fehlt dann nur die Akzeptanz der Anderen Seite zu meiner Ansicht.


    Aber das kann und werde ich nicht beeinflussen oder gar erzwingen.



    Gruß, Phobo. ;)

  • "Es fehlt dann nur die Akzeptanz der Anderen Seite zu meiner Ansicht."


    Wer akzeptiert denn nicht Deine Einstellung zur Organ-Spende?
    Ist ja frech! Wie gesagt: Jeder sollte selbst entscheiden, was er tun oder lassen möchte, da finde es es anmaßend und geradezu arrogant von Deinen Freunden/Familie/Bekannten/Wem-auch-immer, wenn diese Dir Deine Meinung nehmen wollen. Solltest Du doch selbst entscheiden können, was mit Deinem Körper geschehen soll!

    Soll ich ihnen etwas Kompott in die Anorakkapuze schütten?
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  • Du akzeptierst meine Ansicht nicht, das ich das Wort "egoistisch" erwähne bzgl. der Organspenderei, das ist es worum es gerade geht.


    Wenn Du meine Ansicht als frech und unverschämt bezeichnest und versuchst, mich mit Deinen Feststellungen, die mich betreffen zu reizen,
    dann kann ich da leider nur von Inakzeptanz sprechen. ;)


    Außerdem nimmt mir niemand aus meinem Bekanntenkreis meine Einstellung, ich weiß jetzt gerade nicht, wie Du darauf kommst.


    Ich bin mit 25 Jahren schon erwachsen und darf alleine entscheiden, ob meine Organe jemand bekommt oder nicht.


    Aber vielleicht sollten wir unser persönliches Techtel Mechtel lieber per PN weiter austragen?!


    Da kannst Du mich dann auch so bezeichnen, wie Dir gerade zu Mute ist, aber langsam wird es zu persönlich und zu Themenfremd.


    Mal ein anderes Denkbeispiel:


    Wenn jetzt z.B. jemand aus Deiner Familie an Krebs erkrankt und unbedingt Blut oder Knochenmark benötigt, sagst Du da: Nein! ?



    Gruß, Phobo.

  • Ich fühlte mich nicht angesprochen, deswegen auch meine logische Schlussfolgerung, dass jemand in Deinem Umkreis Deine Meinung zur Organspende nicht für gut heißt


    Du findest meine Ansicht "egoistisch", ich finde Deine Ansicht zu meiner Ansicht unverschämt. Akzeptieren tue ich es, finde es nur unverschämt. Du akzeptierst das auch, findest es aber "egoistisch". So, und jetzt zeige mir doch mal den Satz, der Dir sagt, dass ich was-immer-Du-sagst nicht hinnehme!


    Was ist daran überhaupt themenfremd? Dieses hier ist das beste Beispiel dafür, dass niemand Fremdes über den Körper anderer zu entscheiden hat. Es zeigt, dass, wenn man mal nicht mit dem Strom schwimmt und wenn man mal nicht das tut, was der landläufigen Meinung von "sozial" entspricht, als egoistisch bezeichnet wird. Entschuldigung. Ich meine natürlich, dass die ANSICHT als egoistisch bezeichnet wird.


    Wo es hier persönlich wird, weiß ich nicht. Ich muss nur sagen, dass ich darauf gewartet, ja, richtig gelesen -gewartet- habe, dass jemand mit "Egoismus" kommt. Denn dass derjenige einfach mal das losplappert, was seinem ersten Gedanken entpricht, empfinde ich als gerade-mal-5-Meter-gedacht. Das ist natürlich nicht auf Dich bezogen, Phobophobia, denn ich weiß, dass Du etwas weiter denkst und andere Meinungen selbstverständlich akzeptierst, auch wenn Du sie nicht nachvollziehen kannst...


    Falls jemand auf die Idee kommen sollte, der ganze obere Teil wäre Off-Topic, hier etwas damit dieser Post "einen Sinn hat":
    Blut und Knochenmark sind im Übrigen nicht mit einer Organspende vergleichbar (finde ich jedenfalls). Es gibt zwar immer Risiken, aber man lebt noch und ist aktiv an der Entscheidung beteiligt. Während man bei einer Organspende nicht mal eben sagen kann "Hey, lasst mir mein Herz drin! Ich habe vor ins Koma zu fallen und in 10 Jahren wieder aufzuwachen!". Kein Vergleich.

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  • Zu dem ersten Teil Deines Beitrags schweige ich jetzt mal ganz gekonnt. ;)


    Da kommen wir auf keinen Nenner, denn wir reden aneinander vorbei, ist okay.


    Man kann übrigens auch ein Organ spenden und dann weiter leben.


    Wie ich bereits schon mal geschrieben habe, beinhaltet die Organspende nicht nur "Organe".


    Man kann z.B. eine Niere oder eine halbe Leber spenden und dann noch gut weiterleben.


    Man kann Blut und Knochenmark spenden, was auch Bestandteile des Körpers sind.


    Haut für eine Hauttransplantion kann man spenden, Blutgefäße für einen Bypass etc.


    Das alles fällt unter die Organspende/ Lebendspende.


    Bei der Lebendspende spendet ein noch lebender Mensch einem anderen Menschen das notwendige Organ oder die erforderlichen Zellen.
    Dies sind entweder paarig oder segmenthaft angelegte Organe oder Organe mit einer hohen Regenerationsfähigkeit.
    Hierzu zählen beispielsweise die Nieren, die Leber, die Lunge und reproduzierbare Zellen oder Gewebe wie Blut, Knochenmark, Samen oder Eier.


    Am häufigsten findet hier die Nierentransplantation statt, da dieses Organ im Körper paarweise vorhanden ist und somit der Spender seine Nierenfunktion nicht einbüßt.
    Ein weiteres Organ, bei dem Lebendspenden eine zunehmende Rolle spielen, ist aufgrund ihrer hohen Regenerationsfähigkeit die Leber.


    Quelle: Klick



    Gruß, Phobo. ;)

  • Na, das ist doch schön. Dann sind wir uns ja einig.


    Meine ablehnende, persönliche, nur auf mich bezogene Meinung bzgl. Organspende war allein auf die Organe bezogen ohne die man sehr schlecht weiterleben kann und die den Tod des Spenders voraussetzen.


    Alles andere: Meinetwegen.

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  • Bizarre Show-Idee


    Drei Nierenkranke sollen bei einer Fernsehshow in den Niederlanden um das Organ einer todgeweihten Niederländerin wetteifern.



    Bei der "Großen Spendershow" am nächsten Freitag (1. Juni) werde die 37 Jahre alte Lisa darüber entscheiden,
    welcher der drei Kandidaten ihre Nieren erhalten soll, teilte der Sender BNN im Vorfeld mit.
    Die Zuschauer können der Todkranken per SMS empfehlen, welcher Kandidat das Organ erhalten soll.


    "Moralisch falsch und verwerflich" nannte Joop Atsma, Medien- Experte der christdemokratischen Regierungspartei (CDA), am Samstag das bizarre Konzept.
    Er werde die Show in der kommenden Woche im Parlament diskutieren lassen.


    Die "Große Spendershow" ist eine Produktion der Firma Endemol.
    Das Unternehmen hatte 1999 bereits die umstrittene Containersendung "Big Brother" entwickelt, bei der die Zuschauer über die Bewohner einer Wohngemeinschaft abstimmen.
    Auch der vor allem bei Jugendlichen beliebte Sender BNN war bereits mehrfach wegen provokanter Showkonzepte in die Kritik geraten, beispielsweise mit einem Sexkurs für Teenager.
    Im vergangenen Jahr startete eine Show, bei der Menschen zu ihren Sexgewohnheiten befragt und diverse Drogen ausprobiert werden.


    BNN-Chef Laurens Drillich verteidigte am Samstag sein neuestes Konzept und betonte, die Show werde wie geplant über den Sender gehen.


    "Die Bewerber haben eine Chance von 33 Prozent, eine Niere zu bekommen.
    Das ist wesentlich besser als bei Menschen auf der Warteliste", sagte er.


    Oft werde angenommen, dass Organe für Transplantationen nicht mehr so rar seien wie vor einigen Jahren.
    Das Gegenteil sei aber der Fall.


    Der BNN-Gründer Bart de Graaf war vor fünf Jahren an einem Nierenleiden gestorben.
    Er hatte nach Angaben des Senders vergeblich auf ein Spenderorgan gewartet.
    Mit der Sendung wolle man nun auf den Mangel an Organen hinweisen, teilte BNN mit.
    Die niederländische Regierung hatte kürzlich eine neue Kampagne gestartet, um die Öffentlichkeit zu motivieren, sich als potenzielle Organspender erfassen zu lassen.


    Quelle: Klick



    Gleich kommt in den 24.00 Uhr Nachrichten auf RTL der Beitrag dazu.


    Was sagt ihr dazu?



    Gruß, Phobo. ;)

  • Hier noch ein Aspekt der Organspende:


    Rostock - Anderthalb Jahre nach der weltweit http://www.spiegel.de/wissensc…sch/0,1518,383303,00.html]ersten Gesichtsverpflanzung im November 2005 in Frankreich[/url] geht es der Patientin besser als erwartet.


    Das Gesicht der Frau, die durch einen Hundebiss schwer entstellt worden war, habe heute wieder große Ähnlichkeit mit dem Gesicht vor dem Vorfall.


    Das sagte der verantwortliche Chirurg Bernard Devauchelle am Donnerstag bei einer Fachtagung in Rostock.
    Beweglichkeit und Gefühl in den transplantierten Bereichen hätten sich gut entwickelt.


    "Die Patientin kann wieder lachen und mit ihrem Gesicht ausdrücken, was sie fühlt."
    Sie führe fast wieder ein normales Leben und könne auch wieder in den Spiegel sehen.
    "Es ist heute ihr Gesicht", berichtete Devauchelle.


    Der damals 38-jährigen Patientin war die gesamte Kinn- und Nasenpartie einer Toten verpflanzt worden.
    Danach seien keine weiteren Operationen nötig gewesen, sagte Devauchelle auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.
    Lediglich einige kleinere Behandlungen wie eine Injektion des Nervengifts Botox, um die Lippen symmetrisch zu gestalten, seien vorgenommen worden.
    Die Patientin müsse allerdings lebenslang Tabletten nehmen, um die Abstoßung des fremden Gewebes zu verhindern.


    Quelle: [url=http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/mensch/koerper/4098104-Chirurg-Ergebnis-erster-Gesichtsverpflanzung-besser-als-erwartet,cc=00000709190004098104151OZT.html]Klick[/url]



    Gruß, Phobo. ;)

  • Bezüglich der niederländischen Organspende-Show...
    Mal abgesehen davon, dass sie sich als Fake herausgestellt hat (siehe Link am Ende des Posts), habe ich für meinen Teil keinerlei Probleme mit so einer Show. Nach allem, was ich bisher im TV gesehen habe, verwundert mich sowas nicht sonderlich, außerdem ist es immerhin jedem selbst überlassen, was man mit seinen Organen macht. Die Idee einer solchen Show ist zwar schon irgendwie makaber, aber wenn man sowas unbedingt ins Fernsehen bringen will, von mir aus... :mrgreen:


    Hier nochmal der Link zu der Organspende im TV:
    http://www.welt.de/vermischtes…ganspende-Show.html?r=RSS

    "Weg mit unserer Rationalität, dunkle Sonnenbrillen für alle!"
    (Cyllíeths Antwort auf mein "Manche können ihre Brillengläser in der Sonne dunkel machen!!!!11" im MSN-Gespräch zum Thema Psikräfte)

  • Mein Vater ist Dialysepatient. Seit 4 Jahren warten wir auf eine Spenderniere für ihn. Er ist mittlerweile fast 70 und sein Zustand wird von Tag zu Tag schlechter. er verbrint 4 Stunden 3 mal die Woche an einer Mschiene. Er nimmt über ein dutzend Tabletten am Tag, was wiederum seine Leber schädigt.
    Er wurde vor einem Jahr von der Warteliste entfernt, weil durch die Dauer der Dialyseprozedur (4 Jahre) seine Arterien verkalkte Stellen aufweisen. Nach dieser Arterienreinigung müsste er sehr bald wieder ein neues Organ bekommen, damit die Arterienverstopfung nicht wiederkommt (je öfter so ein Eingriff unternommen wird, desto geringer die Chance auf eine neue Niere auf der Liste, weil das Risiko, dass sein Körper Probleme aufweist größer wird!). Diese Reinigung wurde durchgeführt, vor - wie gesagt - einem Jahr. Wir warten noch immer. Nachdem mein Vater von der Liste entfernt wurde, verbrannte ich meinen damaligen Spendeausweis, denn aus meiner subjektiven Sicht, ist das Verfahren einfach nur unfair! Ich habe die Hoffnung auf eine Niere für meinen Vater fast schon aufgegeben.
    Manche von euch meinen vielleicht, dass sollte mir jetzt besonderen Ansporn liefern mir so einen Ausweis zuzulegen, aber das stimmt nicht. Meine Enttäuschung hat genau das Gegenteil bewirkt.

    Religionskrieg ist, wenn Menschen verschiedener Religionen sich darüber streiten, wer den cooleren imaginären Freund hat.

  • Mist, jetzt wollte ich gerade einen Thread zum Thema erstellen, aber da war Phobo mal wieder schneller. :-)


    Irgendwie entdecke ich immer mehr Gemeinsamkeiten zwischen Phobo und mir. Ob mich das jetzt freuen, oder ich mich eher fürchten sollte, weiss ich noch nicht. ;) Jedenfalls habe ich auch schon seit Jahren einen Organspendeausweis mit unbeschränkter Ausschlachtungsgenehmigung. Allerdings habe ich unter "Besondere Hinweise" noch vermerkt, dass ich jahrelanger, starker Drogenkonsument war. Vielleicht sind meine Nieren ja inzwischen ein Fall für den Sondermüll. :-) Aber ansonsten dürfen sie ungehemmt das Messerchen schwingen.


    Ausserdem bin ich noch in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei registriert. Zwar weiss ich nicht, wie ich auf eine Vollnarkose reagieren würde, da ich noch nie eine hatte. Aber hey! No Risk, no fun! ;)


    Irgendwie versteh ich hier die Argumente der Spendegegner nicht so wirklich. Ich selbst bin bekennender Misanthrop. Ich mag Menschen nicht besonders, oder zumindest nur sehr wenige. Trotzdem sehe ich keinen plausiblen Grund, meine Organe nach meinem Tod nicht der Allgemeinheit zu vermachen. Und tot heisst in diesem Falle auch wirklich tot. Organe werden erst dann entnommen, wenn der Hirntod einwandfrei festgestellt wurde, dass heisst, wenn keinerlei Hirnströme mehr messbar sind. In einem solchen Fall ist es schlicht unmöglich, dass der Proband irgendwann noch einmal aufwacht. Im Prinzip ist er dann nichts anderes, als eine Petrischale voller lebender Zellen. Das ist kein Mensch mehr und wird auch nie wieder einer sein, sozusagen eine leere, seelenlose Hülle. Man kann das mit einem Huhn vergleichen, dem der Kopf abgeschlagen wurde. Es läuft zwar noch ein paar Meter im Kreis herum, wird aber nie wieder fröhlich picken. :-)


    Für die Organspende gibt es in Deutschland sehr strenge Regelungen. Es müssen mindestens zwei Ärzte den Hirntod einwandfrei feststellen, bevor auch nur der erste Schnitt getan werden darf. Die hier verbreitete Angst, man könnte einen komatösen, vielleicht noch lebensfähigen Patienten ausschlachten, ist also absolut unbegründet. Wer jetzt weiterhin auf diesem Punkt beharrt, ist in meinen Augen ein ignorantes, feiges A***loch. Sorry Buh, war nicht persönlich gemeint, ist aber nunmal Tatsache.


    Seit einiger Zeit wird ja immer mal wieder darüber diskutiert, ob man nicht die Regelung einführen soll, dass jeder, der nicht ausdrücklich und schriftlich die Organspende ablehnt, automatisch zum Organspender wird. In Österreich wird das meines Wissens schon heute so geregelt. In Deutschland soll es angeblich nicht durchführbar sein. Ich frage mich, wieso das so ist? Persönlich würde ich eine solche Regelung jedenfalls begrüssen. Angeblich sprechen sich in unserem Land ca. 80% der Menschen für einen Organspendeausweis aus. Aber nur etwa 12% besitzen einen. Die anderen sind entweder zu faul oder zu ignorant, sich darüber Gedanken zu machen. Mit dieser Regelung sähe das sicher anders aus. Man kann in diesem Ausweis schliesslich auch ankreuzen, dass man jegliche Organspende ablehnt. Man muss es nur tun. Die Entscheidung darüber den Angehörigen zu überlassen, finde ich schlicht pervers. Denn wer möchte sich im Trauerfall auch noch Gedanken darüber machen, ob der geliebte Mensch ausgeschlachtet werden darf? Ich jedenfalls nicht. Und die Entscheidung darüber muss schnell getroffen werden, quasi solang der Tote noch warm ist. Das ist also auch keine wirkliche Lösung.


    Momentan ist sogar die Möglichkeit in der Diskussion, die Spendebereitschaft auf dem Krankenkassenchip zu vermerken. Damit muss sich dann jeder Gedanken machen und sich entscheiden. Ich fände das super. Allerdings kann man sich auch plötzlich umentscheiden wollen. Und das wäre dann mit etwas mehr Aufwand und einer neuen Karte verbunden. Aber da mir meine Krankenkasse sowieso jedes Jahr aus unerfindlichen Gründen mindestens 2 neue Karten schickt, sollte das auch kein echtes Hindernis sein.


    Wenn es nach mir ginge, sollte die Entscheidung, ob ein Mensch eines der wenigen, begehrten Organe erhält sogar daran festgemacht werden, ob er selbst seine Spendebereitschaft erklärt hat, oder nicht. Menschen wie Buh und einige andere hier würden in einem solchen Fall dann wohl ziemlich blöde aus der Wäsche schauen. Das klingt zwar ziemlich gemein. Aber ich finde, es ist nur fair. Wer nur nehmen und nicht geben will, sollte dafür nicht auch noch belohnt werden.

  • "Mist, jetzt wollte ich gerade einen Thread zum Thema erstellen, aber da war Phobo mal wieder schneller."
    Kunststück. Besonders weil meine Wenigkeit das Thema eröffnet hat.


    Nach Deinem Standpunkt, wäre eine Regelung, mit der jeder zum Organspender erklärt wird doch optimal! Wenn Du Menschen wie mich, die sich nach langem Überlegen gegen eine Organspende entschieden haben, verurteilst, dann schreit das doch nach Gleichmachung. Wer bitte nimmt sich das Recht, mir meine Entscheidung vorschreiben zu wollen? Du? Du willst mir sagen, was ich mit meinem Körper machen soll und was nicht? Was wäre ein Gesetz mit dem Inhalt, dass jeder Mann beschnitten sein soll? Willst Du die verurteilen, die keine Beschneidung möchten? Oder ein Gesetz, welches die Haarlänge vorschreibt? Mein Körper bleibt mein Körper und was damit passiert entscheide ich und nicht der Staat oder jemand anderes!


    Das Problem sind (ich wiederhole mich) nicht diejenigen, die sich dagegen entschieden haben, sondern diejenigen, die noch nie darüber nachgedacht haben. Denn denen ist es scheißegal, was nach ihrem Tod passiert. Mir und Dir dagegen nicht.


    Ich muss immer wieder den Kopf schütteln. Kann man denn so engstirnig sein, dass man keine anderen Meinungen akzeptiert? Ich verlange doch auch von niemanden seinen Spenderausweis ins Feuer zu werfen. Ich verlange nur, dass man solch persönliche Entscheidungen selbst machen darf und muss und diese dann auch akzeptiert werden.


    Kein Mensch fragt nach meinen Gründen. Ich würde sie auch nicht nennen, da sie völlig irrelevant sind. Es geht um die Freiheit, Entscheidungen, die anderen nicht gefallen, treffen zu können. Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass es hierbei um die ganz persönliche Freiheit des Menschen geht.

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    Zitieren? Is nich.
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  • Sorry, irgendwie war ich jetzt auf Phobo geeicht. Ich bin es eben so gewohnt, ständig auf von ihr eröffnete Threads zu treffen, dass es schon fast zur Gewohnheit geworden ist. ;-)


    Du hast mich mal wieder nicht verstanden. Natürlich gehört dein Körper dir. Dieses Recht will ich dir ja auch garnicht abstreiten. Aber denk mal über meinen Vorschlag nach, dass nur Patienten ein Spenderorgan erhalten sollten, die vorher auch selbst einer Organspende zugestimmt haben. In einem solchen Fall würdest du ziemlich dumm aus der Wäsche schauen. Das wäre jedenfalls nur fair. Ich weiss, das ist keine praktikable Lösung. Aber vielleicht regt sie einige Menschen zum Nachdenken an.


    Zitat

    Ich muss immer wieder den Kopf schütteln. Kann man denn so engstirnig sein, dass man keine anderen Meinungen akzeptiert? Ich verlange doch auch von niemanden seinen Spenderausweis ins Feuer zu werfen. Ich verlange nur, dass man solch persönliche Entscheidungen selbst machen darf und muss und diese dann auch akzeptiert werden.


    Kann man denn so engstirnig sein, dass einem das Leben anderer Menschen egal ist? So sieht es bei dir jedenfalls aus. Sicher darfst du deine eigenen Entscheidungen treffen. Aber was wäre denn, wenn alle potentiellen Organspender die Entscheidung träfen, dass du oder deine Angehörigen im Falle eines Falles kein Spenderorgan bekommen sollen? In diesem Fall wärst du wahrscheinlich die Erste, die laut "Ungerechtigkeit!" ruft. Denk da mal drüber nach.


    Zitat

    Ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass es hierbei um die ganz persönliche Freiheit des Menschen geht.


    Zitat

    Wenn Du Menschen wie mich, die sich nach langem Überlegen gegen eine Organspende entschieden haben, verurteilst, dann schreit das doch nach Gleichmachung. Wer bitte nimmt sich das Recht, mir meine Entscheidung vorschreiben zu wollen?


    Siehe oben. Wenn du nämlich verlangst, dass du im Ernstfall ein Spenderorgan bekommst, obwohl du selbst nicht bereit bist zu geben, so ist das in meinen Augen ebenfalls eine Gleichmachung. Und eine abgrundtief egoistische obendrein. Denk auch darüber einmal gründlich nach. Ich wünsche dir nicht, dass du jemals in die Situation kommst, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein. Aber vielleicht wäre es ganz hilfreich. Viele Menschen, die vor ihrer Krankheit so dachten wie du, haben sich anschliessend eines Besseren besonnen. Mein Ausbilder beim Bund hatte stets den Spruch "Lernen durch Schmerz" auf den Lippen. Heute weiss ich, dass tatsächlich nichts einen Menschen so gut lehrt, wie der eigene Schmerz.

  • Hi,
    Also ich werde meine Organe auf jeden Fall spenden, wenn ich tod bin. Dann brauche ich sie ja nicht mehr so dringend und die Idee, dass nur Leute die ihre Organe spenden wollen auch Organe bekommen finde ich (klingt gemein aber ist meine Meinung) nur fair. Aber es kann sich natürlich trotzdem jeder dagegen entscheiden.


    mfg loafer

  • Nieselpriem : Verlange auch keines. Das stimmt schon: Nur wer bereit ist zu geben, kann auch nehmen. Natürlich würde ich das, wenn ich halbtot in den Seilen hänge, nicht so locker sagen.


    Puh, und ich dachte schon, Du würdest meine Meinung und meine Entscheidung nicht akzeptieren. Aber da dem nicht so ist, ist ja alles in Ordnung und ich bin wieder fort.

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  • Ach Buh... auch wenn wir ständig aneinander geraten und ich dir wahrscheinlich den Eindruck vermittle, ich würde dich nicht mögen, kann ich dir versichern, dass dem nicht so ist. Ich mag dich. Du bist stachelig, widerborstig und stur. Ich mag das wirklich. Das ist mir allemal lieber als ewige Ja-Sager. Speichellecker und Ar***kriecher sind mir zuwider.


    Ich teile nur viele deiner Ansichten nicht, da ich der Meinung bin, dass du oftmals ein etwas begrenztes Sichtfeld hast. Woher das rührt, weiss ich nicht. Ich bin in dieser Hinsicht zwar oftmals auch nicht anders. Aber dei diesem Thema hier ist selbst mir, als bekennendem Misanthropen, eine gewisse Gleichgültigkeit deinerseits deinen Mitmenschen gegenüber aufgefallen. Das finde ich einfach etwas bedenklich. Ich akzeptiere deine Entscheidung, die Organspende zu verweigern. Aber ich muss sie nicht respektieren. Deshalb habe ich versucht, dir die eventuellen Folgen deines Handelns aufzuzeigen. Das sollte kein persönlicher Angriff gegen dich sein. Ich bin nur der Meinung, dass du über gewisse Punkte deiner Entscheidung noch einmal gründlich nachdenken solltest. Das ist alles. :-)

  • Ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass wir öfter aneinander geraten. Da muss ich wohl ein wenig Forschung betreiben...Aber gut, dass Du den Eindruck den hoffentlich viele hier von mir haben so schön in ein paar herzerwärmende Worte gefasst hast. Danke für das Kompliment.
    Ooooch, sooo begrenzt ist mein Sichtfeld gar nicht. Vielleicht manchmal zu ideologisch in gewissen Punkten. Vielleicht habe ich aber auch einfach nur Spaß daran, anderer Meinung zu sein. Aus Prinzip sozusagen. Ist ja auch egal.


    Ich habe darüber nachgedacht. Gründlich. Wirklich. Danke auch für Deine Besorgnis um mein Seelenheil und meine körperliche Genesung, wenn ich mal eine Straßenbahn übersehen haben sollte. Aber ich bleibe dabei: Nein, is nich.

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