Expansion des Universums

  • Gerade heute und seit einigen Wochen scheint sich in dem von mir geannten Bereich recht viel zu regen. Ich hatte vorhin in einem anderen Thread bereits darauf verlinkt, wobei die Artikel dort nur Beispiele sein sollten und keiner tieferen Diskussion bedürfen.
    Thematisch deckt es sich auch mit der, nicht ganz nachvollziehbaren, Unterstellung die Wissenschaft wäre sich ihrer selbst zu sicher etc. pp.. Ich werde nun nicht die Latte an Ausführungen wiederholen.


    Die Kurzfassung der Artikel:


    Das Konzept der dunklen Materie wurde einst eingeführt, da man mit ihr die Diskrepanz zwischen berechneten und beobachten Phänomenen, vornehmlich den Bewegungen von Galaxien im Raum, sowie der Rotationsgeschwindigkeit ihrer Spiralarme erklären konnte.
    Mit steigender Entfernung vom galaktischen Zentrum, sollte die Geschwindigkeit abnehmen. Folgende Darstellung illustriert das treffend.



    Die Newton'schen und Einstein'schen Methoden wurden entsprechend modifiziert, genau genommen wurden ihnen diverse Parameter, welche in ihrer Bestimmung frei zu sein scheinen, hinzugefügt um das Beobachtete in Einklang mit dem Berechneten zu bringen.
    Andere Wissenschaftler nähern sich diesem Thema aus einer anderen Perspektive und haben plausible Erklärungen formuliert und mühevoll ausgearbeitet.
    Resultat ist: Die etablierten Modelle, besonders Aspekte der Relativitätstheorie, können damit mindestens auf ihre Vollständigkeit hin angezweifelt werden. Es ist gleichermaßen denkbar, dass man das Phänomen der "Gravitation" auch grundsätzlich falsch verstanden hat und das völlig neue Methoden ermittelt werden müssen um unser derzeitiges Verständnis von der Gravitation zu überarbeiten und zu korrigieren.


    Da trotz gewaltiger Aufwendungen bislang jedoch noch kein Dunkle-Materie-Partikel gefunden bzw. bestätigt werden konnte (erst kürzlich erbrachte die Suche nach Spuren Dunkler Materie in der Gammahintergrundstrahlung keine Hinweise darauf, dass Dunkle-Materie-Teilchen Gammastrahlung abgeben, …GreWi berichtete), hat sich Erik Verlinde von der Universiteit van Amsterdam der Problematik auf andere Weise genähert: „Vielleicht liegt das Problem nicht bei der Dunklen Materie – vielleicht verstehen wir nur nicht wirklich, wie die Gravitation funktioniert? (…) In großen Maßstäben, scheint Gravitation nicht mehr so zu funktionieren, wie Einsteins Theorie dies vorhersagt.“ (…GreWi berichtete).


    Der Vorteil von Verlindes Theorie liegt darin, dass sie keine freien Parameter benötigt, um tatsächliche Beobachtungen zu erklären. Das Konzept der Dunklen Materie benötigt hingegn gleich vier solcher freier Parameter, um mit den Beobachtungsdaten in Übereinstimmung gebracht zu werden.




    Ich empfinde das als Bemerkenswert, insbesondere deswegen, weil die herrschenden Ansätze -Newton, Einstein et. al.- noch immer Prüfungen und Gedankenspielen unterzogen werden. Noch besonderer ist das deswegen, weil Newton und Einstein schon Dutzende Male durch aufwändige Versuchsanordnungen bestätigt wurden.
    Immerhin betreiben wir Raumfahrt und das bereits ausgesprochen präzise. Derzeit eben durch die etablierten Modelle.


    Was heißt das nun?
    Ich weiß es nicht genau, da die etablierten Modell ja offensichtlich funktionieren. Sie sind präzise genug in ihren Vorhersagen, dass wir Plutos Bahn entsprechend berechnen konnten um ein Sonde (New Horizons) so abzufeuern, dass sie nach 10 Jahren quasi an ihm vorbei kratzte und uns mit wundervollen Bildern und etlichen weiteren Daten versorgen konnte.
    Anhand dessen ist es aus meiner Sicht nicht ganz korrekt, davon zu sprechen, Einsteins und Newtons Ergebnisse seien grundsätzlich falsch (Gut. Diese Formulierung findet sich auf Gre-Wi-aktuell, und irgendwie muss man Texte ja einleiten.)
    Aber es bedeutet definitiv das, was so oft angezweifelt wird. Wissenschaft überprüft sich beständig selbst. Irgendjemand vergisst die Fragen nicht, die irgendwann mal aufkamen. Irgendeiner schaut immer noch mal nach und stellt Überlegungen zu den Problemen an die sich bei der Forschung zwangsläufig immer irgendwo ergeben.
    Wenn sich also der Inhalt dieser Texte mit der Zeit bestätigen sollte, wird es irgendwann eine "Neue" Formulierung zur Gravitation geben. Eine die dann womöglich vollständig ist und das Problem der "dunklen Materie" gelöst hat. Ich vermute aber, dass auch sie wieder Fragen aufwirft.


    Neue Theorie: „Unser Verständnis von Gravitation ist grundsätzlich falsch“


    Erster Test von alternativer Gravitationstheorie stellt Dunkle Materie in Frage


    Extragalaktischer Gammastrahlen-Hintergrund zeigt keine Spuren Dunkler Materie


    Und um die Hauptthematik etwas zu aktualisieren: Hier noch ein Artikel von Spiegel Online; etwas Besser auf Spektrumzu finden.


    Es geht also noch schneller von statten. Ich bin gespannt auf die künftigen Ergebnisse.