Kranke als Gegner – Ärzte ziehen über Patienten her

  • In einem exklusiven Internetforum lästern einige Mediziner in schockierender Weise.
    Frontal21 hat herausgefunden, was einige Ärzte tatsächlich über ihre Patienten denken.


    Zwei-Klassen-Therapie ist Alltag in deutschen Praxen.
    Dabei sind 90 Prozent der Bevölkerung gesetzlich versichert.
    Und viele Ärzte verdienen gut an ihnen: im Durchschnitt monatlich 8000 Euro brutto, so Experten - und das nach Abzug aller Praxiskosten.
    Das hindert Ärzte nicht in den Foren über Kassenpatienten herzuziehen.



    Hier einige der bedenklichen Auszüge aus den Unterhaltungen mancher Ärzte:


    Zitat

    Wenn 20 "Kassler" im Wartezimmer sich den Arsch plattdrücken, geht der Türöffner auf "off" und der Anrufbeantworter auf "on".
    Das wars für heute.
    Sprechzeiten für "Berufstätige" Kassenmitglieder bis 18 oder 19 Uhr???????
    Da sitze ich schon seit 2 Stunden vor dem Kamin oder in der Sauna....


    Zitat

    Heute erfuhr ich vom Ableben eins langjährigen Patienten und ertappe mich dabei, wie ich mich freue, dass ich nun erheblich weniger Medikamente aufschreiben muß.
    Wäre ich (Kassen-)Patient, ich würde den Fuß nicht in meine Praxis treten.


    Zitat

    Diese Patienten sind in Billigheimer-Kassen versichert und wollen bloß nicht nix zusätzlich beim Arzt ausgeben müssen (aber für die Fluppen und HDTV reicht es immer).


    Zitat

    Kassenpatienten stehen moderne Behandlungsverfahren perse nicht zu.
    Nur dann, wenn sie (...) wirtschaftlich sind. (...) raus aus der Ethikfalle!


    Zitat

    Die Patienten sind unsere Gegner (...)


    Zitat

    Es bleibt uns nur eine Möglichkeit: Dem Patienten einmal kollektiv die Leistung zu verweigern, ob durch Streik oder totale Ablehnung, ohne Rücksicht auf seine Not, Notfall, Schwere der Erkrankung usw.
    Seine Krankheit ist sein Problem, nicht unseres.
    Er muß sehr hart spüren, wie schlimm es ist, wenn er z.B. blutet und keiner geht hin!
    Er muß leiden.


    Quelle: [url=http://www.zdf.de/ZDF/download/0,5587,5001891,00.pdf]Klick[/url]



    Hier noch ein TV Ausschnitt der Sendung:


    - [url=http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/3/0,4070,5552803-6-wm_1500,00.html]http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/3 ... 00,00.html[/url] -



    Ärzte schicken Kassenpatienten trotz starker Schmerzen einfach nach Hause oder lassen sie lange warten:


    - www.volksprotest.de/index.php?te ... ews&id=124 -


    - mephisto976.uni-leipzig.de/modul ... &sid=17319 -


    - www.aerztezeitung.de/docs/2005/0 ... 0a0105.asp -


    - www.focus.de/politik/deutschland ... 45045.html -



    Da wird einem wirklich anders.


    Dabei sind Kassenpatienten in der Mehrheit und bringen auch das Meiste Geld ein.


    Ohne unsere Steuergelder könnten viele Menschen keine Medizin studieren.



    Gruß, Phobo.

  • Zitat

    Es bleibt uns nur eine Möglichkeit: Dem Patienten einmal kollektiv die Leistung zu verweigern, ob durch Streik oder totale Ablehnung, ohne Rücksicht auf seine Not, Notfall, Schwere der Erkrankung usw.
    Seine Krankheit ist sein Problem, nicht unseres.
    Er muß sehr hart spüren, wie schlimm es ist, wenn er z.B. blutet und keiner geht hin!
    Er muß leiden.

    Der Hippokratische Eid in seiner reinsten Form. 8)


    Da ich keine Ärzte konsultiere, weil alle nur Fachidioten (nicht beleidigend gemeint) sind, stören mich diese Äußerungen kaum. Und ehrlich gesagt haben sie teilweise auch recht. Manche Menschen (mein Vater ist einer von denen) rennen wegen jedem blauen Fleck zum Doc.


    Die Ärzte wurden nicht Arzt, weil sie menschenfreundlich sind, sondern weil sie auch groß Kohle machen wollen. Da passen Kassenpatienten mit nem blauen Fleck nicht rein. Unser "Dorfarzt" hat pleite gemacht und geht demnächst wieder nach Tschechien, weil der Reichtum ausgeblieben ist.

  • In jeder Sparte gibt es schwarze Schafe und gerade in der Medizin ist so etwas besonders tragisch.
    Aber es existiert auch in Sozialberufen das sogenannte "Burnout-Syndrom".
    Ich könnte mir deshalb gut vorstellen, dass der eine oder andere Arzt, der in solchen Foren diese Unsinnigkeiten postet, an dieser Form von Depression leidet.
    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Burn-Out-Syndrom


    Weil aber gerade diese Ärzte durch ihr Tun die gesamte Ärzteschaft in ein schlechtes Licht rücken, will ich euch hier versichern, dass der Großteil der Mediziner Tag für Tag versucht nach dem hypokratischen Eid zu Arbeiten, Krankheiten aus der Welt zu schaffen und Leben zu retten.


    Aber natürlich regiert Geld die Welt, dass ist überall so.


    Leider kenne ich mich im deutschen Kassensystem nicht so gut aus und kann daher nur von den österreichischen Sozialversicherungsträgern Beispiele und Begründungen geben.


    Aber auch dort hat man diverse Therapien selbst zu bezahlen, wenn die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten dafür nicht übernehmen will.
    Ja und auch die Ärzte in der Praxis verdienen hier an Privatpatienten mehr, als an Personen die über diesen gesetzlichen Träger abgerechnet werden.


    Betrachtet man die Sache jetzt von der Seite der Krankenhäuser, so muß man auch in Österreich verschiedene Formen unterscheiden.
    Da gibt es eben private Kliniken, die sich die Patienten mehr oder weniger aussuchen können und Spitäler der öffentlichen Hand, die zwar jeden Menschen aufnehmen müssen, aber je nach Ballungszentrum unterschiedlich ausgerüstet sind.
    Aber auch hier verdient das Krankenhaus am Patienten mit Zusatzversicherung mehr, da durch den erhöhten Service der Hotelerie, den zusätzlichen Honoraren für Chefärzte (Wobei meist zu 50% das Spital mitverdient) etc.... mehr Geld in die Kassen gespühlt wird.


    Nur eines ist sicher... jeder gute Arzt will die bestmögliche Therapie für seine Patienten und wird deshalb versuchen, sie ihm auch zu ermöglichen. Wenn dies dann vom Versicherungsträger nicht bewilligt wird, so ist dies tragisch, aber wohl nicht die Schuld des Mediziners.

  • Die öffentlich rechtlichen Sender sind zwar einigermaßen seriös aber gerade Frontal 21 ist dafür bekannt nicht immer so sauber zu recherchieren. Ich denke noch mit etwas Verärgerung über deren Reportage über Killerspiele vor einigen Jahren. Seitdem schaue ich die Sendung auch nicht mehr.

  • Zitat von "irrwish"

    Und ehrlich gesagt haben sie teilweise auch recht. Manche Menschen (mein Vater ist einer von denen) rennen wegen jedem blauen Fleck zum Doc.


    :|
    Lieber lieber Irrwish.
    Mit deiner Einstellung würdest du aber nicht rechtzeitig verhindern, dass du an einem Schlaganfall stirbst.



    Was steht denn hier??? :-o


    Falls du verstehst worauf ich hinaus will... Die Ärzte warnen (auch im TV) das Volk auch vor kleinsten Symptomen, sodass man schnell handeln sollte.
    Und jetzt kommen ein paar kleinen Spinner, die in Depri sind und labern irgendwat von "die sind unsere Feinde" :roll::roll:


    Ich akzeptiere deren Problem nicht als Ausrede. :evil: Keiner hat sie davon abgehalten sich über den Job als Arzt zu erkundigen. Sie hätten schon vorher wissen müssen, dass es stressig wird und kein Zuckerschlecken.
    Meine Fresse, wenn die es nicht als Arzt durchhalten, dann Tschüß :ufobeam:


    Wie oben schon gesagt wurde: Arme kranke Welt!!

    Alles, was sich auf "ich/mich/mein" bezieht, kann/soll auf den Menschen allgemein bezogen werden, was impliziert, dass ich in vielen Aussagen von einem Normalfall, Normwert oder auch Durchschnitt ausgehe und diese(n) als Ausgangspunkt benutze. Somit ist - zumindest aus konstruktivistischer Sicht - die Aussagekraft der Erläuterungen trotz Einbeziehung empirischer Daten und Fakten a priori relativ zu betrachten. Je nach Wahrnehmungs-Cluster des Lesers sind sie völlig falsch oder richtig.

  • Slaneesh und Pseudo1
    Dass ich vielleicht an einem Schlaganfall oder Herzinfarkt sterben werde, das ist mir klar. Da brauch ich keinen Doc, der mir sagt, wie ich mein Leben einzuschränken habe, damit ich 100 werde. Ich will gar nicht 100 werden und ich will auch nicht tausende von Euros in Pharma-Produkte investieren.
    Eigentlich dürftet ihr mir dankbar sein, dass ich diese Einstellung habe. So werden nicht wegen mir die KK-Beiträge erhöht, und auch meine Rente braucht ihr nicht mitfinanzieren, da ich das Rentenalter nicht erreichen werde.
    Aber was soll ich von Ärzten halten, die bei Rosazea Cortison verschreiben und Röteln nicht von Scharlach unterscheiden können???


    Slaneesh
    Meinem Bruder wurde vor kurzem der Blinddarm entfernt. Weil die Ärzte unfähig waren hat er jetzt 3 :!: hässliche Narben. Und das bei einem Blinddarm. :roll:

  • Es scheint , dass hierzulande auch keine rechte Kontrolle mehr herrscht wer mediziner werden kann ? da interessiert nur der erfolgreiche Abschluss, ob der betreffende aber die ethischen eigenschaften für den Beruf mitbringt ?! ...und für viele ist der beruf Arzt sicher ,wie auch für viele die in die Pilitik oder Justiz gehen nur ein Mittel um Macht , Ansehen und karriere zu bekommen ...das sind die , die dann eine Villa ihr eigen nennen und leiber mit Schönheitspfusch-OPs ihr Geld machen , in die Esoterik abwandern etc , während sich die idealistischen Ärzte mit 24 stunden Schichten herumplagen und sich kaputt rackern

    Skepsis ist der erste Weg zur Erkenntnis :)
    ...ein nicht weit blickender Verstand ist schnell mit Glauben gefüllt...

  • Zitat

    In einem exklusiven Internetforum lästern einige Mediziner in schockierender Weise.
    Frontal21 hat herausgefunden, was einige Ärzte tatsächlich über ihre Patienten denken.


    Wow! Was für eine Erkenntnis! Und ich dachte, alls Ärzte wären zur Erde herabgestiegene Sendboten des Herrn...
    Du meine Güte: "Frontal" hat auch über "Killerspiele" berichtet und dabei bewiesen, dass sie exakt null Ahnung von der Materie haben.
    Und davon abgesehen: Ja, und? Es gibt auch Polizisten, die Banküberfälle begangen haben oder Feuerwehrleute, die Brände legten. Die meisten tun das nicht.
    Gerade solche Sensationalisierung und Pauschalierungen sollten wir vermeiden.

  • Dies hat nun nicht mit den Vorwürfen zutun, jedoch kann ich mich zu Einnahmequelle Kassenpatient äußern .
    Heutzutage ist die Kostendeckung eines Standartzahnarztes nicht mehr jene , wie sie es in den goldenen 70/80er waren.
    Eine normale Kassenbehandlung deckt nicht mehr die entstandenen Kosten.
    Wenn man bedenkt das dieser Zahnarzt 300 Euro die Stunde einnehmen muß um seine Kosten zu decken.
    Nicht ohne Grund sind seit 2005 immer mehr Zahnärzte in die Zahlungsunfähigkeit gekommen.
    So gesehen, bei den 90 % Kassenpatienden ohne Zuzahlung wird es in den nächsten Jahren ( denn man bedenke die gestiegene Leistungsbemessungsgrenze für Privatversicherung und der radikale Abbau für eine Privatversicherung seitens der Regierung ) schwieriger einen zu finden.


    Zu den Vorwürfen, es wird immer Gruppen von Menschen geben deren negativen Äußerungen, einen Berufszweig ins Zwielicht setzen.

  • Über die Seriösität der Fernsehnsendung möchte ich nicht diskutieren.


    Fakt ist, das dieses Problem der "2 Klassen Therapie" schon lange ein Thema ist und nicht erst seit heute.


    Frontal21 hat den Fall nicht aufgedeckt, der Fall ist schon länger bekannt.


    Es geht hier auch nur um das Prinzip, das man als "Kassler" benachteiligt behandelt wird.


    Das ist genau wie diese Trennung zwischen arm und reich.


    Etwas dazwischen wurde gekonnt verdrängt.


    Wer reich ist bekommt alles hinterher getragen und wer arm ist.... der hat eben Pech gehabt.


    Wie schon gesagt, Geld regiert die Menschheit.


    Wenn ich hier beim Augenarzt einen Termin machen möchte, dann bekomme ich erst 3 Monate später einen, nachdem ich gefragt wurde bei welcher Krankenkasse ich bin.


    Wenn ich sage, das ich Privatpatient bin, dann bekomme ich noch heute einen Termin.


    Ich finde das traurig.


    Wer möchte schon gerne so benachteiligt behandelt werden?


    Wir sind alle Menschen, die einen mit weniger und die anderen mit mehr Geld, aber trotzdem sind wir Menschen mit einem Recht auf Gleichberechtigung.



    Gruß, Phobo.

  • In so einer Welt leben wir nunmal, leider (den auch ich bin so ein Kassenpatient) gibt es den Kapitalismus, weil die Menschheit nur das Geld als ansporn zum Handeln und zum Fortschreiten hat.


    Ich denke das sich da auch in den nächsten Jahrhunderten, wie in den letzten Jahrtausenden, wird sich nichts ändern wird.


    Jedoch so tragisch die "2 Klassengesellschaft" auch ist, haben auch wir hier unsere Vorzüge davon.
    Man bedenke welchen Wohlstand wir doch haben, vergleichbar mit einem 3. Welt Land.


    Ich behaupte mal, wir haben einer der besten Ärtzlichen Versorgungen, man sehe mal welches Lebensalter man hier erreichen kann.
    Wie aber schon vorher erwähnt wird es keine Privaten in einem Sozialstaat geben, so wird man von diesen Vorzügen keinen gebrauch mehr haben.
    Es muß eine, wie schon so oft verlangt, eine änderen im Gesundheitssystem geben sonst werden die vorgetragenen Probleme noch drastischer.


    Aber solang es die Presse gibt, auch so wird es immer Gesprächsstoff geben.

  • Also ich hatte dieses Gefuehl bisher noch nicht! Im Gegenteil! Wurde wegen einer Sache, von der mein Hausarzt von Anfang an meinte "Manche Menschen haben das voellig ohne jeden Grund" gleich zum Facharzt ueberwiesen, und der hat mich richtig auf den Kopf gestellt. Jede moegliche Untersuchung wurde gemacht. Rausgestellt hat sich, dass ich wohl einer dieser Menschen bin, die das Symptom voellig ohne Grund haben! :)

    Tina

    Wenn Du Hufe hoerst, dann erwarte zuerst einmal Pferde, keine Zentauren!


    Jeder, der an Telekinese glaubt, hebt bitte meine Hand!

  • Hallo Tina :)


    Schön, das Du einen Arzt hast, der -ich nehme mal an, Du bist Kassenpatient- seine Patienten nicht unterschiedlich behandelt.


    Das ist dann wirklich ein guter Arzt mit Herz.


    Wenn ich z.B. 2 Stunden im Wartezimmer warten müsste und sehe wie die Leute alle vor mir dran genommen werden, obwohl sie erst nach mir kamen,
    dann finde ich sowas schon merkwürdig und unseriös.


    Ich würde dann ehrlich gesagt wieder gehen, damit wäre mir zwar auch nicht geholfen, aber so muss man sich einfach nicht behandeln lassen.


    Im Grunde geht dem Arzt durch so ein Verhalten auch Geld flöten.



    Gruß, Phobo. ;)