Requiem For A Dream

  • Hallo,


    habe gerade eben einen Film gesehen, der mich ziemlich nachdenklich gemacht hat und auch schockierte:


    Requiem for a Dream.


    Dieser Film beschäftigt mit der Drogenproblematik und ist wohl neben Trainspotting einer der beeindruckensten Filme des Genres.
    In dem Film geht es um 3 junge Menschen, die der Heroinsucht verfallen. Ebenfalls wird die Mutter einer der drei, und jetzt sage ich es mal mit einem Ausdruck aus Trainspotting "auf eine gut bürgerliche" Art drogenabhängig.
    Während die drei jungen Leuten zuerst versuchen Profit aus Drogen zu machen, um endlich ein neues Leben anzufangen, fängt die Mutter an Aufputschtabletten zu nehmen (Appetitszügler) um abzunehmen. Ihr Traum ist es in einmal im Fernsehen aufzutreten. Da ihr Kind mit sich selber und dem Heroin beschäftigt ist, verfällt sie den Tabletten, denn sie hat sonst niemanden.
    Bei den dreien läuf es nach einigen "schönen" Monaten im Sommer auch nicht viel besser; das erworbene Geld ist weg und die Sucht größer denn je.
    Die Katastrophe nimmt ihren lauf und dazu will ich nicht so viel sagen, dass sollte man sich anschauen.


    Was mich schockierte oder sehr nachdenklich machte ist die schlussendliche Botschaft des Films, da zum Schluss mehr oder weniger das Schlimmste anzunehmende passiert.
    Ich habe dabei direkt an die letzte Szene aus Trainspotting gedacht, in der Renton abhaut und sein Leben ändern will (und wohl auch wird)
    In diesem Film scheint es aber wenig Hoffnung zu geben, bzw. ist es z.B. bei der Mutter überhaupt nicht mehr möglich.
    Der nächste Gedanke war, wenn man diese beiden Filme vergleichen will, was ist da wohl besser. Ein schockierender Schluss, der einen entsetzt oder ein Ende der Hoffnung und des wirklichen Neuanfangs?
    Da ich erzieherisch tätig bin, denke ich auch darüber nach wie solche Filme auf Jugendliche wirken.
    Ist da eine "Schocktherapie" besser, die einen abschreckt, aber auch Szenen des Films nie wieder vergessen lässt; oder ist es besser das positive Lebensgefühl am Ende solcher Filme hervorzuheben?
    Gerade in den USA gibt es ja über alle möglichen Themen solche Filme, die den Jugendlichen Angst machen. Anscheinend funktioniert das auch...
    Allerdings halte ich jedoch einen positiven Schluss für besser, da aus gutem wirklich, richtiges gutes wachsen kann; auch wenn die Realität vielleicht anders aussieht, aber die muss man doch nicht so radikal zeigen oder??? (viel zu hart meiner Meinung nach...)
    ich weiss nicht, das beschäftig mich schon und ich wäre froh wenn ihr mir dazu auch eure Meinung sagen könntet.


    Liebe Grüße!

    - Ich bin eine Geisel der Zeit und das Lösegeld lautet mindestens 25.oo Uhr -


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    *Moonscreamer*



    -Tu was Du willst -


    *Unendliche Geschichte*

  • Eine Perle meiner DVD-Sammung.


    Ist finde den Schluss gut so wie er ist.
    Das erste mal hat es mich wirklich ziemlich mitgenommen als ich es gesehen habe aber es hat Eindruck gemacht.


    Manchmal braucht es einen Knall um aufzuwachen

  • Naja, ich habe an einem Tag geschaut wo ich ziemlich deprimiert war; das war vielleicht ein Fehler...
    auch wenns schon ein paar Tage her ist, geht mir einfach nicht die Mutter aus dem Kopf und den Trip den sie hatte; das ist schon beängstigend.
    Also eine Schocktherapie ist der Film auf alle Fälle.
    Trotzdem bin ich froh, dass ich zu aller erst "Trainspottin" aus dem Genre gesehen habe, durch ihn konnte ich damals so eine Art Lebensphilosophie entwickeln, die mir in manch einer Sit uation geholfen hat.. Wäre es "Requiem For A Dream" gewesen, wär ich in den Situationen wahrscheinlich hysterisch schreiend weggerannt :lol:
    Aber mag schon sein, dass diese Schocktherapie für manche Menschen einfach angebrachter ist...
    Natürlich hat der Film auch Stellen die nicht so schokieren, aber die bleiben einem auch nicht so im Kopf...
    Fallen mir gerade die Omas in ihren Stühlen ein ^^ ... Gott sei Dank ist das beiuns nicht so ;)


    LG

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  • Die Omas sind gut ;)


    Es zeigt gut auf dass Menschen versuchen sich zu integrieren und "dazuzugehören" und sie sagt das sogar direkt


    "Hast du nicht gesehn wer jetzt den besten Platz hat? Ich bin jetzt jemand!"


    Es ist ein sehr menschlicher Film und das mag ich daran.

  • Dieser Film zieht einen jedesmal wieder runter...
    Als ich ihn zum erstenmal gesehen habe, musste ich Tage lang über ihn nachdenken. Ja, die Omas sind klasse.
    Klasse Film und nebenbei gesagt, Jared Leto ist ein toller Schauspieler ;)
    Und die Filmmusik ist ebenso genial...

  • Zitat

    Dieser Film zieht einen jedesmal wieder runter...


    Kann man so sagen. Scheinbar ein Markenzeichen der Filme von Darren Aronofsky. Alle haben so eine seltsame Schwere und Melancholie. Bei "The Fountain" ist es auch so und noch schlimmer. Der Film hat mich total verwettert :o . Wunderschöne Bilder und Musik (stets von Clint Mansell; Duo Infernale ;) ) und am Ende scheitern die Träume auf die eine oder andere Art. Aber die Intensität der Filme ist enorm.

    „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.”
    David Ben Gurion (1886-1973), isr. Politiker
    Duerme. La noche es larga, pero ya ha pasado.
    Vicente Aleixandre

  • Hmm, das ist eine ziemlich schwierige Frage, die du da stellst, Moonscreamer.
    Ich habe nachdem ich deinen Beitrag gestern gelesen habe, ersteinmal drüber nachdenken müssen.


    Was so schwierig bei der Beantwortung deiner Frage ist: Letztendlich sind dies nur Filme und wer selber nie eine Heroinsucht erlebt hat, kann sich nur schwer vorstellen, daß die Sucht wirklich im dargestellten Maß die Vernunft besiegt und den Süchtigen dazu bringt, sich in schlimme Situationen zu begeben und Dinge zu tun, die kein gesunder Mensch je tun würde.


    Andererseits könnte es gut sein, daß ich mich mit Anfang 20 nicht kopfüber in eine Heroinsucht gestürzt hätte, wenn es einen Film wie Trainspotting damals schon gegeben hätte. Damals gab es eben Christiane F. und die ist ja auch noch mal davongekommen.
    Trainspotting habe ich mir einmal nach meinem Entzug angesehen und danach ging es mir wirklich schlecht. Es war für mich, als hätte ich gefühlsmäßig meine Sucht noch einmal durchgemacht. Der Film trifft also die Situation sehr gut. Am Ende dachte ich mir, daß Renton es evtl. schaffen könnte, ein neues Leben anzufangen, doch ich hatte auch starke Zweifel daran, denn aus meinem damaligen Junkie-Bekanntenkreis ist der Großteil heute nicht mehr am Leben.
    Requiem For A Dream werde ich mir wohl nicht ansehen, Trainspotting hat mir echt gereicht. Mir war sowas von schlecht nach dem Film, das werde ich mir nicht nocheinmal antun. Obwohl ich zugeben muss, daß ich durch diesen Film für mich eine weitere Bestätigung erhalten habe, nie wieder dorthin zu wollen, wo ich einmal war - nämlich ganz unten mit allem, was dazugehört.


    Nachdem ich nun hin und her überlegt habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, daß der schockierende Schluss der bessere ist (obwohl ich den Film ja nicht gesehen habe), weil es einem die Illusion nimmt, diese Sucht mal eben ablegen zu können und dadurch evtl. eine fatale Selbstüberschätzung probierfreudiger Menschen vermieden werden kann. Und selbst wenn man einen Entzug schafft, ist die Rückfallquote bei Heroin sehr hoch. Ich hatte selber zum Glück nie einen Rückfall, aber auch nach all den Jahren kann und will ich micht zu sehr mit diesem Thema beschäftigen. Mein Verstand weiß, daß es nicht gut ist, aber wenn ich das Thema zu sehr an mich heranlasse, will mein Körper immer noch diesen Rausch haben. Die Zellen oder irgendwelche Rezeptoren in meinem Körper erinnern sich nämlich nach wie vor sehr gut an dieses Gefühl und versuchen den Verstand auszutricksen, selbst nach über 18 Jahren noch.

  • Habe bis jetzt nur die Musik zum Film gekannt und wusste bis jetzt noch nicht einmal worum es in dem Film geht. Aber da ich hier ja einige parallelen zum Film Trainspotting sehe werde ich mir den Film auf jeden Fall anschauen.

    Die Wette gilt mein Herr, doch glaubt es mir
    das Lachen unterscheidet Mensch und Tier
    und man erkennt einen Mensch stets daran,
    dass er zu rechten Stunde Lachen kann.

  • Ui, den Thread habe ich garnicht gesehen...


    Der Film ist ziemlich gut.
    Ich werde auch nicht krankhaft nach etwas suchen, was ich schlechtreden kann, der Film ist und bleibt einfach eines meiner Lieblingsfilme aus dem Genre "Drama" und "Krass" (letzteres existiert zwar nicht als Genre, aber wenn... WENN)


    Jedenfalls waren einige wenige Stellen besonders emotional und das sage ich als jemand, der nicht unbedingt nah am Wasser gebaut ist :|

    Alles, was sich auf "ich/mich/mein" bezieht, kann/soll auf den Menschen allgemein bezogen werden, was impliziert, dass ich in vielen Aussagen von einem Normalfall, Normwert oder auch Durchschnitt ausgehe und diese(n) als Ausgangspunkt benutze. Somit ist - zumindest aus konstruktivistischer Sicht - die Aussagekraft der Erläuterungen trotz Einbeziehung empirischer Daten und Fakten a priori relativ zu betrachten. Je nach Wahrnehmungs-Cluster des Lesers sind sie völlig falsch oder richtig.

  • Moonscreamer :


    Also Trainspotting und Requiem for a Dream haben nichts miteinander zu tun. Trainspotting ist ein cooler Film für die Generation: Ich hab alles und will nichts mehr! Aber Requiem for a Dream ist ein Kunstwerk. Diese Filme kannst Du nicht vergleichen. Und wenn doch hast Du beide Filme nicht begriffen. Oh, beides Heroin Filme......., und sonst????
    Schau Dir die Filme nochmal an! Nach Deiner Argumentation haben ja "4 Hochzeiten und ein Todesfall" und "Herr der Ringe" auch viel miteinander zu tun, geht ja um Ringe!


    Lg Ltkilgor

    Toleranz ist ein Beweis des Mißtrauens gegen ein eigenes Ideal.
    Nietzsche
    Es gibt Dinge, die sind so falsch, daß noch nicht einmal das absolute Gegenteil richtig ist.
    Karl Kraus

  • Aha, aha...


    Also ich finde sehr wohl, dass Du beide Filme miteinander vergleichen kannst... Nicht nur, dass es in beiden Filmen um Heroin geht, sondern man sieht auch, welche Schicksale verschiedene Menschen durch Drogen erfahren. Du sagst Requiem for a Dream ist ein Kunstwerk? Ich sage Dir, dass Trainspotting auch ein Kunstwerk ist... Und beide Filme haben eine Aussage: Drogen sind schlecht. Im Übrigen habe ich Trainspotting ca. 20 Mal gesehen und das Buch dreimal gelsen. Requiem for a Dream habe ich zumindest 5 Mal gesehen.


    Und bei deinem Beispiel kann ich Dir nur Recht geben: "4 Hochzeiten und ein Todesfall" und "Herr der Ringe" haben wirklich nicht viel gemeinsam...


    Diese beiden Filme, um die es hier geht, aber sehr wohl ... könnte jetzt auch zig. Szenen aufzählen, die in beiden Filmen gleiche Aussagen beinhalten... Da ich aber zur Arbeit muss, habe ich dafür keine Zeit mehr.


    Nur so viel:


    Zitat

    Trainspotting ist ein cooler Film für die Generation: Ich hab alles und will nichts mehr!


    In Requiem for a Dream ist es doch teilweise auch so... Und abgesehen davon ist dies auch nicht die Botschaft von Trainspotting. (Botschaft ----> "Sag ja zum Einfamilienhaus, zu einem Vorgarten, zu einem großen Fernseher..." <---- Botschaft)



    Liebe Grüße!

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  • Moonscreamer : Ok, dann ist Christiane F. aber auch in dem Vergleich drin. (was ich nun gar nicht finde!) Für mich war Trainspotting ein Zeitgeistfilm (mit vielen Sidekicks von wegen England vs. Scotland) und Requiem halt ein Kunstwerk, der das Thema Heroin als Vehikel nimmt. Da geht es eher um Entmenschlichung, also der Mensch an sich der gut ist, und durch äußere Umstände schlecht wird. Aber halt nicht wirklich nicht schlecht, er kämpft ja um seine Existenz. Aber ich finds nett mal ne andere Meinung über diese Filme zu hören!


    Aber egal, allein der Fakt das wir uns hier um die Bedeutung dieser beiden Filme streiten, zeigt daß sie ganz groß sind.


    Laß uns weiter streiten (im positiven Sinn)!


    Lg Ltkilgor

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