Beiträge von Urzeitkrebs

    Ein Vulkanausbruch kündigt sich in jedem Fall an, das kann allerdings auch nur eine Woche dauern wie zB beim Etna 2002, die Flankeneruption kam relaiv plötzlich, in dieser einen Woche stiegen Gastemperatur und es traten starke Bebenschwärme auf, zudem hob sich die Flanke durch die aufsteigende Magmasäule an.


    Basaltische Magmen steigen recht schnell an die Erdoberfläche, bei manchen Eifelmagmen geht man davon aus das sie innerhalb weniger Tage aus 30km Tiefe(Grenze Kruste-Mantel, dort befinden sich die tiefsten Magmakammern) aufstiegen.
    Beim Laacher See stiegen etwa 100km³ Basanit aus 30km Tiefe auf, blieben aber in der Kruste stecken, erst nach 100.000 Jahren nachdem sie sich weiterentwickelt haben(zum explosiven Typus Phonolith) wurden 6.3km³ davon vor 12.000 Jahren eruptiert.
    Das bedeutet das Magma welches von der Basis der Kruste aufsteigt(was man messen kann) entweder in wenigen Tagen oder auch erst in hunderttausenden Jahren eruptieren kann, oder eben garnicht wenns ganz steckenbleibt(das sind wohl die meißten Magmen).

    Ich hatte doch bereits im meinem Beitrag obendrüber den ganzen Spuk aufgeklärt!
    Das "Loch" ist kein Loch in dem Sinne, es fehlt einfach die Kruste an der Stelle und der Erdmantel steckt da drin(abgekühlt!!! nicht glutflüssig, das ist der Erdmantel eh nicht!). Wie der Erdmantel aussieht weis man übrigens von Bruchstücken die Vulkane mit hoch bringen. So sieht ein Stück Erdmantel aus:


    PS: Im Erdmantel befindet sich weit mehr Wasser als in allen Ozeanen zusammen :wink:

    Vulkane werden eigentlich schon ganz gut verstanden, im Gegensatz zu Erdbeben treten sie ja nicht so ganz plötzlich auf, es lebe die Vorwarnzeit. Das Verhalten der Vulkane orientiert sich maßgeblich an ihrem Magmentyp(rund 20 verschiedene Haupttypen) und an dem vorhandensein von Wasser(ganz böse).

    ehm doch, Magma muss erst einmal produziert werden. Die Annahme das unter der Kruste überall flüssiges Magma ist, ist falsch. Magma entsteht nur da wo entweder die Temperatur erhöht ist, der Druck erniedrigt ist oder Fluide wie Wasser den Schmelzpunkt vom Mantelgestein(Peridotit) senken. Spreizt sich eine ozeanischer Rücken kommt es zur Druckabnahme im Erdmantel darunter also kann dieser bei gleicher Temperatur teilweise aufschmelzen. Diese Schmelzen wandern nach oben und kühlen als Basalt auf dem Ozeanboden ab. An manchen stellen ist aber die Spreizungsrate sehr niedrig und es kommt nur zur geringen Druckabnahme, wenn es dann noch an Schmelzbaren komponenten fehlt(der Mantel also verarmt ist) kann es dazu führen das kein Magma produziert wird und der Mantel abkühlt und freigelegt wird da an dieser Stelle kein basaltischer Vulkanismus ihn bedeckt.

    hmm diese Mofetten treten in einem aktiven Vulkanfeld durchweg auf, sie zeigen an das in der Tiefe Magma steckt. Ein Mofettenstadium kann hunderttausende von Jahren anhalten ohne einen Ausbruch anzukündigen. Sind Fumarolen zu sehen(austritte über 100°C) bedeutet dass sich Magma in ziemlicher Oberflächennähe befindet, dass ist dann gefährlich.


    Bis auf die Eifel und dem Westerwald(2 Ausbrüche in den letzten 500.000 Jahren) sind alle anderen Vulkanfelder(Siebengebirge, Rhön, Vogelsberg, Niederhessische Senke, Sprendlinger Horst, Rheingraben, Hegau, Urach-Kirchheim, Kaiserstuhl, Heldburger Gangschar, Oberpfalz) in Deutschland erloschen.


    Der Yellowstone Vulkan ist im übrigen nicht überfällig, ich weis nicht wo diese Rechnung herkommt. Der erste Ausbruch fand vor 2.1mio Jahren statt, dann vor 1.3 mio Jahren und zuletzt vor 640.000 Jahren. Vom ersten bis zum zweiten Ausbruch waren es 800.000 Jahre, vom zweiten bis zum letzten 660.000 Jahre, macht im Schnitt 730.000 Jahre was uns noch 90.000 Jahre zeit gibt.

    nuja so schlimm ists nun auch nicht am Laacher See, die paar Bläschen die dort rauskommen riechen auch nicht soo stark nach faulen Eiern, nur leicht.


    Bei der Eifel handelt es sich um zwei räumlich getrennte Vulkanfelder, das Westeifel Feld besteht aus etwa 200 Schlackenkegeln und 70 Maaren, das Osteifel Feld aus etwa 100 Schlackenkegeln und 3 Calderen. Jeder Vulkan stellt eine einzige Eruption(monogenetischer Vulkan) von wenigen Tagen/Wochen dar, dazwischen war dann hunderte bis tausende Jahre lang Ruhe! Einen "richtigen" Vulkan(wie zB Ätna) gab es in Deutschland nur vor ca.15Millionen Jahren am Vogelsberg und am Kaiserstuhl.


    Der letzte Ausbruch in der Eifel fand übrigens 2000 Jahre nach der großen Laacher See Eruption(Osteifel) mit der Bildung des Ulmener Maars(Westeifel) statt.


    Intressant sind jedoch die Entgasungen der Vulkanfelder, in der Westeifel treten pro Tag 200 Tonnen CO2 aus, in der Osteifel sogar täglich über 1000 Tonnen.

    Kleine Anmerkung:


    Hierbei handelt es sich nicht um ein "Loch" in der Kruste, die Kruste fehlt einfach weil keine produziert wurde. Der atlantische Rücken driftet so langsam auseinander das an manchen Orten entlang des Rückens keine Schmelzen im Erdmantel darunter entstehen, das heißt es entsteht auch keine basaltische Ozeankruste sondern der Mantel steigt langsam auf und kühlt dabei ab und liegt nun selbst als Ozeanboden frei.