Beiträge von Regenschatten

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    Nein, ist es nicht!
    Gefährlich wird es dabei nur, wenn sich welche hervorheben, die meinen wieder einmal Macht aus dem Ganzen herausholen zu müssen!


    Merkwürdigerweise hat das jede Ideologie an sich. Die wunderbare Philosophie des Kommunismus ist z.B. nicht mit der Natur des Menschen vereinbar. auf Machtgier wird man immer stoßen und gerade bei emotionalen Geschichten wie Religionen ist Rationalität leider zu viel verlangt. Du kannst mir ja mal eine Ideologie nennen, die nicht für Machtbedürfnisse ausgenutzt wurde oder versucht wurde auszunutzen ;)


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    Ja, und?
    Auch unsere Wirtschaft muß leben, ohne Konsum kein Geldfluß für die Fabriken und ohne Geldfluß für die Fabriken keine Arbeitsplätze......
    Ein Staat lebt von einer gut florierenden Wirtschaft!
    Und dabei ist es egal, welcher Mist da von den Leuten gekauft wird, hauptsache es wird verkauft, denn davon leben wir!



    DIe Leute kaufen jeden Mist, der von der lieben Konsumgesellschaft auf den Markt geschmissen wird. Wenn Du bereit bist, so etwas zu fördern, mach es. Da dies nur bedingt mit dem Threadthema zu tun hat, gehe ich hier nicht wieter drauf ein. Wir können aber gerne einen Thread zum Thema Konsumgesellschaft starten.



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    Also dieses Argument fehlte mir gerade noch!
    Natürlich ist es tragisch, daß dort Kinder verhungern, aber was soll man Deiner Meinung nach tun?
    Soll ich mir nun selbst nichts mehr zu Essen kaufen und tagelang nur auf dem Boden schlafen, damit ich solidarisch mit diesen Leuten mitleide??????


    Nein, Du sollst ruhig in dem Luxus leben, den Du Dir leisten kannst. In Bezug zu Weihnachten halte ich es trotzdem für pervers, wenn Christen, die ihrem Glaubensgrundsatz nach in erster Linie die von Jesus gepredigte Nächstenliebe zeigen sollten, in der Konsumgesellschaft nur an den eigenen, kitschigen Seelenfrieden denken.


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    Denkst Du, wenn es ein Patentrezept gäbe, wie man den Menschen dort unten langfristig helfen kann, würde das nicht schon lange passieren?
    Nicht ich, als Konsument von Waren, die wir uns eben kaufen können, und die nicht, muß ein schlechtes Gewissen haben, sondern das System in Afrika, daß das Land soweit gebracht hat, wie es jetzt ist!


    Am Thema vorbei, doch ob etwas getan werden würde, wäre fraglich. Es geht eben um Profit, das muss man sich zwei mal überlegen, ob man armen Menschen hilft.



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    Was soll man tun?
    Spenden?
    Damit sich wieder einmal die falschen da unten das Geld raffen und es nicht dort ankommt, wo es gebraucht wird?
    Damit da unten noch mehr Waffen angeschafft werden für weitere Bürgerkriege?


    Man muss nicht unbedingt spenden, man kann tun und lassen was man möchte. Im Prinzip geht mich das nichts an. Ich kann hier nur meine persönliche Meinung kundtun und finde Weihnachten trotzdem pervers ;)



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    Ich würde sagen, das nächste mal denken und informieren, bevor man zu laut schreit!


    Denn dann wüßtest Du, wie Komplex das Ganze ist, und das man den Menschen in Afrika nicht mit schönen Worten helfen kann!


    Kann man nicht und ich weiß um die Komplexität des Themas. Aber Du hättest verstehen können, dass es sich bei dem Afrikaargument nur um ein Beispiel handelt. Du kannst gerne den Obdachlosen um die Ecke, der in dieser weihnachtlichen Fassade der Besinnlichkeit alleine unter seiner Brücke friert an die stelle des afrikanischen Kindes setzen.


    Und jetzt erkläre mir, was an Weihnachten so ein großer Verdienst der Religion sein soll.





    Letztendlich schweifst Du ein wenig vom Thema ab aber der Verdienst der Religion in bezug auf Weihnachten ist das ankurbeln der (fragwürdigen) Konsumwirtschaft und das aufbauen einer Fassade des Seelenfriedens. Die Werte der bedingungslosen nächstenliebe gehen verloren. Ich halte das für Rosinenpickerei und sehe eigentlich keinen Sinn darin. Aber vielleicht kannst Du mich ja vom Gegenteil überzeugen.


    Achja, und bitte nicht vorschnell arrogant und unnötigerweise derart über mich urteilen:


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    Ich würde sagen, das nächste mal denken und informieren, bevor man zu laut schreit!


    Denn dann wüßtest Du, wie Komplex das Ganze ist, und das man den Menschen in Afrika nicht mit schönen Worten helfen kann!


    Ich schrie nicht, es ging mir lediglich um die sachliche Erörterung des Nutzens von Weihnachten (der Religion) in der Gesellschaft und nur bedingt um Afrika.

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    Ich finde man sollte Religion an ihren Taten messen. Und damit meine ich nicht historische Kreuzzüge oder Hexenverbrennungen. Jede Gesellschaft lernt dazu, Religionen, genauso wie die Wissenschaft. Man sollte sie nicht wegen früherer Taten verurteilen. Auf wissenschaftlicher Seite wäre die Rassentheoretik zu nennen. Heutzutage betreibt die evangelische Kirche vor allem Mission und soziale Hilfe.


    Was ist an Mission gut? Die Kirche versucht, Heiden ihren Stempel aufzudrücken und somit andere Denkweisen und Glaubensinhalte zu unterdrücken.
    Rassentheoretik IST wissenschaftlich und nicht negativ. Negativ ist, was die Nazis daraus gemacht haben. Sie haben es auf den Menschen bezogen und diese in Gruppen eingeteilt.


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    Religion ist meiner Meinung nach auch als wichtiges Organ der Gesellschaft zu nennen. Sie hält den Staat zusammen, schafft eine gemeinsame Ideologie. Natürlich spaltet sie auch wo mehrere Religionen aufeinander treffen. Dennoch schafft sie ein Gemeinschafts und Verantwortungsgefühl, dass sonst nur innerhalb der Familie, oder dank Patriotismus und Nationalstolz aufkommt.


    Starkes Gemeinschaftsgefühl und eine gemeinsame Ideologie sind sehr gefährlich. Man beachte nur einmal die durch Ideologie gerechtfertigte Parteidiktatur der SED in der DDR oder die Ideologiebedingt vergasung abertausender Menschen. Ideologien führen zu Ignoranz anderen Denkweisen gegenüber.


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    Man darf sich einfach nicht schwarz-weiß mit diesem Thema befassen. Einerseits sollte man zwischen Glauben und Religion unterscheiden, andererseits ihren nutzen in der Gesellschaft beurteilen. Man stelle sich vor es gäbe kein Weihnachtsfest. Der ganze Stress würde zwar wegfallen, der für den Handel wichtige Weihnachtskonsum aber auch. Letztendlich überwiegt also der Nutzen.


    Hier gebe ich Dir Recht. Schwarz-Weiß sollte man sich mit keinem Thema befassen. Auch die Nazis hatten große Errungenschaften (Autobahn, kaum Arbeitslose). Jetzt muss man nur positives und negatives aufwiegen und die dinge nicht durch eine rosarote Brille betrachten.


    Das Argument mit dem Handel ist Bullshit. Gäbe es Weihnachten nicht, würden die Leute sich halt selber das kaufen, was sie brauchen. Und ohne Weihnachten gäbe es keine Hersteller von Strohengeln, Weihnachtsdekoration usw, die am meisten von Weihnachten profitieren. Ziemlich Pervers, dass man sich Weihnachtsdeko kauft und in Afrika sterben die Kinder am Hunger und einfachsten Krankheiten weil die medizinische Versorgung so schlecht ist.

    Ganz simpel erklärt:


    Religionen erklären das Unerklärliche. Alle mir bekannten Religionen haben als Kern eine Art Entstehungs- oder Schöpfungsgeschichte. Dem lieben Schöpfer zu ehren beschlossen dann einige Menschen Feste zu feiern und Opfer zu bringen, also eine Art emotionale Bindung aufzubauen.
    Das fanden natürlich einige Menschen ganz toll und nutzten die emotionale Bindung, die vielleicht Trost und Hoffnung spenden kann, aus und schafften dadurch:


    - Gesetzgebung
    - Kriege
    - Persönlichen Reichtum


    Man sieht, dass Religionen also zu sehr vielen Zwecken dienen und der eigentliche Zweck, die Entstehung oder Schöpfung in den Hintergrund geraten ist.

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    Wir pflanzen uns fort (verbreiten uns), damit unsere Nachfahren auch wieder Nachfahren zeugen, welche sterben. Es geht immer so weiter. Wir tragen also dazu bei, dass die Erde immer mehr tote Leichen hat. (sry, ist aber so ^^). Wir bringen die Zivilisation weiter (irrelevant ob positiv oder negativ), damit wieder Sterbende dieses Weiterbringen vorübergehend genießen, beim Weiterbringen helfen oder sie es ignorieren.
    Am Ende ist immer der Tod.
    Somit ist ein Leben mit Tod doch eigentlich sinnlos!
    Andererseits finden die meisten ein Leben ohne Tod auch sinnlos.


    Wenn wir aus diesen objektiven Beobachtungen des Lebens und des Sterbens vom Menschen auf jedes andere Lebewesen schließen, Aussterben und Artneubildung mit eingeschlossen, dann kann man die Vermutung entwickeln, das Fortpflanzen und die Arterhaltung seien der Sinn und Zweck eines jeden Lebewesens. Das Individuum stirbt, die Art bleibt erhalten. So sollte es aussehen. Natürlich passt derart hochnäsigen Tieren wie den Menschen so etwas nicht. Warum an etwas anderes als die eigenen Bedürfnisse denken? Somit kommt der Mensch zu der Erkenntnis, dass das Leben an sich sinnlos ist.
    Doch was ist der Sinn überhaupt? Der Sinn - ist das nicht nur Wunschdenken? Hinter einem Sinn steht immer eine Intention oder nicht? Wenn etwas einen Sinn hat, wurde es also von jemandem irgendwo eigesetzt. Es muss eine objektive Bestimmung geben. Steckt die Lösung des Rätsels also im Glauben? Wenn der Gedanke des Sinnes an einen Glauben an eine höhere Macht, die dem Menschen Bestimmung verleiht gekoppelt ist, so ist klar, dass die Frage nach dem objektiven Sinn des Lebens so sinnvoll ist wie eine Debatte um die "wahre" religion.


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    DER WEG IST DAS ZIEL
    Und genau bei diesem Thema kann man das absolut anwenden, denn...
    solange man immer Fragen stellt, wird man auch Motivation zur Weiterentwicklung haben. Genauso, wie man nach dem Sinn des Lebens fragt.
    Bis man eine gültige Antwort gefunden hat, wird man nach der Beantwortung streben und auf dem Weg dahin neues lernen.


    Der Weg ist das Ziel? Interessante Denkweise doch inwiefern geht das auf den Sinn ein? Meinst Du, man soll nach dem Sinn suchen, also sich Gedanken über eine Bestimmung im Leben machen und somit seine Zeit überbrücken? Und vor allem: Wieso Weiterentwicklung? Wer legt fest, dass Weiterentwicklung "gut" ist, zumal es uns ja ohnehin alles egal sein kann, da es Deiner Ansicht nach des Todes wegen keinen Sinn gibt.


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    Letzendlich ist die Frage nach dem Sinn des Lebens also ganz wichtig, selbst wenn es eine Antwort vielleicht garnicht existiert. Diese Fragerei gibt einerseits Antrieb zum Leben gibt als auch den Menschen dazu verhilft, nicht einfach so zu existieren und vor sich hinzu vegetieren, sondern zu leben.


    Wieso ist die Frage wichtig, wenn Du zu dem Schluss gekommen bist, dass das Leben des Todes wegen keinen objektiven Sinn haben kann? Ist es nicht denkbar, dass man sich über so etwas gar keine Gedanken macht, nachdem man zu dem logischen Schluss gekommen ist, dass es keinen objektiven Sinn gibt? Vegetieren muss man auch ohne höheren Sinn nicht. Man könnte sein ich-Bewusstsein betäuben mit allerlei Hormonen, die den subjektiven Zustand der Freude als eine Art Belohnung für verschiedenste Tätigkeiten auslösen.


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    (natürlich könnte man jetzt fragen, mit welchem Sinn man sich weiterentwickeln soll, aber darauf könnte ich erwartungsgemäß nicht antworten).


    Ich habe gefragt und eine Antwort zu geben ist in Deiner philosophischen Argumentation essenziell. Denn andernfalls hinkt Deine Logik gewaltig, ist nicht sonderlich schlüssig.



    Zum Abschluss lässt sich sagen, dass ein Sinn des Lebens nur von "oben" gegeben werden kann, was die Diskussion müßig macht, da es hierfür keinerlei Beweise gibt. Jedem steht es frei, einen persönlichen Sinn zu formulieren. Dieser Sinn wird aber höchstwahrscheinlich auf Hormone hinauslaufen, die bei den als Sinn angegebenen Dingen ausgeschüttet werden und eine Art Glücksgefühl induzieren. Reine Chemie, nichts spektakuläres.