Beiträge von Astroboy

    Nein, du wirst bestimmt nicht gesteinigt, zumindest nicht von mir (wir sind ja lles Christen). Immerhin hast du eine sehr differenzierte und generell themenoffene Meinung. Herzlich willkommen im Thread.


    Wir sind übrigens zu der gleichen Sonnenstellung im Krebs auf die Erde niedergefahren. Dein Geburtstag und meiner liegen am gleichen Tag, ich bin allerdings zwei Jahre jünger. Trotz dass ich erfahrener Astrologe bin, bewerte ich diesen (exakten) Astrozwillingsaspekt mal nicht über, bemerke aber, dass an diesem Tag die Sonne vor dem Engel der Heilung ("Melahel") strahlte (entsprechend eines *anerkannten* jüdisch-esoterischen Entschlüsselungscodes der Himmelseinteilungen der Engel in 5°-Abschnitte in den einzelnen Zeichen). Wir heilen beide nur das gleiche mit anderen Mitteln: etwas, was als Krankhaftes angesehen wird. Ich hoffe nämlich, Melahel hilft mir, wuharharhar! Es wird natürlich (s)ein Wunder sein, wenn jemand mir Glauben schenkt.


    Zunächst einmal zu den vorherigen Einwänden: Sicher, über Cold Reading, kann ich schon eine Menge lesen. Sofern ich etwas von jemanden bereits gesehen oder gehört habe, müsste das aber auch auf die Entfernung klappen. Mit den Stimmen. Dann kann ich auch sehen, wie es jemanden geht, der weit entfernt von mir ist, und den ich lange nicht gesehen habe. Und ich kann die GEdanken von jemanden lesen, der diese Gedanken auch erst in der Zuknuft äußern wird. Ansonsten empfange ich einfach nichts. Nicht von Fremden, von denen ich nichts erfahren habe.


    Insofern spielt mir das Gehirn doch einen unheimlichen Trick vor, wenn ich die Stimmen immer wiedererkenne, von wem und wie sie sind. Dabei sind sie manchmal die Stimmen der Personen als inneres Kind oder als Erwachsene, aber meistens sind sie höher, als ihre echten Stimmen in der Realität. Unheimlich, oder. Und sicher äußert nicht jeder Gedanken in Begriffen, ich mache auch regelmäßig Umfragen, und manche sagen, sie denken in "Bildern" oder wissen es nicht, wie sie einen Gedanken äußern, und dann empfange ich auch etwas anderes.


    Dass manche Stimmenhörer regelrecht gequält sind von ihren Stimmen, sich verfolgt fühlen oder ganz allgemein, einen "inneren Leidensdruck" verspüren, mag sein. Das ist aber wiederum ganz sicher nicht immer so und wohl seltener, als man denkt. Sicher kann ich nicht sagen, die einen sollen/ "dürfen" sich Hilfe holen, die anderen nicht, mal sei es behandlungsbedürftig, mal sei es ein Talent. Das wäre inkonsequent von mir. Den Punkt umgehe ich lieber, indem ich darauf aufmerksam mache, dass man ganz sicher in keinem Fall jemanden zu einer Behandlung zwingen sollte. Und dies wird oft unter dem Schutzmantel des Argumentes nach "Fremd-" und "Selbstgefährdung" betrieben. Ich will gar nicht unbedingt diskutieren, ob manche sich oder andere gefährden, denn das wird wieder die von mir bekannte Leier, manche tun dies und manche nicht, da finden wir vielleicht sogar eine Gaußsche Glockenkurve und die Variable "Eigen- und Fremdgefährdung" wird ähnlich normal verteilt sein wie unter der Restbevölkerung. Sondern ich möchte darauf aufmerksam machen, dass dieses Merkmal zu einer Zwangsbehandlung führt, egal ob die Stimmen paranormal sind oder nicht.


    Die Katze beißt sich sicher in den Schwanz, wenn ich auf die Eigenwahrnehmung der Schizophrenen rekurriere, etwa "politisch und religiös berufen zu sein" oder "über außergewöhnliche Fähigkeiten" und "hohe Intelligenz" zu verfügen (diese Merkmale habe ich gestern in einem diagnostischen Buch der Schizophrenie gefunden), die Fremdwahrnehmung der anderen aber davon abweicht. Ich behaupte, die Eigenwahrnehmung der Schizophrenen ist korrekt, meine Vorgängerin ist neutral und sagt, wir drehen uns damit im Kreis, und die Gegner der Schizophrenen behaupten einfach, die Schizophrenen haben eine Ich-Störung und eine Wahrnehmungsstörung. So lösen wir das Problem aber sicher nicht. Immerhin sind in diesem Teufelskreis die Schizophrenen die Opfer und werden negativ diskriminiert. Und nocheinmal: Die Diskriminierungskategorie heißt einfach "Krankheit". Somit ist "Krankheit" nur ein Vorwurf. Und somit hat immer noch die These: "Schizophrenie ist keine Krankheit", ihre Berechtigung (sondern an dem Punkt der Diskussion lautet die These immer noch Schizophrenie ist eine Diskriminierung; die korrekte Gegenthese zur Krankheitsthese ist sogar "Schizophrenie ist eine Gabe").


    Deswegen diskutiere ich weiter zur Gegenthese.


    Zitat

    Dabei zeigte sich, dass besonders drei Gene namens DISC1,
    Dysbindin und Neuregulin eindeutige Spuren einer Selektion zeigten. [...]

    Zitat

    Alle drei Gene beeinflussen die Struktur des Gehirns, und zwar vor
    allem die Hirnregionen, die sich während der menschlichen Evolution
    am meisten verändert haben, schreiben die Forscher. Vermutlich gibt
    es also eine Kopplung zwischen ihnen und solchen Erbgutbereichen, die
    Kreativität, geistige Flexibilität und Fantasie prägen. [...]

    Den ganzen Artikel findet ihr hier: http://www.stern.de/wissen/men…irn-evolution-596937.html
    Okay, es ist der "Stern", den lese ich auch nicht... Es gibt noch mehr dazu, überall. Nur "Vorteile, Schizozophrenie" googlen und voilà Focus, Spiegel, Stern in den ersten 3 Ergebnissen.


    Das stelle ich einfach mal zur Diskussion. Dass heutzutage das Gen für Hellsehen, Telepathie und Aurasehen, welches ich ausdrücklich als das Gen fzur Fähigkeit zu Halluzinationen nenne, es immer noch hart hat, sich durchzusetzen, stelle ich mal als den größten Überlebensnachteil der Schizophrenen in der Welt dar. Auf der Erde 2010. Deswegen werden Schizophrene nämlich als defizitär behandelt. Früher hat das eigentliche Gen für schizophrene Halluzinationen wahrscheinlich sogar einen Überlebensvorteil dagestellt, heute glaubt aber die selektierende Umwelt gar nicht mehr an die mit dem Krankheitsbild verknüpften Fähigkeiten. Das Schizogen selbst (Halluzinationen) ist, sofern es nicht zu abwegig mutiert, auch ein Überlebensvorteil. Das glaubt mir bloß keiner hier.
    Dass Auraseher, kreativ, geistig flexibel und fantasievoll sein müssen, um sich glaubhaft zu machen in dem, was sie sehen und andere nicht, halte ich mal für den Grund der Kopplung des Halluzinationgens an die genannten anderen Gene. Aber ich behaupte mal, mich über die Wissenschaftler herabsetzend, dass das Halluzinationsgen selbst positiv für den Träger ist, sofern er in der Evolutionsgeschichte den Mund gehalten hat und neimanden davon erzählt hat, sonst wäre er nämlich für verrückt erklärt wurden. Wie heute immer noch.

    Mir fällt da nicht viel ein. Ich kann es nicht kontrollieren, was ich höre. Sicher kann ich es steuern, ob, also wann, ich etwas empfangen will, aber nicht immer und nicht was. Es ist wie mit den Ohren durch einen Wust von einer Geräuschlkulisse zu hören-ob ich einen bewussten oder unbewussten Gedanken empfange, kann ich nicht willentlich steuern. Prinizipiell sollte mein Gegenüber selbst offen und empfänglich sein, und mir positiv gestimmt sein, sonst empfange ich nur Negatives. Dann aber könnte ich dir genau sagen, was dir so durch den Kopf schiesst.


    Wenn ich etwas Negatives oder einen unbewussten Gedanken empfange, neigen die Leute dazu, zu leugnen oder zu verdrängen, dass es stimmt. Das ist definitiv ein Hindernis.


    Prinizipiell bin ich für mein Leben darauf spezialisiert, die Motive, Ziele und Ansichten von Leuten aus den Wust von Gedanken herauszuhören. Wer ein Stück weit selbstreflektiert ist, dem könnte ich das eindrucksvoll demonstrieren.

    Es gibt auch promovierte Menschen mit dem Asperger-Syndrom. Ich bezweifle doch stark, dass jeder Autist unfähig ist, die Dinge des Alltags zu bewältigen.


    Das ist aber nur ein Nebenthema. Hier geht es darum, dass nicht alles, was anders ist, gleich defizitär ist. Die Medizin ist aber prinzipiell nur auf der Suche nach Fehlern. Doch was ist eigentlich ein Fehler?

    Schwierig. Meiner Meinung nach, sind genetische Unterschiede nicht in schlechter und besser zu bewerten. Für mich hat auch das Gen für Asperger die Vererbung günstiger Eigenschaften zur Folge. Stichwort: Savant. Ich sage nicht, dass nur die infektiösen Krankheiten, an sich krank sind. Dennoch verweigere ich mich, ständig alles und jede Anormalie zu pathologisieren.

    Zitat

    Woher weisst du das das Richtig ist? Woher weisst du dass dein
    Unterbewusstsein nicht einfach die Signale aufnimmt, die JEDER Mensch
    aussendet und diese dann einfach in die Schizophrenie miteinfliessen?
    Warum sollte es genau bei dir etwas besonderes sein?

    Die letzte nicht gestellte Frage ignoriere ich mal, denn sie ist suggestiv.


    Dass zusätzliche Signale aufgearbeitet werden, ist sicher zutreffend. Ich bin auch des Cold Readings fähig. Und in der Regel höre ich die Stimmen der Menschen, die in der Nähe von mir sind. Alles andere halte ich auch für absurd.

    Was kann ich mit meiner Gabe anfangen, was andere nicht können?


    Ich antworte auf die Frage nur indirekt. Die Evolution hat das Schizogen positiv ausselektiert. Die bisherige Erklärung hierfür ist, dass es an ein Gen für Kreativität gekoppelt war, Menschen, die schizophren sind, sind also auch zugleich kreativer. Das Gen für Schizophrenie allein musste jedoch auch einen Vorteil gehabt haben, sonst hätte sich das Gen für Kreativität vom Schizogen abgekoppelt und alleine weitervererbt.


    Das Schizogen ist sicherlich den stäksten Mutationen unterlaufen, die man sich vorstellen kann. Deswegen reicht das Spektrum der parapsychischen Phänomene heute von Aurasichtigkeit, über Telepathie und Telekinese. Alle Fähigkeiten stellen einen Überlebensvorteil da.


    Ich schätze mein Gen hat den Prozess des Ego-bezogenen Gedankenlesens und -sendens unterlaufen. Deswegen sind die Stimmen die ich höre immer auf mich bezogen. Der evolutionäre Vorteil für mich ist, dass ich an meine Mitmenschen besser angepasst bin als andere.


    Das Lesen der Gedanken in Form der Deutung von Mimik und non-verbalen Signalen hat sich übrigens bereits früh entwickelt und ist bereits bei den Primaten vorhanden. (Nun, ob das "Gen" vorhanden ist, kann ich nicht beweisen, jedoch ist die Fähigkeit des Gedankenlesens unter Biologen bereits eine anerkannte Eigenschaft von Menschenaffen. Aber zum Stellenwert, ob Tiere überhaupt über einen "Geist" verfügen, gibt es eine interessante philosophische Diskussion. Vgl. hierzu und zum Gedankenlesen bei Primaten Perler/ Wild (Hrsg.): Der Geist der Tiere).



    Zu meinem vorherigen Schreiber, Ragnarsson:
    Ich bezweifle gar nicht, dass die Menschen es bereits geschafft haben, Surpressorsubstanzen für das Stimmenhören zu entwickeln. Wie immer hat die Entwicklung der Menschheit einen Weg eingeschlagen, in denen wir die Konsequenzen des in dem Fall medizinischen Fortschrittes gar nicht einschätzen können. Die Mittel, mit denen Schizophrenie behandelt wird, sind Nervendämpfungsmittel, d.h. die Gehirnkapazität wird bei Schizophrenen tatsächlich herabgesetzt. Diese Mittel waren in den ersten beiden Generationen Transmitterantagonisten, in der neuen Generation, zumindest was das Präperat "Abilify" betrifft, nur ein Agonist. Wie human. Da braucht sich keiner von euch wundern, dass ich keinen Schizophrenen kenne, der dieses Zeug freiwillig nimmt. In der Regel ist es doch so, dass Schizophreniepatienten regelrecht gezwungen werden müssen, diese Pillen zu schlucken. Ich verkneife mir mal den höhnischen Kommentar, was denn die "Abilities" seien, zu welchen ein solches Mittel befähigen soll- oder besser welche sie bekämpfen soll. Unter den Umständen, dass sich die Menschen wundern, warum in der Regel ein nur so und so hoher Prozentsatz des Gehirns genutzt wird, fragt man sich doch, warum andere Menschen reduziert werden in der Nutzung ihres Gehirns. So verwunderlich ist das aber gar nicht, die Menschen haben in der Regel eine seltsame Einstellung, was die Nutzung leistungssteigernder Drogen anbetrifft.

    Zitat

    Das ockhamsche Sparsamkeitsprinzip ist ein Prinzip der wissenschaftlichen Methodik
    und fordert, dass man in Hypothesen nicht mehr Annahmen einführt, als
    nach Meinung des Wissenschaftlers benötigt werden, um einen bestimmten
    Sachverhalt ausreichend zu beschreiben und empirisch nachprüfbare Voraussagen zu treffen.

    Meiner Meinung nach ist der Sachverhalt "Schizophrenie" nicht ausreichend erklärt. Weder trifft es zu, Voraussagen treffen zu können über die Herkunft und Beschaffenheit der Stimmen (warum sind sie männlich, weiblich etc.) noch kann das Verhalten eines Schizophrenen zufriedenstellend prognostiziert und erklärt werden. Im Bereich der Schizophrenie ist es alles andere als eine ausreichende Erklärung, sondern man fasst diese Phänomene zusammen unter dem Begriff "Wahnsinn".


    Und was die Phrase "
    nach Meinung des Wissenschaftlers benötigt werden" betrifft, nun, es bleibt eine Meinung und subjektive Ansicht, wann man wie das Ockhams Razor anwenden sollte. Auslegungssache.

    Zitat

    Was Du an der Sache als Gabe siehst, ist mir unklar. Was genau erzaehlen Deine Stimmen Dir denn ueberhaupt?

    Sie erzählen genau genommen darüber, was andere über mich denken. Nicht darüber, was andere über sich denken. Oder auch nicht, ob sie gerade in ihrem Kopf Einsteins Relativitätstheorie überdenken. Schlicht und einfach beziehe ich jeden Inhalt einer Stimme immer auf einen Fremdgedanken, der sich an meine Person richtet.
    Wie soll ich das denn bitte schön beweisen? Wenn ich mich vor dich stelle, und dir sage, was du gerade gedacht hast, lügt derjenige doch eh eiskalt zurück. Und man kann schlechterdings keinen objektiven Test für so eine Gabe konstruieren, wenn derjenige ja auch gleichzeitig fühlen muss, was er über mich denkt. Wenn der Versuchsleiter zum Sender sagt: "Jetzt denke mal laut in deinem Kopf, dass Astroboy wunderschön ist!", dann wird das wohl kaum einen Gedanken/ Stimme in meinem Kopf auslösen, wenn derjenige, das nicht bereits von sich aus so empfunden hat (was allerdings nicht so unwahrscheinlich wäre)! Es ist ja dann gar kein "echtes Gedankenlesen" und keine natürliche Versuchssituation. Ich müsste dir das schon in einem Feldversuch im echten Leben beweisen.


    Zitat

    Das mag wohl so sein, Tatsache ist aber, dass die meisten Stimmenhoerer
    ueber kurz oder lang in irgendeiner Art und Weise austicken und nicht
    mehr dazu in der Lage sind, ein normales Leben zu fuehren.

    Das würde ich mitunter nicht bestreiten. Wohl bemerkt, bezogen auf die meisten oder viele Stimmenhörer. Aber das kann ganz verschiedene Ursachen haben. Wer nicht weiß, dass es Telepathie geben könnte, und wer sich das nicht auf diese Art erklären kann, wird einfach nur schon allein deshalb verrückt, weil er sich nicht erklären kann, wo die Stimmen herkommen und was sie sagen wollen. Ein anderes Beispiel ist, dass man vielleicht tatsächlich in einer feindlichen Umwelt ist und viele negative Fremdgedanken wahrnimmt und deswegen "durchdreht", z. B. in der Psychiatrie, wo dir jeder einredet, du hättest ein Problem, oder auf einem Arbeitsplatz, wo man systematisch gemobbt wird. Schizophrene haben eine "dünne Haut", die Psychologen erklären es mit dem Vunerabiltätsbegriff, verkürzt gesagt, sind Schizophrene leicht verletzlich und übersensibel, nicht nur gegenüber Fremdgedanken, sondern gegenüber Stress, äußeren Reize etc. allgemein. Ihr innerer Filter für Informationen funktioniert anders, und so nehmen sie, wieder ein verkürzter Schluss von mir, Dinge wahr, die andere nicht wahrnehmen.

    Indiskutabel ist die Frage nach Telepathie sicher nicht, sonst hätten viele Threads im PP gar keinen Sinn von Anfang an.


    Noch einmal: Ich bestreite nicht, dass es keine schwarzen Schafe unter den Trägern schizophrener Merkmale gibt. Aber deswegen sind Verbrechen, hergerufen durch Stimmen, eine absolute Ausnahme. Es kommt vor, aber womöglich so häufig in Prozenten innerhalb der Gruppe der Stimmenhörer wie es prozentuell in der Gruppe der "Nicht empfänglichen" ist. Es ist statistisch nachgewiesen, dass die Gruppe der Schizophrenen, ob ihr sie nun als Kranke seht oder nicht, keine höhere Neigung zu Verbrechen hat als die Vergleichsgruppe.


    Des Weiteren möchte ich die generelle Diskussion begründen, dass Schizophrenie von der schizotypischen Persönlichkeit unterschieden wird. Ersteres wird im Mainstream als Krankheit bezeichnet, letzteres zuweilen als Persönlichkeitsstörung oder aber sogar neutraler als ein schlichter Persönlichkeitstypus. Die schizotypische Persönlichkeit, und ich hoffe wir finden die Grundlage, diese wertneutral als Typus und nicht als Störung zu betrachten, ist gerade gekennzeichnet durch das Merkmal, magisches Denken zu vollziehen und "abergläubisch" zu sein. Im Gegensatz zur Schizophrenie selbst, kommt es aber nicht dauerhaft zu Erscheinungen der übersinnlichen Art; zuweilen reicht der Glaube daran aus, um diesen Persönlichkeitstypus zu bestimmen (neben anderen Merkmalen).
    Die Verknüpfung zwischen magischem Denken zum Schizotyp und zum Schizophrenen ist also in jedem Fall gegeben und deswegen wert, diskutiert zu werden. Nun kann das jeder anders für sich bewerten. Vor allem die Frage, wann der "Wahnsinn" beginnt und wo die Realitätswahrnehmung vom Rest der Menschen extrem abweicht, ist sicherlich am schwersten zu beantworten. Aber in dem Zusammenhang verfechte ich es, dass das Stimmenhörern alleine noch nicht zwangsläufig wahnsinnig macht. (Ich muss dazu sagen, dass ich auch auf Begriffe wie "verrückt" und "wahnsinnig" etwas allergisch reagiere und sie nur deshalb benutze, um die Diskussion anzuregen.)

    Zitat

    Schizophrenie ist eine KRANKHEIT, keine Gabe.

    Genau das steht hier zur Debatte. Eigentlich hat sich die Debatte mit all denen ohnehin erledigt, die nicht noch zusätzlich die Frage nach Telepathie ernstnehmen. Ich hoffe, das strapaziert euch nicht zu sehr und ich hoffe, ihr gelangt nicht an die Grenzen eurer Fantasie.

    Ich muss das nochmal klarstellenj: Die sogenannten wissenschaftlichen Tests sind nicht darauf angelegt, dass zu messen, was überhaupt möglich ist, als ein Stimmenhörer leisten zu können. Ich kann mich nicht wie in einem Superheldenfilm vor dich stellen und deine inneren Gedanken abscannen, als wären es meine eigenen. Die Evolution hat ganz sicher nicht so eine Form von Medialität herauskristallisieren lassen. Zu viele Fremdgedanken wahrzunehmen und dazu noch solche, die mit dem eigenen Empfinden und Erleben nichts zu tun haben, wäre extrem irritierend und eine extreme Störung für den Seelenhaushalt. Deswegen beziehen Stimmenhörer in der Regel die Stimmen immer auf sich und weisen den Aussagen der Stimmen immer Bedeutung für ihr eigenes Selbst zu.


    Um einen Schritt auf euch zuzugehen, ist es natürlich extrem subjektiv von den Schizophrenen, sich ständig als "Weltrenretter" (eine der Einzeldiagnosen) oder "Auserwählte" zu betrachten, aber das gibt diesen Menschen wenigstens Sinn in ihren Halluzinationen. Hätte die Evolution dagegen das Ego desjenigen, dessen Gedanken gelesen werden, in den Mittelpunkt gestellt, dann hätten sie den Bezug zu sich selbst verloren und die Grenze zwischen Innen- und Außenwelt sowie zwischen Eigen- und Fremdgedanken wäre noch mehr verschwommen. Sie wären schlichtweg nicht lebensfähig in ihrem eigen Lebenskontext gewesen, weil sie sich durch Fremdgedanken nur ablenken hätten lassen. Ich hoffe, das ist schlüssig. Grundlage der Argumente ist es, dass es erwiesen ist, dass Schizophrene die Grenze zwischen Eigen- und Fremdgedanken nicht leicht ziehen können, sowie die Grenze zwischen dem inneren Erleben und den äußeren Realitäten nicht immer korrekt ziehen.


    Außerdem scheint die Evolution aktive Telepathie, d. h. Sender von Gedanken, bevorzugt ausselktiert zu haben als reine Gedankenleser. Die Fähigkeit, andere Menschen mit den eigenen Gedanken manipulieren zu können, stellt einen Überlebensvorteil da. Das muss ich euch, so denke ich, nicht erklären. Diese Behauptung stütze ich mit dem Faktum, dass die meisten Menschen, die Telepathie im Zusammenhang eines Schizophrenieverlaufs erleben, schlichtweg das Gefühl haben, DASS IHRE EIGENEN GEDANKEN VON ANDEREN GELESEN WERDEN. Somit hat die Evolution nun aber nicht das Wunder vollbracht, an dass ihr gerne glauben würdet, und was leichter aufzuführen und zu beweisen wäre, nämlich, dass ich mich hinstelle und einen Gedanken in deinen Kopf sende, sondern dass aktive Telepathie, wie sie bisher zumeist erlebt wurde, mit einem Gefühl verbunden ist, nicht selbst entscheiden zu können, wann und wie ich was sende. Ein Gedankensender denkt einfach die ganze Zeit, dass seine Gedanken von anderen gelesen werden (wie ich), oder dass ihm Gedanken "entzogen" werden, oder aber dass "seine Gedanken flüchten". Diese 3 statistisch erwiesenen Formen der Gedankenübertragung könnt ihr in allgemeinmedizinischen Symptombeschreibungen der Schizophrenie nachlesen. Deswegen behaupte ich unter Begründung des Kategorienfehlers der Medizin (=Die Medizin nennt etwas ein Krankheitssymptom, was in Wirklichkeit ein parapsychischer Effekt ist) ferner, dass empathisch-paranoide Schizophrene in den meisten Fällen Sender von Gedanken sind. Aber in einer Form, die weniger willkürlich ist, als man sich Telepathie in einer nicht real biologisch existierenden Idealform vorstellt, sondern, die nun etwas für uns "verrückt" erscheinend von der Evolution ausselektiert wurde. Die Gründe, warum das aber auf diese Weise geschehen musste, sind hoffentlich durch die Schilderung klar geworden, dass ein Telepath sich auch vor Fremdgedanken schützen musste, und somit nun einmal leider nicht alles ungefiltert wahrnehmen kann. Deswegen wird der Zenerkartentest auch nie funktionieren. Und deswegen könnt ihr meiner Meinung nach noch lange Beweise einfordern: Eure Grundlagen stimmen einfach nicht! Studiert die Grundlagen!


    Ich hoffe, ihr könnt meinen etwas komplexen Gedankengang nachvollziehen.

    Ich versuche meine Meinung so gut wie möglich zu begründen. Ich möchte nur darauf aufmerksam machen, dass es durchaus diskutierbar ist, ob die westliche Schulmedizin nicht auch Fehler macht. Sie tut und tat mit Sicherheit Menschen Unrecht. Als Beispiel, einen Beleg, wenn ihr so wollt, erwähne ich nur, dass die Homosexualität bis in die 90er Jahre hinein auch eine "anerkannte" Krankheit war. In der Psychiatrie. Entsprechende Schwulen und Lesben werden und wurden "behandelt". Und die Gender Identity Disorder ist es zum Teil heute immer noch. In Wirklichkeit steckt aber Diskrimierung dahinter und der Begriff der Krankheit wird falsch und zu Unrecht angewandt. Genauso sehe ich es nicht so, dass jede Abweichung in Hirnaktivitäten als ein Fehler zu bewerten ist. Nicht jede Anormalie ist behandlungswürdig. Sie könnte auch zum Vorteil für die Betroffenen sein.


    Leider kann ich nicht auf jeden eurer Punkte einzeln eingehen. Warum sind die Stimmen eine Gabe? Und warum sind die Stimmen immer selbstbezogen?
    Sie können Rat und Hilfe geben. Sie können Informationen und Wissen liefern, die man ohne sie nicht hätte. Sie können Begleiter im Alltag sein. Diese Aussagen sind jetzt nicht einfach erfunden, sondern entspricht der Wahrnehmung vieler Stimmenhörer. Da könnt ihr euch gerne im Internet belesen.
    Warum sind sie selbstbezogen? Das begründe ich mit einer Evolutionstheorie. Die Stimmen, die Bezug zum Ego und zum eigenen Leben hatten wurden positiv ausselektiert, weil sie für das Überleben nützlich sind. Deshalb ist Telepathie auch nicht in der Form beweisbar, wie ihr es immer fordert: Es werden nicht einfach völlig deinem Wesen fremde Außengedanken anderer Menschen wahrgenommen, weil dies für das Individuum ein NAchteil gewesen wäre, denn solche Stimmen (und Bilder) hätten den Menschen irritiert. Im Übrigen ist es bereits nachgewiesen, dass Schiophreniegene einen evolutionären Vorteil hatten, da sie an ein Gen für Kreativität gekoppelt sind. Genie und Wahnsinn liegen biologisch also nah beeinander. Und ich behaupte meiner Argumentation entsprechend: Wahnsinn und Übersinnlichkeit liegen nah beeinander.


    Dass die Grenzen zum "Wahnsinn" fließend sind, stelle ich gar nicht in Frage. Aber was ist der Zusammenhang von Wahnsinn und Gesellschaft: Abgekürzt stellt sich die Geschichte nach Michel Foucault wie folgt da: In der Neuzeit haben sich Ratio und Irrationalität oder Verstand und Wahnsinn voneinander absolut getrennt, was im Mittelalter nicht der Fall war. Dies zeigt sich in der Abtrennung der "Irren" in abgeschiedenen Anstalten und deren Trennung von der Gesellschaft. Der Dialog zwischen Wahnsinn und Vernunft hat aufgehört, ersteres soll als nicht erklärbares Phänomen eliminiert und ausgelöscht oder eben geheilt werden. Dafür wurden Disziplinareinrichtungen, die Psychiatrien, geschaffen, in denen über die Mikrophysik der Macht, z. B. die Therapie eines Arztes, das Denken des Einzelnen diszipliniert und kontrolliert wird. Wissenschaft führt keinen Dialog mehr zu der Ganzheitlichkeit der Phänomene in der Welt, nämlich genau nicht mehr zu den Erscheinungen, die nicht in das wissenschaftliche Weltbild passen und sich nicht erklären lassen.
    Ich sehe diese meiner Meinung nach korrekte Beschreibung der Welt kritisch, die Welt ist gespalten in die Rationalen und Irrationalen, in die Gesunden und Kranken und beide Seiten führen den Dialog nicht mehr miteinander. In Wirklichkeit gibt es aber immer noch die Trennlinie zwischen dem Erklärten und dem noch nicht Erklärbaren.


    Zwar seint es erklärt zu sein, dass bestimmte psychische Phänomene wie Halluzinationen einfach nur krank sind, in Wirklichkeit sind sie aber einfach noch nicht erklärt.

    Naja, mein Name verrät ja eigentlich mein Gender.


    Hm, zu deinen Beispielen, da kann ich mir gerade und gelinde gesagt, du dir wahrscheinlich auch, keine Meinung darüber bilden. Wir wissen schlicht nicht, was in ihren Gehirnen vor sich geht. Wahrscheinlich ist an der Dopaminhypothese etwas wahres dran, und sie hören die Stimmen unter anderem aufgrund erhöhter Hirnaktivität. Wo die Stimmen allerdings herkommen, wissen wir nicht. Dass sie sich abnorm verhalten und noch dazu in der Psychiatrie, wo ein feindliches Umfeld vorherrscht, das verwundert mich keinen Falls. Es ist schließlich ungewöhnlich, wenn man Stimmen hört. Wenn du nicht gerade gefragt hast, wer denn, was denn genau die Stimmen sind, kann ich das nicht beurteilen. Selbst wenn sie selbst nicht wissen, wer oder was da zu ihnen spricht, bleibt in allen 4 Fällen eine paranormale Erklärung als mögliche Erklärung bestehen.


    Ganz generell brauchen Menschen, und nur die wenigsten Stimmenhörer haben das tatsächlich, wohl eher eine marginale Minderheit, eine Grundbildung. Erst mit einer gewissen Bildung zum Thema paranormalen kann man seine eigenen Stimmen richtig erklären. Aber die wenigsten haben das. Ungefähr jedem zweiten Universitätsstudenten, Leuten mit dem höchst möglischen schulischen Bildungsabschluss, musste ich erklären, was man denn eigentlich unter Telepathie und Telekinese versteht. Schlichtweg die meisten Menschen kennen noch nicht einmal die parapsychologischen oder esoterischen Begriffe. Und bei den Schizophrenen selbst sieht das nicht besser aus. Kurzum: Die meisten Stimmenhörer wissen noch nicht einmal, dass sie Fremdgedanken wahrnehmen.


    Zu Lexy Driver: Mir fehlen die passenden Worte, um mit dem sensiblen Thema in deinem Fall umzugehen. Vielleicht gebe ich ein Stück weit Frieden und sage, dass es schwierige Fälle gibt, mit denen wir bisher nicht umgehen können. Meiner Meinung nach hätte man auch seinen paranoiden Vorstellungen mit Gesprächen und Psychoanalyse anstatt mit Medikamenten angehen können. Aber da sollte sich niemand einmischen. Und ich kann mir meinen zugegeben, weil persönlich werdenden, Kommentar nicht verkneifen, aber vielleicht sollte man nicht jedem Menschen Hilfe aufzwängen. Von Seiten der Betroffenen wird Hilfe wie in deinem Fall nun einmal nicht erwünscht, und das sollte man respektieren. Wird es aber nicht.

    Ich will mich beim besten Willen nicht mit den Mods anlegen und nehme die Kommentare auch ernst. Insofern bin ich ja ohnehin der einzige, der dieser Auffassung ist. Es ist nicht böse gemeint, Ricya, aber dass jemand die Stimme des Teufels vernimmt, oder aufgrund von Stimmen jemanden tötet, ist nun wirklich das gemeinste und unzutreffendste Klischee und Gerücht, was ich kenne. Wenn nicht gar ein Ammenmärchen. Genau soetwas führt zur Stigmatisierung von Stimmenhörern. Dann behaupte ich sogar ganz frech, in dem Falle ist es sogar der Teufel höchstpersönlich. Und den kann man genauso gut durch Exorzismus austreiben wie durch eine Therapie. Das ist für mich kein Unterschied, man hat zu allen Zeiten und an allen Orten Stimmenhörer mit anderen Mitteln bekämpft. Und, nun ja Dirk, dass es die Stimmen nicht gibt, und dass dem keine Hirnaktivität z.B. zu Grunde liegt, das bestreite ich allerdings sehr stark. Das würden dir sogar meine schlimmsten Feinde, die Psychiater bestätigen, dass die Stimmen für den Betroffenen durchaus real sind.


    Dass ich gegen die herrschende Auffassung argumetiere, ist mir durchaus bewusst. Es soll sich jedoch jeder ein eigenes Bild machen dürfen und seine "Meinung" vertreten. Denn ihr könnt sagen, was ihr wollt, aber dass Stimmen hören krank ist, ist für mich keine wissenschaftliche Aussage. Das ist die Erklärung eines empirischen Phänomens mit Begriffen der menschlichen Sprache, das ist jedoch weder ein Ergebnis einer wissenschaftlichen Analyse oder Forschung, sondern lediglich die Bewertung eines Phänomens. Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun, Bewertungen gehören da gar nicht hinein. Deswegen ist für mich die Medizin auch keine Wissenschaft im eigentlichen Sinne, sondern sie findet zwar körperliche, physische Erscheinungen heraus, wie z. B. der Teilzweig der Anatomie, jedoch braucht es die Medizin um ein Handwerk zu sein, und mehr ist es nicht auf der anderen Seite seines Wesen, Bewertungen in gut und schlecht, erwünscht und unerwünscht, normal und abweichend von der Norm, und schließlich gesund und krank vorzunehmen. Darüber sollte sich jeder jedoch eine eigene Meinung bilden können, denn es ist nur die Meinung der westlichen Medizin, eine Bewertung, faktisch auch ein Urteil über sein und nicht sein. Ich nehme mir raus, diese nicht fraglos zu akzeptieren und so bilde ich mir auf den gegebenen Fakten ein eigenes Urteil. Und das kennt ihr nun.


    Die bloßen Fakten sind, dass es Menschen gibt (je nach Zahlen 2-10 %), die Stimmen hören oder gehört haben und mal vorurteilsfrei gesprochen sind sie bestimmt keine größere oder geringere Gefährdung für die Menschheit als die anderen. Ein Faktum ist, dass Schizophren"erkrankte" sehr häufig diese Stimmen als paranormal erleben, als von außen, als Telepathie, Geister oder Verwandte, als Fremde, als männliche und weibliche Stimmen etc. Und diese Fälle sind garantiert häufiger als die Fälle, in denen der Teufel höchstpersönlich zum Mord aufruft oder rosa Elefanten gesehen werden. Letztere Phänomene gibt es nämlich eigentlich wirklich nicht. Das bildet nämlich ihr, die angeblich so normal seid, ein, dass es Dinge sind wie rosa Elefanten oder Engelchen und Teufelchen, die es wirklich nicht gibt.


    Und hier verwischen doch eigentlich die Grenzen: Sind das nicht alles nur Vorurteile, die wir Schizophrenen entgegen bringen? Könnten wir sie nicht so akzeptieren, wie sie sind? Und ja, meine These ist so hart, dass es keine "Krankheit" ist, denn das ist nur der Name für etwas, was wir loswerden müssen und wollen. Wir könnten genauso gut mit den Schizophrenen leben und sie ernst nehmen, ihnen zuhören und nicht immer wieder negieren: "Nein, ich höre diese Stimmen nicht, sie sind nur in deinem Kopf", denn so ist es tatsächlich. Ich habe auch noch keinen Schizophrenen getroffen, der sich gewundert hat, dass ich nicht seine Stimmen im Kopf habe. Aber euch muss man das ja nochmal haarklein erklären. Die Stimmen sind da! Sie existieren. Aber genau bei diesem Phänomen lebt tatsächlich jeder nur in seiner eigenen Welt.


    So traurig es ist.


    Eine objektive Perspektive zu dem Thema gibt es gar nicht. Ich behaupte ständig, diese Stimmen sind meine Mitmenschen. Das verstehen die wieder nicht, die Gottes Wort erhören. Sowas finde ich wieder total beknackt! Gottes Wort hören- gibt´s den überhaupt? Und die, welche fremde, unidentifizierbare Stimmen hören halte ich auch für total behindert. Vielleicht gefällt´s denen ja, aber ich würde das nicht wollen: Gedanken von Leuten lesen, die ich nie gesehen habe. Naja, und wenn ich soweit gehe, was sollen dann erst die Leute sagen, die überhaupt keine Stimmen hören, nichteinmal ihre eigene Innere. Wahrscheinlich denken die, wie ich über den ganzen Rest der Stimmenhörer auch, dass die einfach alle verrückt sind.

    Sevi

    Zitat

    Sorry, aber deine Argumentation ist (wenn ich deine Posts richtig verstanden hab) völliger Schwachsinn.

    Ich glaube, dann hast du sie nicht verstanden.


    Sevi

    Zitat

    Wenn du wirklich solche Stimmen hörst, die dir konkrete und detaillierte Informationen geben, [...]

    So konkret und detailliert sind die gar nicht. Es ist ja nicht so, dass ich da Gedichte in meinem Kopf höre. Wenn du Wunder erwartest, dann geh zu Jesus Christus.


    Zitat

    Wenn du behauptest, Krankheiten wie Schizophrenie etc. sind nur die
    wissenschaftlichen Begriffe für tatsächliche paranormale Fähigkeiten,
    dann kann man genau so in die gegengesetzte Richtung argumentieren, in
    dem man sagt, paranormale Fähigkeiten sind bloss psychische Störungen.

    Behaupte ich aber noch.



    Ragnarsson

    Zitat

    Schizophrenie hat rein garnix mit paranormalem zu tun.

    Ach so. Meinst du jetzt mit rein gar nicht nie? Bei niemandem? Überhaupt gar nicht? Das verwundert mich irgendwie. Echt? Stimmt, das gibt´s ja auch alles eh gar nicht.


    Dann wird immer aus der Mottenkiste EIN Gegenbeispiel gezaubert, und die Sache hat sich erledigt. Schlüssig ist es dann aber bestimmt noch nicht. Nicht alle Schwäne sind weiß.


    Da kann ich dir auch immer gleich ein Gegenbeispiel liefern. Mache ich jetzt aber nicht.


    Ich denke nur, dass sich ein gewisser Prozentsatz der schizophren Diagnostizierten einfach einreden lässt, sie wären krank. Und manche glauben es dann sogar, weil sie ihre (zurück zum Thema) "Gaben" nicht verstehen.

    Genau das ist aber der Punkt: Schizophrenie ist keine Krankheit, sondern der Beweis, dass die Wissenschaften, das Paranormale gar nicht erforschen.


    Deswegen ist es für mich auch nicht verwunderlich, dass, wenn jemand die "Symptome" von "Psychosen" als Halluzinationen deutet, auch gleichzeitig glaubt, dass es paranormale Phänomene nicht gibt.


    Mein gerade mit 1,4 in Kunstgeschichte/ Geschichte (zum Thema "Salvadore Dalí und die Quantenphysik") abgeschlossen habender und bald promovierender Mitbewohner ist übrigens gerade im Raum, und fand die von ad Santiago in seinem Link vertretene Theorie, das Aurasichtige in Wirklichkeit Synästhetiker sind, gar nicht so schlecht, aber das wäre dann auf jeden anwendbar und erlernbar; und außerdem sei es kein Widerleg, dass es die Aura selbst gäbe, denn Farben schmeckende Leute könnten doch auch die Farben selbst wahrnehmen. Unabhängig von mir vertritt er allerdings auch präferiert die Meinung, dass (u. a. für Aurasichtige) eine Mutation in den Genen verantwortlich ist, die es möglich macht, dass die entsprechenden Aurasichtigen abstrahlende Wärme sehen. Ergo ist die Aura bewiesen. Meine aurasichtige Freundin ist auch da, und die findet das auch irgendwie, naja, wie soll ich euch das sagen: Irgendwie findet die gerade uns plausibler als das Paraportal. Komisch. Warum die nur ihren Augen traut...??

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    Kann es sein, daß deine Freundin und du eher soziale Außenseiter seid, und ihr euch deshalb in realitätsfremde Welten flüchtet?

    Eher nicht. Ich studiere (Sozialwissenschaften), sie auch (Philosophie). Wir beide schreiben gerade an unserer Magisterarbeit. Ich bin in einer Beziehung (übrigens zu einem Wissenschaftler, der weiß, dass ich Stimmen höre), sie in so einer Art Beziehung. Ich jobbe nebenbei an der Uni, sie auch ein bißchen als Nachhilfelehrerin. In meinem Bekannten- und Freundeskreis sind viele hier jobbende und promovierende internationale Doktoranden und Doktoren der Mathematik, Physik, Chemie, Linguistik etc., in ihrem ebenfalls (ist normal bei uns in der Stadt). Selbst mein prüfender Prof. sieht mich als "Kumpel" und sieht es nur ein, meine Magisterarbeit mit mir bei einem Bier zu besprechen. Daneben engagieren wir uns sozial und politisch bei der Tafel, dem Studierendenrat, diversen politischen Hochschulgruppen oder Instituten. Unsere Familien leben nicht weit von uns und wir besuchen sie regelmäßig. Wir sind also bestens integriert.
    Es ist ja nicht so, dass ich irgendwie abgeschirmt wäre von der Welt und der Wissenschaft (nicht in meiner Stadt). Es ist allerdings auch nicht so, dass ich mit meiner Meinung überall auf Zustimmung stoße, wenn ich denn mal darüber rede. Meine Sprachlehrer und -lehrerinnen lassen sich aber auch gerne Horoskope oder zumindest Voraussagen von mir machen. Das Klima für das Paranormale ist also auch nicht so kühl gegenüber dem Unerklärten in der akademischen Welt, wie das hier dargestellt wird.


    Viele meiner Kommilitoninnen haben eine "Psychose" erlitten, oder leiden unter Manien, Depressionen, Süchten etc. und bei den meisten herrscht magisches Denken vor. Es ist also nicht so, dass Übersinnlichkeit nichts mit Diagnosen zu tun hätte, sondern in der Lehrmeinung eher in der Zuweisung einer Diagnose für Schizophrenie und dergleichen als integralen Bestandteil bereit steht. Warum das so ist, kann ich mir nicht plausibel herleiten.



    Zitat

    Ich persönlich muß von dem, was du schreibst auch auf eine Störung schließen.

    Hm, bleibt mal locker. Das höre ich ungern. Nur weil ich mich oute als jemand, der Stimmen hört und der die *feste* Überzeugung hat, dass diese die Stimmen der ProfessorInnen, Freunde und Verwandten etc, sind, müsst ihr das nicht gleich als *Störung* betiteln. Etwas seltsam ist das schon, das gebe ich zu.

    Zitat

    Aber ich würde dir nahe legen die Behauptung, dass es evtl. auf eine
    Störung im Gehirn zurückgeht nicht so hinzustellen als wäre es eine
    Beleidigung.

    Na, nein. Natürlich ist das eine Beleidigung. Und Diskriminierung noch dazu! Nur weil man die physikalischen Ursachen für Stimmen hören gefunden hat, nennt man das zugehörige biologische Korrelat von dem, was vorher sowieso schon als krankes psyisches Phänomen eingestuft wurde nun auch noch Störung. Jetzt reflektiert doch mal: Natürlich nennen Mediziner das Störung, weil es ja das Stimmen hören verursacht. Und das ist ja krank. Wenn es keine biologische Ursache hätte, dann wäre es ja unerklärlich, also paranormal. Findet das jemand logisch?


    Kein Wunder, dass es noch keine Beweise für das Übersinnliche gibt.
    *naserümpf*

    Den Zenerkarten-Test würde ich bei Leibe nicht bestehen, da ich nicht so gut visualisieren kann. Viele Philosophen behaupten, dass höheres Denken sich ohnehin in Worten/ Begriffen abspielt. Die meisten Telepathietests sind jedoch auf die Übertragung von Bildern ausgerichtet. Die Begründungsliste für die Unerklärbarkeit des Phänomens ist lang und würde hier zu weit gehen.


    Es wurde auch noch nie bewiesen, dass es eine innere Stimme gibt, zumindest wurde sie noch nie auf Tonband aufgenommen. Dennoch würde keiner bezweifeln, dass sie real ist. Nachgewiesen ist jedoch, dass Menschen, welche glauben, einen inneren Monolog zu verfolgen, eine erhöhte Aktivität in der Broca´s Area des Gehirns haben. Desweiteren ist nachgewiesen, dass diese Region sowie der akkustische Kortex, welcher normalerweise aktiv ist, wenn wir mit den Ohren akkustische Signale empfangen, unerklärte Aktivitäten vollführen, wenn jemand Stimmen hört. Sie sind also durchaus real und nachweisbar. Und es ist eine Region aktiv, welche Signale von außen verarbeitet, also der akkustische Kortex. Ergo kommen diese Stimmen auch von außen.


    Die gängige, abschüßige Theorie der Mainstream-Psychologie ist es ja, dass Stimmenhörer eigene verdrängte Gedanken und Vorstellungen wahrnehmen. Das ist aber völliger Unsinn, weil, wie ich weiß, kein Stimmenhörer behaupten würde, diese Stimmen wären das eigene Unterbewusstsein. Man sollte dann lieber die Stimmenhörer ernst nehmen und ihnen glauben schenken, dass die Stimmen tatsächlich von außen kommen. Das ist im Übrigen auch das plausibelste: warum sollte denn unser Gehirn uns so verarschen und solch einen Trick vollführen, wenn es sich um eigene Gedanken handelt. Ich hoffe, das leuchtet ein.


    Nun, das Auren nicht nachgewiesen sind, ist insoweit ein genauso gutes Argument, wie dass es nicht nachgewiesen war, dass die Erde eine Kugel ist, bevor es entdeckt wurde. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass es das Phänomen gibt und Menschen Auren sehen.


    Und mal ganz allgemein gehe ich nur deshalb, weil etwas "nicht wissenschaftlich belegt wurde" bestimmt nicht davon aus, dass es nicht existiert. Willkommen im Jahre 2010, ihr traut den Wissenschaften etwas zuviel zu, wenn ihr euch von einer solchen Leitlinie leiten lasst. Vor ca. 100 Jahren war noch nichtmal die Psychologie erfunden oder höchstens in den Kinderschuhen. Da sind vielleicht 4-5 Generationen von Forschern, davon vielleicht 2 Generationen von empirischen Forschern am Werk, wenn überhaupt.

    Also ich höre Stimmen. Damit kann man auch eine Menge anfangen. Von in andere Menschen reinhören bis andere Wesenheiten befragen oder durch Raum und Zeit hören. Ist eigentlich ganz praktisch, wenn man damit umgehen kann. Eigentlich ist es Telepathie im engeren Sinne. Ich finde es nur echt ultra-uncool, dass man diskrimiert wird, wenn man Stimmen hört.


    Meine beste Freundin ist aurasichtig. Gab es ja hier auch noch nicht im Angebot.


    Ich sehe es aber auch so, dass jeder Mensch Fähigkeiten hat, die er bloß entdecken und nutzen muss. Trotzdem ist nicht jeder as psychic as the other. Meistens wird man verfolgt, wenn man anders ist. Es ist meistens der Indikator für echte parapsychische Fähigkeiten, dass man Probleme mit seinen Mitmenschen und seiner Umwelt bekommt, weil man anders ist.


    Die, welche wirklich Stimmen hören, oder das Licht der Aura sehen, werden von den Skeptikern bis Normalos angezweifelt und für krank gehalten. Schade, dass unsere Zivilisation auf diesem Stand ist. Ich traue es mir gar niemanden zu sagen, weil ich mich so für meine "Gabe" (oder Fluch) so schäme. Ich glaube, die Menschen kriegen Angst, wenn sie vor jemanden stehen, der das kann. Deswegen glaube ich, dass es nicht so normal ist, Dinge zu hören, welche die anderen nicht wahrnehmen.


    Meine beste Freundin und ich machen unsere Fähigkeiten aber mittlerweile im Freundeskreis nutzbar. Ich bin eher der analytische Part als Hörer von direkt transferiertem Wissen. Sie ist sehr subjektiv, weil eine Aura erst gedeutet werden muss.