Beiträge von Djinnbeam

    Manetuwak
    Callim


    Bezüglich der Unträumbarkeit von für das Gehirn unbekannten Situationen hätte ich auszugsweise das hier anzubieten:

    Zitat

    Die Fähigkeit zu träumen ist nicht von Geburt an gegeben, sondern entwickelt sich erst über 12-13 Jahre parallel zur kognitiven und emotionalen Entwicklung. Forschungen zu Kinderträumen zeigen, dass nur solche Inhalte geträumt werden können, welche die Kinder von der Welt um sie herum auch verstanden und symbolisch (sprachlich) repräsentiert haben. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Traum kein Wahrnehmungsprozess ist, sondern Produkt eines Gedankenprozesses.


    Quelle


    Deckt sich dahingehend mit den neurowissenschaftlichen, psychologischen, phänomenologischen etc. Ansätzen, dass Träume u.a. Verarbeitungsfunktion von Erlebtem haben und ebenso flöße aus der Linguistik hinein, dass du auf etwas nicht verweisen kannst, das du nicht bezeichnen kannst. Und somit würde sich so etwas dem Traumprozess entziehen.

    Knurzhart


    Absolut d'accord.


    Sollte dieses Modell von correctiv Schule machen, befürchte ich eine ganze Welle von solchen Türsteher-Institutionen, die ihre vermeintlichen Gütesiegel auf Beiträge innerhalb SocialMedia-Platformen verbreiten werden.
    Noch mehr Köche, die den Brei verderben... Sofern Facebook dies zulässt. Ich wage es dennoch mal zu prophezeien, dass es letztlich in Wettbewerb ausarten würde.


    Mich erinnert das alles ein wenig an meine alte WoW-Zeit, als dort ein Addon namens GearCheck aufkam und Mitspieler entsprechend eines von diesem Addon kalkulierten Wertes ihrer Ausrüstung als "würdig" und vor allem, "fähig" beurteilten.
    Da Blizzard allerdings seine inflationäre Item-Politik ausweitete, hatte ein GearCheck schnell keine bis kaum Aussagekraft mehr.


    Sollte also eine "Fake-News-Polizei" tatsächlich eingerichtet werden, muss solch ein System eindeutig von mehr als einer Säule getragen werden.

    Ich finde die Ambition gegen Fake-News vorzugehen sehr begrüßenswert, sehe die Vorgehensweise von Institutionen wie CORRECTIV dennoch kritisch.
    Mein größtes Problem mit der Bekämpfung von Fake-News habe ich mit dem reaktionären Ansatz. Wieder einmal wird ein Symptom zu bekämpfen versucht, anstatt dass man sich den Ursachen widmet und all die Ressourcen in eine angemessene Prä- und dem anschließende Intervention steckt.
    Dazu mal auszugsweise:


    Zitat

    Frage: Zensiert ihr Inhalte? Bestimmt ihr, was man in Zukunft posten darf, so wie derzeit einige Nutzer behaupten?
    Antwort: Nein, das ist falsch. Zensur geht in der Regel von staatlichen Stellen aus.


    Schade, dass Herr Schraven dies nicht weiter ausführt und deutlicher kontextualisiert. Wie genau bezieht sich das auf Facebook und was hat dies mit der Arbeit von CORRECTIV für Facebook zu tun?


    Zitat

    Wir sehen es als Gefahr, dass man Berichte, deren politische oder gesellschaftliche Haltung einem nicht passt, kritischer bewertet als andere. Aber erstens wählen wir die Artikel, die wir überprüfen, nicht beliebig aus (dies geschieht in der Testphase ausschließlich aufgrund von Meldungen von Facebook-Nutzer*innen, außerdem müssen die beanstandeten Posts eine gewisse Verbreitung erreicht haben). Zweitens, und das ist entscheidend, prüfen wir keine unliebsamen Meinungen, sondern Fakten oder Tatsachenbehauptungen.


    Ich habe jetzt schnell man keine Zahlen oder Studien zur Hand (wird aber folgen), jedoch ist eine kritischere Bewertung von unliebsamen politischen und gesellschaftlichen Haltungen bereits in den Meldungen von FB-Nutzern sowie deren Verbreitungsstärke geschehen. Von welchen Fakten und Tatsachen kann denn bei einer eingangs rein quantitativen Selektion die Rede sein?
    Das verhält sich ja so, als ob man rein anhand der Bestsellerlisten eine Info über die Qualität des Buches/Films/Tonträgers erhielte. Denn die einzigen Fakten und Tatsachenbehauptungen sind hier Verkaufszahlen, besagt ja bereits der Name "Bestseller".
    Jedenfalls wird mir nicht klar, inwiefern die Kriterien "Meldung"+"Verbreitung" und "Fakten"+"Tatsachenbehauptung" eines FB-Posts zur objektiven Bewertung durch CORRECTIV beitragen.


    Die spannenden Fragen sind ja: Warum melde ich einen Beitrag auf Facebook und wann teile ich ihn?


    Zitat

    Frage: Warum wollt ihr auf Facebook Fakten checken?
    Antwort: Wir glauben, dass Menschen ihre Entscheidungen auf Basis möglichst guter Fakten treffen sollten und nicht auf der Basis von Lügen.


    Wenn es gute Fakten gibt, die Lügen entgegenstehen...was sind denn dann böse Fakten?
    Ich will hier nicht zu erbsenzählerisch oder pedantisch auftreten, aber die Unpräzision dieser Formulierung bei einem Laden, der selbst abwägt zwischen den Formulierungen "Wenn jemand schreibt, er habe den Eindruck,..." und "Wenn jemand aber sagt, es gebe ..." und davon sein Einschreiten abhängig macht, ist erschreckend.


    Es ist der falsche Weg, der da eingeschlagen wird. Wir brauchen in erster Linie bessere Bildung und dann erst sollte man sich mit der Optimierung der Prüfung befassen.

    und bezüglich über "psychologisch Erklärungsversuche" bei übersinnlichen Vorkommnisse wird sehr viel Unfug betrieben, indem man einem das Geistige entweder versucht auszureden, oder aber (wenn das nicht fruchtet) dieses durch medikamentöse Behandlung erzeugt, denn eins ist für so ein "Therapeut" von vorn herein klar, das man mit solchen Symptomen eine Krankheit besitzt, die behandelt werden muss. Dabei ist so ein "Therapeut" auf sein Job hin geschult worden, die auf Theorien wie z.B. dem Sigmund Freud oder Carl Gustav Jung und anderen beruht = der Jung ist ein Sohn eines Pfarrers gewesen und er selbst wurde in jungen Jahren sexuell von einem Mann vergewaltigt = all das wird Spuren hinterlassen haben, wie eine Art Trauma. Die Traumdeutungen von Sigmund Freud ist aus meiner Sicht totaler Nonsens, da er aus den verschieden Arten zu träumen ein Chaos erzeugt hat. Der Jung wurde durch seinem Freund Freud dahingegen manipuliert, das er diese Traumdeutungen seines Freundes an sich gedeutet und praktiziert hat. Und auf SO ETWAS ist Psychologie auch in ihre Verzeigungen aufgebaut


    In eure eigentliche Diskussion über Geister etc. mische ich mich nicht ein, denn dazu fehlt mir jegliche Kompetenz.
    Aber diese Darstellung von psychologischen Sachverhalten ist so nicht haltbar. Das meiste ist entweder falsch zugeordnet, falsch bezeichnet oder in seiner Grundannahme bereits falsch.


    Es spricht nichts gegen Kritik an psychologischen Methoden in Hinblick auf Erklärungsversuche von paranormalen Phänomen.


    Aber deine Ausführungen, Eldorado, beruhen auf falschen Annahmen und werfen in dieser Form ein zu Unrecht verallgemeinert destruktives Bild auf das gesamte Feld der Psychologie.

    Nun,
    ausgehend von der Berichterstattung der Mainstream-Medien sehe ich einerseits die Aussage Trumps, er wolle ein Einreise-Verbot in die USA für Moslems durchsetzen. Das wird in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht eher den USA als dem Islam schaden.


    Von russischer Seite bekam ich bisher mit, wie noch 2015 Putin höchst selbst den Islam als eine der traditionellen russischen Religionen nannte, 2016 erklärte Dimitri Medwedew:
    “Ich erinnere daran, dass Russland nicht nur ein christliches, sondern auch ein islamisches Land ist, und wir leben mit unseren islamischen Brüdern, die auf dem Territorium Russlands seit vielen Jahrhunderten leben, in Frieden. Diese Koexistenz war absolut normal und ruhig.“


    Und dass die USA ein wenig militärische Hardware in Europa verschieben, erscheint mir als zu geringes Indiz für einen aufkeimenden Weltkrieg.


    Im Nahen Osten herrscht doch seit - kurzfristig gesehen - der Gründung Israels Dauerkrieg, zusätzlich zu den konfessionellen Konflikten.
    Ebenso sind wirtschaftliche, militärische und eben politische Allianzen zwischen Nahost- und westlichen Ländern nichts neues, daher für mich auch nicht ungewöhnlich.


    Die Autokratisierung der Türkei ist bedenklich, aber welches weltpolitische Potenzial dies letztlich hat, kann ich nicht mal abschätzen.

    Dass Europa gegen den Islam Krieg führen will


    Solche Formulierungen sind dennoch weiterhin extrem unpräzise und damit missverständlich. Meinst du Europa politisch im Sinne der EU oder religiös im Sinne von Christentum? Schwebt dir sonst eine Definition von Europa vor?
    Und von "dem" Islam als geschlossene Front gegen welchen Feind auch immer kann wohl kaum die Rede sein, solange sich die verschiedenen Glaubensrichtungen nicht über "einen" Islam einig sind.
    Wie du selbst feststellst:

    Gemeint ist, dass es im Islam verschiedene Richtungen gibt, Sunniten, Schiiten, Aleviten, Wahabiten ... und dass das immer wieder zu Konflikten der Staaten des Nahen Ostens untereinander oder auch innerhalb der einzelnen Staaten führt, wer nun den "einzig wahren" Islam praktiziert.


    Somit sind deine Aussagen

    Amerika schon eher.

    und

    Russland hetzt auch sehr stark gegen den Islam

    ebenso sehr pauschal, sofern du einerseits "den" Islam nicht deutlicher differenzierst und andererseits keinerlei Quelle oder wenigstens ein Beispiel zu dem vermeintlichen Islam-Bashing der USA sowie Russlands nennst.


    Ist für mich schwierig darauf einzugehen, solange es derart verallgemeinert formuliert ist.


    Ich bin leider bisher über das Vorwort und einen Blick auf den Anhang nicht hinaus.


    Bin jedoch gespannt, inwieweit der Autor tatsächlich global analysiert oder ob am Ende der Blick auf die Menschheit auf eurozentristischen Entwicklungen hängen bleibt.


    Ich halte dich gern auf dem Laufenden.

    Ich vermute mal, hier haben wir es mit diesem sprachlichen Phänomenzu tun.
    Ähnlich wie Berlin, Moskau oder Washington statt deutsche, russische oder US-Regierung zu sagen, wird hier verkürzt. Was letztlich zu ein wenig Verwirrung führt, wenn unpräzisen Formulierungen eventuell zusätzlich unpräzise Gedankengänge vorausgehen.


    Mit "dem Islam" ist wahrscheinlich dann eine Mischung aus religösen, kulturellen und gesellschaftspolitischen...Dingen gemeint.

    Das ist so nicht richtig. unser Gehirn durchläuft einen Prozess, der auf der Genetik aber auch auf der jeweiligen ontogenetischen Entwicklung eines Individuums beruht. Während dieser Entwicklung bildet sich ein Konsens der eingehenden Reize und deren Bedeutung, auch bei verschiedenen Individuen. Wenn du beispielsweise eine Sprache lernst, lernst du ja nicht irgendwas, sondern erhältst neben der Sprache auch die Bedeutung der unterschiedlichen Begriffe und Regeln. Was beim Lernen oder Sprechen in deinem Kopf vorgeht, ist belanglos.
    Dafür muss natürlich ein gewisses Interesse bestehen, sich mitteilen zu wollen und dem damit einhergehenden Unterwerfen dafür notwendiger Verhaltensweisen, was einfach in unserer Art liegt.


    Ich stimme mit dir hier nur teilweise überein. Jedes Gehirn konstruiert sich im Laufe der Jahre seiner Existenz - prägend sind hierfür vor allem die ersten Lebensjahre - seine individuelle, idiosynkratische Wirklichkeit, wobei es nicht nur eine spezifisch eigene Interpretation der Bedeutung der Kommunikationssysteme, mit denen es in Kontakt kommt, vornimmt, sondern seine eigene Wirklichkeit teilweise auch mit den Bausteinen seines eigenen Sprachverständnisses errichtet.
    Allerdings gibt es in der menschlichen Sprache weder genetisch vorgegebene Bedeutungen noch Universalien.


    Stichwort "Mentale Repräsentation". Hierzu erklärte mir ein befreundeter Neurobiologe folgendes:
    Man kann Bilder weder direkt sehen, Geräusche hören, Gerüche riechen, einen Geschmack schmecken oder einen Gegenstand ertasten. Die Funktion der Sinnesorgane besteht nicht darin, ein Abbild der Realität in der Wirklichkeit des Gehirns zu erzeugen, sondern sie setzen Signale in neuroelektrische und neurochemische Signale um, die auf die Rezeptoren unserer Sinnensorgane treffen. Diese werden auf den Nervenbahnen ins Gehirn weitergeleitet und dort in Abhängigkeit von dem Ort ihrer Verarbeitung interpretiert.
    Die Bedeutungszuweisung ergibt sich dabei nicht etwa aus der Beschaffenheit der Signale allein, sondern hängt eben von der Hirnregion, welche die Verarbeitung vornimmt, und deren bisheriger individueller Prägung durch Erfahrung ab.


    Das sagt sie doch garnicht. Wieso sollte unser Gehirn die Realität außerhalb direkt wahrnehmen müssen?


    Der Strukturalismus geht grundsätzlich von einem "einfachen" und unmittelbaren Prozess der Wahrnehmung aus und bezieht das Phänomen der "Mentalen Repräsentation" nicht in seine Modelle der Kommunikation mit ein.
    Es geht hierbei nicht darum, wie das Gehirn etwas wahrnehmen MUSS, sondern WIE es dies tut. Sprachliche Äußerungen, die akustisch, visuell oder auch taktil - etwa durch Blindenschrift- wahrgenommen werden, führen zu Veränderungen im Gehirn, die man als neuronale Erregungszuständen beschreiben kann. Diese werden aber durch das Gehirn neu interpretiert und so erst in ihrer Bedeutung konstruiert.


    Das Gesetz der spezifischen Sinnesenergien von Johannes Müller besagt u.a., dass es nicht der Reiz ist, der die Natur der Sinnesempfindung bestimmt, sondern die durch ihn gereizten Sinnesrezeptoren.
    Damit ist eine direkte Abbildung der Realität oder Außenwelt durch unsere Sinnesorgane prinzipiell unmöglich. Es findet somit lediglich stets eine Annäherung (wie nah, ist irrelevant) an die Realität statt.
    Grob gesagt:
    Sprachliche Zeichen bezeichnen primär nicht Gegenstände und Sachverhalte der realen Welt, sondern verweisen auf Bewusstseinszustände und -inhalte des erzeugenden Gehirns. Sie können (nicht müssen!) mit Gegenständen und Sachverhalten der realen Welt korrelieren, was jedoch lediglich teilweise und mit der o.g. bloßen Annäherung geschieht.
    Noch gröber gesagt:
    Ein menschlicher Sender übermittelt maximal Schätzungen, die auch nur dahingehend verständlich sind, inwieweit das Gehirn des Empfängers über konsensuelle Bereiche verfügt, die denen des Senders zumindest ähneln.


    Strukturalistische Kommunikationsmodelle seit de Saussure bis hin zum Organon-Modell beziehen das nicht mit ein.
    Das Zeug verkürzt lediglich das aus der Antike stammende Konzept der stoischen Trias und bereits u.a. Plato herausgearbeitet hat. Einer heutigen und eingehenderen Untersuchung unter Einbezug von psychologischen, neurobiologischen und -chemischen Erkenntnissen sowie dem Blick über den indogermanischen Tellerrand hinaus hält dies nicht länger stand.


    Wobei Realität mehrdeutig ist. Einmal unsere wahrgenommene Realität, dann der Konsensus, wie die Gruppe die Dinge wahrnimmt und zuletzt die Wirklichkeit, wie sie ist.


    Um den Neurobiologen Gerhard Roth zu zitieren:
    "Realität bezeichnet die außerhalb unserer selbst und unserer direkten Kognition liegende Welt, Wirklichkeit dagegen die von einem menschlichen Gehirn konstruierte Vorstellung, wie die reale Welt beschaffen ist."

    Ist jetzt ja auch nicht wirklich unglaubwürdig, sondern nahe an der Realität.


    Damit hast du wohl mein Problem mit GoT kurz und bündig auf den Punkt gebracht.


    Ich halte die erdachte Welt dort für sehr glaubwürdig und konsistent. Jedoch spricht mich das Konzept der Serie nicht an.

    Unglaublich fesselnd war der Einstieg, das Auftauchen der Untoten bis zu dem Punkt, als man Ned Stark an den Königshof gerufen hat und anderorts die Blondine an die Wilden verschacherte.
    War für mich, als hätte die Fahrt in der Limo plötzlich geendet und ich musste fortan den Bus nehmen...


    Ist allerdings mein Problem meiner Erwartungshaltung, an dem ich eventuell arbeiten muss.
    Bis dahin werden Tote weiterhin nicht sterben, Verrückte sehen, was sie sehen und blaues Licht tut, nun ja, was blaues Licht eben so tut.

    vielleicht die tatsache, dass sie andere leute nur überfallen und ausrauben.


    Du triffst den Morgenstern auf den Kopf, Kali!
    Viel lieber mag ich dieses friedliebende, eloquente und frauenfreundliche Reitervolk oder diese kuscheligen, haarlosen Yetis mit den blauen Augen. Nicht zu vergessen all die anderen nach Harmonie und Eintracht strebenden Königshäuser, welche sich von Staffel zu Staffel an Friedfertigkeit und Nächstenliebe zu übertreffen versuchen.


    Davy Jones
    Ich habe mir beizeiten eine gut 90minütige Zusammenfassung der Vorgeschichte auf Youtube angetan, nachdem ich meine ersten Schwierigkeiten mit der Serie bekam. Quasi zum besseren Anfixen.
    Wie gesagt, es war eigentlich recht ausführlich und anfangs noch interessant; ich fand dennoch keinen Zugang zu dieser Welt und ihren Begebenheiten.


    Zu den Eisenmännern:
    Vorab auch hierzu eine kleine Vorgeschichte, da ich nur kurze Zeit nachdem ich deine kontextuelle Einbettung des Zitats gelesen hatte, in der aktuellen Staffel einer anderen Serie (Vikings) eine Szene mitbekam, die darauf hindeutet, dass sowohl Martin bei der Konzeption seiner Eisenmänner und -frauen als auch Hirst (der Drehbuchautor von Vikings) eine ähnliche Inspirationsquelle gehabt haben müssen.


    Auf diese einmalige Vorgehensweise wird nicht weiter eingegangen, es bleibt dahingehend recht interpretationsbedürftig. Aber eben faszinierend, wenn man bedenkt, dass die Wikinger ebenso stark mit dem Wasser verbunden sind und sich zeitlebens mit dem Ableben beschäftigen.
    Ich habe zudem bisher leider nichts konkret über solch ein Ritual bei Wikingern finden können. Vielleicht erhellt uns ja ein hier weilender Experte des Normannentums.


    Wenn da nun also ein "Ertrunkener Gott" angebetet wird und ich davon ausgehe, dass solch Entität mit Dingen wie Ertrinken und dem Tod relativ gut vertraut ist (zumindest besser als Menschen von den Eiseninseln), wie geringschätzig gegenüber diesem Gott wäre es da anzunehmen, dass man diesen mit einem "Toter-Mann-Spiel" überlisten könne, wenn es um etwas derart elementares wie Tod oder Leben geht?
    Vorausgesetzt natürlich dieses Szenario:

    Das könnte man so interpretieren, dass die Leute der Eiseninseln Unsterblichkeit erlangen wollen, indem sie den Tod persönlich austricksen. Sie täuschen ihren Tod durch ertrinken vor, gelten für den Ertrunkenen Gott oder den Tod dann halt schon als tot und können folglich nicht sterben.


    Mir gefällt die philosophische Herangehensweise daher besser, bewegt sie sich auch deutlich näher an der wahrscheinlichen Vorlage.

    Auf dem Gabentisch lag “Gewalt: Eine neue Geschichte der Menschheit“ von Stephen Pinker, einem kanadisch-us-amerikanischen Evolutionspsychologen.
    Auf 1200 Seiten vertritt er die These, dass sich Gewalt im Laufe der Menschheitsgeschichte verringert hat und inwiefern dies von Statten ging.

    Davy Jones
    Ich danke dir vielmals für den Kontext.
    Aufgrund meiner Abneigung bin ich nicht geneigt selber Recherche dahingehend zu betreiben, daher erachte ich deine "geschichtliche" Einbettung des Zitats als äußerst begrüßenswert.
    Obwohl ich zugeben muss, im Rahmen meiner Annäherung an GoT bzw. die TV-Umsetzung vorab mich über die Vorgeschichte informiert zu haben. Recht ausführlich sogar. Hat wohl nicht gereicht bzw. meine Erwartungen lagen augenscheinlich woanders.
    Dies ist sicherlich nicht die Schuld des Fantasy-Stoffes, sondern meine.


    Deinen Bashing-Vorwurf weise ich zurück, da er mir überzogen und ungerechtfertigt erscheint. Da du offensichtlich Kenner der Materie von GoT bist, verstehe ich jedoch deine Entrüstung und versichere dir, dass trotz meines eingangs provokativ anmutenden Vergleichs (der mehr meiner eigenen Reflexion diente), ich keine niederen Absichten mit diesem Thema verfolge.
    Ich werde dennoch keine demütige Haltung zu meiner Meinung entwickeln, weil ich den Gehalt eines hier ebenso kontextlos geäußerten Zitates aus einer erfundenen Geschichte kritisiere.


    Jetzt, wo ich dank dir den Kontext besser kenne, eröffnet dies mir einen weiteren kritischen Umgang damit, der sich jedoch weniger auf die Qualität des Spruches bezieht, als auf die Herangehensweise des Volkes von den Eiseninseln.


    Fühl dich daher eingeladen zu einem hoffentlich konstruktiv-produktiven Austausch.

    Zum Thema Gefühle und Emotionen:
    Ich denke, dass wir dahingehend nicht weiterkommen werden, da es aufgrund einer mangelnden eindeutigen Definition des Phänomens "Gefühl" insgesamt wie eine Gleichung mit zu vielen Unbekannten anmutet, die zudem mehrere derzeit mögliche Ergebnisse aufweisen kann.
    Ich sehe weiterhin, dass hier jeder von uns zum Thema Gefühle und Emotionen haltbare und interessante Aspekte geliefert hat. Ich persönlich werde mich jedoch von dem Thema weg und dafür hin zum eigentlichen Titel des Themas bewegen.


    Was ich hier noch einmal verdeutlichen will, ist die Feststellung, dass der Mensch nicht NUR, sondern AUCH in Worten (aber ebenso in Bildern, Szenarien wasauchimmer) denkt. Ich hatte bei manchen Diskussionsverläufen das Gefühl, als ob es um einen Ausschließlichkeitsgedanken ginge.


    Die Kognitive Psychologie würde sagen, es kommt darauf an, um welchen Sachverhalt es geht und wie die damit zusammenhängenden Inhalte im Gedächtnis repräsentiert sind, z.B. bildlich oder sprachlich.
    Bei sehr konkreten Sachverhalten oder bei Situationen, die den Umgang mit ganz bestimmten Objekten erfordern, ist ein Denken auch ohne Worte möglich und sinnvoll, beispielsweise bei der Aufgabe „Turm von Hanoi“.
    Geht es hingegen um andere Aufgaben, z.B. Syllogismen, sind andere Denkweisen zu erwarten.


    Sprache und Denken sind ganz offensichtlich sehr eng miteinander verbundene Vorgänge. Die Beispiele, die jeder hier bisher vorgebracht hat, zeigen allerdings auch, dass es sehr unterschiedliche Arten des Denkens und sehr vielfältige Aspekte der Sprache gibt.


    Hervorheben möchte ich hierbei Luhmanns Systemtheorie, innerhalb dieser er Sprache als einen Mechanismus der wechselseitigen Durchdringung zwischen psychischen und sozialen Systemen sieht. Diese Systeme sind innerhalb ihrer Selbsterschaffung und -erhaltung geschlossen, ermöglichen sich wechselseitig dennoch, "indem sie sich ihre Komplexität bzw, die ihnen eigenen Mittel der Komplexitätsreduktion gegenseitig zur Verfügung stellen." (Luhmann 1997, 294ff.)
    Dieses Verhältnis sieht Luhmann nicht als Austausch und keine Input-/Outputrelation, sondern für ihn gilt dies als der Konstitutionszusammenhang der Co-Evolution.
    Basierend darauf wäre Sprache kein Produkt des sozialen Systems, da psychische Prozesse keine sprachlichen seien und Denken nicht als "inneres Reden" angesehen wird, weil der "innere Adressat" fehle und somit der innere Zeichengebrauch. Die wechselseitige Durchdringung des Bewusstseins beruhe daher nicht auf Kommunikation im strukturalistischen Verständnis.


    Für eine Kommunikation braucht es also keine "bewusstseinsfähigen" Akteure. Mechanische Systeme können auch kommunizieren. Beim unelastischen Stoß zweier Teilchen kommunizieren diese beiden Systeme miteinander, indem durch den Impuls Informationen über unter anderem die Masse und der Geschwindigkeit der Systeme ausgetauscht werden. Die Sprache stellen dann die physikalischen Gesetze.


    Aus strukturalistischer Sicht stimme ich dir absolut zu. Um dies auf die menschliche Sprache anzuwenden, wären dies dann wohl neurobiologische Gesetzmäßigkeiten.
    Mein Problem damit allerdings ist, dass die strukturalistische Definition von Kommunikation u.a. voraussetzt, dass wir die außerhalb unserer Gehirne existierende Realität direkt wahrnehmen und erkennen sowie über sie dergestalt kommunizieren können, dass ein Sender einem Empfänger mittels sprachlicher Zeichen Informationen über diese mitteilt.


    Mich stört hierbei, dass Sprache als eine Art von Werkzeug gesehen wird, mit welchem man einander etwas über die Welt und deren Dinge mitteilen könne.
    Wenn man bedenkt, dass unsere Gehirne blind, taub und überhaupt ohne jede Möglichkeit, die Außenwelt direkt wahrzunehmen, auf die Welt kommen und zeitlebens in diesem Zustand verbleiben, ist es überhaupt nicht möglich, seine eigene Wirklichkeit zu kommunizieren sowie die von anderen Menschen verstehen zu können. Wir täuschen wirkliche sprachliche Kommunikation lediglich vor, da wir "nur" über einen ganzen Haufen verfälschter Wirklichkeitswelten verfügen. Wobei die im jeweiligen Kommunikationsprozess ausgelösten Bewusstseinszustände in hinreichendem Maße zumindest so an die Realität angepasst sein müssen, dass die Überlebens- und Fortpflanzungschancen der sich auf sprachliche Kommunikation verlassende Menschen nicht wesentlich beeinträchtigt werden.